15. März 2010

Trailer of the Year: A Serious Man

We're gonna be fine.

Wenn man gnädig ist, dann liegt der letzte wirklich gute Film der Coen-Brüder Ethan und Joel nun bereits ein Jahrzehnt zurück. Und wenn man weniger gnädig ist, dann zählt O Brother, Where Art Thou? nicht, sondern The Big Lebowski. Letzterer war wahrlich ein Meisterwerk als Folge solcher Filme wie Barton Fink oder Fargo. Anschließend verloren sich die Coens in ihren Starbesetzten Blödeleien von Intolerable Cruelty - ein Titel der eher auf den Film selbst als seine Handlung münzbar wäre - über das grottige Ladykillers-Remake bis hin zur misslungenen und überschätzten Romanadaption No Country for Old Men. Mit Burn After Reading wollte man an alte Stärken anknüpfen, brach jedoch unter der Last solcher Namen wie Clooney und Pitt zusammen. Mit A Serious Man kam nun die vermeintliche Kehrtwende, ein Film ohne Stars, nur voller Juden. Der Film selbst wirkt jedoch bisweilen planlos in seiner Handlung, charakterlich zu überladen, dafür aber gespickt mit vielen Referenzen und Insidern. Letztlich eine Verbesserung, aber nie so überzeugend wie die Werke aus den Neunzigern. Mit True Grit geht es nun wieder in die Starbesetzte Western-Richtung. Schade, dass A Serious Man im Nachhinein nicht so großartig geworden ist, wie dieser audiovisuell brillant inszenierte Trailer. Aber auch so ist der Film wahrscheinlich der gelungenste Beitrag der Brüder aus dem vergangenen Jahrzehnt:

Kommentare:

  1. Der Trailer ist wahrlich brillant und wenn der Film dann endlich Ende März (!) auch hier läuft, werden meine hohen Erwartungen einer Prüfung unterzogen werden. So sehr mir Burn After Reading und No Country for Old Men (der mir klar besser gefallen hat als dir) zusagen: Die neunziger Jahre sind leider unübertroffen.

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  2. Und wieder ist es einmal so, dass die Trailer, diese kleinen miesen Biester der hochtrabenden Versprechungen, blenden und täuschen, was das Zeug hält. :) Oder aber anders ausgedrückt: Der Trailer ist schlicht und ergreifend besser, als "A Serious Man", auch wenn der Film an sich auch sehr in Ordnung ist. Jedenfalls ist die Fallhöhe zwischen Trailer und Film bei weitem nicht so hoch, wie im Fall von "Männer die auf Ziegen starren".

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  3. Habe glatt vergessen, wie genial der Trailer zu diesem wunderbaren Coen-Film ist. Eine berechtigte Auszeichnung!

    Sehe das über die Qualität der Coen-Filme prinzipiell genauso wie du. Finde aber auch die vermeintlich schwachen Filme (Ausnahmen: Intolerable Cruelty und Ladykillers) bei weitem besser als das allermeiste, was sonst in die Kinos kommt.

    Und Burn after Reading und No Country for Old Men sind schon außergewöhnlich gut! :-)

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  4. @all: Ob der Brillanz des Trailers, sind wir uns also einig. :-)

    @Jochen: Ja, ich weiß, da bist ein Coen-Fanboy durch und durch, der auch die durchschnittlichen
    Filme noch für Meisterwerke hält. :-) Es sei dir gegönnt.

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  5. Ich versteh immernoch nicht ganz warum Burn After Reading so verpönt ist, der war schlichtweg genial und witzig ;)
    Bei No Country kann ich dich auch nicht wirklich verstehen...ziemlich unterschiedliche Geschmäcker ^^
    Aber beim Trailer hast du Recht. Einfach brillant. Ist womöglich auch besser als der Film, aber nicht so krass, dass man den Film vergessen könnte.

    Achja, das mit den Trailerhighlights des Jahres find ich super übrigens :D

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  6. Tz, The Man who wasn't there einfach so im Jahrzehntoeuvre der Coens zu unterschlagen. "A serious Man" wirkt zunächst wirklich nur ganz nett, aber im Nachgang entfaltet sich doch noch einiges.

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