24. Januar 2009

South Park - Season Nine

What seems to be the officer, problem?

Viel muss ich hoffentlich nicht mehr schreiben zu South Park, der Serie, die vor einigen Wochen ihre zwölfte Staffel hinter sich gebracht hat. Erschaffen von Matt Stone und Trey Parker, eine herrliche Basis für Promi- und Filmgebashe, hinreißende Hommagen und unglaublicher Sozialkritik, die sonst nicht überall in den USA Einzug in die Medien findet. South Park eben. Vor vier Jahren lief die neunte Staffel, die wie immer mit 14 Episoden versehen wurde. Während ich zu den gelungenen Staffeln Acht und Zwölf schrieb, dass das Tolle an dem Format war, dass es konstant gut ist, musste ich mich in gewisser Weise bei der neunten Staffel eines Besseren belehren lassen.

Zwei Folgen hatte ich noch in guter Erinnerung, aber erst beim neuerlichen Sehen – es dürfte sich hierbei um die dritte Sichtung handeln – fiel mir auf, wie schwach doch manche Folgen dieses Mal sind. Speziell Wing und Erection Day stechen hier heraus, wobei Ginger Kids auch nur grad so noch die Kurve bekommen hat. In Wing wird zum einen Sylvester Stallone verarscht, zum anderen sich über (Musik-)Castingsshows lustig gemacht. In Erection Day hingegen geht es um ungewollte Erektionen während der Pubertät und in Ginger Kids lassen Stone und Parker mal wieder Cartman einen Genozid anstreben. Was allen drei Folgen fehlt, ist der Pep und vor allem etwas Kritik an dem Thema, dessen sie sich annehmen. Viel zu harmlos verkommen diese drei Folgen, aber auch einige andere.

Episoden wie Free Willzyx oder Bloody Mary sind recht spannungsarm und müßig inszeniert, bieten dafür allerdings teilweise geniale Momente („Save the wales, mothafucka!“). Aber auch hier schöpft man nicht das volle Potential aus den Themen Walrettung und Heilungsglauben. Selbst in einer Episode wie Follow the Egg, in der es um das viel diskutierte Thema der gleichgeschlechtlichen Ehen geht, gelingt es nicht die Story über den Durchschnitt zu heben. Das versackt mir alles viel zu sehr, gerade da auch die Hintergrundstory mit den Eiern etwas lahm ist. Dagegen weiß Die Hippie, Die immerhin durch amüsante Verarschungen von Ghostbusters und The Core mitunter zu gefallen.

Richtig aus dem Vollen schöpfen Parker und Stone dann in drei anderen Folgen. Den Beginn macht Mr. Garrison’s Fancy New Vagina, eine Episode, die sich ausgiebig mit dem Sinn von Schönheitsoperationen beschäftigt und sich hierbei über Trinidad, Colorado („the Sex Change Capital of the World“) lustig macht. In The Day Before the Day After Tomorrow ziehen die beiden Komiker genüsslich die aufkommende Angst vor der Globalen Erwärmung und insbesondere auch Roland Emmerichs Film in den Dreck. Ähnlich wie bereits in All About the Mormons? (Staffel 7) beschäftigt sich South Park eingängiger mit einer der neuen Religionen/Sekten. Trapped in the Closet stellt Scientology an den Pranger, speziell deren Glauben, dass der außerirdische Tyrann Xenu für das Leid der Menschen verantwortlich ist. Zudem dient die Folge dazu sich mit viel Wortwitz über Tom Cruise und das Gerücht er sei homosexuell lustig zu machen.

Hier wird die Sozialkritik der Serie augenscheinlich, birgt allerdings dennoch keine wirklichen Brüller. Es sind daher zwei andere Folgen, sehr viel unscheinbarer, welche die Höhepunkte der neunten Staffel ausmachen. In Best Friends Forever, die zu Recht einen Emmy gewonnen hat, wird Kenny auf Anordnung des Himmels getötet, um die Armee Satans als „Keanu Reeves“ zu vernichten. Subversiv findet hier auch das Thema der Lebenserhaltung Einzug ins Geschehen. Fast noch gelungener ist aber Marjorine, in welcher die Jungs Butters Tod vortäuschen, um an eine Geheimwaffe der Mädchen zu kommen. Diese spielen „Himmel oder Hölle“, was die Jungs nicht verstehen und daher Butters als Mädchen tarnen. Allein das Ende der Folge ist Gold wert und der Höhepunkt der Staffel.

Nun ist auch die neunte Staffel der Kultserie nicht wirklich schlecht, selbst wenn die vorangegangenen Zeilen diesen Eindruck erweckt haben mögen. Die Serie bricht nicht ein, keineswegs. Aber sie verliert etwas an Konstanz, wirkt nicht spritzig und frisch genug. Dies mag eventuell an dem Jahr 2005 gelegen haben, sollten sich in den USA nicht genug Ereignisse gefunden haben, die einer Persiflage wert waren. Nichtsdestotrotz ziehen die schwächeren Folgen den Gesamteindruck etwas herunter. Aber wie man durch Staffel Zwölf bereits weiß, ist/war dies kein Zustand für immer, sondern eine Momenterscheinung der Serie. Die folgenden zwei Staffeln dürften sicherlich wieder an Qualität dazu gewonnen haben.

7.5/10 - erschienen bei Wicked-Vision

Kommentare:

  1. Hallo, ich würde gerne das erste Bild in diesem Beitrag als Hintergrund für ein eigenes Bild verwenden. Da ich das anschließend hochladen möchte, wüsste ich gerne, ob ich es verwenden darf. :-)

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  2. Ich sag mal ja, auch wenn ich natürlich keine Rechte an den Bildern hab, sondern grundsätzlich Comedy Central. Aber das Kopieren von dieser Seite hier ist gestattet :)

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  3. Mh, ich hab mir mal die AGBs dort durchgelesen. Ich geh mal sicher und verwende einen anderen Hintergrund.
    Aber vielen Dank! :-)

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