13. Februar 2013

Celeste & Jesse Forever

How do you get a nun pregnant? You fuck her.

Bereits seit der Schulzeit kennen und lieben sich die Trend-Vorhersagerin Celeste (Rashida Jones) und Künstler-Slacker Jesse (Andy Samberg). Sie leben zusammen, verbringen ihre Zeit zusammen und sind seit sechs Jahren verheiratet. Oder waren verheiratet. Denn eigentlich haben sie bereits vor Monaten die Scheidung eingereicht, nur scheint ihr normaler Tagesablauf davon noch nichts mitbekommen zu haben. Was für merkliche Irritationen sorgt, wenn auch nur in ihrem Freundeskreis. In Celeste & Jesse Forever erzählen Rashida Jones und Will McCormack die Geschichte zweier bester Freunde, deren langjährige Beziehung nun nicht mehr funktioniert, was Konsequenzen für ihre Freundschaft haben könnte.

Hollywood-Filme über das Ende einer Beziehung sind nichts Ungewöhnliches, sodass auch dieser hier an und für sich wenig Neues zu berichten vermag. Im Laufe des Films erfahren wir, dass Celeste sich mit dem unreifen Jesse keine Zukunft vorstellen konnte, was insofern eine ironische Wendung nimmt, da dieser aufgrund eines One Night Stands plötzlich Vaterfreuden entgegenblickt. Unerwartet stellen sich Zweifel bei Kontrollfreak Celeste ein, ob ihre Entscheidung richtig war und ob sie nicht voreilig gehandelt hat. Da wissen selbst eine neue Marketingkampagne für das Pop-Sternchen Riley Banks (grauenhaft: Emma Roberts) und die Yoga-Bekanntschaft Paul (Chris Messina) wenig Ablenkung zu verschaffen.

Aus der bisherigen Beschreibung lässt sich bereits erschließen, dass es Celeste ist, die im Mittelpunkt des Geschehens steht. Sie glaubt, aus den richtigen Motiven mit Jesse Schluss gemacht zu haben und fühlt sich dann vor den Kopf gestoßen, als dieser vor ihr wieder beginnt, sich zu verabreden. Unfähig, über die Trennung hinwegzukommen, verliert sie sich im Facebook-Stalking und in Hasching-Hangouts mit Dope-Dealer Skillz (Will McCormack). Die Avancen des humorvollen Paul intensiviert sie ebenso wenig wie die Bemühungen für Riley, sodass Celeste langsam aber sicher in ihrem Leben auf der Strecke zu bleiben droht. Verzweifelt klammert sie sich an ihr altes Leben, anstatt ein neues zu beginnen.

Obschon Celeste & Jesse Forever hinsichtlich solcher Themen wie den Ex-Partner loslassen kaum Neues zu bieten hat, vermag das Drehbuch von Jones und McCormack dem bekannten Szenario zumindest einen kurzweiligen Unterhaltungsfaktor abzugewinnen. Dies ist zum einen der semi-realistischen Darstellung einer Trennung zu verdanken, die nicht von beiden Partnern vollends verarbeitet wurde, zum anderen kleineren Elementen und Szenen. Zum Beispiel einer Halloween-Party, auf der Celestes kreative Verkleidung nur noch durch die von Paul überboten wird. Oder ein Running Gag zwischen Celeste und Jesse, der zu Beginn erstmals auftaucht und gegen Ende die Katharsis der Figuren dann abschließt.

Das Ergebnis ist somit zufriedenstellend, ohne wirklich erinnerungswürdig zu sein. Statt den neuen „Partnern“ mehr Zeit zu widmen, verschenkt sie der Film an Figuren wie den von Elijah Wood gespielten Geschäftspartner von Celeste, der aus unerfindlichen Gründen versucht, seinen Gesprächen eine homosexuelle Note zu verleihen. Genauso wirken auch Riley oder Skillz nicht wirklich nötig für das, was der Film erzählen möchte. Er steht und fällt also mit Rashida Jones, die dieser Aufgabe weitestgehend gewachsen ist. Vielleicht ist Celeste & Jesse Forever daher nicht unbedingt der perfekte Film für den Valentinstag (an dem er in Deutschland startet), aber womöglich genau der richtige Film nach einer frischen Trennung.

6/10

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