31. Juli 2007

Paprika

Time for the greatest show on earth!

Und noch ein zweites Mal konnte ich mich dazu durchringen, aufs Fantasy Filmfest zu gehen, die „Schuld“ hierfür trägt hauptsächlich Timo, der Satoshi Kon's neuestes Werk so gepriesen hat. Dabei fiel auch der Name David Cronenberg, bzw. eXistenZ, dem Paprika sehr ähnlich sein soll. Ich kenne zwar nur ein paar von Cronenbergs Werken, aber eXistenZ gehört zu einem meiner Favoriten. Nach dem Kinobesuch lässt sich Paprika als Konglomerat verschiedener Existenzangst-Filme beschreiben, wobei Kon nicht klaut, sondern die Bilder nur aufgrund derselben Thematik heraufbeschworen werden. Besonders an The Cell und Ghost in the Shell fühlte ich mich des öfteren erinnert.

Ähnlich wie bei Ghost in the Shell wird man auch in Paprika mit einer technischen Neuerung konfrontiert, die es bei japanischer Tonspur mit englischen Untertiteln nicht leicht macht, verstanden zu werden. Mit so genannten DC Minis kann man (wenn ich es nicht missverstanden habe) seine Träume mit anderen Menschen teilen, sowohl über Bildschirm aufzeichnen als auch jemanden als „Gast“ mitnehmen. Als drei dieser DC Minis gestohlen werden und die Träume verschiedener Menschen zu einer einzigen riesigen Parade zusammenschmelzen, muss die Therapeutin Atsuko, welche in der Traumwelt von der Figur Paprika verkörpert wird, einschreiten.

Besonders in der ersten Hälfte erinnert Paprika stark an Ghost in the Shell, hat doch ein Terrorist von einer technischen Neuerung, welche das reale und alltägliche Leben von Menschen beeinflussen kann, Besitz ergriffen. Dies alles verwirrt ziemlich oft, da einem der Kontext zu dem ganzen nicht ganz offenbar wird. In der zweiten Hälfte gewinnt der Film dann aber an Fahrt und entfaltet sein von ihm selbst auferlegtes Potenzial. Dies wird besonders durch die musikalische Untermalung und Paprika's Pophymne unterstützt, die richtig Laune machen. Mit dem fetten Tokita und der zuckersüßen Paprika sind auch sehr symphatische Figuren installiert worden.

Zeichnerisch und musikalisch lässt sich also kein Makel finden, weshalb Paprika aber nicht den Weg in mein Herz gefunden hat, liegt an seinem vielleicht nicht konfusen, aber dennoch komplizierten Subplot, welcher mich besonders in der Mitte beinahe verloren hätte, ehe umgeschwungen wurde. Der Rest hat zwar richtig gut unterhalten, jedoch hatte zumindest ich das Gefühl, dass ich im Film immer nur ein Fremdkörper war und mich nicht in der Handlung verlieren konnte. Zu abgedreht war dies dann doch an manchen stellen und sehr in sich selbst gekehrt. Paprika ist dennoch ein bemerkens- und sehenswerter Film.

8/10

Kommentare:

  1. das freut mich. wirklich. Nichts hätte mir mehr weh getan als ein misslungener Satoshi Kon Abend ;-)

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  2. Danke, auch für den "Tipp" ;)

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