3. April 2008

Jurassic Park

I spared no expenses.

Ein dumpfes Trommeln ertönt, begleitet von einer leichten Erschütterung und es bilden sich zaghafte konzentrische Kreise in einem Wasserbecher auf der Amatur. Der Regeln prasselt gegen die Fensterscheibe und es bilden sich nochmals konzentrische Kreise im Wasserbecher. Und wo ist eigentlich die Ziege? Geschildert wird die Einleitung zu einer der großartigsten und bedeutendsten Filmszenen aller Zeiten, wenn nicht sogar die Mutter aller Filmszenen. Ein blutiger Ziegenschenkel knallt auf das Dach eines Mercedes Geländewagens und im strömenden Regen lösen sich die Vergitterungen eines über zwölf Meter hohen Zaunes. Die Menschheit wird Zeuge etwas bis dato nie da gewesenen: zögerlich stampft das Tyrannosauros rex Weibchen aus seinem Gehege und schenkt dem Publikum einen von George Lucas gestifteten markerschütternden Schrei.

Dieser „Schrei“ ist im Grunde die Aufnahme einer Flugzeugturbine und wer hätte gedacht, dass Flugzeugturbinen solche Geräusche machen können? In der ungewohnten Umgebung beschnuppert die Riesenechse den Geländewagen, als sie von Licht abgelenkt wird. Auftakt zu einem spannungsreichen ersten Klimax in einer Geschichte, die zu einem instant classic wurde und es im Grunde schon war, ehe sie das Licht der Leinwand erblickt hat. Der Angriff des Tyrannussauros auf den Mercedes Geländewagen ist unbestreitbar eine der großen Szenen der Filmgeschichte, gelang es erstmalig einen Dinosaurier glaubhaft auf die Leinwand zu zaubern. In und durch Jurassic Park schaffte Steven Spielberg den Traum aller kleinen Jungen auf Zelluloid zu bannen: einen Themenpark mit Dinosauriern, ein Meisterwerk der Filmgeschichte.

Für zwei Millionen Dollar sicherte sich Universal Pictures die Rechte an Michael Crichtons Roman Jurassic Park (bei uns als Dino Park erschienen) und beendete dadurch einen enormen Studio-Konkurrenzkampf. Während Universal mit Steven Spielberg um den Stoff buhlte, biederte sich Warner Bros. mit Tim Burton, Columbia mit Richard Donner und 20th Century Fox dagegen mit Joe Dante an. Universal obsiegte und bezahlte Crichton nochmaly eine halbe Million, damit er mit Drehbuchautor David Koepp das Drehbuch zum Film entwarf. Dabei begann die Vorproduktion sogar schon ehe Crichtons Roman überhaupt erschien, so sehr vertraute man auf den Erfolg der Geschichte. 1989 begann das Vorstadium des Filmes, ein ganzes Jahr bevor der Roman auf dem Markt kam. Später würde dies bei den zweiten Fortsetzungen eine noch bizarrere Steigerung erfahren.

Dabei wäre es fast nie zum Dinosaurier-Themenpark gekommen, hatte Crichton die Geschichte zu Beginn aus der Perspektive eines Kindes erzählt und dadurch das Interesse seiner Lektoren geschmälert. Erst nachdem er ein Erwachsenen zum Protagonisten wurde, kam deren Akzeptanz. Auf den Hawaii-Inseln begannen die Dreharbeiten zu diesem spektakulären Projekt, welches die interessantesten Casting-Pläne durchgemacht hatte. Die Hauptrolle des Dr. Alan Grant wurde zuerst Harrison Ford (den man nur zu gern als griesgrämigen Paläontologen erlebt hätte) und William Hurt angeboten, später wäre es fast Richard Dreyfuss geworden. Für die Figur der Ellie Sattler trat man an Robin Wright Penn und Juliette Binoche heran, als John Hammond war Sean Connery im Gespräch. Letztlich fielen die Namen aber eine Nummer kleiner aus.

Bereits den Auftakt hat Spielberg spannend gewählt, mit der Verfrachtung des Velociraptorweibchens in das Gehege und dem daraus resultierenden Unfall. Ein sicher besser gewählter Anfang wie der von Crichton, der ruhiger und wissenschaftlicher daherkommt. Exzellent geraten ist die Szene in der Bob Peck entgegen seiner Richtlinien ein “Shoot her!“ ruft und die Hand seines Angestellten allmählich durch seine Arme entgleitet. In der Folgeszene wird dann die Basis für den Rest des Filmes geschaffen: Der Unfall sorgt für eine Inspektion. Erste Zweifel werden also wach, ob es so schlau war, Dinosaurier in unsere Zeit zu katapultieren. Nunmehr konfrontiert Spielberg den Zuschauer mit seinem Hauptdarsteller, präsentiert diesen Charakter und seine anschließende Reise als Held.

Ein in seine Arbeit verliebter, Kinder verabscheuender Mann, dessen Arbeit von jemanden subventioniert wird, den er nicht kennt. Dr. Alan Grant, überzeugend gespielt von Sam Neill, ist sicher nicht der perfekte Held und im Gegensatz zu seinem Kollegen Indiana Jones kein Adrenalingeiler Abenteurer, kein „Rockstar“, sondern Wissenschaftler. Wie in Jurassic Park III wird ihn auch hier eine versprochene Finanzspritze zu einer gefährlichen Reise bewegen. Hier allerdings noch ins Unbekannte. Die erste Viertelstunde einschließlich der Ankunft auf Isla Nublar ist geprägt von John Williams kongenialem Score, einem seiner gelungensten Werke und durchzogen von den richtigen Stimmungsmomenten. Die exakt richtige tonale Ergänzung zu Spielbergs visuellem Bilderreigen.

Atmosphäre gewinnt der Film auch durch seine Ausstattung, dies zeigt sich bereits bei der Ankunft auf der Insel, wenn ocker-rote Geländewagen mit “Jurassic Park“-Emblem die Besucher abholen. Einen ersten Höhepunkt bildet dann der Auftritt des Brachiosauriers. Die Effekte überraschten, auch wenn sie inzwischen schlecht gealtert sind. Die Farbpunkte des Sauriers beißen sich mit der Umgebung, seine Animation ist überdeutlich. Wie bei allen anderen Dinosauriern tricksten die Macher schließlich, um die Tiere für das Publikum interessanter zu machen, der auf den Hinterbeinen stehende Brachiosaurus, der T-Rex mit eingeschränkter Sicht, der giftspuckende Dilophosaurier oder die Türen öffnenden Velociraptoren sind allesamt Abwandlungen für das Handlungsgeschehen (Crichton ließ die Raptoren in seinem Roman noch viel verrücktere Dinge machen).

Im Gesamtbild stört es schließlich auch nicht weiter, wenn der Raptor die Tür öffnet und die Kamera zur Klinke fährt. Spielberg zählt im Grunde zu den Regisseuren, die B-Movies auf Blockbuster-Niveau gedreht haben. Es soll unterhalten und soll fesseln, die Abänderungen an den Dinosauriern erfüllen diesen Zweck. Löblich dass Spielberg nicht dem Actiongehabe der Vorlage verfällt, auch wenn dies vordergründig an den technischen und finanziellen Engpässen gelegen haben dürfte. Doch gerade die Mitte mit der Verschanzung vor den Raptoren ist bei Crichton extrem unglaubwürdig ausgefallen (insofern man bei einem Themenpark mit Dinosauriern von Glaubwürdigkeit sprechen kann). Das Finale mit dem Raptorennest hätte man dann aber dennoch gerne gesehen, war es auch in den Kontext des Nintendo-Videospiels oder den nicht-kanonischen Comic-Band integriert.

Einziger Wermutstropfen sind die Kinderfiguren, Timmy und Alex, die den Handlungsablauf verzögern und ein typisches Spielberg-Merkmal darstellen (wobei man sich auch im Roman an ihnen stört). Dafür ist ihre Küchenszene mit den Raptoren außerordentlich stark und auch beim T-Rex-Ausbruch leisten sie ihren Beitrag. Die Rücksichtnahme, die durch sie erforderlich ist, hemmt die Geschichte jedoch zu einem astreinen Thriller zu geraten. Geradezu lachhaft im Grunde, wie Crichton dieses Schema in The Lost World exakt übernommen hat (Computernerd, Junge + Mädchen) und ironisch, dass es von Spielberg im Film nur halb übernommen wurde. Hervorzuheben sind hier direkten Vergleich neben den Dinosaurier-Auftritten besonders die Anfangsmomente, wenn die drei Wissenschaftler mit Hammonds Magnus opus vertraut gemacht werden.

Wie Sam Neill und Laura Dern ihre Überraschung beim Anblick des Brachiosaurier spielen ist ebenso herzlich, wie die spätere Begutachtung der Dinosauriereier im Genlabor. Auch ihr Moment bei der Rundtour, wenn sie ganz bockig und Wissenschaftler durch und durch sofort ins Labor wollen und die Sitzsperrung aufbrechen, zeugt wie vieles andere für Spielbergs hier löblichen Peter-Pan-Komplex. In jene Kategorie gehört auch die oben gelobte Ausstattung, die Inneneinrichtung des Besucherzentrums wie die grün-roten Tourwagen, die Infotour, das Raptor-Gehege, die Einbeziehung des Merchandise in der Hammond-Sattler-Einstellung. Der Film funktioniert einfach als Ganzes, als Symbiose aus Effekten, Musik und Ausstattung. Dabei ist Jurassic Park kein reines Entertainment-Kino, sondern trägt durchaus auch sozial-kritische Ansätze.

In dieser Hinsicht agiert speziell die Figur des Mathematikers Ian Malcom (Jeff Goldblum). Malcom ist nicht nur comic relief in Spielbergs Abenteuer, sondern das Gewissen der Handlung. Er verurteilt die Idee des Parks von Beginn an und fällt als Chaos-Theoretiker die treffende Diagnose, dass die Natur immer einen Weg findet. In bester Nietzsche-Manier gefällt auch seine Evolutionstheorie: Gott erschafft Dinosaurier, Gott zerstört Dinosaurier, Gott erschafft Adam, Adam zerstört Gott, Adam erschafft Dinosaurier. Seine These, dass zwei dominante Spezies verschiedener Zeitepochen nicht demselben Raum teilen können, teilen Grant und Sattler. Richtigerweise beschreibt Malcolm den Park als „Vergewaltigung der Natur“. Der menschliche Drang Gott zu spielen, gekoppelt mit seine, Gier nach Kapitalismus, hier personifiziert von Gennaro (Martin Ferrero).

Der Anwalt sieht nur das Vermögen, welches sich mit dem Park verdienen lässt, während Hammond im Grunde die Leinwandposition von Spielberg einnimmt und sehr viel sympathischer gezeichnet wird, als von Crichton in seinem Roman entworfen. Konsequenterweise ist der Gott-Komplex des Menschen zum Scheitern verurteilt, aufgrund des Drangs mehr zu wollen als man bereits hat. Diese Überheblichkeit findet sich in vielen der Figuren wieder, sei es Nedry, Gennaro oder Muldoon. Letzterer weiß zwar um die Gefahr der Raptoren weiß, schreitet dennoch nicht effektiv gegen diese ein. Natürlich stellt sich hier die Frage, warum man überhaupt zwei gefährliche Dinosaurierarten präsentieren musste, ebenso wie die Tatsache, dass es den Dinosauriern innerhalb weniger Wochen bereits gelingt, die von InGen kreierte Chromosombarriere zu überwinden.

Diese Logiklöcher - angeführt von dem größten, nämlich der Schlucht beim Tyrannosauros-Gehege - stören den Fluss der Handlung glücklicherweise nicht, der total von den Dinosauriern vereinnahmt wird. Spielberg gelingt es exzellent die schwachen Momente mit seinen Spannungsbögen zu übertünchen, sodass man sie bereitwillig vergisst. Jurassic Park ist einwandfreies und perfekt inszeniertes Mainstreamkino, ein fast makelloser Blockbuster und 1993 der erfolgreichste Film aller Zeiten. Bereits nach der ersten Woche hatte er 73% seiner Kosten gedeckt und gewann später noch drei Oscars. Die Dreharbeiten verliefen zudem so reibungslos, dass man zwölf Tage früher fertig war, als geplant, was umso erstaunlicher ist, da man das ursprüngliche Finale änderte und sich keine Mühe machte, die erste Variante zur Sicherheit dennoch zu drehen.

Der erste Rohschnitt ohne die Effekte war dann bereits nach wenigen Tagen fertig, weswegen sich Spielberg kurz darauf an Schindler’s List machen konnte. Die Studiobosse taten gut daran, Spielberg sein überschätztes Lebenswerk erst nach der Arbeit an Jurassic Park drehen zu lassen, wobei seine spätere Arbeit sich von der Glaubwürdigkeit auch nichts genommen hätte. So markierte Jurassic Park den letzten großen spielbergschen Entertainmentfilm, der als gelungen ertrachtet werden kann. Im Gegensatz zum zwar gut gemachten, aber auch extrem manipulativen und verklärenden Schindler’s List. Alle Filme nach Jurassic Park (The Lost World eingeschlossen) sind dann das, was Spielberg seither ausmacht: Ein familientauglicher Michael Bay, dessen Filme an seinen Stars festgemacht werden. Der alte Steven Spielberg ist ausgestorben.

8.5/10

Kommentare:

  1. Was ist denn das alternative Ende?

    AntwortenLöschen
  2. @Peter: Das ursprüngliche Ende sah vor, dass Dr. Grant in der Halle des Besucherzentrums per Fernsteuerung das T-Rex Skelett lenkt und damit den angreifenden Raptoren zu Fall und dadurch zu Tode bringt. Spielberg änderte das dann schließlich, da er den T-Rex als eigentlichen Held der Geschichte empfand und nochmals als solchen inszenieren wollte.

    AntwortenLöschen
  3. Hmmm, ehrlich gesagt fand ich das Ende schon immer schwach, aber das ursprüngliche Ende ist auch nicht besser.

    AntwortenLöschen
  4. Oh je, da kommen wir nicht auf einen Zweig, Rudi.

    Den ganzen letzten Absatz kann ich natürlich überhaupt nicht unterschreiben. Ich finde auch, dass die Feststellung, seit JP bzw. SCHINDLER'S LIST habe Spielbegr abgebaut, die ja von der Allgemeinheit geteilt wird, irgendwie nur oberflählich greift. Der Mann hat sein Peter Pan-Syndrom eben überwunden, jetzt noch einmal an die Naivität früherer Tage anknüpfen zu wollen, brächte nichts (man sah ja in A.I., dass Spielberg sich im Kampf zwischen Verklärung und Realität befindet). Ich halte SCHINDLER'S LIST übrigens für einen fantastischen Film.

    Zu JP, den ich witzigerweise auch vor einigen Wochen wieder sah: Für mich ist das alles, aber kein Meisterwerk. Sicher, als Kind war das der Überfilm, und als solchen habe ich ihn auch alle Jahre mit mir herumgetragen. Doch heute muss das doch differenzierter betrachten. Spielberg ist extrem halbherzig bei der Sache, man merkt ganz genau, dass seine Herzensangelegenheit eine andere ist. Besonders das erste Drittel ist katastrophal geschnitten und erzählt, da finden sich Drehbuchfehler, die nicht einmal Anfängernm passieren würden. Regelrecht schlampig arbeitet Spielberg hier. Nichtsdestrotz funktioniert der Film, weil er sehr clever ist: Im Prinzip besucht man als Zuschauer hier jenen Park, um den es auch geht. Der Film ist im Prinzip jene Attraktion, von der er auch handelt - und damit relativisert sich der von dir beschriebene "sozial-kritische" Ansatz für mich auch völlig, denn JP bedient jenes Spektakel, dass er kritisch vorzugeben behauptet (entlarvend geradezu jene Einstellung, die das Merchandising zeigt, dass zum Film verkauft wurde - hier vermischen sich Realität und Fiktion regelrecht). Abgesehen von zahlreichen Lücken und Logikbrüchen, bleibt es dennoch ein Film, der das begnadete Talent Spielbegrs, Geschichten zu erzählen, offenbart. Allein die T-Rexszene des Ausbruchs gehört zu den gigantischsten Momenten der Filmgeschichte, sie beeindruckt noch heute und hat aufgrund ihres pionierhaften Einsatzes von CGI - nämlich immer der Dramaturgie zuliebe - nichts von ihrer Wirkkraft verloren (ich finde ja sogar, das die Dinoeffekte besser aussehen als in KING KONG über 10 Jahre später). Weil Spielberg übrigens wie kein zweiter die Dramaturgie des Effektes beherrscht, finde ich die Klassifikation als Familien-Bay überaus unpassend.

    AntwortenLöschen
  5. @MVV: Bist ja auch ein Spielberg-Fanboy, klar, dass du auch seine Werke von ´93-´07 klasse findest.

    Im Übrigen finde ich nicht, dass er hier leidenschaftslos gearbeitet hat, die von dir angesprochenen Probleme im Drehbuch würde ich eher der Umwandlung von Roman zum Film zurodnen, hier ist das erste Drittel ja total gegensätzlich aufgebaut.

    Wieso die Leute so sehr auf SCHINDLERS LISTE reinfallen, verstehe ich auch nicht, der ist dermaßen kalkuliert und manipulativ inszeniert, da läufts mir als Historiker kalt den Rücken hinunter. Kann jedoch nachvollziehen, dass die Mehrheit diesen Film als einen der besten aller Zeiten ansieht, spricht wiederum auch wieder für den Erfolg der manipulativen Massnahmen des Filmes.

    Auch wenn es dir nicht passt, für mich ist Spielberg innerhalb der letzten 10 Jahre dennoch zum Family-Bay geworden, das zeigt schon alleine MINORITY REPORT und WOTW, letzterer ist BTW für mich vielmehr Zeichen einer halbherzigen Arbeiten von Seiten des Regissseurs.

    Immerhin stimmen wir dahingehend überein, dass wir nicht übereinstimmen. Bei den Blockbustern (besonders LotR) beschreiten wir eben andere Wege.

    AntwortenLöschen
  6. Ich muss dir zustimmen das Schindlers List hochmanipulativ und überbewertet ist. Er ist nicht schlecht, aber man muss ihn im richtigen Kontext sehen.
    Wir mussten ihn uns damals mit der Schule im Kino anschauen. Ehrlich gesagt fand ich den schon damals ungeeignet für einen Schulbesuch, vor allem weil es selbst nach dem Schulbesuch kein kritisches Reflektieren mit dem Film gab. Der wurde halt in Zuge des NS-Deutschland Themas geschaut.

    AntwortenLöschen
  7. Schindlers Liste zeigt den Holocaust wie ihn sich das Blockbuster Publikum vorstellt. Das ist langweilig, prätentiös und vor allem belanglos. Wie beschränkt Spielberg in der Darstellung des Bösen ist, zeigt die Ghettoszene in der das Mädchen erschossen wird und vor allem die Darstellung Armon Göths. Die Heroisierung Schindlers selbst, sollte allein als Beleg für Spielbergs Unfähigkeit sich ernsten Themen zu widmen genügen.

    AntwortenLöschen
  8. Meine beiden Vorredner haben es auf den Punkt gebracht *g*

    AntwortenLöschen
  9. grammaton cleric03.04.08, 14:01

    Flo, volle Zustimmung, JP ist buchstäblich großes Kino. Die Effekte sind heute nocht grandios, zudem war das auch mein Film meiner Jugend!

    Siehst, wir kommen doch mal noch auf 'nen grünen Zweig! :P ;)

    AntwortenLöschen
  10. Da sind wir uns einmal 100%ig einig. Wohl mit der perfekteste Popcornfilm, der je gedreht wurde. Sicherlich spielt da die persönliche Beziehung mit rein (habe den Film z.B. mit 12 im Kino gesehen), aber dennoch: ganz groß!

    AntwortenLöschen
  11. grammaton cleric03.04.08, 14:56

    (habe den Film z.B. mit 12 im Kino gesehen)

    Dito - und hatte einiges an Spielzeug! :love:

    AntwortenLöschen
  12. Ich durfte ihn mit 10 Jahren sehen und hatte mir bereits zuvor im Urlaub in den Universal Studios in Orlando den Triceratops-Roboter angesehen, der dort ausgestellt ist - daher hat mich wohl kein Fim mehr geprägt, als dieser.

    AntwortenLöschen
  13. Wenn ich mal Zeit habe, lege ich gerne dar, warum SCHINDLER'S LIST manipulativ - und dennoch ein toller Film ist.

    Im Übrigen: Spielberg ist der Meister der Manipulation, schon sein ganzes Erzählgerüst, dass sich bei jedem Film in den ersten zwei Sekunden fragt, ob du bereit bist, dich in die Hände eines Erzählers zu begeben, oder nüchtern als Beobachter zu fungieren, ist streng manipulativ. Da bildet SCHINDLER'S LIST nun keine Ausnahme.

    AntwortenLöschen
  14. Das hat sich ja auch bis heute nicht geändert. Guck dir die ersten Minuten von Minority Report (der bis auf die Augen Szene eigentlich recht gut war) oder War of the Worlds. Bei beiden wird direkt am Anfang klar war geht.

    AntwortenLöschen
  15. @MVV
    Für Dich ein toller Film ist;)

    AntwortenLöschen
  16. Ich behaupte ja auch nicht, dass SCHINDLER schlecht sei, sondern nur dass er überbewertet ist. So aus der Erinnerung heraus verdient der sich denke ich schon (7-)8/10 Punkte.

    Guck dir die ersten Minuten von Minority Report (der bis auf die Augen Szene eigentlich recht gut war) oder War of the Worlds.

    Die Augenszene fand ich eigentlich noch das eträglichste an dem ganzen Schmu (wenn du die Transplantationsszene meinst und nicht den Einbruch).

    AntwortenLöschen
  17. Klar, die Effekte sind heute noch beeindruckend. Aber eine sozial-kritische Metamitteilung hab ich da nicht rausgehört. Das ist lediglich die Prämisse des Films, die, wie Rajko wohl anmerkt, sich selbst zur Schau stellt. Ähnliches Problem, wie in Kriegsfilmen zu betrachten.

    Hab JP vor nem Jahr gesehen und muss gestehen, dass ich das alles spektakulärer in Erinnerung habe. Nicht die Effekthascherei ist mir dabei weniger gut aufgefallen, sondern das Storykonstrukt, das imho nur wenig Spannung aufbaut. Die Sache mit dem Embryo-Klau z.B..

    Ich muss mich ein weiteres Mal Raiko anschließen und gestehen, dass mir Spielbergs-post-JP-Filme sehr gefallen. Klar, bei Teil 2 von JP hat er formales inhaltliches vorgezoge, aber das war zu erwarten. AMISTAD hab ich nie gesehen und JAMES RYAN ist imho ein Pro-Kriegsfilm. TERMINAL ist cineastischer Nonsens, total langweilig. Aber ansonsten gefällt mir der Rest mehr oder weniger. So, that´s my shit. ;-)

    AntwortenLöschen
  18. Aber eine sozial-kritische Metamitteilung hab ich da nicht rausgehört.

    Der Mensch spielt Gott und wird am Ende fast von seinem Geschöpf gefressen. Die Dinosaurier pflanzen sich fort, obwohl ihnen ihr Chromosom vorenthalten wird. Der Film ist natürlich keine Musterbeispiel an Sozialkritik,prangert diese Merkmale jedoch durchaus an.

    Storykonstrukt, das imho nur wenig Spannung aufbaut. Die Sache mit dem Embryo-Klau z.B.

    Mhm, kann ich nicht nachvollziehen, fand das damals durchaus spannend. Heutzutage ist das schwerer zu beurteilen, hab den Film ja gut 15x gesehen, aber fühl mich dennoch auch heute noch jede Sekunde unterhalten.

    Ich muss mich ein weiteres Mal Raiko anschließen und gestehen, dass mir Spielbergs-post-JP-Filme sehr gefallen. Klar, bei Teil 2 von JP hat er formales inhaltliches vorgezoge, aber das war zu erwarten. AMISTAD hab ich nie gesehen und JAMES RYAN ist imho ein Pro-Kriegsfilm. TERMINAL ist cineastischer Nonsens, total langweilig. Aber ansonsten gefällt mir der Rest mehr oder weniger.

    Der Rest besteht ja im Grunde nur noch aus CATCH, MINORITY, WOTW und MUNICH, die andere Hälfte hast ja grad verdammt *g* Ich selbst halte MINORITY und WOTW für zwei der schlechtsten Filme der letzten 10 Jahre. Aber that's my shit ;)

    AntwortenLöschen
  19. "Der Film ist natürlich keine Musterbeispiel an Sozialkritik,prangert diese Merkmale jedoch durchaus an."

    Die Story baut sich ja auch darauf auf. Die Kritik bleibt allerdings mehr als nur eine Randerscheinung, da sie nur ein netter Nebeneffekt ist und nicht tiefsinnig behandelt wird. Sonst wäre der Film ein ganz anderer geworden.

    "
    Mhm, kann ich nicht nachvollziehen, fand das damals durchaus spannend. Heutzutage ist das schwerer zu beurteilen, hab den Film ja gut 15x gesehen, aber fühl mich dennoch auch heute noch jede Sekunde unterhalten."

    Da ich ihn nicht so oft gesehen habe und auch nicht Mr.-JP-Fanboy bin (;-)) kann ich das wohl besser beurteilen *zungerausstreck*.

    Aber mal im ernst, der Embryo-Handlungsstrang hätte man gut und gerne weglassen können und dafür das Szenario, Angst vor den Kräften eines Dinos, besser ausarbeiten können bzw. es weniger dem Unterhaltungswert á la Popcornkino trimmen sollen anstatt es dramatischer und konsequenter aufzuzeigen. Aber hey, der ganze Film hat den Popcornkinostyle, deshalb hätte das so nicht reingepasst. Wenn, dann ganz oder gar nicht.

    AntwortenLöschen
  20. Hey, zerredet doch nicht einen der letzten wirklich guten Spielberg Filme. Alleine die erste Rex Szene ist ein Meilenstein der Kinounterhaltung die ich nie vergessen werden. Und selbst Laura Dern kann den Film nicht wirklich herunter ziehen. Hier ist alles Top. 1a Kintopp!

    AntwortenLöschen
  21. Ich fühle mich gerade total animiert, was zu Spielberg zu schreiben. ;)

    Ich bin übrigens kein Spielberg-Fanboy, Rudi, ebenso wie ich kein Simpsons-Fanboy bin.

    Der Mensch spielt Gott und wird am Ende fast von seinem Geschöpf gefressen.

    Das hat uns KING KONG schon vor 75 Jahren gezeigt. ;)

    Ich mag JP, ich werde den Hype um ihn nie vergessen und meine extreme Dino-Ledienschaft als Kind auch nicht, aber es ist für mich nur ein Blockbuster mit bahnbrechenden Effekten, aber halbherziger, schlampiger Inszenierung.

    AntwortenLöschen
  22. Hey, ich mag JP auch sehr, keine Frage. Aber ich muss da Rajko einfach recht geben, zumindest was das halbherzig anbetrifft. Bedaure. ;)

    AntwortenLöschen
  23. Die Kritik bleibt allerdings mehr als nur eine Randerscheinung, da sie nur ein netter Nebeneffekt ist und nicht tiefsinnig behandelt wird.

    Das versteht sich ja von selbst, schließlich ist es ein Blockbuster.

    Das hat uns KING KONG schon vor 75 Jahren gezeigt.

    Ich hab ja nirgends behauptet, dass JP hier Originalität beansprucht, sondern nur dem Kaiser die sozialkritische Komponente aufgezeigt. ;)

    (...) es ist für mich nur ein Blockbuster mit bahnbrechenden Effekten, aber halbherziger, schlampiger Inszenierung.

    Tja, Ansichtssache. Ich kann ja bis heute nicht verstehen, was du (oder sonst jemand) an War of the Worlds findet, in dem Spielberg alles falsch macht und m.E. halbherzig agiert. Aber wir beide divergieren doch ohnehin meistens (s. LARS).

    Ich bin übrigens kein Spielberg-Fanboy, Rudi

    Wer MINORITY REPORT und WAR OF THE WORLDS mag, der ist Fanboy. Basta. :P

    P.S.: So wie ich die Sache sehe, sind Rajko und Kaiser überstimmt, 2:5 ;)

    AntwortenLöschen
  24. LOL

    @MVV und Kaiser
    Ihr müßt unbedingt Carnosaurus vom wertem Herrn Corman sehen. Dann würdet Ihr vielleicht ansatzweise verstehen warum jegliche Kritik an JP als überzogen zu gelten hat. Das ist halbherzige Regie:D

    AntwortenLöschen
  25. Sorry, aber MINORITY REPORT finde ich insgesamt eher misslungen.

    AntwortenLöschen
  26. Das ist er eben, Rudi, ein Blockbuster. Und genau das ist seine Absicht: Entertainment und das möglichst mit viel Schauwerten, tollen Effekten und den Dinos als Attraktion. So und nicht anders.

    Denn was Spielberg will, ist Popcornkino. Und kein sozial-kritisches Statement, das, wie ich schon erwähnt habe, nur ein netter Nebeneffekt ist, das aber von Spielberg nicht aufgegriffen oder gar unterstrichen wird.

    AntwortenLöschen
  27. PS: Ich mag MINORITY und WOTW und bin kein Spielberg-Fanboy ;-)

    AntwortenLöschen
  28. Denn was Spielberg will, ist Popcornkino. Und kein sozial-kritisches Statement, das, wie ich schon erwähnt habe, nur ein netter Nebeneffekt ist, das aber von Spielberg nicht aufgegriffen oder gar unterstrichen wird.

    Und ich hab doch nirgends behauptet, dass der Film mit erhobenem Zeigefinger seine Geschichte erzählt. Natürlich erzählt SS hier Spaß- und Popcornkino, aber als Nebeneffekt hat er eben auch diese sozial-kritische Komponente (der er natürlich nicht weiter folgt). Wir beide sind uns in der Hinsicht einig, versteh gar nicht, weshalb wir dauernd aneinander vorbei reden.

    Ihr beiden Spielberg-Fanboys verleugnet die Tatsache wie ein Alkoholiker seine Sucht *g* :P

    AntwortenLöschen
  29. ICH BIN KEIN SPIELBERG-FANBOY und SPIELBERG MIT SS ABZUKÜRZEN GEHT SCHON MAL GAR NICHT.

    AntwortenLöschen
  30. "SPIELBERG MIT SS ABZUKÜRZEN GEHT SCHON MAL GAR NICHT."

    Das hab ich mir auch gedacht. ;D

    AntwortenLöschen