30. August 2007

I Now Pronounce You Chuck and Larry

I don’t want to piss Mel Gibson off.

Ich weiß gar nicht, was ich sagen, beziehungsweise schreiben soll. Nicht weil es sich hier um eine Adam-Sandler-Komödie handelt (denn ich bin ein Fan von ihm), nur ist I Now Pronounce You Chuck and Larry so unglaublich schlecht. Dabei stand der Film unter guten Vorzeichen, war doch Dennis Dugan der Regisseur, der mit Sandler bereits bei Happy Gilmore und Big Daddy zusammenarbeitete. Dazu kam dann auch noch Alexander Payne, welcher für Sideways einen Oscar für das beste Drehbuch gewonnen hat (!), und in diesem Film zusammen mit seinem Drehbuchpartner Jim Taylor und Barry Fanaro (Men in Black 2) die Handlung und die Dialoge lieferte. Payne und Taylor Involvierung ist dann eigentlich auch der größte Schock. Der Humor ist in seinem Grundton zwar durchaus typisch für Sandler und seine Filme, doch selbst dieses Niveau unterbietet der Film noch.

Chuck (Adam Sandler) ist ein Hugh-Heffner-Typ, der jede Nacht mit zwei bis zwölf Frauen verbringt (vor allem seit er im Feuerwehrkalender zum Mr. Februar gekürt wurde). Dem notorisch Kaugummikauenden Macho Chuck wird sein bester Freund, der gutmütige Witwer Larry (Kevin James), gegenüber gestellt. Beide arbeiten als Feuerwehrmänner in New York und als Larry bei einem Einsatz das Leben von Chuck rettet, schuldet dieser Larry natürlich etwas. Weil der Staat im Falle von Larrys Tod seine Rente nicht auf seine Kinder, sondern nur auf seinen Ehepartner übertragen will, erklärt Chuck sich bereit, Larry zu heiraten. Als der Staat die Beiden überprüft, suchen sie Hilfe bei Anwältin Alex (Jessica Biel), in die sich Chuck verknallt. Nur denkt die, dass Chuck schwul sei, während sich die Lage um das vermeintliche Schwulenpärchen immer mehr zuspitzt.

Fortan lässt es der Film sich nicht nehmen, sich jedes Schwulen- beziehungsweise Homosexuellen-Klischees zu bedienen (kulminierend in einem Cameo von *N Sync-Mitglied Lance Bass). Da werden Schwule teilweise dann doch mit Transvestiten in einen Topf geworfen und von der Seife, die in der Dusche auf den Boden fällt, bis hin zum Begrapschen von Alex’ Brüsten ist wirklich alles dabei. Die Grundbotschaft des Films (Akzeptanz und Gleichheit) schimmert lediglich gegen Ende kurz durch. Selbst als Hetero fühlt man sich da „angegriffen“, zumindest jedoch der gute (Film-)Geschmack. Wie immer bei Adam-Sandler-Filmen tauchen dann irgendwann auch noch David Spade und Rob Schneider (Letzterer ziemlich rassistisch als Stereotyp-Asiate) auf. Ein ganz schlimmer Film, selten bis gar nicht komisch und schlichtweg zum Verdammen.

2/10

29. August 2007

Interstella 5555

One More Time.

Im Jahr 2001 brachte die französische House-Formation Daft Punk ein Album namens Discovery heraus. Für die Singleauskopplungen rund um den Hit "One More Time" wurde eine animierte Geschichte ausgedacht, welche in allen vier Single-Videos weitererzählt wurde. Diese Geschichte bildet den Anfang eines 2003 von der Band produzierten und mitgeschriebenen Anime-Musicals, dem Science-Fiction-Film Interstella 5555 - The 5tory of the 5ecret 5tar 5ystem. Diesen Film ließen die beiden Künstler Thomas Bangalter und Guy-Manuel de Homem-Christo von ihrem Kindheitshelden, dem japanischen Zeichner Leiji Matsumoto graphisch umsetzen und von Toei Animation auf die Leinwand bringen. Toei Animation produzierte unter anderem Captain Future aber auch neuere Animes wie Sailor Moon, während sich Matsumoto-san für den von Daft Punk so geschätzten Space Battleship Yamato (1974) und andere Sci-Fi Abenteuer verantwortlich ist.

Interstella 5555 erzählt die Geschichte einer vierköpfigen galaktischen Band, welche auf ihrem Planeten ein Konzert gibt, als dieses von einem Überfall von Humanoiden unterbrochen wird. Diese betäuben das Publikum und nehmen die Band als Geisel gefangen, welche anschließend durch ein Wurmloch in unser Universum und auf die Erde gebracht wird. Dort passt Musikproduzent Earl de Darkwood die Band dem menschlichen Erscheinungsbild an und vermarktet ihren Hit "One More Time" unter dem Bandnamen The Crescendolls. Mit ihrem ausgelöschten Erinnerungsvermögen sind die Crescendolls nicht mehr als Marionetten, welche der Earl für seine Werbezwecke missbraucht. Währendessen wurde der Weltraumabenteurer Shep von der Entführung der Band in Kenntnis gesetzt und hat die Verfolgung zu Erde auf sich genommen, um die Band von ihrem Kidnapper zu befreien.

Der Film ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Musical, denn es findet keinerlei Dialog oder Monolog statt. Einzig die Musik Daft Punk's ertönt, während ein Lied ihres Albums Discovery das nächste ablöst. Und selbst von diesen Liedern enthalten nur wenige Vocals, sondern sind meistens instrumental. Das stört jedoch nicht weiter, denn die Bilder stellen sich als ideale Untermalung zum phantastischen Sound der Band, bzw. andersherum heraus und die Geschichte um die Crescendolls weiß über weite Strecken zu fesseln, wenn man in diesem Zusammenhang überhaupt von "fesseln" sprechen kann. Dabei muss man sich praktisch dazu zwingen, den Bildern zu folgen und nicht stattdessen verzückt zur Musik zu tanzen. Interstella 5555 ist mit seiner einen Stunde Laufzeit ein schöner Zeitvertreibt für Zwischendurch und bietet nette kleine Anspielungen auf 2001: A Space Odyssey, Terminator oder den Thunderbirds. Für alle Daft Punk Fans sicherlich ein Muss, dürfte der Film aber auch anderen Sci-Fi-Anime Freunden Spaß bereiten.

9/10

28. August 2007

Ensemble, c’est tout

Vielleicht kann ich meinen Picknickkorb mitbringen?

Mit Ensemble, c'est tout, in Deutschland unter dem Titel Zusammen ist man weniger allein vertrieben, geht die Liebe der Franzosen zu ihrer "Amelie" Audrey Tautou ungebremst weiter. Fünf Millionen Zuschauer haben den Film jenseits des Rheins gesehen und damit für eine gelunge Romanadaption von Anna Gavalda gesorgt. Adaptiert und Regie geführt hat Claude Berri, seines Zeichens Oscarpreisträger und in den Hauptrollen spielen der in Deutschland vielleicht eher als Ex-Mann von Diane Kruger bekannte Guillaume Canet (The Beach) und ebenjene Audrey Tautou. Dabei war für Tautou's Rolle ursprünglich Charlotte Gainsbourg gecasted und später auch noch Ludivine Sagnier in Betracht gezogen worden. Dritte Wahl ist Frankreichs bekannteste aktuelle Darstellerin somit nur gewesen, aber das merkt man ihr und dem Film nicht an. Gelegen haben könnte diese Entscheidung an der Figur von Camille Fauque, aber da ich die Romanvorlage nicht kenne, lässt sich dies von meiner Seite aus nicht beurteilen.

Wie der deutsche Titel fast noch schöner einfängt sind die beiden Themas des Films Zusammensein und Einsamkeit. Mit ebenjener Einsamkeit müssen sich alle vier Figuren auseinandersetzen. Die zurückgezogene unterernährte Putzfrau Camille (Tautou) wohnt im selben Haus wie der stotternde ängstliche Adelssproß Philibert (Laurent Stocker). Als dieser die an einer schweren Grippe erkrankte Camille des Nachts findet, nimmt er sie in seine großräumige Wohnung auf und pflegt sie gesund. Die Wohnung teilt sich Philibert mit dem von seiner Arbeit eingenommenen Koch Franck (Canet), der neben kurzweiligen Frauengeschichten seine freie Zeit mit seiner gebrechlichen Großmutter Paulette (Françoise Bertin) verbringt. Nach ersten Anpassungsschwierigkeiten zwischen Franck und Camille merken dann jedoch alle vier, dass man zusammen weniger allein ist und das es gerade jene Einsamkeit war, die alle vier ins Unglück gestürzt hat.

Ensemble fängt wunderbar diese verschiedenen Stufen der Einsamkeit ein, mit denen man sich konfrontiert sehen kann. Die altersbedingte Einsamkeit von Paulette z.B., die Franck zwar sehr am Herzen hängt, ihn jedoch auch immer seinen einzigen freien Tag in der Woche kostet. Oder Philibert's Einsamkeit, zurückzuführen auf sein Stottern, welches wiederum auf seine Angst und diese auf seine Einsamkeit zurück zu führen ist. Camille's und Franck's Einsamkeit dagegen beruht auf der Angst enttäuscht zu werden. Aber der Mensch ist nunmal ein zoon politikon und so nähern sich diese vier Figuren immer mehr an, um ihre eigene Einsamkeit in einem optimistischen Zusammensein zu ertränken. Hierbei spielt ein Großteils des Films in Philibert's Wohnung und wird von typisch französischen Melodien, aber auch rockigerer Musik von beispielsweise Hard-Fi unterlegt.

Um seine Einsamkeit zu verlieren, muss man über seinen Schatten springen und auch zu Kompromissen bereit sein, das lernen alle vier im Laufe der Geschichte und so verwundert es auch nicht - der Titel deutet es ja bereits an - dass die Handlung einen positiven, warmen und optimistischen Verlauf nimmt. Mademoiselle Tautou ist so zuckersüß wie immer mit ihren Rehaugen und Monsieur Canet wirkt von seiner Erscheinung her wie der französische Patrick Dempsey - beide zusammen funktionieren in ihren Rollen und als Leinwandpärchen. An manchen Stellen ist Ensemble dann aber doch zu ruhig, selbst für seine gewählte Thematik, da hätte ruhig mehr passieren können, mehr Witz, mehr Charme wäre drin gewesen, bei dieser unnatürlichen Wohngemeinschaft. Im Gegensatz zu unserem Land wissen es die Franzosen aber quantitativ qualitativere Filme abzuliefern und so ist der Film nicht nur etwas für Menschen, die sich (weniger) allein fühlen wollen, sondern ein Film für jedermann.

7.5/10

27. August 2007

The Last Legion

Who can we count on?

Da geht man einmal nicht in die Sneak und dann wird man gleich bestraft, denn letzte Woche lief Pixar’s Ratatouille. Und wenn man in die Sneak geht, dann ist man dummerweise auch meistens bestraft. Auf wen kann man sich noch verlassen? Eigentlich auf niemand mehr, das ist die bittere Wahrheit. Da kommt ein Mann wie Dino De Laurentiis, der unter anderem für Serpico und Dune verantwortlich ist, und produziert mit Harvey Weinstein einen Film. Das klingt ja erstmal nicht schlecht. Dann stoßen Schauspieler wie Colin Firth, Oscarpreisträger Ben Kingsley, Kevin McKidd (Rome), Peter Mullan und Alexander Siddig hinzu. Schließlich wird das Budget auf 67 Millionen Dollar angehoben. Klingt alles irgendwie nicht schlecht. Umso erstaunlicher ist eigentlich das Endprodukt anzusehen, dass so unfassbar schlecht ist, dass man es sogar scheiße nennen darf. Da fragt man sich schon wer so einen Scheiß überhaupt schreibt und wer so einen Scheiß überhaupt produziert und wer sich bereit erklärt in so einem Scheiß dann tatsächlich mitzuspielen.

Die letzten beiden Punkte wurden ja bereits erklärt, aber wer schreibt so einen Mist? Es sind die Gebrüder Butterworth, genauer gesagt Jez und Tom Butterworth. Die haben sich zuvor mit dem Drehbuch zu Birthday Girl ausgezeichnet, in welchem immerhin Nicole Kidman die Hauptrolle spielt (und der zu seiner Verteidigung auch kein völliger Murks ist). Was die beiden aber mit The Last Legion abgeliefert haben, dafür werden sie ganz sicher für den Razzie Award nominiert werden. Das ist eine absolut dämliche Geschichte mit noch dämlicheren Dialogen. Regie bei dem ganzen führt dann auch noch ein relativ unbekannter Regisseur, denn Doug Lefler hat sich vorher nur mit dem Direct-to-DVD Dragonheart 2 und einigen Xena- und Hercules-Folgen auszeichnen können. Diese Herkunft merkt man dann dem Film auch an, besonders in den Amazonen-Kampfszenen von Aishwarya Rai.

Der Plot: Man schreibt das Jahr 460 und der kleine Knirps Romulus Augustulus wird zum römischen Kaiser gekrönt. Aber das passt dem Gotenführer Odoaker (Mullan) mal gar nicht in den Kram und ehe die Römer wissen was Sache ist, sind auch schon ziemlich alle tot und Odoaker sitzt auf dem Thron. Seine rechte Hand Wulfila (McKidd) meint dann auch, dass man den Knirps besser mal die Radieschen von unten ansehen lässt, aber dessen Lehrmeister Ambrosinus (Kingsley) schreitet an dieser Stelle ein und überzeugt Odoaker, dass es doch besser sei Romulus als Faustpfand zu behalten und so werden beide auf die Insel Capri verbannt. Von dieser wollen sie dann Romulus’ Leibwache Aurelius (Firth) – der zuvor als Leibwache gnadenlos versagt hat – und seine vier Kumpels, sowie die Hindukusch-Amazone Mira (Rai) befreien, um Zuflucht bei der „letzten Legion“ in Britannien zu finden.

Ein Historienschinken also, den man im Trailer bereits mit der Tatsache spoilert, dass es um das Schwert Excalibur geht und dem dann zufügt, dass niemand weiß wie diese Sage begann. Bis heute natürlich, denn The Last Legion klärt uns da mal flugs in einer Stunde und fünfzig Minuten auf. Da lernt selbst ein Geschichtsstudent wie ich, dass der kleine Romulus nicht wie seit Jahrhunderten gelehrt im Jahr 476 zum Kaiser gekrönt wurde, sondern sogar schon 460! Schau mal einer an, wenn ich das in meiner Zwischenprüfung bereits gewusst hätte. Das ist aber nur der kleinste geschichtliche Fauxpas und ich könnte hier noch Stunden weiter schreiben, wenn ich alle aufzählen wollte. Aber interessant ist es dann schon, wie Aurelius in James Bond Manier und mit seinen fünf Freunden mal eben eine Bergfestung in Capri einnimmt. Ebenjene Festung, die er von Rom aus geschwind in sechs Tagen erreicht hat. Und anschließend, nachdem der Knirps und das übermächtige Schwert (welches unser tapferer Kerl mal eben mit einer Hand die ganze Zeit durch die Gegend trägt) aus der Festung entkommen sind, machen sich unsere Gefährten auf den Weg nach Britannien. Ähem, zu Pferd natürlich, wobei, die Alpen überschreiten sie zu Fuß. Von Capri aus. Nach Britannien. Ich wiederhole mich gerne noch mal: zu Pferd reiten sie zu den Alpen, welche sie dann zu Fuß überschreiten und dann reiten sie weiter zur französischen Küste usw.

Wer denkt, dass ist schon, nennen wir es: erstaunlich, der sei gewarnt. Denn der gute Wulfi pirscht der Truppe natürlich hinterher, Schritt für Schritt, zu Pferd und zu Fuß. Da bleiben mir eigentlich die Worte weg. Dazu dann noch die Superamazone Aishwarya Rai, die in jeder Szene ihre enormen Brüste zur Schau stellt. Nachdem die Inder so einen Stress geschoben haben, dass der gute Richard Gere irgendeine Inderin auf die Wange küsst, kann ich mir nicht vorstellen, dass die so was gut heißen. Zuviel verrate ich wohl auch nicht, wenn die Amazone und die Pfeife von Leibwache eine sexuelle Spannung aufbauen, die gegen Ende ihre Entfaltung findet. Wie diese aufgebaut wird braucht sich mit ihrer Lächerlichkeit nicht vor dem Rest des Filmes zu verstecken. Neben muskelbepackten afrikanischen Römern, superstarken großräumig ausgestatteten Amazonen und einem kleinen Kaiser, dessen rechter Arm so stark ist, dass er ihn oft trainiert haben muss (da winkt der Zaunpfahl) gibt’s auch noch einen britischen Sido-Verschnitt zu sehen, der wirkt als hätte man mal eben Sabretooth von den X-Men mit dem Phantom der Oper gekreuzt. Lächerlich, lächerlicher, The Last Legion.

Bollywood mag ich sowieso nicht, von daher ist mir die gute Aishwarya Rai auch egal, genauso wie Colin Firth und im Prinzip auch Peter Mullan. Um John Hannah und Alexander Siddig tut es mir dann doch irgendwie leid und wieso Kevin McKidd sich hier bereit erklärt hat die Seiten zu wechseln, wo er doch den tapferen Römer in einer Fernsehserie gespielt hat, die weitaus teurer war als dieser Film (!)…bleibt wohl sein Geheimnis. Rupert Friend kann man immerhin zu gute halten, dass er jeden Abend mit Keira Knightley ins Bett kriechen darf (welche mit King Arthur auch nur einen minimal besseren Arthus-Scheiß abgeliefert hat). Bleibt nur noch Ben Kingsley und der Mann ist ein Wunder an sich, denn dass er immer noch einen Film findet, der schlechter wie sein vorheriger ist, da kann ich nur sagen: Hut ab! Schließlich bleibt einem nur übrig sich zu fragen, ob es auch irgendwas Positives über den Film zu sagen gibt. Irgendwas. Wenn auch nur ein bitze bisschen. Und ja, das Setting und die Ausstattung sind wirklich gut und auch gelungen. Capri, Britannien, da sind dann doch teilweise schöne Bilder darunter. Dafür gibt’s dann auch eineinhalb Punkte von mir. Mehr wäre aber eine Beleidigung.

1.5/10

25. August 2007

The Ex

Why would I give you my 'yes' ball?

Wie bereits an anderer Stelle geschrieben ist The Ex – welcher ursprünglich Fast Track hieß – der dritte Sommer-Pärchen-Film, der in Deutschland direkt auf DVD erschien, was wohl an seinem enttäuschenden Einspielergebnis in den USA liegt. Dabei ist diese von den Weinsteins produzierte Komödie erstaunlich starbesetzt. Neben Zach Braff, Amanda Peet und Jason Bateman tummeln sich in Nebenrollen und Gastauftritten Leute wie Charles Grodin (sein erster Film in 13 Jahren!), Mia Farrow, Amy Adams, Donal Logue und Paul Rudd. Mit beiden letztgenannten hatte Regisseur Jesse Peretz bereits bei seinen vorherigen Filmprojekten zusammengearbeitet.

Tom (Braff) und Sofia (Peet) sind frisch verheiratet und haben einen Sohn bekommen. Da Tom erneut seinen Job verloren hat, lässt er sich dazu breitschlagen aus New York in das beschauliche Ohio zu ziehen, um in der Werbefirma seines Schwiegervaters zu arbeiten. Dort wird er dem gelähmten Chip (Bateman) unterstellt, welcher sich als Exfreund von Sofia erweist. Chip macht fortan Tom das Leben zur Hölle und die Dinge in Job und Ehe scheinen für diesen aus dem Ruder zu laufen, während er versucht allen zu beweisen, dass Chip nicht der ist, der er vorgibt zu sein.

Trotz seiner vielen bekannten Darsteller schafft es The Ex dann doch nicht an die Klasse von Knocked Up heranzukommen, kann jedoch License to Wed problemlos schlagen. Besonders in der ersten Hälfte weiß der Film zu überzeugen, wenn Tom sich in die verquere Arbeitssituation in der Firma von Sofia’s Vater einleben will. Meine Sympathien sind auch sicherlich auf Zach Braff zurückzuführen, den ich seit meiner Lieblingsserie Scrubs immer wieder gerne sehe, aber auch so ist das enttäuschende Einspielergebnis nicht recht zu erklären. Dies mag auch damit zusammenhängen, dass The Ex zweimal verschoben worden ist und schließlich im Mai statt Januar ins Kino kam. Meines Wissens schaffte er dies in Deutschland überhaupt nicht und wenn, dann ging er in der Masse ziemlich unter und ist inzwischen auf DVD zu haben. Eine nette kleine Komödie für zwischendurch, bei der besonders Fans von Zach Braff (Scrubs) und Jason Bateman (Arrested Development) auf ihre Kosten kommen sollten.

6.5/10

24. August 2007

Disturbia

Your mum ist hot.

Hier haben wir einen weiteren Film aus dem diesjährigen Fantasy Filmfestprogramm, der ab dem 20. September regulär in den deutschen Kinos laufen wird. Neben Transformers markiert Disturbia die zweite große Shia LaBeouf Plage in diesem Kinosommer und wie in fast jedem anderen LaBeouf-Film ist auch hier Steven Spielberg für sein Casting verantwortlich. Scheinbar hat der gute Shia extrem korrumpierendes Material über Mr. Spielberg, denn an seinem schauspielerischen Taltent kann es nicht liegen, dass dieser Schlaks in beinah jedem Spielberg-Projekt auftaucht. Wobei zu seiner Verteididgung zu sagen ist, dass er hier nicht unterirdisch schlecht spielt, er bleibt nur genauso blass wie seine Filmfigur Kale. Man liest natürlich eine gewisse und nicht zu verleugnende starke Abneigung gegen diesen jungen Herrn heraus, den ich genauso gerne auf der Leinwand sehen wie den Breitmaulfrosch Julia Roberts. Jedenfalls graut es mir schon vor dem vierten Teil von Indiana Jones, wenn Spielberg tatsächlich mal selbst mit LaBeouf arbeiten wird und bei so vielen jungen guten Schauspielern wie Ben Foster oder Joseph Gordon-Levitt verstehe ich diese neuerliche Affinität zum untalentierten LaBeouf einfach nicht.

Wie dem auch sei, LaBeouf darf die Hauptrolle in dieser Teenie-Version von Hitchcock's Meisterwerk Rear Window spielen, deren Regie der Thriller-erfahrene D.J. Caruso übernommen hat. Dieser wusste jedoch schon bereits mit The Salton Sea und Taking Lives nicht sonderlich zu überzeugen und hat bereits mit Two For The Money ein billige Kopie von Oliver Stone's Wall Street abgeliefert. Caruso macht dann auch zu keinem Zeitpunkt einen Hehl daraus, an welche Zielgruppe der Film gerichtet ist, und zwar sind das Teenager zwischen 12 und 18. Dazu passt die Einführung von Kale's Kumpel Ronnie, der sich im Spanischunterricht einen Spaß daraus macht, mit dem Wort Quizas ein humoristisches Wortspiel zum besten zu geben, dazu passt aber auch die mainstreamige Musikuntermalung und die Tatsache, dass LaBeouf in jedem Film ein Band-T-Shirt zu tragen scheint War es in Transformers noch The Strokes, sieht man ihn hier mit einem Shirt der Ramones herumrennen.

Aber nun zur Handlung: der junge Kale (LaBeouf) schlägt seinen Spanischlehrer und bekommt drei Monate Hausarrest aufgebrummt. Während er durch ein Fußband dazu gezwungen ist, sein Grundstück nicht zu verlassen, verknallt er sich in die neue scharfe Nachbarin Ashley (Sarah Roemer). Außerdem fällt ihm auf, dass auf den ebenfalls neuen Nachbarn, Mr. Turner (David Morse), scheinbar alle Indizien eines lokalen Serienmörders zutreffen. Kale beginnt zusammen mit Ashley und seinem Kumpel Ronnie die Observation von Turner und bringt sich, seine Freunde und seine Mutter (Carrie-Anne Moss) dabei in Lebensgefahr.


Diese schwache Handlung wurde dann noch unnötig aufgeblasen, beispielsweise mit der völlig unsinnigen Eröffnungsszene, in der Kale mit seinem Vater Angeln geht und schließlich in einem aberwitzigen Unfall diesen verliert. Dabei wäre der Film auch bestens ohne diese Szene ausgekommen und die Tatsache, dass sie mit theatralischer Musik unterlegt worden ist, macht das ganze nur noch schlimmer. Genauso fragt man sich, wieso die Figur des Officer Gutierrez als solche eingebaut worden ist, denn die Tatsache, dass es sich hierbei um den Cousin des Spanischlehrers handelt, hat für den weitern Verlauf der Geschichte keinerlei Belang. Hierzu reiht sich auch die Verschwendung von Carrie-Anne Moss ein, die so selten zu sehen ist, dass sie auch von jeder anderen Schauspielerin gespielt hätte werden können. Die stereotype Inszenierung von Kale asiatischem Kumpel Ronald trägt auch einen leicht faden Beigeschmack. Zudem fragt man sich gegen Ende, wieso Kale seine X-Box oder seinen I-Tunes-Account nicht selber wieder aktivieren kann, wenn er es später sogar schafft aus einem Küchenwecker eine mobile Transponderkamera zu basteln.

Das sind nur Auszüge aus den vielen Unstimmigkeiten und Überflüssigkeiten, welche Disturbia zu bieten hat. Über diese könnte man noch hinweg sehen, wenn der Film zumindest fünf Minuten lang Spannung aufbauen würde. Tut er aber nicht. Die erste halbe Stunde plätschert mit Kale's Langeweile (und perversen Geschmacksverirrungen) dahin, wohingegen das letzte Drittel zu einem 0815-Teenie-Horror á la Scream mutiert, wo gerannt, gekratzt und getreten wird was das Zeug hält. Dazu mehren sich dann wieder die Unstimmigkeiten und der Film driftet in die totale Unglaubwürdigkeit ab. Das mag vielleicht alles für ein anspruchsloses Teeniepublikum passen, für Erwachsene funktioniert das dann aber doch nicht mehr. Zu unausgegoren und zu lieblos kommt Disturbia hier rüber. Positiv fallent nur David Morse, der wie so oft den kalkulierten Fiesling gibt und - hier kommt mein persönlicher Rettungsanker dieses Films - Sarah Roemer auf, die so unsagbar scharf ist, dass ich dem Film glatt die volle Punktzahl gegeben hätte, wenn sie in jeder einzelnen Szene zu sehen gewesen wäre. Deswegen bekommt Disturbia allein wegen Miss Roemer einen Extrapunkt, der dann aber nicht mehr viel herausreißen kann und für einen Kinobesucht ist der Film dann wirklich nicht zu empfehlen, es sei denn, man ist zwischen 12-18.

5/10

23. August 2007

The Lookout

Once upon a time, I woke up. I took a shower with soap.

Mit The Lookout, welcher ebenfalls im Programm des diesjährigen Fantasy Filmfestes life, gibt Drehbuchautor Scott Frank sein Regiedebüt. Frank, der sich u.a. für die Skripte von Minority Report, Get Shorty, The Interpreter und Out of Sight verantwortlich zeichnete, kreiert mit The Lookout einen spannenden und unterhaltsamen Thriller. Für diesen konnte er neben Matthew Goode, welcher demnächst in Zach Snyder’s Watchmen zu sehen sein wird, mit Jeff Daniels und Joseph Gordon-Levitt zwei der stärksten Charakterdarsteller gewinnen, die Hollywood zur Zeit zu bieten hat. Besonders Gordon-Levitt ist das Paradebeispiel eines guten, jungen und talentierten Schauspielers, der sich im Gegensatz zu seinem altersmäßigen Pendant Shia LaBeouf nicht für jeden Schrott (Transformers, Disturbia) casten lässt. Stattdessen spielt er immer wieder in gut geschriebenen Independent-Produktionen wie hier oder in Brick mit. Demnächst wird er in John Maddens neuestem Werk, der Elmore Leonard Adaption Killshot, in einer Nebenrolle zu sehen sein. Jeff Daniels sollte inzwischen eigentlich über jeden Zweifel erhaben sein und hat sich zu einem der Top-Charaktermimen entwickelt.

The Lookout erzählt die Geschichte von Chris Pratt (Gordon-Levitt), einem jungen Gebäudereiniger einer örtlichen Bank. Zu verdanken hat Chris den Job seinem jugendlichen Übermut, den bei einer nächtlichen Fahrt mit Freunden verursacht er einen Autounfall, bei dem zwei seiner Freunde sterben, seine Freundin ihr Bein verliert und Chris selbst derartige Kopfverletzungen davonträgt, dass sein Kurzzeitgedächtnis ausgelöscht ist. Im Gegensatz zu Guy Pearce’s Figur in Memento tätowiert sich Chris jedoch wichtige Dinge nicht auf den Körper, sondern schreibt sie auf einen Notizblock. Gegenstände zu Hause hat er mit Botschaften wie „Ausschalten“ oder „Abschließen“ versehen. Als notorisches Beispiel seiner Vergesslichkeit dient der Autoschlüssel, den er jedes Mal im Auto stecken lässt. Seine Wohnung teilt sich Chris dabei mit Lewis (Daniels), einem blinden Hobbykoch, der seine Verletzung ebenfalls einer jugendlichen Unachtsamkeit zu verdanken hat. Beide wirken als drohende Mahnmale für Fehler, die leicht begangen, aber schwer abzuzahlen sind.

Von Schuldgefühlen geplagt sieht der einstmals gefeierte Eishockeyspieler Chris einer ungewissen Zukunft entgegen, will ihn sein Chef von der Bank doch nicht einmal hinter den Tresen lassen und sein Vater ihm kein Geld leihen. Durch seine daher resultierende Unsicherheit und Naivität ist er folglich ein leichtes Opfer für den zwielichtigen Gary (Goode) und die von ihm auf Chris angesetzte Ex-Stripperin Luvlee (Isla Fisher). Gary und seine Freunde haben Chris aufgrund seiner Nachttätigkeit in seiner Bank ausgesucht und überreden ihn während des Banküberfalls Ausschau zu halten. Hierbei ist es vor allem die Bestätigung in seine Person und die damit verbundene Verantwortung, die Chris das Gefühl der Akzeptanz geben, sodass er sich seit dem Unfall wieder in die Gesellschaft aufgenommen fühlt. Trotz allem muss er noch mit seinen inneren Dämonen vergangener Zeiten kämpfen und mit dem Konflikt zwischen Gut und Böse.

Mit Chris und Lewis zeigt Scott Frank welche Folgen sogenannte „Jugendsünden“ im späteren Leben haben können. Um seinen Freunden die in der Luft schwebenden Nachtlichter zu zeigen, fährt Chris mit hoher Geschwindigkeit ohne Licht über eine Schnellstrasse, nur um anschließend in einen geparkten Mähdrescher zu rasen, welcher das Leben aller drastisch beeinflussen wird. Ebenso erging es Lewis, der in seiner Jugend Meth gekocht und dabei sein Augenlicht eingebüßt hat. Chris wird im Verlaufe des Films einen weiteren Fehler begehen, der weitere Konsequenzen nach sich ziehen wird. Die Botschaft ist vielleicht etwas überspitzt und drastisch, da nicht jede Jugendsünde gleich ein Leben voller Schmerz nach sich zieht, aber die vielen Kreuze an den Schnellstrassen sind auch bei uns stumme Zeugen für jugendlichen Übermut. Frank zeigt aber in Lewis und Chris auch den Kontrast zweier vom Schicksal gebeutelter Menschen, denn Lewis hat aus seinem Fehler gelernt und versteht mit seiner Behinderung umzugehen, wohingegen Chris fast vollends auf den blinden (!) Lewis angewiesen ist, der ihm sogar das Essen kocht und hinstellt.

Dass Chris im Verlauf des Films, bzw. gegen Ende hin, selber Verantwortung übernehmen muss und dies nicht nur für seine Taten, entspricht filmischem Gesetz. Wie Frank dass jedoch inszeniert wirkt trotz der Exposition von Chris’ Charakter stets glaubwürdig und nachvollziehbar. Der Sinn der Figur Janet (Carla Gugino) erschließt sich dem Zuschauer zwar nicht, wobei unklar ist, ob diese nicht in einer früheren Fassung des Skriptes von größerer Bedeutung war. Durch sein ausgereiftes Drehbuch, die gelungene Regie und die hervorragenden Schauspieler ist The Lookout alles andere als ein durchschnittlicher Thriller und kann sich problemlos über 0815-Mainstream-Ware wie Disturbia (zu welchem demnächst eine eigene Review kommen wird) hinweg heben. Ein gelungener und empfehlenswerter Independent-Thriller, der am 13. September unter dem (für deutsche Verhältnisse typisch unsinnigen) Titel Die Regeln der Gewalt in die deutschen Kinos kommen wird.

8/10

21. August 2007

Die Top 5: (Film-)Suizide

Today is a good day to die.
(Little Big Man/Flatliners)

Beim Kollegen von Sutter Cains Filmblog findet sich dann und wann eine Rubrik namens Die Glorreichen Sieben, in der die sieben besten was-auch-immer aufgelistet werden. Seien es Traumsequenzen oder wie zuletzt Beerdigungen. Ich hoffe Kollege Jochen nimmt es mir nicht übel, wenn ich dieses Schema in ähnlicher Form auf Symparanekronemoi einführe und fortsetze. Anfangen möchte ich dabei ganz morbide mit (Film-)Selbstmorden. In unserer Gesellschaft oftmals ein Tabuthema, ist Suizid in den Kulturen des Westen wie Osten verpönt. Wird die Selbsttötung in den östlichen Ländern als unehrenhaft angesehen, gilt sie im Westen als Frevelakt gegen Gottes Geschenk des Lebens.

Das ging des Öfteren so weit, dass es Selbstmörder_Innen nicht vergönnt war, in einer kirchlichen Zeremonie beigesetzt zu werden. Im Allgemeinen ist der Freitod respektive Selbstmord jedoch ein Ausdruck tiefster Verzweiflung, wenn Menschen nicht mehr mit ihrem Leben und ihrer Umgebung zurecht kommen. Dies kann wiederum verschiedene Ursachen haben, sei es eine verlorene oder verstoßene Liebe, Depression oder Selbstaufgabe, finanzielle Schwierigkeiten oder starke Schuldgefühle. Dabei sind viele Selbstmordversuche gar nicht wirklich ernst gemeint, sondern zuvorderst ein Schrei nach Hilfe. Nach Aufmerksamkeit und nach Unterstützung, sei es von medizinischer oder familiärer Seite.

Ken Watanabe verübt in The Last Samurai (2003) Seppuku.
Jedes Jahr sterben durchschnittlich eine Millionen Menschen durch Selbstmord, darunter stammen allein 250 000 Freitode aus der Chinesischen Republik, aber auch in Russland und Japan finden sich viele Selbstmorde. Dabei ist dies nur eine kleine Zahl, angesichts der zwanzig Millionen (!) Selbstmordversuche allein pro Jahr, die nicht „erfolgreich“ im Tod enden. Da der menschliche Körper eine sehr empfindliche Hülle darstellt, gibt es verschiedene Wege und Mittel sich umzubringen, wobei hier auch immer die Schmerzsehnsucht der Opfer eine Rolle spielt. Sucht eine Person einen schmerzlosen Tod, nimmt sie für gewöhnlich eine Überdosis, sei es an Alkohol, Rauchmitteln oder anderen Drogen.

Andere Wege sind: Erhängen, Ertrinken, Todessprünge oder durch Waffen zu sterben. Selbstverbrennungen und Explosionen treten hierbei eher weniger auf. Eine andere, „ehrenvolle“ Art von Selbstmord ist wiederum das japanische Seppuku. Ein kulturelle Selbsttötung der Samurai, wenn sie ihren Herren entehrt oder in ihrem Vorhaben gescheitert sind. In unserer heutigen Zeit finden Selbstmordattentate fundamentalistischer Islamisten am häufigsten den Weg in die Medien. Freitode sind und bleiben Randerscheinungen unserer Gesellschaft, die kaum wahrgenommen werden. Jemand der sich selber das Leben nimmt, wird von uns mit Verachtung bedacht, mit Unverständnis begegnet, als schwach erachtet.

Bruce Willis opfert sich in Armageddon (1998) für die Menschheit.
Das Leben ist für die meisten nicht einfach und dennoch bringen sich nicht alle um. Schwere Phasen sind nun mal Phasen, durch die „man durch muss“. Man hat nur ein Leben und dieses Leben ist so kostbar, dass vielen allein die Vorstellung, sich dieses Leben zu nehmen, absurd vorkommt. Dabei denken viele Menschen mindestens einmal in ihrem Leben daran, diesem ein Ende zu setzen. Irgendwann müssen wir alle ohnehin sterben und was sind schon zehn, zwanzig oder dreißig Jahre mehr Pein und Schmerz? Thematisiert wird Selbstmord in Filmen sehr selten, sieht man einmal von Selbstaufopferungen ab, welche dazu dienen einen oder mehrere Menschen zu retten (wenn nicht ein ganzes Land oder die Welt).

Diese Selbstaufopferungen werden jedoch nicht wirklich als Selbstmord angesehen und dienen vielmehr dazu, die „Opfer“ als „Retter“ und Helden auszumachen. Opfert man sein Leben im Dienst des Lebens, setzt man seinem Leben kein bewusstes Ende aufgrund eines besonderen Ereignisses. Hätte man die Wahl, würde man weiterleben und oft geschehen Selbstopfer von Figuren, deren Schicksal durch eine Verletzung oder Krankheit ohnehin bereits besiegelt ist. In verschiedenen Filmen tauchen Selbstmorde als Randnotiz auf, sehr oft wie erwähnt als Rettungstat. In der folgenen Liste werden nun fünf bedeutende Selbstmorde mit ihrem jeweils verschiedenen Motiv hervorgehoben:


5. Full Metal Jacket (Stanley Kubrick, UK/USA 1987): In Kubricks Antikriegsfilm ist der Selbstmord von Private Pyle (Vincent D'Onofrio) als Hilferuf und Warnung zugleich zu sehen. Von seinem harschen Ausbilder wegen seines Übergewichtes immer wieder schikaniert und von seinen Kameraden misshandelt, tötet Pyle am Vorabend seines Abschlusses zuerst seinen Ausbilder, um sich anschließend selbst zu richten.

4. Gattaca (Andrew Niccol, USA 1997): In Niccols Sci-Fi-Thriller schleppt sich Jerome Morrow (Jude Law) in seinen Heizofen, nachdem er durch einen Unfall zum Krüppel geworden ist. Zur finanziellen Absicherung teilte er seine Identität mit dem herzkranken Vincent, welcher am Ende von Jeromes Firma in den Weltraum geschossen wird. Von Depressionen und Alkoholsucht geplagt, gibt sich Jerome auf und verbrennt sich.

3. Wo hu cang long (Ang Lee, RC/HK/USA/CN 2000): Nachdem sie ihrem selbstsüchtigen Charakter gemäß für den Tod von ihrem Unterstützer Li Mu Bai verantwortlich ist, stürzt sich Jen Yu (Ziyi Zhang) von Schuldgefühlen geplagt am Ende von Lees Meisterwerk einer zuvor tradierten Liebesgeschichte gemäß von einer Brücke der Bergstadt Wudang hinab in die weite Tiefe und lässt somit ihr Leben wie auch ihre Liebe, Lo, zurück.

2. Romeo + Juliet (Baz Luhrmann, USA 1996): Der Klassiker, hier repräsentativ durch Luhrmann vertreten. Julia Capulet (Claire Danes) inszeniert ihren Tod, um mit ihrem Romeo zusammen sein zu können. Dieser ist in den Plan jedoch nicht eingeweiht und sucht den Freitod durch Gift, als just die schöne Julia erwacht. Den toten Geliebten vorfindend, verübt sie nun ernsthaft Suizid, um endlich zu ihrem Romeo zu finden.

1. The Prestige (Christopher Nolan, UK/USA 2006): In Nolans Meisterwerk steigert sich die Rivalität des Magiers Robert Angier (Hugh Jackman) so weit, dass er eine Klonmaschine in Auftrag gibt. Um mit seinem Zaubertrick in die Geschichte einzugehen, ertrinkt Angier jeden Abend aufs Neue, während sein Klon überlebt. In der Hoffnung, seinem Rivalen Alfred Borden nicht nur Ruhm, sondern auch Leben zu nehmen.

20. August 2007

The Black Dahlia

Hollywood will fuck you when no-one else will.

Für viel Lob und Aufsehen hat 1997 die Verfilmung des James Ellroy Romans L.A. Confidential von Curtis Hanson gesorgt. Damals gab es nicht nur einen Oscar für Nebendarstellerin Kim Basinger, sondern auch für das Drehbuch von Hanson und Brian Helgeland. Fast zehn Jahre später kam mit The Black Dahlia eine neuerliche, starbesetzte Ellroy-Verfilmung in die Kinos, deren Produktionsgeschiche fast schon Stoff für einen eigenen Film wäre. Ursprünglich sollte nämlich David Fincher die Regie übernehmen – und hier differieren bereits die Quellen. Laut der IMDb wollte Fincher eine dreistündige Version in Schwarzweiß drehen, während es nach Wikipedia eine fünfstündige Mini-Serie fürs Fernsehen mit Starbesetzung sein sollte. Da Fincher jedoch befürchtete, er könne das Projekt – sei es in der einen oder anderen Fassung – nicht wie gewünscht realisieren, verließ er es.

Zu diesem Zeitpunkt war anscheinend bereits Marky Mark für die Rolle von Lee Blanchard besetzt worden, aber er musste aufgrund von Terminschwierigkeiten mit The Italian Job absagen. Schließlich wurde Brian De Palma der neue Regisseur und Marky Mark wieder für das Projekt frei. Jedenfalls so lange, bis ihm Martin Scorsese eine Nebenrolle in The Departed anbot, welche er schließlich annahm. Im Nachhinein, bedenkt man seine (wenn auch ungerechtfertigte) Oscarnominierung, war dies wohl die klügere Entscheidung. Dieses Casting-Schauspiel ging dann sogar noch weiter, als James Horner von Mark Isham ersetzt wurde und Hilary Swank den Part von Eva Green übernahm, die nicht schon wieder eine femme fatale geben wollte. Und weil Maggie Gyllenhaal die Rolle der Elizabeth Short ablehnte, ging sie schließlich an die eher unbekannte Mia Kirshner.

De Palma erzählt diesen Film noir in bräunlichen Bildern, die oftmals nachts in Nebel gehaucht spielen. Ausstattung und Kostüme sind dabei exzellent gewählt und erzeugen ein richtiges Feeling für die Szenerie. Und mit Josh Hartnett, Hilary Swank, Aaron Eckhart und Scarlett Johansson ist The Black Dahlia auch von den Namen her top besetzt. Aber Namen sind nunmal nicht alles, einschließlich der von De Palma. Wirklich überzeugen kann nur Johansson, während ihr Pendant Hartnett so viel Schauspieltalent wie eine Büchse Bohnen besitzt. Ohne The Black Dahlia mit L.A. Confidential zu vergleichen, erinnert De Palmas Film eher an Steven Soderberghs The Good German, der ebenfalls versuchte etwas zu sein, dass er nicht ist. Beide teilen das Schicksal des style over substance. Und hübsche Bilder sind eben nicht alles, wenn die Handlung dazu nicht stimmt.

Die Hauptfrage des Filmes dreht sich um den Mord an der schwarzen a.k.a. Elizabeth “Betty” Short (Mia Kirshner)? Und die Antwort, die De Palma bietet,lautet: Es ist scheiß egal. So kommt zu keinem Zeitpunkt Spannung auf, genauso wie generell ein Interesse besteht, den Mörder geschweige denn das Motiv ausfindig zu machen. Während gerade Mordkommissar Lee Blanchard (Aaron Eckhart) eine Obsession zu Short entwickelt, ist es doch sein Partner Dwight “Bucky” Bleichert (Josh Hartnett), der sich mit ihrem Mordfall primär beschäftigt, wenn beide nicht gerade mit Blanchards Freundin Kay (Scarlett Johansson) zu Abend essen oder abhängen. Als Bleichert dann die mysteriöse Britin Madeleine (Hilary Swank), eine scheinbare Doppelgängerin von Short, trifft und eine Affäre mit ihr beginnt, verliert er sich immer mehr in die Ausmaße des Falles.

Dass Madeleine nicht mal ansatzweise Elizabeth Short zum Verwechseln ähnlich sieht und die Entscheidung, Hilary Swank eine Britin spielen zu lassen, gänzlich in die Hose geht, sind dabei sogar nur kleinere Makel von De Palmas fehlgeleiteter Besetzung seiner Adaption von James Ellroys Roman. Problematischer ist vielmehr die Herangehensweise an die Charaktere, die wenig bis gar nicht ausgarbeitet werden. So wird Blanchards ad hoc auftretende Obsession irgendwann in der Mitte mit einem halbgaren Satz eine Begründung geliefert, während speziell bei Bleicherts Figur im Vergleich zur Vorlage viel von seiner Emotion und Psyche auf der Strecke bleibt. Da helfen auch Josh Hartnetts bemitleidenswerte Erzählstimme und einige dahergewürgte Halbsätze wenig, um die Motivation der Figur dem Publikum näher zu bringen.

Wie erwähnt versucht die Kameraarbeit von Vilmos Zsigmond über die nichtvorhandene Spannung hinwegzutrösten, aber die Tatsache, dass Finchers Adaption zwischen drei und fünf Stunden hätte lang sein sollen, lässt erahnen, dass die Romanhandlung extrem gestrafft worden ist. Wie von vielen Kritiken erwähnt, ist besonders die finale halbe Stunde des Films desaströs und so abstrus wie schon lange kein Filmende mehr (theatralisches overacting, speziell von Fiona Shaw, inklusive). Insofern ist die gesamte Handlung ein Fremdobjekt für den Zuschauer, Spannung wird keine aufgebaut, die Dialoge sind oft furchtbar und das Finale einfach nur entsetzlich. Letztlich ist Brian De Palmas The Black Dahlia eine verschenkte Produktion, die man entweder ganz lassen oder in die Hände von qualifizierteren Personen, wie David Fincher, hätte übergeben sollen.

3/10

18. August 2007

The Prestige

You don't really want to know the secret... You want to be fooled.

Jetzt gibt es endlich auch ein Review zu The Prestige, den ich im Kino zwar innerhalb von fünf Tagen zweimal gesehen, aber damals noch nicht diesen Blog geführt hatte. Ich war so angetan von Nolans Ende, dass ich mir den Film direkt noch einmal ansah. Inzwischen ist der Film auf DVD raus und dies gab mir die Möglichkeit auch dem letzten Film meiner bisherigen Top 5 von 2007 ein Review zu schenken und ihn mir auch in der Originalfassung anzusehen. The Prestige ist die Filmadaption des gleichnamigen Romans aus dem Jahr 1995 von Christopher Priest, der im selben Jahr auch den World Fantasy Award gewann. Ursprünglich hatte Sam Mendes Interesse an einer Verfilmung gezeigt, aber Priest bestand darauf, dass Christopher Nolan Regie führte, da er dessen Following und Memento so faszinierend fand. Gedreht wurde der Film dann sozusagen als Zwischenhänger zwischen Batman Begins und The Dark Knight, in welchen Nolan ebenfalls mit den beiden Schauspielern Christian Bale und Sir Michael Caine zusammenarbeitete.

The Prestige erzählt die Geschichte zweier miteinander rivalisierender Magier Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Der eine ist der wohlhabende und unter einem Alias auftretende Robert Angier (Hugh Jackman), ein Showman erster Güte – der andere ist der von der Straße stammende und talentiertere Alfred Borden (Christian Bale). Beide werden von dem Ingenieur Cutter (Michael Caine) zusammengeführt, der sichtlich Respekt vor Bordens Talent hat, aber wärmer mit Angier geworden ist. Die Rivalität und der in ihr aufkeimende Hass der beiden Männer füreinander, findet seine Begründung in dem Tod von Angiers Frau Julia (Piper Perabo), der scheinbar von Borden verschuldet wurden. Als Borden einen neuen Trick entwickelt und mit Frau und Kind das Glück seines Lebens gefunden hat, setzt Angier mit Cutter und seiner Assistentin Gloria (Scarlett Johansson) alles daran, hinter Bordens Geheimnis zu kommen und es ihm zu stehlen.

Nolan erzählt die Geschichte einer grenzenlosen Obsession mittels drei Zeitebenen, die ineinander verschachtelt sind. Neben der Thematik der Obsession geht es in Prestige auch um Opfer, die man für seinen Erfolg zu bringen bereit ist. Borden sieht die Aufgabe eines Magiers darin, einen Zaubertrick zu erfinden, über den sich alle anderen Magier die Köpfe zerbrechen. Einen solchen Trick glaubhaft darzustellen fordert seiner Ansicht nach jedoch Opfer und zu Beginn sehen wir in dem chinesischen Magier Ching Ling Foo ein Beispiel für den Magier, der sein eigenes Leben nach seinem Trick ausrichtet. Doch Angier ist kein Mann, der sich gerne die Hände schmutzig macht, scheut er sich doch selbst davor, einem Vogel für einen alltäglichen Trick das Leben zu nehmen. Als Borden jedoch seinen neuen Trick vorführt und Angier, als er ihm nach einer Vorstellung folgt, sieht, dass Borden mit einer Frau und einer Tochter all das erreicht hat, was er selbst erreichen wollte, tritt die Rivalität der beiden Männer in eine neue Phase.

Der entscheidende Wendepunkt ist der Tod von Angier’s Frau Julia. Borden scheint bei einem Zaubertrick statt des üblichen einen schwereren Knoten gewählt zu haben – mit Einverständnis von Julia. Diese kann sich anschließend nicht befreien und ertrinkt. Der Hass von Angier auf Borden entsteht dadurch, dass dieser nicht bereit ist, (s)eine Schuld einzugestehen. Fortan sabotieren beide immer wieder die Vorführungen des anderen, ehe Angier auf den neuen Trick von Borden stößt und zu dessen Ursprüngen in die USA reist. Dort trifft Angier den Physiker Nikola Tesla (David Bowie), der später Angier treffend als Sklave seiner Obsession bezeichnet. Dies alles erzählt Nolan makellos, in perfekten Bildern, mit toller Ausstattung, passender Musik und den richtigen Schauspielern. An dieser Stelle breche ich die Besprechung für all diejenigen ab, welche den Film noch nicht gesehen haben. Nach dem folgenden Bild werde ich noch näher auf Prestige eingehen, wobei sich an dieser Stelle keine Spoiler mehr vermeiden lassen.

Die Faszination von Prestige geht von seinem Finale, seinen Plottwists aus. Wie funktioniert Teslas Maschine, was ist Bordens Geheimnis? Das sind die großen Fragen, die am Ende in Rückblenden aufgelöst werden. Viele Diskussionen sind entstanden bezüglich Angiers Real Transported Man, ich persönlich kann nur sagen, dass ich zu denjenigen gehöre, die der Ansicht sind, dass Angier jeden Abend starb und sein „Klon“ im Prestigio erschien. Dies ist das große Opfer, welches Angier bereit war zu bringen: nämlich jeden Abend zu ertrinken. Dies löst auch noch mal die letzte Einstellung auf, wobei gerade in dieser Einstellung die Diskussion beginnt. Nolan wäre nicht Nolan, wenn er nicht noch ein Ass im Ärmel hätte. Der Zuschauer will an der Nase herumgeführt werden, sagt Cutter und Borden weist uns immer wieder darauf hin, genau hinzusehen. Daher habe ich auch beim dritten Sehen noch das Gefühl, dass etwas an mir vorbei gegangen ist, dass ich das Geheimnis nicht gelüftet habe. Gerade das macht The Prestige für mich so interessant.

Die Auflösung findet sich den ganzen Film hindurch. Mal kann Borden den Knoten, mal nicht, sagt Cutter. Sarah, Bordens Frau, meint zu ihm, dass er es nicht immer ernst meint, wenn er sagt, dass er sie liebt. Der Vogeltrick, den Sarahs Neffe durchschaut, ist ein Hinweis auf einen Doppelgänger, einen Bruder (Borden) und es nicht sicher ist, welcher von beiden zu sterben hat (Angier). Bordens Wunde blutet nach Wochen erneut, Gloria glaubt Freddie nicht, dass er sie liebt, da er nur ein halbes Leben führen kann. Viele kleine Hinweise, die einen auf die richtige Fährte zu führen. Angier macht sich am Ende die Hände schmutzig, einzig und allein wegen seiner Sucht nach Ruhm. Er will die verwunderten Gesichter der Zuschauer sehen, er will den Applaus genießen. Ein Opfer wie es Borden gebracht hat, war er aber nie im Stande zu bringen – bis er alles verloren zu haben scheint. Auch Freddie begeht den Fehler und läuft Angier in die Falle, nachdem Alfred einsah, dass es nichts bringt. Freddie geht zur Vorführung und wird des Mordes angeklagt.

Es bleiben jedoch Fragen offen: Woher wusste Angier, wann Borden unter die Bühne gehen würde und wann „er“, beziehungsweise sein Klon nicht fürs Prestigio erscheinen dürfe? Das wird nicht aufgelöst, ebenso wenig wie genau Teslas Maschine funktioniert. Wird Angier reproduziert und wird das Original dabei transportiert oder bleibt es wo es ist? Angier sagt, er selber wusste es nie, ob er der Mann in der Box oder der im Prestigio sein würde. Vielleicht gibt es auf diese Fragen allerdings auch keine Antwort – zumindest nicht im Film. Der Beigeschmack der Unlogik und die an manchen Stellen vorhandene Länge (der Film hätte auch 15 Minuten kürzer sein können) kosten den Film schließlich eine volle Wertung, auch wenn Christopher Nolan ohne Zweifel ein Film gelungen ist, der eindrucksvoll gerät, zu Wiederholungssichtungen anregt und alles hat, was ein guter Film braucht.

9/10

Mallrats

I have no respect for people with no shopping agenda.

Was macht jemand, wenn er die Filmschule abbricht? Richtig, er schreibt ein Drehbuch, basierend auf persönlichen Erfahrungen und finanziert das ganze indem er mehrere Kreditkarten bis zu ihrem Maximum ausschöpft. Anschließend reicht er den Film bei den Filmfestspielen von Cannes ein und gewinnt gleich einen Preis. Vielleicht klappt das aber auch nur, wenn man Kevin Smith heißt. 1994 mit Clerks. – für bescheidene $ 28.000 gedreht – erreichte Smith einen Grad an Popularität, der bis zum heutigen Tag angehalten und ihm eine große Fangemeinschaft beschert hat. Dass das Ganze mehr mit Glück als mit Verstand zu tun hatte, gibt auch Smith zu, der seinen Glauben in Gott darin begründet, dass er eine Filmkarriere hat. Nichtsdestotrotz war es ihm durch seinen Erfolg mit Clerks. bereits ein Jahr später gestattet diesen zweiten Film in seiner ViewAskewiverse-Reihe mit einem Budget von sechs Millionen Dollar zu verfilmen.

In Mallrats geht es um die Beziehungsprobleme der beiden Loser Brodie (Jason Lee) und T.S. (Jeremy London) mit ihren Freundinnen Rene (Shannen Doherty) und Brandi (Claire Forlani). Mit ihrem Latein am Ende verziehen sich beide in ihr örtliches Einkaufszentrum, wo sie auf ihre ebenso nichtsnutzigen Freunde Jay & Silent Bob, William, Gwen und Tricia Jones treffen. Neben Brandi’s Vater, dem ewiggeilen Shannen Hamilton und Sicherheitschef LaFours müssen sich die Freunde noch weiteren Hindernissen auf ihrem Weg zur glücklichen Liebe stellen. Soweit zur Handlung, falls man wieder mal überhaupt von einer Handlung sprechen kann (erstaunlicherweise haben viele Filme gar keine richtige Handlung, wie ich zuletzt öfters festgestellt habe). Denn die „Handlung“ ist für Smith nur die Verpackung für das eigentlich wichtige und auszeichnende seiner Filme: die Dialoge, bzw. der Dialogwitz.

Machen wir uns nichts vor, die Handlung ist bei Smith meistens nebensächlich, bestes Beispiel Jay & Silent Bob Strike Back, aber ebenso wären auch beide Clerks.-Streifen anzuführen. Smith’s Filme leben von seinem unvergleichlichen Humor, den aberwitzigen und oftmals vulgären Dialogen seiner Charaktere. Es findet sich in jedem seiner Filme mindestens eine Figur, die sprachliche Obszönitäten ausstößt (meistens sind es Jason Lee oder sein Namensvetter Mewes). Hieraus macht Smith keinen Hehl, hat er doch mit seinen Figuren oft mehrere Dinge gemeinsam, welche sich auch durch alle seine ViewAskewiverse-Filme ziehen: Comics und Filme, dazu dann noch Sex, bzw. Fellatio. Diese Themen behandelt Smith jedoch so charmant, wie kaum ein anderer und begründet damit seinen Erfolg. Den Vorwurf, dass er keinen Filmstil besitzt, hat er sich inzwischen zum Credo erhoben und sein Stil ist, dass er keinen Stil hat. Hauptkritikpunkt ist sicherlich – vor allem bei Mallrats – dass ebenjene Herzstücke die Dialoge sind und versucht wird, sich von einem Dialog zum nächsten zu retten. Meistens geschieht dies, indem Brodie „What the fuck?“ oder „Look who’s there!“ sagt und die Kamera anschließend die neue Szene einleitet.

Natürlich hat sich Smith nicht vorgenommen, das Kino neu zu erfinden, dass weiß er auch ganz genau. Der Mann – zum Schock der Studios – will einfach nur Spaß haben und mit seinen Freunden Filme drehen (in jedem seiner Filme spielt einer seiner Freunde die Hauptrolle). Als Vorlage dienen teilweise aberwitzige Anekdoten (von denen Smith genügend hat, bei Interesse empfiehl sich An Evening With Kevin Smith) um die Essensregulierung in Kaufhäusern oder das Aufmischen von übergroßen Osterhasen, nicht zu reden von Ivannah, der oben-ohne Wahrsagerin mit drei Nippeln. Gerade in solchen Szene liegt der Witz, wenn Brodie mit seiner Ex die Besuchsrechte für das Einkaufszentrum ausmacht oder sich aus Rache die Hand in den Arsch steckt, um Brandi’s Vater anschließend schoko-überzogene Minibrezeln anzudrehen. Smith ist eben kein Ästhet, sondern ein Mann des vulgären Humors, diesen beherrscht er dann aber doch mit einem gewissen Stil und driftet nicht in Untiefen wie American Pie ab.

Abgerundet wird das ganze mit Verweisen auf Klassiker wie Blues Brothers, American Graffiti oder Jaws, einem tollen Gastauftritt von Stan Lee und Brüsten (was braucht ein Mann mehr?). Interessant ist noch die Tatsache, dass Jason Mewes wegen seiner Drogensucht eigentlich von Seth Green hätte abgelöst werden sollen und unter anderem Jennifer Love Hewitt und Reese Witherspoone für den Part von Tricia Jones vorsprachen. Mut zur Selbstironie wird auch in den Charakteren bewiesen, so ist Ben Affleck’s Figur nach Shannen Doherty und ihren kurzzeitigen Ehemann Anthony Hamilton benannt, während Doherty’s Figur mit Nachnamen Mosier heißt, benannt nach Scott Mosier, dem Freund und Produzenten von Smith. Kleine Anekdoten wie diese und die vielen liebenswerten Charaktere, die auf Freunden und Bekannten von Smith basiert sind, machen den Charme seiner Filme aus und auch wenn sie keine Wilder’s sind, unterhalten sie einen dennoch meistens köstlich.

7/10

17. August 2007

TMNT

What is it with ninjas and smoke powders?

"Ein Kulturgut ist ein Ergebnis künstlerischer Produktion oder auch ein historisches Dokument, das institutionell als wichtig und erhaltenswert anerkannt wurden", so lautet die Definition, wie sie sich bei Wikipedia findet. Im Jahr 1984 wurden die Teenage Mutant Ninja Turtles geboren, vier - wie der Name schon sagt - mutierte Schildkröten, die eine humanoide Form annahmen und von der ebenfalls mutierten humanoiden Ratte Splinter in der Kampfkunst der Ninjas ausgebildet wurden, um fortan gegen ihren Erzfeind Shredder und sein Foot Clan zu kämpfen. Zugegeben, das ganze klingt recht schwachsinnig, vier mutierte Schildkröten, aber die Turtles erfreuten sich schon bald erstaunlicher Beliebtheit. Bereits drei Jahre später hatten es die Turtles 1987 zu einer animierten Fernsehserie gebracht, welche in verschiedenen Formen bis ins 21. Jahrhundert weiterreichte. Neben vielen Videospielen und anderen Krams, verdanken die Turtles ihre größte Aufmerksamkeit dreier Live-Action-Kinofilmen von 1990 bis 1993. Bis zur heutigen Zeit markiert ebenjener erster Kinofilm auch den größten Erfolg der Turtles, spielte er doch das zehnfache seiner Kosten wieder ein.

Vor sieben Jahren dann begannen die Planungen für einen neuen Kinofilm, welcher diesmal jedoch auf CGI basieren und unter der Führung von John Woo entstehen sollte. Dieser sprang jedoch wieder ab und stattdessen wurde das Projekt Kevin Munroe anvertraut, welcher hiermit sein Spielfilmdebüt abgeben durfte. Eine weitere Entscheidung war, dass dieser vierte Film seinen drei Vorgängern chronologisch folgt und somit Shredder in diesem Teil keine Rolle spielt. Stattdessen bekommen es die Turtles mit Monstern aus einer anderen Dimension und dreitausend Jahre alten Kriegern zu tun. Außerdem sind die vier Brüder gespalten, seit Leonardo zum Training nach Südamerika gegangen und die anderen zurückgelassen hat. Während sich Michelangelo und Donatello in das Alltagsleben einfügen, nimmt Raphael das Gesetz in die eigene Hand. Doch mit dem Großindustriellen Max Winters erscheinen plötzlich neben den Monstern auch die alten bekannten der Turtles, der Foot Clan, wieder auf der Bildfläche und es entbrennt ein Kampf um das Schicksal der Welt!

Die Entscheidung von Live-Action zur CGI-Animation zu wechseln hat sich sichtbar bezahlt gemacht, seit langen haben die Turtles nicht mehr so frisch gewirkt und nur so lässt sich die phantastische Geschichte um dreitausend Jahre alte Krieger und Monster "glaubwürdig" erzählen. Dabei sind neben den Turtles auch die menschlichen Animationen sehr gelungen (ich sage nur April und Karai - woah! - für meine Schwäche gegenüber animierten Damen bin ich ja inzwischen bekannt *g*). Die Action und die Musik passen zum Flair, das Licht, die Ausstattung, in TMNT stimmt von technischer Seite wirklich alles und lässt so gut wie keinen Raum zur Kritik. Im Gegensatz zu den Vorgängern wurde aber beim voice cast auf alte Gesichter verzichtet und so fehlen die Stimmen von Corey Feldman (Donatello) oder Elias Koteas für Casey Jones, der stattdessen von Chris Evans gesprochen wird. Werden die Turtles von eher namenlosen Schauspielern gesprochen, fallen mit Sarah Michelle Gellar, Zhang Ziyi, Laurence Fishburne und Patrick Stewart andere renommierte SchauspielerInnen in Nebenrollen auf und sind als akzeptabel anzusehen. In seiner letzten Rolle leiht der für den Oscar nominierte Mako dem weisen Splinter seine Stimme und starb bedauerlicherweise noch vor Fertigstellung des Filmes. Im Abspann wird ihm der Film gewidmet.

Schade an TMNT ist, dass sich die Handlung auf den Zwist zwischen Leonardo und Raphael konzentriert. Dies war leider schon viel zu oft der Fall und besonders zu leiden haben darunter Michelangelo und mein persönlicher Favorit Donatello, die nicht über die Funktion der Sidekicks hinaus kommen. Eben gerade weil der Autoritätskampf zwischen Leo und Raph bereits so oft das Thema war (bsp. im 2. Teil), ist es schade, dass andere Figuren so ins Hintertreffen geraten. Dies wird hoffentlich beim Sequel, das in Planung steht, da die Produzenten scheinbar mit dem fast dreifachen Kosteneinspiel zufrieden waren, wieder ausgeglichen. Gut möglich, dass für die Macher der kluge Kopf Donnie einfach nur ein Nerd darstellt, den keiner mag (was ich jedoch nicht finde und ich bin zum Beispiel weit davon entfernt ein kluger Kopf zu sein). Hierbei bleibt natürlich zu bedenken, dass TMNT für Kinder ab 6 Jahren konzipiert ist und daher keine Weltwunder zu erwarten sind.

Die Geschichte ist dafür aber überraschend düster ausgefallen und wird allein wegen des Nostalgiefaktors jedem echten Fan viel Spaß bereiten. Amerikanische Kritiker führten an, dass man seinen Spaß an den Turtles haben wird, wenn man bereits die früheren Filme, Fernsehserien und Videospiele toll fand. Diejenigen, welche mit dem Thema noch nie was anfangen konnten, würden dies auch in diesem Fall nicht tun. Dem kann ich nur beipflichten, meine Bewertung ist subjektiv und von Erinnerungen überflutet, ich bin ein Turtles-Fan, war es schon immer und auch wenn die Handlung teilweise lahm gewesen war, war sie es doch für die Köpfe von sechsjährigen und ich hab mich trotzdem unterhalten gefühlt. Den letzten Satz kann man dabei natürlich interpretieren wie man will, ich sage aber, wer die Turtles mag, der wird auch TMNT mögen!

7.5/10 - erschienen bei Wicked-Vision

16. August 2007

Prison Break - Season Two

If we lose ourselves, we lose everything.

Wenn ein Konzept ursprünglich auf eine 14-teilige Miniserie angelegt war, überrascht es, wenn die betroffene Serie daraufhin nicht nur zu einer durchschnittlichen Staffel erweitert wird, sondern sogar noch eine Fortsetzung erhält. Nach dem Gefängnisausbruch im Finale der ersten Staffel sind nun Michael Scofield (Wentworth Miller), sein Bruder Lincoln Burrows (Dominic Purcell) und die übrigen Häftlinge nicht mehr Gefangene eines Gefängnis, sodass der Titel Prison Break für die Serie eigentlich schon gar nicht mehr zutreffend ist. Doch Paul Scheuring weiß dem Titel dennoch gerecht zu werden, wenn er das existierende Gefängnis in ein Bildliches überträgt. Denn die ominöse Firma hat es weiterhin auf die Brüder abgesehen und setzt neben Secret Service Agent Paul Kellerman (Paul Adelstein) auch den FBI-Ermittler Alex Mahone (William Fichtner auf sie an. Mahone hat selbst – sprichwörtlich – einige Leichen im Keller und wird von der Firma erpresst, gegen Scofield, Burrows und die anderen Flüchtigen (von der Presse „Fox River Eight“ getauft) vorzugehen. Dass es der Firma dabei darauf ankommt, Tote und keine Gefangene zu machen, muss Mahone eins ums andere Mal seine Kreativität spielen lassen, während er ungewollt immer tiefer mit in die Vendetta der Brüder hineingezogen wird.

Allerdings gibt bereits die zweite Staffel jenen Ton vor, der die Serie auch in ihren kommenden beiden Staffeln begleiten sollte. Zu Beginn wird sich der Einfachheit halber Veronica (Robin Tunney) entledigt, wie man in der dritten Staffel auch Sara (Sarah Wayne Callies) und in der vierten Whistler (Chris Vance) aus dem Weg räumte. Immerhin entfällt damit eine der Nebenhandlungen, die sicherlich den hier dargebotenen Raum sprengen würden. Denn mit dem Gefängnisausbruch verliert sich auch die Erzählstruktur von Prison Break, das anschließend mehreren Figuren gleichzeitig folgt – selbst wenn diese ein ums andere Mal wieder aufeinanderprallen. Dabei bleibt nicht viel Zeit für die Schicksale von Abruzzi (Peter Stormare) und David Apolskis (Lane Garrison) und selbst für Patoshik (Silas Weir Mitchell) findet sich nicht viel Platz. Stattdessen gilt es für Sucre (Amaury Nolasco) und C-Note (Rockmond Dunbar) zu ihren Liebsten zurückzukehren, während sich T-Bag (Robert Knepper) zu Beginn der Staffel damit rumschlägt, seine abgetrennte Hand wieder an seinen Arm zu transplantieren. Es ist mit Manhunt die Auftakt- und Anschlussfolge, die zu den beiden gelungeneren Folgen der zweiten Staffel zählt. Hier verteilen sich die Gefangenen und Michael lernt allmählich sein neuen Gegenüber Mahone und dessen Intelligenz kennen.

Eines der großen Probleme der zweiten Staffel ist dann auch die Tatsache, dass sich die Serie unterschiedlichen Erzählsträngen widmet. Einerseits die Spur der Brüder, die mal gemeinsam mit ihrem Vater die Firma ausradieren wollen, bevor sie sich wieder Lincolns Sohn und seiner Befreiung widmen. Und während Sucre und C-Note nach ihren Lebenspartnerinnen suchen, schneien sie hin und wieder auch mal rein, wenn es etwas zu erledigen gibt. Im ersten Drittel handelt es sich hierbei um die fünf Millionen Dollar, die Westmoreland (Muse Watson) seiner Seit in Utah versteckt hat. Die Umstände der Autoren wollen es, dass eigentlich jeder der Fox River Eight seine Fühler Richtung Utah ausstreckt und sich schließlich in jener Garage einfindet, in der das Geld versteckt ist. Dieses bildet auch den Auslöser für eine weitere Nebenhandlung, die den gefeuerten Brad Bellick (Wade Williams) zurück ins Geschehen katapultiert, während sich Kellerman zuerst primär mit Sara Tancredi auseinandersetzen muss. Bedenkt man, dass mit dem Firmenangestellten Mr. Kim (Reggie Lee) eine weitere Partei hinzu stößt, werden dem Publikum mitunter bis zu zehn verschiedene Handlungsstränge parallel präsentiert. Zwar besteht hierbei keine Gefahr, dass man den Überblick verliert, doch wirkt es störend, wenn alle paar Minuten an einen anderen Ort gesprungen wird, um C-Note Medikamente oder Patushik Ketchup stehlen zu sehen. Ein stärkerer Fokus auf die Brüder wäre hier sicherlich eher von Vorteil gewesen.

Neben dem Ausbruch zu Beginn weiß daher eigentlich ausschließlich die Bemühung an die fünf Millionen zu gelangen wirklich zu fesseln und zu unterhalten. Mit Map 1213 findet sich dann auch die Einführung in diese Nebenhandlung und zugleich neben Manhunt die einzig wirklich überzeugende Folge – ohne jedoch das Niveau der ersten Staffel zu erreichen. Der Qualitätsabfall macht sich recht bemerkbar und findet seine Ursache wohl darin, dass die Handlung der Serie nun aus dem engen Raum des Gefängnis’ hinaus in die Weite der USA getragen wird. Ähnlich wie bei Die Hard verträgt sich die Dezentralisierung der Geschichte nicht sonderlich mit dem Konzept des Produkts. Waren Michaels Geistesblitze im Gefängnis aufgrund der Blauphasen noch ansatzweise nachvollziehbar, so sind seine unentwegten spontanen Lösungen (z.B. die Flucht vor Bellick, die Rettung von Sucre im Fluss) etwas arg konstruiert. Ohnehin dreht sich die Serie bereits hier relativ im Kreis, wenn Michael und Linc nicht weniger als dreimal (!) in den Händen ihrer Verfolger landen – und dennoch jedes Mal mit heiler Haut davonkommen. Hinzu kommt hier dann auch noch Mahones Gespür, immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein – wenn auch stets nur die obligatorische eine Minute zu spät. Die Faszination Prison Break im Mikrokosmos der ersten Staffel will sich folglich nicht auf en Makrokosmos der zweiten übertragen lassen. Ortswechsel von Chicago nach Utah, zurück nach Chicago und schließlich Panama tragen hierzu ihr übriges bei.
Die meisten Folgen der zweiten Staffel bewegen sich somit in einem durchschnittlichen Bereich, ohne jedoch wirklich herauszuragen (die beiden genannten Episoden bilden die Ausnahme). Gerade die zweite Hälfte der Staffel ist ziemlich enttäuschend und weiß nicht einmal im Staffelfinale Sona zu gefallen. Auch die darstellerischen Leistungen fallen stark ab. Miller durchschreitet die gesamte Staffel mit mehr oder weniger ein und demselben Gesichtsausdruck, wohingegen sich Purcell meist auf das Aufplustern beschränkt. In Panama versuchen sich beide schließlich im schlechten Schauspiel gegenseitig zu überbieten. Auch Wayne Callies, Dunbar und Co. können nicht wirklich überzeugen. Am ehesten vermag dies noch Robert Knepper zu gelingen. In einer fast schon anderen Liga dagegen spielt Fichtner, der den komplexen FBI-Mann sehr vielschichtig gibt (selbst wenn auch er nicht vor overacting gefeit ist). Ingesamt betrachtet ist die zweite Staffel dennoch ein Rückschritt und letztlich nur der Auftakt für den Niedergang von Prison Break, der sich noch über die folgenden zwei Jahre hatte ziehen sollen. Die Handlung wirkt zu konstruiert - der Colonel plant hier bereits frühzeitig Michaels Inhaftierung in Sona, wobei, die dritte Staffel zeigt es, auch hier keine wirkliche Handlung vorhanden ist - und durch die Aufspaltung auf die verschiedenen Charaktere nicht sonderlich spannend. Dass es besser gewesen wäre, Prison Break beim Miniserien-Format zu belassen, war spätestens jetzt definitiv.

7/10

13. August 2007

Knocked Up

Isn't it weird how chairs exist even when you're not sitting on them?

Diesen Sommer kommen, bzw. kamen, drei Pärchenkomödien heraus: License to Wed (mit Mandy Moore und Robin Williams), The Ex (mit Zach Braff) - einst Fast Track genannt - und dieses kleine Schmankerl, Knocked Up von Judd Apatow, dem Regisseur von Jungfrau (40), männlich, sucht. License to Wed kann man getrost den Hasen geben und ob The Exin Deutschland überhaupt ins Kino kommt kann ich an dieser Stelle nicht mal sagen. Knocked Up wurde jedenfalls bei jeder Gelegenheit und an jedem Ort gelobt, teilweise sogar vergöttert. Eine der intelligentesten Komödien seit Jahren und eine der Top-Komödien der letzten zwanzig Jahre, usw. Neben den Kritiken stimmte hierbei sogar das Einspielergebnis, welches in den USA bereits das fünffache seiner Kosten eingespielt hat und international demnächst veröffentlicht wird. Nicht schlecht also, dieser Film - könnte man meinen (und keine Angst, ich werde ihn in den folgenden Absätzen auch nicht runtermachen).

Knocked Up erzählt die Liebesgeschichte von dem kiffenden Arbeitslosen Ben (Seth Rogen) und der karrierebewussten Moderatorin Alison (Katherine Heigl). Diese lernen sich bei Alkohol in einem Club kennen, sind so besoffen, dass sie miteinander Sex haben und als sie sich acht Wochen später wiedersehen, eröffnet Alison Ben dass sie schwanger ist. Wäre das nicht schon schlimm genug, ist sie es eben auch noch von Ben, der erfolglos mit seinen vier Freunden versucht eine Internetseite zu erstellen, die aufführt in welchen Filman man an welcher Stelle Schauspielerinnen nackt sehen kann. Als sich beide entschließen das Kind zu bekommen, müssen sie sich nicht nur mit der Schwangerschaft auseinandersetzen, sondern auch mit den gegenseitigen Persönlichkeiten.

Soviel zur Geschichte und es sollte klar sein, dass am Ende natürlich alles gut wird. Wäre ja noch schöner, wenn dem nicht so wäre. Es geht also nicht darum was passiert, sondern wie es passiert. Dies geschieht in den meisten Fällen äußerst witzig (auch wenn in der deutschen Sprachfassung einiges an Witz verloren geht) und es ist erfrischend zu sehen, dass besonders in der Wortwahl kein Rückzieher wegen des PG-13 Ratings gemacht wurde und der Film dementsprechend R-Rated (in Deutschland nur FSK 12) ist. In Knocked Up wird geflucht und geschimpft das sich die Balken biegen und das ist auch gut so, denn gegen wir es zu, Fluchen gehört zum Alltag einfach dazu. Der kruden Erziehungspolitik der Amerikaner muss jedoch vor allem das Eltern-Kind-Verhältnis von Alison's Schwester und ihrem Mann (Leslie Mann und Paul Rudd köstlich wie immer) ein Dorn im Auge gewesen sein, denn hier wird locker flockig von vorehelichem Sex, sowie Mord und Totschlag gefaselt. Einfach aufrichtig ehrlich!

Die Moral von zwei völlig verschiedenen Menschen, die durch Alkohol zusammengeführt werden und schließlich als glückliche Familie enden ist natürlich in unserer heutigen Zeit bei einer Scheidungsrate von 50% beinah als hahnebüchern anzusehen, aber wer will auch schon eine Liebeskomödie sehen die böse endet? Da ist sicherlich auch viel Klischee mit dabei, aber diese entsprechen auch größtenteils den Tatsachen. Wie der Film jedoch zeigt, leben wir aber nicht in einer perfekten Welt in der alles so läuft, wie wir das gerne hätten. Das fängt Knocked Up in der Tat sehr gut ein und kann sich neben dieser Schwangerschaftsthematik in einem kleinen Nebenplot Seitenhiebe auf die Fernsehindustrie und ihre Ideale (ich sage nur "straffen") nicht verkneifen. Dies wird dann noch mit vielen kleinen Cameos (u.a. Steve Carell, Eva Mendes, James Franco und Harold Ramis) unterstützt - wieso jedoch ausgerechnet Britney Spears' "Toxic" auf dem Soundtrack landete bleibt mir ein Rätsel.

Weswegen ich dann aber doch nicht ganz in den Chor der Jubelstürme einstimmen will, ist, dass Knocked Up gelegentlich im Sand verläuft, die Witze, die allesamt lustig und gut sind, bilden den roten Faden durch den Film, der einen in seinen ruhigen Momenten jedoch fast zu verlieren scheint. Vielleicht liegt dies auch nur daran, dass ich ein Mann bin und mich das Thema der bevorstehenden Schwangerschaft nicht genug interessiert (oder zu arg abschreckt), aber nach ein, zwei Minuten wartet man wirklich sprichwörtlich auf den nächsten Witz, um wieder ebenjenes Aha-Moment zu haben. Dies ist nicht weiter schlimm und hindert den Film auch nicht daran, ein nahezu perfektes Date-Movie zu sein, macht ihn aber in meinen Augen auch nicht zu dem von den Medien erhobenen Top-20-Komödien Gipfelstürmer. Ich hatte mich sehr unterhalten gefühlt und Katherine Heigl tut dabei ihr übriges (auch wenn mir vorher in Grey's noch nie aufgefallen ist, wie groß ihre Brüste eigentlich sind).

7.5/10

Hot Fuzz

Ever fired your gun in the air and yelled, 'Aaaaaaah'?

Hatte zwar nach meinem damaligen Sneakbesuch bereits einen Post verfasst, aber der war dann doch etwas spärlich. Die Wertung von 9/10 hat sich bei der zweiten Sichtung auf DVD auch noch mal geändert (oder doch nicht?), daher jetzt eine ausführlichere Analyse dieses Action-Gag-Feuerwerks von diesem Jahr. Das Erfolgsteam aus dem Überraschungshit Shaun of the Dead hat sich bei Hot Fuzz wieder zusammengetan: neben Regisseur Edgar Wright wären das Hauptdarsteller Simon Pegg und die Nebendarsteller Nick Frost, sowie Bill Nighy. Unterstützt wurden sie diesmal von Jim Broadbent und Alt-Bond Timothy Dalton, versteckt zu sehen sind in Cameos auch die Oscarpreisträger Cate Blanchett und Peter Jackson, welche aufgrund ihrer Begeisterung zu Shaun in diesem neuen Werk, das als Dirty-Harry-Persiflage angekündigt war, auftauchen wollten.

Als Vorbereitung sahen sich die beiden Autoren Wright und Pegg 138 Cop-Filme an, um ein Gespür für die Dialoge zu bekommen. Diese fertige Ausarbeitung des Drehbuchs dauerte dann auch 18 Monate und besonders Point Break und Bad Boys II scheinen es den beiden dabei angetan zu haben, denn beide Streifen werden nicht nur im Film zitiert, sondern auch mehrfach auf sie verwiesen und sogar von den Charakteren auf DVD gesehen. Des weitern dienten Klassiker wie The Good, the Bad, the Ugly, Chinatown, Taxi Driver, The Omen oder auch Crocodile Dundee neben vielen anderen als Vorlage und wurden persifliert in Fuzz eingebaut. Dies macht natürlich immer dann extra Spaß, wenn man das Original kennt und sich an den gegebenen Stellen amüsiert. Dennoch ist Fuzz nicht in eine Schublade mit Spoof-Movies wie Hot Shots oder Scary Movie zu sperren, denn er erzählt eine eigenständige stringente Handlung über fast zwei Stunden.

Nicholas Angel (Pegg) ist ein Cop aus Leidenschaft und übertrifft die Verhaftungsrate seiner Kollegen um stolze 400%. Aus diesem Grund wird er auch befördert und in die friedlichste Stadt des Landes versetzt, damit er seine Kollegen nicht mehr blaß aussehen lässt. In dem schönen Örtchen Sandford bekommt er den naiv-dusseligen Danny Butterman (Frost) als Partner aufs Auge gedrückt und muss sich fortan um entflohene Schwäne und Tempoüberschreitungen kümmern. Doch wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Toter her. In Nicholas' Fall sind es sogar zwei und diese bleiben nicht lange allein. Ein Serienkiller scheint sein Unwesen in Sandford zu treiben und auch wenn alle die Morde als bloße Unfälle abtun, hat Angel schon schnell einen Verdächtigen ausgemacht, als er selber zur Zielscheibe des Mörders wird. Etwas ist faul im Örtchen Sandford und wie das bei Verschwörungen so meistens ist, reichen diese ziemlich weit nach oben.

Ohne zuviel verraten zu wollen sind die finalen 30 Minuten von Hot Fuzz das unterhaltsamste, was ich diesen Kinosommer erlebt habe und die Gagdichte ist hierbei außerordentlich hoch. Das Problem bei Fuzz ist jedoch, dass es anderthalb Stunden dauert bis es richtig losgeht und zuvor dümpelt der Film in seiner mit 45 Minuten ohnehin zu langen Exposition gemächlich vor sich hin. Es handelt sich natürlich um Sandford und die Tristesse des Zuschauers ist auch nur die Tristesse von Angel, dennoch fragt man sich mit der Zeit, was das eigentlich soll, denn auch wenn Fuzz teilweise als Thriller daherkommt, ist er eben keiner und an den entsprechenden Stellen merkt man dies ziemlich deutlich. Für Lacher sorgt die meistens Nick Frost, so wie er es bereits in Shaun getan hat und die vielen Polizeiklischees in den Vordergrund zu rücken ist zwar amüsant, wirkt im Zusammenhang mit dem restlichen Verlauf jedoch wie Zuckerbrot und Peitsche. Da hätte man den einen oder anderen Gag aus dem Finale schon früher einbauen können.

Schauspielerisch überzeugt der Film und jeder geht in seinem Part auf, dazu kommt die gelungene Regie und der passende Soundtrack - hier findet sich kaum Kritik. Die Witze und Querverweise zu den Genre"kollegen" sind treffend und respektvoll, die Effekte gelungen und erstaunlich blutig. Wäre nicht der fade Beigeschmack der extrem langen Exposition, dann hätte Fuzz sicherlich seinen Platz behaupten können und vielleicht hat mit auch einfach nur das Kinofeeling gefehlt. Es fällt einem aber wahrscheinlich auch schwerer eine gelungene Actionkomödie auf die Beine zu stellen, wie dies bei einem Zombiefilm wie Shaun es war der Fall ist, da bieten Zombies doch eine einfachere "Angriffsfläche". Das Talent von Wright, Pegg und Frost ist jedoch unbestritten und es bleibt zu hoffen, dass ihr nächstes Projekt wieder alle drei zusammenführt. Hier wäre Wright jedoch von Horror abzuraten, denn von allen Fake-Trailern aus dem GrindHouse-Projekt war seiner ("Don't") der schlechteste. Hot Fuzz ist ebenso wie Shaun eine nette Unterhaltung und Sicherheitsfaktor für einen gelungenen DVD-Abend, zu einem Meisterwerk fehlt es ihm dann aber doch.

8/10

12. August 2007

Requiem for a Dream

In the end it’s all nice.

Was haben Bonnie & Clyde, M – Eine Stadt sucht einen Mörder und Requiem for a Dream gemeinsam? Alle drei stehen auf Premieres Liste der 25 meistgefährlichen Filme, die je gedreht wurden. Was auf den ersten Blick übertrieben wirkt, erscheint bei näherer Sichtung gar nicht so falsch, denn der zweite Film von Darren Aronofsky, welcher auf dem Buch von Hubert Selby Jr. basiert, ist von seiner Thematik akut, aktuell und in der Tat gefährlich. Aronofsky gelang mit seinem Drogendrama ein optisch und inhaltlich charakteristisches Bild unserer Gesellschaft und ging zu Unrecht bei den großen Preisverleihungen unter, abgesehen von einer mehr als gerechtfertigten Nominierung von Ellen Burstyn. Requiem for a Dream ist eigentlich weniger ein Film über Drogenkonsum als über Drogensucht.

Jede der Figuren ist süchtig, meistens sogar nach mehreren Dingen, sei es Kaffee, Schokolade, Sex, Diät-Pillen, Heroin oder das Fernsehen. Einfach Dinge, die unseren Alltag bestimmen und dabei so notwendig und unabdingbar werden, dass wir nicht mehr ohne sie leben wollen, nicht mehr ohne sie leben können. Irgendwann steht man morgens auf und kann den Tag nicht mehr bestreiten, wenn man nicht seine Tasse(n) Kaffee zu sich genommen hat, irgendwann vernachlässigt man seine Umwelt, weil man nicht mehr vom Internet oder dem Fernsehprogramm loskommt. Hierbei tut das Fernsehen natürlich in einer besonderen Funktion sein übriges. Es ist so konstruiert, den Zuschauer nicht loszulassen, ihn bei der Stange zu halten, um ihn zum weiteren Konsum zu verführen.

Ehe man sich versieht, steckt man in einer Suchtschleife, aus der auszubrechen schwieriger ist, wie man sich eingestehen will. Die Handlung des Films erstreckt sich über sechs bis neun Monate und drei Jahreszeiten, ist dabei klimatisch aufgebaut. Im Sommer sind alle Figuren an ihrem Höhepunkt, am nahesten Punkt ihres Ziels. Der Verfall beginnt dann schließlich im Herbst, die Sucht hat alle in ihren Fängen und als der Winter Einzug hält, endet die Geschichte mit dem Tiefpunkt aller Charaktere, von ihrer Sucht zerfressen, ein Schatten ihrer selbst geworden. Dies erzählt Aronofsky in cineastisch ungewöhnlichen Bildern, wobei er doppelt so viele Schnitte verwendet wie ein durchschnittlicher Film, statt 1.000 Schnitte treten in Requiem for a Dream nämlich mehr als doppelt so viele auf.

Besonders lange ungeschnittene Aufnahmen finden sich in den SnorriCam-Szenen, die zu Aronofskys Symbol geworden sind. Eine am Körper der Schauspieler befestigte Kamera, die diese frontal ablichtet. Dies verstärkt in den verwendeten Einstellungen das immserive Erlebnis, welches der Film ohnehin auslöst, noch um ein weiteres. Harry Goldfarb (Jared Leto) ist drogenabhängig und neigt dazu den Fernseher seiner Mutter zu stehlen und zu veräußern, wenn es ihm an Geld mangelt. Mit diesem Geld besorgt er sich das Heroin, das Hasch, die Pillen, was er eben zum durchhalten braucht. Bestärkt wird er dabei von der Liebe zu seiner Freundin Marion. Diese ist so stark, dass er seinen Traum von finanzieller Unabhängigkeit mit ihrem Traum von beruflicher Unabhängigkeit vereinen möchte.

Harry macht Pläne für Marions Geschäft, organisiert und renoviert. Das Geld hierfür verdient er mit Kumpel Ty durch das Verkaufen von Heroin. Alles läuft so gut, dass er sogar seiner Mutter einen neuen Fernseher schenken kann, denn er ist sich der Tatsache bewusst, dass er ein schlechter Sohn ist. Ihm fällt zudem die Pillenabhängigkeit seiner Mutter auf, doch Harry, mit sich selbst beschäftigt, ignoriert dies. Als sein Lieferant erschossen wird und die Drogenszene in einen Bandenkrieg gerät, müssen Harry und Co. neue Wege finden, um an Drogen zu kommen. Hier opfert Harry das Wichtigste in seinem Leben: seine Liebe zu Marion (Jennifer Connelly). Denn sie kommt aus gutem Hause, hat aber keinen Kontakt zu ihren Eltern, die ihr später den Geldhahn zudrehen.

Zuvor scheint sich ihr Traum vom eigenen Modegeschäft durch Harrys Bestreben zu erfüllen. Als aber der Drogenfluss durch den Bandenkrieg unterbrochen wird, liegt es an Marion, neues Geld und damit Drogen zu beschaffen. Sie ist gezwungen, sich zu prostituieren und als Harry sich immer mehr von ihr entfernt, rutscht sie schließlich immer tiefer in die Prostitution hinein. Ty (Marlon Wayans) hingegen ist von der Liebe zu seiner Mutter beseelt, über deren Verhältnis man jedoch nur anhand einer Rückblende etwas erfährt. Er sucht nur das Gefühl von Liebe und Geborgenheit, sein Traum ist es, gehalten zu werden. Besonders tragisch endet schließlich seine beispielhafte Freundschaft zu Harry für ihn, die er trotz desillusioniertem Zustand bis zum Ende aufrechterhalten kann.

Am Tragischsten ist die Geschichte von Harrys Mutter, Sara Goldfarb (Ellen Burstyn). Sie ist abhängig von ihrer Lieblingsfernsehsendung Juice, einem Selbstmotivationsprogramm, von welchem sie zu Beginn einen Anruf erhält, dass sie als Kandidatin auftreten darf. Ob dies tatsächlich der Fall oder von ihr eingebildet ist, wird dabei nicht klar. Um für die Sendung in ihr bestes Kleid zu passen, beginnt sie eine drastische Pillendiät, bei der sie schnell abmagert, aber auch den Bezug zur Realität verliert. Bald ist ihr ganzer Alltag vom Fernsehen und den Pillen bestimmt. Saras Traum ist eine normale Beziehung zu Harry, die sie jedoch nur in ihrer Phantasie erreicht. Was am Ende aus Sara wird, ist von allen vier Geschichten die mit Abstand erschütterndste, weil realste Gefahr für den Menschen.

Die Gefahr, die Requiem for a Dream ausstrahlt, geht insbesondere von seiner Sommer-Geschichte aus, bekommt man innerhalb dieser doch richtig „Lust“, Drogen zu konsumieren, wenn man sich die hedonistische Lebensweise von Harry, Marion und Ty ansieht. Ironischerweise geht einem ihr Verfall dann allerdings nicht so zu Herzen wie der von Sara. Diese bekommt ihre Pillen von einem verantwortungslosen Arzt, der Sara weder ansieht, noch richtig wahrnimmt. Allgemein finden sich viele gesundheitssystemische Kritikpunkte in Aronofskys Film. Alle vier Figuren eilen ihrem eigenen US-amerikanischen Traum nach und alle scheitern an ebenjenen Träumen, so wie wohl auch die meisten Personen an dem US-amerikanischen Traum in Wirklichkeit zum Scheitern verurteilt sind.

In der US-amerikanischen Verfassung wird allen das Streben nach Glück zugesprochen – vom Glück selber ist aber nicht die Rede und mehrheitlich bleibt es auch nur beim Streben. Vielleicht nicht unbedingt als Abgesang auf den American Dream versteht sich Aronofskys Werk dennoch als Meilenstein in der soziokulturellen Kritik, wo Menschen gezielt abhängig gemacht werden – nach was ist letztlich unerheblich. Getragen wird Requiem dabei neben seiner visuellen Art durch die brillante Leistung von Ellen Burstyn und dem grandiosen Score von Clint Mansell und dem Kronos Quartet. Requiem for a Dream ist nicht nur ein äußerst wichtiger Film, sondern auch ein geniales Meisterwerk. Keinesfalls ein gefährlicher Film, den man daher nicht nur sehen kann, sondern gesehen haben sollte.

10/10