This is our sketch show!
Er betrat die Bühne als newbie, wurde von Kollegen wegen seiner unschuldigen Naivität „Bambi“ getauft, sein Mentor belegte ihn mit Mädchennamen und für den Chefarzt war er lediglich ein Paar scrubs. Für Zach Braff bedeutete die Rolle von John “J.D.“ Dorian in Bill Lawrences Sitcom Scrubs den Durchbruch. Was im Jahre 2001 als unterhaltsames Pendant zu ernsten Krankenhausserien wie Chicago Hope oder ER begann, fand nun, nach acht Jahren, sein Ende. Den kulturellen Einfluss von Scrubs sollte man nicht unterschätzen, weisen andere Genreserien wie Grey’s Anatomy oder House, M.D. unübersehbare Parallelen zu Lawrences Lebenswerk auf. Nach acht Staffeln und einem Senderwechsel geht Scrubs nun in Rente. Zumindest in der Form, wie man es gewohnt war.
Zwar schloss Lawrence nicht aus, dass die Sitcom in einer anderen Form weitergehen könnte (sie tat dies anschließend auch), allerdings blieb fraglich, ob überhaupt jemand aus dem aktuellen Ensemble Bereitschaft zeigen würde und wenn ja, wie viele. Für Braff hieß es letzte Woche jedenfalls Abschied nehmen. Und mit ihm auch von Scrubs. Nachdem NBC die Serie gekündigt hatte, konnte ABC dazu gebracht werden, 19 abschließende Folgen auszustrahlen. Hierzu erklärten sich sowohl Lawrence als auch Braff bereit, nachdem der ursprüngliche Sender die siebte Staffel chronologisch umgeschmissen und ein ehrwürdiges Ende verhindert hatte. Ironischerweise ging dies gleich so weiter, wurde die zuerst produzierte Folge My ABC’s erst als vierte Episode ausgestrahlt.
Das Übermotto der finalen Staffel ist ziemlich offensichtlich die Liebe, wobei hier speziell drei Beziehungen im Mittelpunkt stehen. Zu Beginn muss das Sacred Heart jedoch erst einmal mit ihrer neuen Chefärztin (Courtney Cox) klar kommen. Da allerdings absehbar war, dass Dr. Cox (John C. McGinley) über kurz oder lang diesen Posten einnimmt, ist der Gastauftritt von Courtney Cox nichts mehr, als ein kurzes Intermezzo. Und im Vergleich zu den vergangenen Staffeln wartete die Sitcom dieses Jahr ohne wirklich große Gastrollen auf. Abgesehen von Cox geben sich „nur“ Elizabeth Banks und Scott Foley in ihren bekannten Rollen als Kim und Sean nochmals die Ehre. Des Weiteren lässt es sich Serienvater Bill Lawrence nicht nehmen, zweimal selbst einen kleinen Part zu übernehmen.
Wie erwähnt ist im letzten Jahr das große Thema die Liebe beziehungsweise Beziehungen. Zu Beginn kommen J.D. und Elliot (Sarah Chalke) wieder zusammen. Überraschender- und zugleich erfreulicherweise ohne großes Aufhebens um diesen Fakt. Eine Entscheidung, die quasi aus der Reife der Figuren heraus resultiert. Die Beziehung der Beiden verläuft dann auch ohne wirkliche Streitigkeiten (abgesehen von My Soul on Fire - Part II). Genauso im Grunde auch die anderen beiden hervorgehobenen Beziehungen. Zum einen erhält Ted (Sam Lloyd) in der etwas nerdigen Stephanie Gooch (Kate Micucci) endlich (s)eine Freundin. Dagegen hatte Scrubs bereits im Vorjahr Lady (Kit Pongetti) als Freundin des Janitors (Neil Flynn) eingeführt.
Deren Romanze beschreitet ein neues Level, als das Paar in der Doppelfolge My Soul on Fire auf den Bahamas heiratet. Auch die zuvor etablierten Beziehungen von Dr. Cox und Jordan (Christa Miller) sowie Turk (Donald Faison) und Carla (Judy Reyes) verlaufen abgesehen von kurzen Reibereien wie bei J.D. und Elliot sehr harmonisch. Die achte Staffel versucht somit gar nicht erst, irgendwelches Drama in romantischer Hinsicht einzuführen. Der durchgehende Ton der Staffel ist vielmehr der eines ruhigen und besonnenen Abschiedes auf Raten, auf den über 19 Folgen hinweg mit Würde hingearbeitet wird. Hierbei bleibt jedoch mitunter der Humor etwas auf der Strecke, wobei dies ein Problem ist, mit dem sich Scrubs schon im Vorjahr des Öfteren auseinander setzen musste.
Ein Merkmal dieser Staffel ist die finanzielle Einsparung. Der Wechsel zu ABC brachte eine Budgetkürzung mit sich, was sich bemerkbar macht. So wird zum einen weitestgehend auf Vignetten von J.D. verzichtet oder dieses sehr kostengünstig inszeniert. Zum anderen muss das Publikum meist auf ein oder mehrere Mitglieder des Ensembles verzichtet. Hier sollten Gehälter eingespart werden. Fehlen gelegentlich Carla oder Turk, so wartet My Full Moon lediglich mit Chalke und Faison auf, während alle anderen Darsteller durch Abwesenheit glänzen. Was unproblematisch ist, da gerade My Full Moon überzeugt. DasNiveau der achten Staffel variiert ohne bestimmtes Schema zwischen Durchschnitt und Überdurchschnitt. Besonders missraten sind dabei nur My Absence und My ABC’s.
Wirkliche herausragende Episoden wusste die Serie zuletzt in der sechsten Staffel zu offerieren. Und auch zwei Jahre später muss man sich auch nie wirklich den Bauch halten vor Lachen. Keine Folge ist perfekt ausgefallen, lediglich My Soul on Fire - Part I heben sich speziell aus den 19 Episoden hervor. Immerhin dicht gefolgt von My Soul on Fire – Part II, My Jerks, My Full Moon und My Finale - Part II. Wie sehr das Niveau von Scrubs in den Jahren gelitten hat, merkt man jedoch schon an den jeweiligen Sketchen. Zwar sind Turks Keksdiebstahl, sein Tigerblutfleck oder Teds Selbsteifersucht gelungene Momente, doch an die Höhepunkte anderer Staffeln reichen diese nicht heran. Weitestgehend mag man dass Lawrence, der dieses Jahr erstaunlich oft Regie geführt hat, verzeihen.
Vormerklich unter dem Gesichtspunkt, dass seine Serie hier würdig altern soll. Dass die Luft inzwischen raus ist, merkt man jedoch zu oft zu sehr. Mit ihren dreißig Jahren und ihren Kindern eignen sich die Figuren einfach nicht mehr für die einst vorgegebene Prämisse der Sitcom. Dies wird schon allein durch die Wiederzusammenführung von J.D. und Elliot offensichtlich. Es ist also ein langsames Abschied nehmen, gewürzt von einigen alten Bekannten, gerade im Doppelfinale My Finale. Dieses ist weniger lustig als wehmütig, geht aber durchaus in Ordnung. Lawrence hat seine Serie zu einem ehrenvollen Abschluss gebracht, der logisch und nachvollziehbar ist. Aber eben auch melancholisch. Sie wird mir fehlen, meine Lieblingsserie. Oder wie J.D. sagen würde: smell you later.
Er betrat die Bühne als newbie, wurde von Kollegen wegen seiner unschuldigen Naivität „Bambi“ getauft, sein Mentor belegte ihn mit Mädchennamen und für den Chefarzt war er lediglich ein Paar scrubs. Für Zach Braff bedeutete die Rolle von John “J.D.“ Dorian in Bill Lawrences Sitcom Scrubs den Durchbruch. Was im Jahre 2001 als unterhaltsames Pendant zu ernsten Krankenhausserien wie Chicago Hope oder ER begann, fand nun, nach acht Jahren, sein Ende. Den kulturellen Einfluss von Scrubs sollte man nicht unterschätzen, weisen andere Genreserien wie Grey’s Anatomy oder House, M.D. unübersehbare Parallelen zu Lawrences Lebenswerk auf. Nach acht Staffeln und einem Senderwechsel geht Scrubs nun in Rente. Zumindest in der Form, wie man es gewohnt war.
Zwar schloss Lawrence nicht aus, dass die Sitcom in einer anderen Form weitergehen könnte (sie tat dies anschließend auch), allerdings blieb fraglich, ob überhaupt jemand aus dem aktuellen Ensemble Bereitschaft zeigen würde und wenn ja, wie viele. Für Braff hieß es letzte Woche jedenfalls Abschied nehmen. Und mit ihm auch von Scrubs. Nachdem NBC die Serie gekündigt hatte, konnte ABC dazu gebracht werden, 19 abschließende Folgen auszustrahlen. Hierzu erklärten sich sowohl Lawrence als auch Braff bereit, nachdem der ursprüngliche Sender die siebte Staffel chronologisch umgeschmissen und ein ehrwürdiges Ende verhindert hatte. Ironischerweise ging dies gleich so weiter, wurde die zuerst produzierte Folge My ABC’s erst als vierte Episode ausgestrahlt.
Das Übermotto der finalen Staffel ist ziemlich offensichtlich die Liebe, wobei hier speziell drei Beziehungen im Mittelpunkt stehen. Zu Beginn muss das Sacred Heart jedoch erst einmal mit ihrer neuen Chefärztin (Courtney Cox) klar kommen. Da allerdings absehbar war, dass Dr. Cox (John C. McGinley) über kurz oder lang diesen Posten einnimmt, ist der Gastauftritt von Courtney Cox nichts mehr, als ein kurzes Intermezzo. Und im Vergleich zu den vergangenen Staffeln wartete die Sitcom dieses Jahr ohne wirklich große Gastrollen auf. Abgesehen von Cox geben sich „nur“ Elizabeth Banks und Scott Foley in ihren bekannten Rollen als Kim und Sean nochmals die Ehre. Des Weiteren lässt es sich Serienvater Bill Lawrence nicht nehmen, zweimal selbst einen kleinen Part zu übernehmen.
Wie erwähnt ist im letzten Jahr das große Thema die Liebe beziehungsweise Beziehungen. Zu Beginn kommen J.D. und Elliot (Sarah Chalke) wieder zusammen. Überraschender- und zugleich erfreulicherweise ohne großes Aufhebens um diesen Fakt. Eine Entscheidung, die quasi aus der Reife der Figuren heraus resultiert. Die Beziehung der Beiden verläuft dann auch ohne wirkliche Streitigkeiten (abgesehen von My Soul on Fire - Part II). Genauso im Grunde auch die anderen beiden hervorgehobenen Beziehungen. Zum einen erhält Ted (Sam Lloyd) in der etwas nerdigen Stephanie Gooch (Kate Micucci) endlich (s)eine Freundin. Dagegen hatte Scrubs bereits im Vorjahr Lady (Kit Pongetti) als Freundin des Janitors (Neil Flynn) eingeführt.
Deren Romanze beschreitet ein neues Level, als das Paar in der Doppelfolge My Soul on Fire auf den Bahamas heiratet. Auch die zuvor etablierten Beziehungen von Dr. Cox und Jordan (Christa Miller) sowie Turk (Donald Faison) und Carla (Judy Reyes) verlaufen abgesehen von kurzen Reibereien wie bei J.D. und Elliot sehr harmonisch. Die achte Staffel versucht somit gar nicht erst, irgendwelches Drama in romantischer Hinsicht einzuführen. Der durchgehende Ton der Staffel ist vielmehr der eines ruhigen und besonnenen Abschiedes auf Raten, auf den über 19 Folgen hinweg mit Würde hingearbeitet wird. Hierbei bleibt jedoch mitunter der Humor etwas auf der Strecke, wobei dies ein Problem ist, mit dem sich Scrubs schon im Vorjahr des Öfteren auseinander setzen musste.
Ein Merkmal dieser Staffel ist die finanzielle Einsparung. Der Wechsel zu ABC brachte eine Budgetkürzung mit sich, was sich bemerkbar macht. So wird zum einen weitestgehend auf Vignetten von J.D. verzichtet oder dieses sehr kostengünstig inszeniert. Zum anderen muss das Publikum meist auf ein oder mehrere Mitglieder des Ensembles verzichtet. Hier sollten Gehälter eingespart werden. Fehlen gelegentlich Carla oder Turk, so wartet My Full Moon lediglich mit Chalke und Faison auf, während alle anderen Darsteller durch Abwesenheit glänzen. Was unproblematisch ist, da gerade My Full Moon überzeugt. DasNiveau der achten Staffel variiert ohne bestimmtes Schema zwischen Durchschnitt und Überdurchschnitt. Besonders missraten sind dabei nur My Absence und My ABC’s.
Wirkliche herausragende Episoden wusste die Serie zuletzt in der sechsten Staffel zu offerieren. Und auch zwei Jahre später muss man sich auch nie wirklich den Bauch halten vor Lachen. Keine Folge ist perfekt ausgefallen, lediglich My Soul on Fire - Part I heben sich speziell aus den 19 Episoden hervor. Immerhin dicht gefolgt von My Soul on Fire – Part II, My Jerks, My Full Moon und My Finale - Part II. Wie sehr das Niveau von Scrubs in den Jahren gelitten hat, merkt man jedoch schon an den jeweiligen Sketchen. Zwar sind Turks Keksdiebstahl, sein Tigerblutfleck oder Teds Selbsteifersucht gelungene Momente, doch an die Höhepunkte anderer Staffeln reichen diese nicht heran. Weitestgehend mag man dass Lawrence, der dieses Jahr erstaunlich oft Regie geführt hat, verzeihen.
Vormerklich unter dem Gesichtspunkt, dass seine Serie hier würdig altern soll. Dass die Luft inzwischen raus ist, merkt man jedoch zu oft zu sehr. Mit ihren dreißig Jahren und ihren Kindern eignen sich die Figuren einfach nicht mehr für die einst vorgegebene Prämisse der Sitcom. Dies wird schon allein durch die Wiederzusammenführung von J.D. und Elliot offensichtlich. Es ist also ein langsames Abschied nehmen, gewürzt von einigen alten Bekannten, gerade im Doppelfinale My Finale. Dieses ist weniger lustig als wehmütig, geht aber durchaus in Ordnung. Lawrence hat seine Serie zu einem ehrenvollen Abschluss gebracht, der logisch und nachvollziehbar ist. Aber eben auch melancholisch. Sie wird mir fehlen, meine Lieblingsserie. Oder wie J.D. sagen würde: smell you later.
7.5/10

eine würdige letzte Folge für eine tolle Serie
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