13. April 2010

Dorian Gray

Wenn einem Schriftsteller das eigene Werk zum sozialen Verhängnis wird, kann das betreffende Werk kaum uninteressant sein. Und Oscar Wildes The Picture of Dorian Gray ist auch alles andere als das. Sein einziger Roman, der über die Moralitätsfrage philosophiert, wurde mehrfach adaptiert, jedoch nie adäquat umgesetzt. Leider auch nicht in Oliver Parkers Dorian Gray, selbst wenn dieser sich weitestgehend an die Vorlage hält. Woran es letztlich hapert, kann man bei MovieMaze nachlesen.

5.5/10

Kommentare:

  1. Ein Roman wie Wilde's "Picture of Dorian Gray" kann natürlich nie seiner eigenen Zeit adäquat filmisch umgesetzt werden (was bei einem solchen Versuch rauskäme, wäre unerträglich langweilig). Eine Verfilmung müsste jedoch ihre eigene Zeit möglichst gelungen wiederzugeben versuchen. In dieser Hinsicht scheint mir Lewin's Adaption aus dem Jahre 1945 (auch was die düstere s/w-Fotografie anbelangt) noch immer am faszinierendsten, muss sie auch die homoerotische Thematik hinter einem allgemein dekadenten Ambiente verstecken. - Parker hat hingegen schon mit seinen Verfilmungen der Theaterstücke von Wilde (insbesondere mit "The Importance of Being Earnest") enttäuschendes, wenn auch schön bebildertes Popcorn-Kino zustande gebracht. Ich werde mir deshalb seine Verfilmung des "Dorian Gray" trotz der von mir geschätzten Schauspieler gar nicht erst antun. - Oscar Wilde mag uns zwar wesentlich "entfernter" vorkommen als etwa sein Zeitgenosse Thomas Hardy; ein Minimum an Respekt verdient er dennoch.

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  2. Vielleicht war es gut, dass ich hier das Buch nie gelesen habe. Für mich war der Film wegen seiner Geschichte überzeugend und ich würde mich freuen, das Buch in die Finger zu bekommen.

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