14. Mai 2008

Scrubs - Season Seven

Why is it so many of your stories end with, “And then he hang himself“?

Es heißt immer, man solle aufhören, wenn es am Schönsten ist. In der Filmbranche ignoriert man dies jedoch geflissentlich und reitet Sachen dagegen gerne tot. So sind oftmals die letzten Staffeln einer Serie nicht mehr zu vergleichen mit ihren ersten. Zum Beispiel entwuchsen Prison Break oder The Office irgendwann ihrer Prämisse. Umso überraschender gerät es also, dass ausgerechnet eine Show wie Scrubs – zudem im Jahr des Autorenstreiks – nach einer eher enttäuschenden sechsten Staffel im siebten Jahr so stark zurückkam. Nach sechs Jahren ist der Internist John Dorian (Zach Braff) nun inzwischen 32 Jahre alt und mit einer Frau zusammen, die er zwar nicht liebt, die aber ein Kind von ihm erwartet.

“Do you think I need to grow up?”, fragt J.D. zudem Freunde und Kollegen, nachdem er in der zweiten Folge My Hard Labor tatsächlich Vater geworden ist. Zu Beginn der Staffel wird Tabula Rasa gemacht. Plötzlich erkennt Elliot (Sarah Chalke), dass das mit Keith (Travis Schuldt) doch nix ist und sagt die Hochzeit wie die Beziehung ab. J.D. folgt ihr kurz darauf mit seiner schwangeren Freundin Kim (Elizabeth Banks) mit derselben Entscheidung. Immerhin erhalten so beide Figuren mal eine Staffel lang keine neuen Partner an die Seite und landen auch nicht miteinander in der Kiste. Entsprechend kann sich Serienschöpfer Bill Lawrence ganz auf den vermeintlichen Reifeprozess seiner Show-Titelfigur konzentrieren.

Ganz der Unreife entsagt sich J.D. jedoch nicht. Mit My Growing Pains, zugleich die gelungenste Episode der Staffel, widmet sich eine ganze Folge jenem Verhalten und der Aufforderung, endlich erwachsen zu werden. Spätestens als mal wieder J.D.’s Bruder Dan (Tom Cavanagh) auftaucht und sich als reifer erweist als J.D., beginnt es in dessen Kopf zu arbeiten. Einen ähnlichen Prozess zur Neudefinierung macht auch Dr. Cox (John C. McGinley) durch als er feststellt, wie abhängig er von Jordan (Christa Miller) und den gemeinsamen Kindern geworden ist. Selbst der Janitor (Neil Flynn) erhält nun eine Freundin, welche als „Lady“ die Tradition der ulkigen Namen (Dudemeister, Beardfacé) in der Show fortsetzt.

Auch für Figuren wie Dr. Kelso (Ken Jenkins) stehen Veränderungen bereit, verliert er aufgrund seines Alters von 65 Jahren zum Ende der Staffel seinen Posten als Chefarzt. Etwas geerdeter geht es bei Turk (Donald Faison) und Carla (Judy Reyes) zu, die im siebten Jahr frei von größeren Sorgen sind. Die nur elf Episoden umfassende Staffel kommt im Vergleich zu ihren Vorgängern inhaltlich sehr viel kompakter und stringenter daher. Die Reife macht’s - so das Motto. Vielleicht lag in der Kürze aber auch die Würze, wirkt die Staffel doch weitaus freier in ihrer Darbietung. Fantasyvignetten sind zwar seltener und zugleich simpler, an humorvollen Momenten wie J.D.’s und Turk’s Babysitting mangelt es dennoch nicht.

Es wird jedoch klar, dass Scrubs der Ur-Prämisse der Newbies nicht mehr wirklich gerecht wird, wenn die nerdigste Figur nun Vater geworden ist. Auch der Zahn der Zeit nagt hier an so manchen Darstellern, speziell Chalke und Reyes. Ein Ende der Sitcom war bereits zuvor absehbar, wurde die siebte doch als ursprünglich letzte Staffel konzipiert, da gerade der dank Garden State zu Ruhm gekommene Zach Braff sich neuen Aufgaben stellen wollte. Als Appetizer für die tatsächlich letzte und achte Staffel funktioniert die Siebte ganz gut, werden J.D. und Elliot doch sorgsam auf dieselbe Bahn gelenkt. Der Reifeprozess wirkt passend tröstlich, entsprechend ließe sich mit J.D. sagen: Suck on that, Tony Shalhoub!

8/10

Kommentare:

  1. Nach dem Beitrag hätte ich keine 7.5 erwartet. Spricht da der Fan-Boy aus dir?

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  2. Bin ein Fanboy, keine Frage, grad deswegen war ich ja so enttäuscht. Hatte zuletzte die 3. und 4. Staffel gesehen, die sind nahezu perfekt, beide, dagegen wirkt die 7. eben wie eine herbe Enttäuschung. Aber bei Serien bewerte ich ja immer jede (aktuelle) Folge einzeln und am Ende kommt ein Durchschnittswert heraus, in diesem Fall eben 7.5, was dabei herauskommt, wenn Folgen zwischen 6er und 9er Bewerungen schwanken.

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  3. schwarz-marc-t15.05.08, 13:12

    das die darsteller zu alt werden, um ihnen ihre rolle abzukaufen, ist mir auch schon negativ aufgefallen.
    da finde ich dies z.b. bei malcolm mittendrin viel viel besser gelöst.
    da sieht man sehr gut wie alt die buben geworden sind, aber sind lange nicht mehr so kindisch, wie in den ersten staffeln (mit ihren streichen etc.). sie sind gewachsen und interessieren sich z.b. für frauen etc.

    bin auf die 7.staffel gespannt, auch nach deinem (fast) vernichtenden urteil :-)

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  4. bin auf die 7.staffel gespannt, auch nach deinem (fast) vernichtenden urteil

    Du schon wieder :P Was heißt denn hier "vernichtend"? 7.5 ist eine gute Bewertung für eine Serie, da schau ich lieber die 7. (enttäuschende9 Staffel Scrubs als so TV-Gurken wie 24 oder DR. HOUSE.

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  5. schwarz-marc-t15.05.08, 14:05

    hahahahha 7.5 ist ja auch nich schlecht :-)

    endlich mal jemand der auch dr.house und konsorten hasst :-) DANKE

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  6. Gurken wie House?!?!
    Sach mal!

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  7. Gurken wie House?!?!

    Is doch wahr, da ist jede Episode gleich. Habs ja schonmal irgendwo geschrieben: Patient - krank - House sagt wo's lang geht - alle sagen "Ne ne" - Patient krepiert fast - House sagt wo's lang geht - Man macht, was House sagt - Patient lebt. Fertig ist die typische House-Folge *gähn*. Klar, Laurie spielt das genial und die zynischen Sprüche sind der Hammer, aber so lineare Serien wie HOUSE oder CSI kann ich (persönlich) nicht ab. Sorry :)

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  8. So könnte man auch über Scrubs argumentieren. Patient kommt, jeder reisst seine Witze, Cox macht einen auf besorgt und zum Schluss haben alle ein schlechtes Gewissen, dass sie rumgeflachsten.
    Hosue schafft es in diesem unglaublichen engen Kosmos der, zugegebenermassen, immer House in den Mittelpunkt stellt, spannende und vor allem bewgende Geschichten zu erzählen. Dass der Patient zum Schluss meist gerettet wird, kann man der Serie kaum vorwerfen, auch Columbo löst jeden Fall:-)
    Aber man darf House auch nicht mit ER o.ä. vergleichen, House ist mehr Drama und weniger Klinikserie.
    Ausserdem hab ich mich in Cameron verknallt:-)

    ...anscheinend wird wohl auch über eine neunte Staffel von Scrubs nachgedacht!

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  9. Naja, das Schema bei Serien wie HOUSE, ER oder COLUMBO ist ja immer dasselbe, während SCRUBS eine Sitcom ist, die durch ihre Witze unterhält. Der medizinische Charakter spielt hier ja eine absolute Nebenrolle. Daher mag ich so Serien wie CSI oder HOUSE nicht, ähnliches gilt mit Abstrichen auch für SMALLVILLE. Aber das entscheidet jeder nach eigenem Gusto.

    ...anscheinend wird wohl auch über eine neunte Staffel von Scrubs nachgedacht!

    Das lassen sie besser mal, vor allem wird Zachy da eh nicht mehr mitmachen und dann kann man das ganze nur noch totreiten. Mir wäre eine gebührliche 7. Staffel mit Ende lieber gewesen, als dieser verdallemeite Autorenstreik, der das gesamte Serienjahr gefickt hat.

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  10. Ich habe ein oder zwei Episoden von Scrubs gesehen und halte die Serie für eine gute Sitcom. Aber wie das so ist, irgendwann ist alles einmal ausgeleiert. Außer vielleicht die 34. Wiederholung von Married... with Children;)

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  11. Außer vielleicht die 34. Wiederholung von Married... with Children

    Kommt auf die Folge an ;)

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  12. Ja gut, aber aus dem großen Lostopf mit Hauptgewinnen gerade die Niete zu ziehen ist schon ziemlich unwahrscheinlich:D

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  13. Ein Streit um Fernsehserien. Was ist besser, HOUSE oder SCRUBS. Wie spannend.

    ;)

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  14. Ich sagte nicht, dass HOUSE schlechter ist, sondern dass mir HOUSE nicht gefällt ;)

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  15. ich hab e mir die 7.staffel gekauft natürlich konnte in dieser staffel das hohe niveau von den letzten nicht gehalten werden was mich aber nicht gewundert hat da es schon ein wunder war das das niveau gehalten und noch gesteigert werden konnte allem in allem ist die 7.staffel ein muss für jeden wirklichen fyn doch ich hoffe nun auch einf ein wirklich gutes staffel finale mit vielen emotionen und ernsteren folgen

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