26. Dezember 2008

Cidade dos Homens - Season Three

Es gibt Momente, wo man sagen muss was man fühlt.

Sie sind zurück, die beiden Favela-Jungs Laranjinha (Darlan Cunha) und Acerola (Douglas Silva). In Europa markiert die dritte Staffel von Fernando Meirelles’ Serie Cidade dos Homens auch gleichzeitig das Ende der Serie. Wer sich die vierte Staffel zu Gemüte führen will, der muss schon auf eine US-Import DVD setzen. Auch in ihrem dritten Jahr dreht sich in der Serie alles um das Thema „Frauen“. Aber auch Familienfragen werden thematisiert, alles in Relation zum harten Leben in den Armenvierteln von Rio de Janeiro. Man merkt es den beiden Laiendarstellern Cunha und Silva inzwischen an, dass sie etwas eingespielter sind und ihre Szenen daher glaubwürdiger rüber bringen können. Die Vermischung von amüsanten die dramatischen Elementen gelingt eine Spur besser als in den vorherigen beiden Staffeln.

In der ersten Folge ist die Sexualität der Jugendlichen noch allgegenwärtig. Laranjinha treibt es mal wieder vogelbunt und Acerola will eigentlich nur ein paar Intimitäten mit seiner Liebe Cristiane (Camila Monteiro) austauschen. Ein von den Jungs selbst gemixter Liebestrunk soll die weiblichen Mitschülerinnen gefügig machen. Die Aktionen der beiden Freunde haben dieses Mal weitreichende Folgen. Während Laranjinha seine Jungfräulichkeit an eine Gangsterfreundin verliert, schläft Acerola kurz darauf mit Cristiane. Hinterher müssen beide mit den Resultaten auskommen. Laranjinha hat das Viertel zu verlassen, da sein Leben auf dem Spiel steht und durch den ungeschützten Sex mit Acerola wird Cristiane gleich bei ihrem ersten Mal schwanger.

Doch das Leben in der Favela ist hart und schnell. Laranjinhas Verfolger stirbt und so kann der Romantiker zurückkehren, nur um sich gleich den nächsten Ärger aufzuhalsen. Die dritte Folge Vacilo é um só ist die beste der dritten Staffel. Acerola hilft einem Bürgerkomitee, um etwas Geld für eine Abtreibung zusammen zu kriegen. Laranjinha hingegen beginnt eine Romanze mit Tina (Kamilla Rodrigues). Tina wiederum entstammt einem kaputten Elternhaus. Ihr Vater betreibt einen Kiosk und schlägt seine Frau regelmäßig. Die Jugendliche setzt ihre ganzen Bestrebungen dahin, von Madrugadão (Jonathan Haagensen) in die Bande aufgenommen zu werden. Gegen Ende der Folge eskaliert die Situation. Als Ausgleich für diese sehr ernste Folge ist die vorletzte Episode der Staffel etwas lockerer, aber nicht weniger gefährlich. In Cidade dos Homens ist die Gefahr für alle Beteiligten stets präsent, eine falsche Entscheidung kann hier schnell zum Tod führen.

Etwas stärker als zuvor wird in der dritten Staffel das Thema der Vaterschaft angesprochen. Laranjinha ist weiterhin auf der Suche nach seinem Vater und es diese Suche, die schließlich dazu führt, dass Acerola sich zu seinem eigenen Kind bekennt und eine Abtreibung ablehnt. Doch nicht nur die Ablehnung der Abtreibung ist ausschlaggebend, sondern auch die Tatsache, dass Acerola zur Cristiane steht. „Willst du dass dein Kind ohne Vater aufwächst wie wir?“, fragt Laranjinha seinen besten Freund in einer der entscheidenden Szenen. Von ihrer Grundstimmung her ist auch die „letzte“ Staffel durchaus gelungen, speziell in ihrem Gleichgewicht zwischen Gewalt und Humor. Somit bietet diese wie keine andere Staffel der Serie den besten Aufhänger für den Abschluss der Reihe im gleichnamigen Kinofilm. Dieser wartet selbstverständlich mit einigen bekannten Gesichtern auf.

8/10

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