23. Februar 2008

Californication - Season One

I wish you’d have said that before the blood started rushing to my cock.

Auf die Gefahr hin mich zu wiederholen, aber was sich derzeit so alles im US-Fernsehen für Serien finden lassen, ist fast schon nicht mehr feierlich. Schaut man dagegen ins Kino, findet sich selten so starke Qualität, wie sie zu Hause über die Mattscheiben flimmert. In Deutschland braucht man das Fernsehen eigentlich gar nicht mehr einzuschalten, außer asozialen Familien die sich gegenseitig die Mütter austauschen, dumm-debilen Gerichtsshows oder ständigem Dauergekoche finden sich kaum etwas. Ironisch dabei ist, dass dies das Unterhaltungsniveau der Deutschen zu sein scheint, da eben jene starken US- oder auch UK-Serien in unserem Land nach wenigen Folgen oftmals abgesetzt oder ins Nachtprogramm geschoben werden. Fraglich ob es manche US-Serien in den deutschen TV-Pool schaffen werden, ein dieser Serien dürfte Californication sein. Die dieses Jahr mit einem Emmy für den besten Hauptdarsteller ausgezeichnete Serie aus der Feder von Tom Kapinos hatte ich beim ersten Reinsehen gleich mal wieder zur Seite geschoben (und dabei glatt eine nackte Madeline Zima verpasst). Nachdem sich foxmulder und bullion wärmstens über die Serie ausgelassen haben, wollte ich ihr dann doch eine zweite Chance geben und prinzipiell hat sich dies am Ende dann, wenn man es so sagen kann, gelohnt.

Hank Moody (David Duchovny) ist ein ehemaliger Stern am Autorenhimmel. Geschrieben hat er schon eine Weile nichts mehr und auch die Hollywood-Verfilmung eines seiner Romane ist von ihm nicht sonderlich gut aufgenommen worden. Seine freie Zeit vertreibt sich der kiffende und saufende Hank zumeist mit Frauen jeglicher Art, unabhängig von ihrem Alter oder Lebensstatus. Sich an Rudy Valentino orientierend schläft sich Hank innerhalb der Serie durch die Betten Hollywoods und landet unter anderem mit seinem 16jährigen Fan Mia (Madeline Zima) im Bett. Ihr Alter erfährt Hank allerdings erst hinterher, als er sie als zukünftige Stieftochter seiner Ex-Freundin Karen (Natasha McElhone) wiedertrifft. Um ebenjene Ex-Freundin dreht sich auch alles in Hanks Leben, da er sie immer noch liebt und ihre Ehe mit Mias Vater so gut es geht versucht zu sabotieren. Eine enge emotionale Verbindung besteht zwischen den beiden dank ihrer gemeinsamen Tochter Becca, die ebenso wie Hank die Hoffnung auf eine Versöhnung noch nicht aufgegeben hat. Einen Nebenhandlungsstrang eröffnet sich durch das Leben von Hanks Agenten Charlie Runkle (Evan Handler) und dessen Affäre mit seiner karrieregeilen Sekretärin Dani (Rachel Miner), was sich schließlich auch in das Leben von Hank niederschlagen wird. Derweil steuert die Serie mit jeder kommenden Folge stets auf die Hochzeit von Karen zu.

Wenn Californication von etwas lebt, dann von nackter Haut. Wer immer schon mal den Hintern von Hauptdarsteller David Duchovny sehen wollte oder nicht genug von nackten Brüsten kriegen kann, der dürfte hier an der richtigen Adresse gelandet sein. Hank ist ein scheinbar hoffnungsloser und äußerst destruktiver Charakter, demaskierend ehrlich gegenüber seinem Gegenüber und diesen ohne jegliche Scham analysierend. Dass dies nicht immer schlecht für Hank ausgeht, darf man in der Serie begutachten. Allgemein geht es Hank grundsätzlich weit weniger schlecht, als er selbst immer versucht zu implizieren. Er hat eine Tochter die ihn liebt, eine Ex-Freundin die an ihm hängt, einen Agenten der sein bester Freund ist und finanziell keine Sorgen. Zudem kommt natürlich die Tatsache hinzu, dass er schier unwiderstehlich bei dem weiblichen Geschlecht zu sein scheint, es vergeht kaum eine Folge in der Hank keine sexuellen Eskapaden treibt. Mit Hollywood selbst hat die Serie dabei eher weniger zu tun, Hank prügelt sich zwar gerne mit dem Regisseur seines Filmes und hat auch sonst nicht viel für die Unterhaltungsbranche übrig, eine wirkliche Rolle spielt diese allerdings nicht. Auch das interessante Thema bezüglich Plagiate wird nicht näher untersucht, fungiert lediglich als kleines klimatisches Mittel.

Eine Serie mit einer nackten Madeline Zima und zusätzlich dazu noch einer reizenden Natasha McElhone kann eigentlich nicht verlieren und wenn dann auch noch Evan Handler und David „Mulder“ Duchovny dabei sind sollte dem Vergnügen nichts mehr im Wege stehen. Irgendwie ist dem aber nicht so. Die Serie hat ihre amüsanten Szenen und diese hängen eigentlich immer mit Hank zusammen (die Tampon-Szene im Supermarkt z.B.), dazu offeriert sie viele Nacktszenen der weiblichen Gastdarstellerinnen. Subtrahiert man diese beiden Faktoren bleibt jedoch nicht mehr viel übrig, da es der Serie an einer echten Handlung mangelt. Zudem ist Californication keine reine Sitcom wie Friends oder Scrubs, die nonstop Lacher darbietet, sondern lässt sich eher einem Sex and the City zuordnen – nicht nur, aber auch wegen der Nacktszenen. Funktionieren tut das, was man da zu sehen bekommt, dank dem Schauspiel von Duchovny, der sicherlich nicht unverdient mit dem Emmy dieses Jahr ausgezeichnet worden ist. Californication hat seinen gewissen Charme, seine magic moments dank Hanks zynischen Kommentaren, weist davon jedoch zu wenig auf und versucht es mit nackter Haut auszugleichen. Das geht bei zwölf dreißigminütigen Folgen gerade noch so gut, bedenkt man die Auflösung des Staffelfinales bleibt es fragwürdig in welche Richtung sich die zweite Staffel entwickeln mag. Einen Blick ist die Serie jedoch zweifellos wert.

7/10

Kommentare:

  1. Die Serie ist bei dir ja doch noch ganz gut weggekommen... ;-)

    Hast du bei der Sichtung nicht auch ab und zu an "Entourage" denken müssen? Hier fanden sich für mich auch große Parallelen.

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  2. Na also, geht doch! ;)

    Bin auch sehr gespannt wie das in Teil 2 weitergeht...

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  3. Musste nur deswegen an ENTOURAGE denken, weil dort Grenier auch in jeder Folge den Valentino macht ;) Inhaltlich hat die Serie aber weniger mit dem Biz zu tun, als es bei ENT. der Fall ist.

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