18. April 2014

Joe

That dog is a asshole!

Vergesst Leonardo DiCaprio, vergesst Tom Hanks, wenn es um einen der größten Schauspieler geht, kann nur der Name Nicolas Cage fallen. Ein Grimassenschneider par excellence, der sein Karrierehoch Mitte bis Ende der 1990er Jahre erlebte, als er mit einem Oscar für Leaving Las Vegas im Gepäck zum Action-Star mutierte. Heutzutage fallen einem beim Namen Nic Cage zuerst YouTube-Videos ein, die Best-of-Mash-ups seiner verrücktesten Darstellungen kompilieren: Von Vampire’s Kiss bis The Wicker Man. From Beyond-Kollege Rajko Burchardt nannte ihn in seiner moviepilot-Kolumne „den unfassbarsten Schauspieler unserer Zeit. Eine Urgewalt“ und die gilt es nun in David Gordon Greens Joe zu bewundern.

Darin erzählt David Gordon Green von einer White-Trash-Gesellschaft, einer Zivilisation am Rande der Zivilisation. Joe (Nicolas Cage) ist ein Ex-Knacki, der einst zweieinhalb Jahre wegen Widerstand gegen Polizeibeamte verbüßte. Nun leitet er eine Gruppe Männer, die im Wald schwache Bäume vergiften, um Platz für kräftigere Tannen zu machen. “Nobody wants these trees”, erläutert Joe. “These trees are weak. They’re not good for anything.” Nicht gut genug für irgendwas – das lässt sich im Grunde über alle Figuren sagen. Allen voran über Wade (Gary Poulter), den versoffenen, gewalttätigen Vater des 15-jährigen Gary (Tye Sheridan). Der wiederum sieht in Joe einen Freund und eine potentielle Vaterfigur.

Warum sich dieser des Jungen annimmt, weiß er wohl selbst nicht genau. “When I watch that boy I see someone who’s nothing like me”, verrät Joe. Und dennoch engagiert er sich immer mehr um Gary – was Konsequenzen auf dessen Beziehung zu seinem Vater hat. Je mehr Joe in die Verhältnisse dieser fremden Familie involviert wird, desto näher bewegt er sich auf seinen eigenen Abgrund zu. Jedes Zeichen von Aggression könnte ihn zurück ins Gefängnis katapultieren. Ein Ort, an den sich Joe unterbewusst zurückzusehnen scheint, vermutet der lokale Sheriff, der es gut mit Joe meint. Und da dieser mit Willie (Ronnie Gene Blevins) im Ort eine Nemesis hat, scheint die Eskalation der Dinge nur eine Frage der Zeit zu sein.

Wirkliche Einblicke in seine archetypischen Figuren gewährt Joe dabei dem Zuschauer nicht, diese sortieren sich vielmehr in eine Grauzone ein, mit Tendenzen zu gut und böse. Joe lebt aus dem Nichts und in das Nichts, zwischen TV-Beiträgen, Alkohol, Zigaretten und Prostituierten-Besuchen. Wade wiederum lebt nur für das nächste hochprozentige Getränk. Obschon Joe nie als schlechter Kerl dargestellt wird, erhält er erst als Abstrakt zu Wade und Willie das Attribut: gut. Doch tief in ihm drin ist auch Joe ein Vulkan, der jeden Moment eruptieren kann. Und wer könnte eine derartige Urgewalt besser darstellen, als der Cagemaster? Auch wenn Nicolas Cage hier eher sein subtiles Spiel an den Tag legt – mit wenigen Ausnahmen.

In Kombination mit Green, der zuletzt den eher gekünstelten Prince Avalanche inszenierte, ist Cage fraglos eine Sichtung wert als bärtiger harter Kerl mit weichem Kern. Dabei wird ihm fast die Show von Laiendarsteller Gary Poulter gestohlen, seines Zeichens ein Obdachloser, der die Filmpremiere selbst nicht mehr erlebte. Tye Sheridan wiederum knüpft an den Weg an, den er mit Mud begann, ohne vollends an seine Leistungen in diesem heranzureichen. Aufgrund der verloren wirkenden und fertigen Figuren in einer bisweilen fast träumerisch fotografierten authentischen Landschaft wirkt Joe mitunter wie eine Mischung aus Jeff Nichols’ thematisch nicht unähnlichen Mud und Harmony Korines Gummo.

So ist Joe ein über weite Strecken ruhiges, zugleich aber auch etwas überlanges Drama, dessen Verlauf man natürlich kommen sieht, weil es für Figuren wie Joe, Wade und Willie in Filmen nur einen Weg gibt. Bedächtig nimmt sich David Gordon Green seiner Figuren an, ohne diese vollends preiszugeben. So avanciert Joe weniger zur Charakterstudie wie zum Charakterdrama, welches sich problemlos in einer Double – oder Triple – Bill mit Mud und Killer Joe eignen würde. “You don’t have to take no shit from nobody”, lautet einer der Ratschläge, den Gary im Film erhält. Ein Mantra, wie es sich auch Nic Cage sagen dürfte, der hier wie so oft eine sehenswerte – wenn auch nicht: unfassbare – Leistung abliefert.

7/10

10. April 2014

Gakuen mokushiroku [Highschool of the Dead]

That’s a scenario that wouldn’t make it in Hollywood.

Keine Frage, viel beliebter als heute können Zombies nicht mehr werden. Was einst von George A. Romero als Sozialkommentar in Form eines Indie-Horrorfilms begann, ist nun marktkompatible TV-Serie. Stromerten vor vier Jahren noch fünf Millionen Zuschauer für AMC’s The Walking Dead vor den Bildschirm, sind es inzwischen drei Mal so viele. Der lahmen Story und leblosen Figuren Jahr um Jahr zum Trotz. Weitaus knackiger und weniger bieder kam zur selben Zeit Gakuen mokushiroku (aka Highschool of the Dead oder: H.O.T.D.) von Araki Tetsurō daher, die wie The Walking Dead auf einem Comic – respektive Manga – basiert, den die beiden Satō-Brüder Daisuke und Shōji vier Jahre zuvor ins Leben riefen.

Hier erleben die Protagonisten, wie ihre Schule aus heiterem Himmel eine Zombie-Epidemie befällt. Der 17-jährige Takashi (Suwabe Junichi) hat den Braten schnell gerochen und macht sich auf, um seinen Schwarm Rei (Inoue Marina) aus dem Klassenzimmer zu lotsen. Blöd, dass ihr Freund und Takashis ehemals bester Kumpel Hisashi mitkommt. Nach einem Zwischenfall auf dem Schuldach, der Hisashi das Leben kostet, verbünden sich Takashi und Rei mit vier Schulkameraden rund um Takashis Nachbarin und Kindheitsfreundin Takagi (Kitamura Eri), der selbstsicheren Saeko (Sawashiro Miyuki), dem nerdigen Kota (Hiyama Nobuyuki) sowie der so vollbusigen wie naiven Schulschwester Ms. Marikawa (Fukui Yukari).

Erst einmal aus der Schule raus, gilt es für die Gruppe, sicherzustellen, dass ihre Familien gesund sind. Die Serie macht es sich dabei leicht, betrifft dies doch primär nur Takashi, Rei und Takagi. Der Weg zur anderen Seite der Stadt – Tokio ist immerhin groß – wird durch die Vorkommnisse des Z-Day erschwert, von Straßenabsperrungen der Polizei bis hin zu den hunderten Zombies, die nunmehr die Straßen füllen. Durch etwaige Ereignisse wird die Gruppe zusätzlich oft getrennt und muss Mal um Mal um ihr Leben kämpfen. Sogleich stellen die Charaktere jedoch fest, dass die Zombie-Apokalypse Eigenschaften in ihnen weckt, von denen sie zuvor nicht wussten, dass sie diese besaßen. Oder die sie verdrängten.

So bemerkt Takashi bald “it’s been only one day since the beginning of the end but I’ve already killed a person”. Für Kota, zuvor ein unbeachteter, molliger Loser, bietet Z-Day die Gelegenheit, seinen Waffenwahn für einen guten Zweck zu nutzen. Und auch Saeko zeigt mehr Gefallen an den neuen Anforderungen als der Umstand erlauben sollte. Ihre bisherigen Leben müssen die Jugendlichen bald hinter sich lassen, wollen sie in der neuen Weltordnung nicht ins Hintertreffen geraten. Und dennoch gilt es, in all dem Trubel seine Menschlichkeit zu bewahren, will man sich von den übrigen Monstern, die durch die Straßen ziehen, unterscheiden. Narrative Elemente, die H.O.T.D. nicht von etwaigen Genrekollegen abgrenzen.

Vom depressiven Charakter eines The Walking Dead hat Highschool of the Dead dabei ebenso wenig wie vom reinen Klamauk eines Dance of the Dead. Vielmehr von beidem etwas, auch wenn Arakis Anime klar den humorvollen Weg einer selbstironischen Apokalypse mit Meta-Faktor geht. An dramatischen Szenen mangelt es der Show jedenfalls nicht, sei es eine Mutter, der von ihrer Tochter die Halsader rausgerissen wird, oder eine Siebenjährige, die mitansehen muss, wie ihr Vater in einem Hauseingang erstochen wird, ehe sich eine Horde Zombies im Vorgarten Bahn bricht. Aber auch Hisashis Tod hinterlässt sowohl für Rei als auch für Takashi und die romantischen Gefühle der beiden im weiteren Verlauf Eindrücke.

Vordergründig ist trotz des Zombie-Szenarios allerdings ohne Zweifel der Spaß, den die Serie einerseits ihren Meta-Bezügen zu verdanken hat, andererseits ihren Ecchi-Elementen. Denn nicht nur haben alle weiblichen Figuren hier mindestens Körbchengröße C, sie sind entsprechend knapp bekleidet und mitunter auch schon mal barbusig. Die Damen, allen voran Ms. Marikawa, schütteln ihre sekundären Geschlechtsteile wo es geht durchs Bild, welches sich auch in bester Pantsu-Manier bemüht, wo möglich die Höschen der Frauen einzufangen. Sexuelle Anspielungen (Ecchi) finden sich somit durchweg, selbst wenn H.O.T.D. – obschon Satō Shōji auch in diesem tätig ist – nie selbst in Hentai-Gefilde abrutscht.

Fanservice wird also großgeschrieben und befeuert in absurden Matrix-Momenten zugleich den Humor der Szenen. Passenderweise greift die Serie den Fanservice in ihren Meta-Momenten selbst auf, wenn die nackte Damengruppe sich wäscht und Takagi die Frage in den Raum wirft: “Why are we all in the bath together any way?” Am schlimmsten hat es da die arme Ms. Marikawa erwischt. “Why are you so spaced out?”, geht deren Naivität gegen Ende der Staffel selbst ihren Mitstreiterinnen auf den Keks. “That’s my character”, entschuldigt sich daraufhin die Schulschwester mit Körbchengröße Doppel-H unschuldig. Aber auch in teils doppeldeutigen Anspielungen kommt die sexuelle Verspieltheit der Serie zum Tragen.

Schon beinahe zu oft vergleichen die Figuren dabei ihre Situation mit Filmen und Serien. “This is just like one of those movies that weirdos love”, stellt eine der Damen zu Beginn fest und als Takashi während einer Rettungsaktion mit seinem Motorrad auf einer Leiche ausrutscht, bemerkt er süffisant: “Jeez, I guess it couldn’t go as smoothly as in anime, huh?” Grundsätzlich hat die Serie jedoch recht, wenn sie an einer Stelle kommentiert “that’s a scenario that wouldn’t make it in Hollywood”. Selbst wenn Zack Snyder vor einigen Jahren mit Sucker Punch einen – wenn auch was Ecchi-Elemente angeht, spärlichen – Versuch, Fanservice in einen Blockbuster zu integrieren, unternahm. Und naturgemäß damit scheiterte.

In Highschool of the Dead funktioniert die Symbiose aus seriösem Zombie-Metier, Ecchi und Meta-Kommentar bis auf wenige Ausnahmen jedenfalls vorzüglich. Insofern man sich darauf einzulassen versteht und sich am Fanservice nicht stört. Besonders gelungen sind dabei Episoden wie Escape from the Dead, in der alle Figuren – auch Ms. Marikawa – ihren Teil dazu beitragen müssen, aus der infizierten Schule zu entfliehen. Während Folgen wie In the Dead of the Night eher durch ihren absurd-komischen Charakter gefallen. In The Sword and Dead nimmt sich H.O.T.D. derweil Zeit, das Geschehen kurzzeitig etwas zu entschleunigen und der Beziehung von Takashi und Saeko zwischenmenschliche Momente zu schenken.

Dies zeigt, dass sich Drama und Humor nicht ausschließen müssen und schlägt Kollegen wie The Walking Dead – auch was Charakterfortbildung angeht – ein Schnippchen. Wer Animes gegenüber aufgeschlossen ist und der für den hier dargestellte Fanservice nicht zu prüde oder zu ernst ist, sollte einen Blick riskieren. Dass man es mit Fanservice allerdings auch übertreiben kann, zeigt die etwas zu verspielte OVA-Folge Drifters of the Dead, die als Brücke zur zweiten Staffel fungieren soll. Diese wurde zwar angedeutet, bisher befindet sich Gakuen mokushiroku aber leider in einer Auszeit. Bis zur Fortführung kann man sich an Wiederholungssichtungen dieser wahrlich exzellent animierten Serie mit Suchtfaktor laben.

8/10

5. April 2014

Filmtagebuch: März 2014

12TH & DELAWARE
(USA 2010, Heidi Ewing/Rachel Grady)
7.5/10

AFTER TILLER
(USA 2013, Martha Shane/Lana Wilson)
6.5/10

ASSAULT ON PRECINCT 13 [ASSAULT - ANSCHLAG BEI NACHT]
(USA 1976, John Carpenter)

8/10

THE AVENGERS [MARVEL’S THE AVENGERS]
(USA 2012, Joss Whedon)

4.5/10

BLOOD BROTHER
(USA 2013, Steve Hoover)
2/10

BROOKLYN NINE-NINE - SEASON 1
(USA 2013/14, Craig Zisk u.a.)
7/10

CAPTAIN AMERICA: THE FIRST AVENGER (3D)
(USA 2011, Joe Johnston)

5/10

CAPTAIN AMERICA: THE WINTER SOLDIER (3D)
[THE RETURN OF THE FIRST AVENGER]
(USA 2014, Anthony Russo/Joe Russo)

6.5/10

CELLULAR [FINAL CALL]
(USA/D 2004, David R. Ellis)

7/10

DALLAS BUYERS CLUB
(USA 2013, Jean-Marc Vallée)
6.5/10

DIRTY ROTTEN SCOUNDRELS
[ZWEI HINREISSEND VERDORBENE SCHURKEN]
(USA 1988, Frank Oz)

9/10

DROP ZONE
(USA 1994, John Badham)
6/10

ENEMY
(CDN/E 2013, Denis Villeneuve)
8.5/10

ETERNAL SUNSHINE OF THE SPOTLESS MIND [VERGISS MEIN NICHT!]
(USA 2004, Michel Gondry)

8/10

GIDEON’S ARMY
(USA 2013, Dawn Porter)
6.5/10

HIGHSCHOOL OF THE DEAD
(J 2010, Araki Tetsuro)
8/10

IN FEAR
(UK 2013, Jeremy Lovering)
7/10

THE INNKEEPERS
(USA 2011, Ti West)
7.5/10

NEBRASKA
(USA 2013, Alexander Payne)
5.5/10

NOAH (3D)
(USA 2014, Darren Aronofsky)

3/10

ONE FLEW OVER THE CUCKOO’S NEST
[EINER FLOG ÜBERS KUCKUCKSNEST]
(USA 1975, Milos Forman)

8/10

OUTLAND
(UK 1981, Peter Hyams)
6.5/10

SCHNEE VON GESTERN
(D/IL 2013, Yael Reuveny)
7.5/10

THE SPOILS OF BABYLON
(USA 2014, Matt Piedmont)
6.5/10

THE SUMMIT
(IRL/UK/CH/USA 2012, Nick Ryan)
6.5/10

SUNSHINE
(UK/USA 2007, Danny Boyle)
8/10

SYNECDOCHE, NEW YORK
(USA 2008, Charlie Kaufman)
10/10

TERMINAL VELOCITY [TÖDLICHE GESCHWINDIGKEIT]
(USA/CDN 1994, Deran Sarafian)

5.5/10

THE THING [DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT]
(USA 1982, John Carpenter)

8/10

TOP OF THE LAKE
(NZ/AUS/UK/USA 2013, Jane Campion/Garth Davis)
6/10

TRUE DETECTIVE - SEASON 1
(USA 2014, Cary Joji Fukunaga)
8/10

VERTICAL LIMIT
(USA/D 2000, Martin Campbell)
5.5/10

THE WALKING DEAD - SEASON 4
(USA 2013/14, Greg Nicotero u.a.)
6.5/10

WHITE MEN CAN’T JUMP [WEISSE JUNGS BRINGEN’S NICHT]
(USA 1992, Ron Shelton)

7/10

Werkschau: Bong Joon-ho


FLANDERSUI GAE [BARKING DOGS NEVER BITE]
(ROK 2000, Bong Joon-ho)

6.5/10

SARINUI CHUEOK [MEMORIES OF MURDER]
(ROK 2003, Bong Joon-ho)

7/10

GWOEMUL [THE HOST]
(ROK 2006, Bong Joon-ho)

5.5/10

MADEO [MOTHER]
(ROK 2009, Bong Joon-ho)

7/10

SNOWPIERCER
(USA/ROK/F 2013, Bong Joon-ho)
4.5/10

Werkschau: Spike Jonze


BEING JOHN MALKOVICH
(USA 1999, Spike Jonze)
10/10

ADAPTATION. [ADAPTION.]
(USA 2002, Spike Jonze)

9/10

I’M HERE [SHORT]
(USA 2010, Spike Jonze)

6/10

WHERE THE WILD THINGS ARE [WO DIE WILDEN KERLE WOHNEN]
(USA/AUS/D 2009, Spike Jonze)

6/10

HER
(USA 2013, Spike Jonze)
6.5/10

31. März 2014

Noah

Alles, was auf Erden ist, soll untergehen.
(Genesis, 6,17)

Erfolgreiche Fantasy-Lektüre darf, so hat es den Anschein, nicht zu knapp sein. So hat J.R.R. Tolkiens The Lord of the Rings eine Seitenzahl von 1.342 und George R.R. Martins A Song of Ice and Fire-Serie läuft bisher über 4.700 Seiten. Zwar kann die Bibel mit ihren rund 1.400 Seiten (Lutherbibel) da nicht mithalten, dafür ist sie das wohl größte Fantasybuch der Welt. Von Engeln über Riesen bis zu messianisch verklärten Zombie-Zimmermännern finden sich darin vielerlei fantastische Geschichten. Darunter auch die von Noahs Arche und der Sintflut, über die Moses in vier Kapiteln seines ersten Buchs (Genesis, 6-10) erzählt. Ihre rund vier Seiten mit knapp 2.000 Wörtern bringt nun Darren Aronofsky mit Noah ins Kino.

Wer kennt sie nicht, die klassische Geschichte in der Gott 1.656 Jahre, nachdem er die Erde erschuf, beschloss, die Menschheit auszurotten. „Denn es reut mich, daß ich sie gemacht habe“, verrät Gott dem Leser (Gen, 6,7). Seinen geplanten Massen-Genozid korrigiert der Schöpfer lediglich dahingehend, dass er Noah – im Film gespielt von Russell Crowe – auf die drohende Sintflut hinweist. Und diesen beauftragt, in einer Arche von 138 Meter Länge, 23 Meter Breite und 14 Meter Höhe (Gen, 6,15) – halb so lang und ein Drittel so hoch wie die Titanic – von jeder tierischen Spezies jeweils ein Paar zu retten. Und weil es sich nicht ziemt, mit Gott über Sinn und Unsinn seiner Handlungen zu diskutieren, fügt sich Noah.

Ungeachtet der Tatsache, dass in Genesis die ganze Menschheit – mit acht Ausnahmen – ausgelöscht wird, gibt Moses’ Chronik der Ereignisse relativ wenig her. Sowohl generell als auch was eine dramatische Struktur in verschiedene Akte angeht. Insofern nahmen sich Darren Aronofsky und sein Co-Autor Ari Handel, mit dem er bereits The Fountain schrieb, bei ihrer Adaption reichlich Freiheiten. Angefangen mit dem vorgezogenen Tod von Noahs Vater Lamech, der nicht einfach dahin scheidet, sondern vor den Augen des Sohnes ermordet wird. Und während Kains verkommene Erben sich durch die Lande meucheln, gilt es für Noah mit seiner Gattin Naama (Jennifer Connelly) und ihren drei Söhnen nur zu überleben.

Mit Gottes Auftrag als Agenda zeichnen sich neben Sturmwolken am Horizont auch zwei Konflikte an. Zum einen wollen angesichts der drohenden Ausrottung auch die anderen Menschen rund um deren Anführer Tubal-Kain (Ray Winstone) an Bord der Arche. Zum anderen will Noahs zweitältester Sohn Ham (Logan Lerman) für die Zeit nach der Sintflut ebenfalls eine Frau haben, mit der er „sich mehren“ kann. Sein großer Bruder Sem (Douglas Booth) wiederum hat zwar in Ila (Emma Watson) eine Freundin, die von Noah einst als Waisenkind aufgenommen wurde, doch Ila gibt sich sexuell reichlich prüde. Probleme, die dem sich noch im Kindesalter befindlichen Jüngsten, Jafet, derweil fremd sind.

Wie auch der Bibel, wo alle drei Brüder bereits wohlweislich mit Damengesellschaft versorgt wurden. In Noah sind die Burschen jedoch größtenteils noch im Knabenalter, aber generell wird von Aronofsky was den zeitlichen Ablauf angeht, an der Uhr gedreht. Statt der sieben Tage, die Gott Noah gab, um die Arche zu bauen (Gen, 7,4), vergehen im Film zehn Jahre. Und weil sich eine Arche ziemlich schwer alleine bauen lässt, erhält Noah Unterstützung von einer Gruppe Steinengel. Die, so berichtet der Film, halfen einst dem verstoßenen Kain eine proto-industrialistische Zivilisation aufzubauen, ehe sich dessen Nachfahren gegen sie wandten. Nur Metuschelach (Anthony Hopkins), Noahs Großvater, schützte sie.

Der wiederum nimmt später noch eine entscheidende Rolle ein, um einen der beiden Konflikte in der zweiten Filmhälfte einzuleiten. Auch hier konstruiert Aronofsky erneut künstlich Dramatik, um die Zeit nach der Sintflut spannend zu gestalten. Schließlich müssen die 53 Wochen, die zwischen der Flut und dem Trocknen der Erde vergehen (Gen, 8,14) auch mit Handlung gefüllt werden. Im Mittelpunkt steht dabei Noah selbst, dessen Handlungen verstärkt Konsequenzen für die übrigen Reisenden der Arche haben – und für die Psyche des Weltenretters selbst. In all jenen narrativen Verrenkungen, die nicht nur den Ablauf der Ereignisse, sondern auch die Charaktere betreffen, findet sich das Scheitern von Noah.

In gewisser Weise mag man die Intention der Änderungen nachvollziehen. Eine Arche, selbst wenn sie nicht besonders groß ist – zumindest nicht groß genug, um zwei Exemplare aller Tiere dieser Welt zu fassen –, allein in sieben Tagen zu bauen (die Hilfe dreier erwachsener Söhne ungeachtet), ist womöglich schwerer zu glauben, wie wenn sie in zehn Jahren mit Hilfe von Steinengeln zusammengezimmert wird. Indem Sem, Ham und Jafet sehr viel jünger sind, wird der Familiengedanke gestärkt. Der diabolische Antagonist Tubal-Kain als personifizierter Grund für die Sintflut gibt der Dramaturgie eine gewisse Würze, auch wenn dessen Verhältnis zum zwiegespaltenen Ham wie vieles wenig ergründet wird.

Ham erhält von allen Brüdern die meiste Aufmerksamkeit, womöglich, weil sein Geschlecht in der Bibel von Noah später verflucht wurde (Gen, 9,25). Seine ihn korrumpierende Geilheit kann natürlich als Saat der alten Welt gesehen werden, die in der neuen Welt gesät wird. Nur hat bereits der Noah von Darren Aronofsky wenig mit jenem Mann gemein, der von Gott als gerecht empfunden wurde (Gen, 7,1). Dieser versündigt sich schon im ersten Akt und mutiert zur Filmmitte hin zu einer Art Proto-Actionheld, wenn er sich mit den Steinengeln alle jener erwehrt, die ihm in die Arche wollen. Passend, dass sein wahnhafter Verlust im fundamentalistischen Glauben am Schluss im Alkoholismus enden muss (Gen, 9,21ff.).

Es mag einen Grund geben, warum die Geschichte von Noah, wie auch die des Paradiesvertriebs, weitaus weniger adaptiert wird wie die von Moses oder Jesus. Die ohnehin bereits wenig sinnige Erzählung durch versteinerte Engelriesen, Schuppenhunde und eine Veganismus praktizierende Heldenfamilie zu erweitern, hebt die Lächerlichkeit des Originals nur noch hervor. Irritierend wird es dann, wenn Aronofsky den bereits schon in der Bibel innewohnenden Inzest der menschlichen Abstammung sogar noch verstärkt, indem die Frauen von Ham und Jafet ausgespart werden. Am Ende darf Emma Watsons bereits zuvor schon sexuell missbrauchte Ila dann ganz allein (oder eben mit Naama) die Menschheit aufbauen.

Natürlich liegt diese Idiotie in der Bibel begründet. Immerhin teilt Eva als Teil Adams ja mit diesem ihre DNS (Gen, 2,23). Fraglich ist dennoch, mit welcher Frau Kain nach seiner Flucht eigentlich im Lande Nod Nachwuchs gezeugt haben soll (Gen 4,17), genauso wie sein Bruder Set (Gen 4,26), die nicht auch von Eva geboren wurde und somit deren Schwester sein müsste. Hier wäre Gelegenheit für Aronofsky gewesen, abseits der 2.000 Wörter umfassenden Bibelstelle etwas mehr Verstand in die Geschichte zu bringen, denn an fehlender Treue zur Vorlage mangelt es angesichts der Darstellungen in Noah keineswegs. Da passt es dann ins Bild, dass die Welt, vor der uns Noah retten sollte, anschließend wieder zurückkehrte.

Zwar versuchen die Schauspieler in Noah ihr Bestes, ihren auch hier nicht ausgearbeiteten Figuren Lebensodem einzuhauchen, doch an der kruden Ideologie der Geschichte müssen sie dennoch scheitern. Einer handvoll interessanter Bildmotive zum Trotz (blutgetränkte Erde, eine von Stürmen überzogene Erdkugel) bietet der Film auch visuell wenig. Die Tiermasse wird wohlweislich selten im Detail gezeigt und da, wo dies der Fall ist, sehen diese wenig realer aus wie die klobigen Steinengel. Gefällig kommen allenfalls Zeitrafferaufnahmen daher, in denen Aronofsky zu versuchen scheint, die kreationistische Idee der siebentägigen Entstehung des Universums und allen Seins mit der Evolutionstheorie zu vereinen.

Selbst als Fantasy-Pulp oder spiritueller Trash à la The Passion of the Christ vermag Noah nicht zu funktionieren. Zu ernst nimmt sich der Film – auch wenn Anthony Hopkins als greiser Mann auf der Suche nach Beeren teils für Lacher sorgt. Überraschenderweise stehen trotz der vielen inhaltlichen Abweichungen und Veränderungen christliche Vereinigungen wie auch Papst Franziskus hinter dem Film. Vielleicht ist Noah wirklich nur etwas für hartgesottene Anhänger der christlich-jüdischen Tradition. Dank eines soliden Startwochenendes hat Darren Aronofsky mit seinem 160 Millionen teuren Bibel-Blockbuster somit wohl nicht seine eigene Karriere abgesoffen. Scheinbar wurde auch er von Gott für gerecht empfunden.

3/10

Szenenbilder „Noah“ © Paramount Pictures Corporation. All rights reserved.

24. März 2014

Captain America: The Winter Soldier

Mit einem Namen wie Captain America hat man es nicht leicht, vielleicht erklärt sich so, dass The First Avenger das finanziell schwächste Avenger-Abenteuer bisher war. Gänzlich anders kommt nun dessen Sequel Captain America: The Winter Soldier daher. Kritik an der Regierung, Geheimdienste mit faschistischen Zügen und WikiLeaks als ultimatives Vorbild – verkehrte Welt im US-Blockbusterkino. Atmosphärisch dicht am Spionage-Thriller der 70er klotzt der Captain zwar mit ausufernder Action und mehr Scarlett Johansson als der normale Zuschauer verträgt, dennoch gelingt den Community-Regisseuren Anthony und Joe Russo hier einer der besseren Marvel-Filme. Etwas ausführlicher gibt es das Ganze bei MovieMaze.

6.5/10

18. März 2014

Kurz & Knackig: Bong Joon-ho

Flandersui gae [Barking Dogs Never Bite]

Manch einer wird es schon erlebt haben (gerade diejenigen, die keine Hundehalter sind): Das Kläffen von Kötern in der Nachbarschaft kann zum auditiven Ärgernis werden. Auch der arbeitslose Uni-Dozent Ko Jun-ju (Lee Sung-jae) hat in Bong Joon-hos Debütfilm Flandersui gae (aka Barkings Dogs Never Bite) ob der bellenden Hunde in seinem Apartmentkomplex die Nase voll. Nur tut er sich mit deren Ermordung etwas schwer. Dem Hausmeister (Byun Hee-bong) fällt dies schon leichter und als sich Ko dann doch durchringt, hat die Verwaltungsangestellte Park Hyun-nam (Bae Doona) eine Hundemordserie an der Backe. Dabei will der unter den Pantoffeln seiner Frau stehende Ko nur an 10.000 Won (rund 6.700 Euro) gelangen, um seinen Arbeitgeber für eine Professorenstelle zu bestechen.

Auch wenn Bong Joon-ho heute als Südkoreas erfolgreichster Regisseur gilt, war seiner in 2000 erschienenen Sozialsatire kein sonderlicher Erfolg beschert. Die Aversion respektive Faszination der Protagonisten mit den Hunden gereicht in Flandersui gae lediglich zum Zweckmittel. Kos die Handlung auslösende Aktion erhält wenig Motivation, deren Vollendung durch den Hausmeister, der mit einem Obdachlosen nach Hundesuppe lechzt, ebenso. Bei der verträumten Park sieht dies schon wieder anders aus. Dennoch verdient sich Ko Sympathiepunkte, da die Gattin als schwangerer Drachen skizziert wird, die ihren Mann dazu verdonnert, ihr Säckeweise Walnüsse zu knacken. Ein Großteil des Humors dieser Satire, die nie tiefgründig Soziales analysiert, entstammt ihrer skurrilen Figuren.

Diese sind im asiatischen Kino keine Seltenheit, weswegen ihre Verschrobenheit auch eher subtil vorhanden ist. Beispielsweise wenn des Hausmeisters Suppe in seiner Abwesenheit vom Obdachlosen verspeist wird, Ko ein Argument mit einer Rolle Klopapier gewinnen will oder Hyun-nam trotz wiederholter Hinweise ihrer Freundin die S-Bahn verpasst. Im Mittelpunkt stehen jedoch zwei durchaus überzeugend gefilmte Verfolgungsjagden mit Hyun-nam durch den Wohnkomplex – erst als Verfolgerin, später dann als Verfolgte. Kurzweilige Unterhaltung ist somit versprochen in Bong Joon-hos Flandersui gae, der sich – wie so viele Debüts – als Fingerübung verstehen darf. Hundehasser werden ob der Thematik sicherlich nochmals auf ihre ganz persönlichen Kosten kommen.

6.5/10

Salinui chueok [Memories of Murder]

Die Vermutung liegt nah, dass Serienmörder-Filme sich weitaus einfacher schreiben lassen als andere. Schließlich liefert die pervertierte Menschheit hier genug Material, das Basis für spannende Thriller liefert. So wie in David Finchers Zodiac, aber auch in Bong Joon-hos Salinui chueock (aka Memories of Murder), der drei Jahre nach seinem Debüt erschien. Darin greift der Regisseur die wahren Geschehnisse eines Serienmörders auf, der in den 1980ern Frauen einer ländlichen Kleinstadt ermordete. Zwei lokale Ermittler um Park Doo-man (Song Kang-ho) erhalten hierbei Unterstützung durch den Seouler Kollegen Seo Tae-yoon (Kim Sang-kyung), und stoßen auf eine handvoll Leichen sowie ein anmutiges Lied, das stets dann im Radio läuft, wenn der Regen die Erde benetzt.

Bong Joon-ho beginnt seinen zweiten Film sehr stimmig, wenn Park zum Tatort des ersten Mordes in einem sonnengefluteten Feld gefahren wird. An gängigen Klischees des Genres kommt allerdings auch Salinui chueock im Folgenden nicht vorbei. So sind Park und sein Partner rabiate Polizisten am Rande der Korruption, die Geständnisse aus Verdächtigen herausprügeln, unabhängig davon, ob diese schuldig sind oder nicht. Als Gegenstück darf Seo die Stimme der Räson repräsentieren, doch auch er weiß zuerst keine Täteralternativen anzubieten als die lokale Sammlung an sexuell Pervertierten oder geistig Behinderten aufbietet. Unterdessen regnet es weiter vom Himmel und damit entsprechend auch Leichen. Was mit der steigenden Pressekritik an der Ermittlungsweise den Druck auf alle erhöht.

Blieb dem Koreaner mit seinem Debüt der Durchbruch noch vergönnt, kam dieser nun im Stile einer Lawine. Schließlich avancierte Salinui chueock 2003 zum erfolgreichsten und meistgesehenen Film Südkoreas, was auf seine Weise sicherlich verdient ist. Die Mordserie selbst ist ebenso unheimlich wie ihre Begleitumstände, ausgewählte starke Handlungsorte tragen ihren Teil dazu bei. Song Kang-ho und Kim Sang-kyung holen das Maximum aus ihren wenig ausgefeilten Figuren heraus, dennoch leidet Bong Joon-hos Film vor allem darunter, dass die Charaktere nicht vollends konkretisiert wurden. Auch nagt an ihm eine gewisse Überlänge. Wirklich heranreichen an westliche Genrevertreter wie Se7en oder Zodiac vermag dieser Serienmörderfilm somit nicht, ist aber dennoch gelungen.

7/10

Gwoemul [The Host]

Monsterfilme haben eine lange Tradition – allen voran natürlich im asiatischen Raum. Gojira ist das Paradebeispiel eines durch Fehlverhalten der Menschen erschaffenen Monstrums, das seine Schöpfer heimsucht. Auf ähnliche, wenn auch größtenteils missratene, Weise inszeniert Bong Joon-ho seinen als Magnus opum geltenden Gwoemul (aka The Host), der mit einem US-Einspiel von 64 Millionen Dollar auch acht Jahre nach seiner Veröffentlichung noch der erfolgreichste südkoreanische Film aller Zeiten ist. In einem grausigen Intro versucht Bong den Brückenschlag zum japanischen Vorbild, wenn ein US-Militär-Pathologe seinen koreanischen Assistenten auffordert, Formaldehyd-Abfall in den Hangang zu kippen. Das Resultat terrorisiert sechs Jahre später Seoul und die Familie Park.

In deren Zentrum steht erneut Song Kang-ho als leicht zurückgebliebenes man-child Gang-du, der im Imbiss seines Vaters Hee-bong (Byun Hee-bong) aushilft und auf den selbst sein dem Alkohol verfallener Bruder Nam-il (Park Hae-il) herabblickt. Als das durch das Formaldehyd mutierte Kaulquappenmonster (?) Gwoemul jedoch während seines ersten Angriffs auf die Seouler Bevölkerung Gang-dus Tochter Hyun-seo (Go Ah-sung) verschleppt, machen sich die Parks, zu denen auch Gang-dus Schwester Nam-joo (Bae Doona) dazustößt, auf ins vom Militär abgeschirmte Kanalgebiet. Hier, wo irgendwo Gwoemuls Nest liegt, trennen sich dann bis zum Finale die Wege der Familie in eine vierteilig gegliederte Handlung, ehe es zu einem finalen Showdown mit allen Parteien kommt.

Die Geschichte steht und fällt somit mit der als gescheitert eingeführten Familie Park, die sinnbildlich für all die Opfer stehen wird, die dem Monster anheim fallen. Trotz individueller Charakterzeichnung – oder versuchter – mutieren Gang-du, Nam-il und Nam-joo jedoch nie zu echten Identifikationsfiguren. Im Gegenteil, Gwoemul macht umso deutlicher, was Roland Emmerich mit seinem Godzilla-Reboot so viel besser gemacht hat. Die Konsequenz des Handlungsverlaufs, die Bong Joon-ho hier zur Schau trägt, lässt über miserable US-Schauspieler und bereits 2006 reichlich dated wirkende Spezialeffekten zwar streckenweise hinweg sehen. Als Beitrag zum Monster-Genre kann Bong Joon-hos Magnus opum – zumindest mich – nie wirklich überzeugen. Trotz des Made in Asia-Labels.

5.5/10

Madeo [Mother]

Die Liebe einer Mutter für ihre Kinder ist wohl eines der großen wissenschaftlichen Themen. Eine Bindung wie kaum eine Zweite im Leben – allen voran dem des Menschen. Sie hat sich Bong Joon-ho für seinen vierten Spielfilm Madeo (aka Mother) zum Thema gemacht, in welchem der geistig zurückgebliebene Do-joon (Won Bin) eines Tages des Mordes an einer Schülerin verdächtigt und verhaftet wird. Ein Schock für seine alleinerziehende Mutter (Kim Hye-ja), die fortan alles daran setzt, ihr Fleisch und Blut wieder aus der Untersuchungshaft und in den eigenen Schoß zurückzuholen. Bei ihren privaten Ermittlungen stößt die renitente Seniorin nicht nur auf das ein oder andere Geheimnis im Leben des Opfers, sondern reißt auch bei Do-joon alte Wunden wieder auf.

Wohlgesinnte könnten Madeo als Zwei-Personen-Stück beschreiben, doch so überzeugend Won Bin auch spielt, ist dies ohne Zweifel die Kim Hye-ja-Show. Nicht von ungefähr kürte ich die Koreanerin vor drei Jahren im Filmjahresrückblick 2010 zur Darstellerin des Jahres. Kim trägt dieses Krimi-Drama die meiste Zeit so selbstverständlich wie beispiellos, wenn sich ihre namenlos bleibende Mutter – quasi als Ur-Mutter – auf eine Reise in die eigenen Abgründe begibt. So sehr die Idee des Whodunit den primären Filmverlauf auch antreibt, ist die Aufdeckung des vermeintlichen Täters zweitrangig. Allen voran für unsere Mutter selbst. Nötig ist nur, was Do-joon aus der Haft entlässt. Und wie andere Figuren in Bong Joon-hos Œuvre, werden hier eigene, finanzielle Opfer in Kauf genommen.

Musste Kos Gattin in Flandersui gae ihre Abfindung für die Beförderung ihres Mannes opfern und die Familie Park ihre Ersparnisse in Gwoemul für den Zugang ins abgesperrte Gebiet, ist es an Kims Mutterfigur, finanzielle Rücklagen zum Wohl des Sohnes zu opfern. Am Ende ist aber auch die Mutter nicht vor dem Schicksal von Bongs Figuren gefeit, die selbst wenn sie obsiegen in gewisser Weise gebrochen zurückbleiben. Ein Lob gebührt an dieser Stelle dann auch Kameramann Hong Kyung-pyo für seine mitunter anmutigen Bilder – ein- und ausgeleitet von einer tanzenden Kim Hye-ja. Zwar nimmt sich der Regisseur auch hier die Zeit für ein oder zwei seiner klassisch humoristischen Auflockerungen, dennoch ist Madeo von all seinen Film stimmungstechnisch wohl der trostloseste geworden.

7/10

Snowpiercer

Inzwischen gibt es derart viele Comic-Verfilmungen, dass der gewöhnliche Zuschauer kaum mehr weiß, wenn er eine solche sieht. Schließlich hüpfen in solchen nicht nur Superhelden im Strumpfhosenkostüm durch die Gegend. Auch Filme wie La vie d’Adele oder Oldeuboi basierten auf Comics, selbst Bong Joon-ho erweckt nun eines von ihnen auf der Leinwand zum Leben. Vor zehn Jahren stieß er in seinem Comicladen auf Le Transperceneige von Jacques Lob, Benjamin Legrand und Jean-Marc Rochette, welches die Vorlage für seinen Sci-Fi-Action-Film Snowpiercer gibt. Darin reisen die Überbleibsel der Menschheit nach einer Eiszeit in einem Zug über die Kontinente, die Abteile dabei schön in eine Klassengesellschaft unterteilt. Eine Revolution ist da natürlich nicht weit.

Die Unterschicht um deren Anführer Curtis (Chris Evans) schickt sich an, vom hinteren Wagon die Lok zu übernehmen. Bis dahin muss man sich jedoch erstmal der Unterdrücker erwehren und die entsprechenden Türen öffnen. Nachrichten aus einem scheinbaren Untergrund weisen Curtis’ Mentor Gilliam (John Hurt) auf den Sicherheitsexperten Namgoong Minsu (Song Kang-ho) hin, der von Curtis und Co. als sie ihren Umsturz beginnen nebst seiner Tochter Yona (Go Ah-sung) aus der Einzelhaft befreit wird. Unterdessen setzt die für den als Heiland gepriesenen Zugentwickler Wilford arbeitende Ministerin Masin (Tilda Swinton) alles daran, den Aufstand der Unterschicht im Keim zu ersticken, ehe diese noch einen der für die Oberschicht wichtigen Wagons einnehmen kann.

Mit Snowpiercer, dem teuersten südkoreanischen Film aller Zeiten, gibt Bong Joon-ho sein US-Debüt. Dieses eint viel mit seinem größten Erfolg Gwoemul, besitzen beide Filme doch leidlich interessante Figuren und Spezialeffekte eines B-Movies. Zuvorderst scheitert Bongs jüngster Film jedoch an seiner Prämisse, wird doch zu keinem Zeitpunkt klar, welchen Zweck Wilford mit dem Unterschichtswagon eigentlich verfolgt. Denn Curtis und Co. müssen keine Arbeiten verrichten, sondern vegetieren einfach vor sich hin. Beanspruchen hierfür aber gleichzeitig Strom, Heizung und Ernährung. Selbst wenn Letztere so rudimentär wie möglich daherkommt. Auch als Metapher versagt das Zugkonstrukt, fehlt doch eine Mittelschicht, die zwischen Curtis und Co sowie Masin und Konsorten steht.

Die Welt von Snowpiercer, in einem hastigen Intro alsbald abgefrühstückt, verwundert ebenso. Überall ist es zu kalt, in der Sahara wiederum zu warm – Stillstand bedeutet Tod. Auf engstem Raum also frönt ein multiethnischer Mix seinen klassischen Gelüsten, darunter natürlich Saunieren, aber auch Sushi. Die Menschheit als Mikrokosmos, gepresst in einen TGW. Was auf dem Papier vielleicht nett klingt, funktioniert leider nie während der zähen zwei Stunden Laufzeit. Curtis ist ein leidlich charismatischer – und in seinen Entscheidungen dilettantischer – Anführer, mit einem unnötigen und eher peinlichen Geständnis als Motivation gegen Schluss. Diesbezüglich weniger Mühe gibt sich der Film da nur noch mit Bongs alten Gwoemul-Weggefährten Song Kang-ho und Go Ah-sung.

Das Konzept verpufft, das Sezieren von sozialen Strukturen gelang der Community-Episode App Developments and Condiments vor einigen Wochen weitaus intelligenter, konsequenter und unterhaltsamer als hier der Fall. Das Ensemble – zu dem noch Jamie Bell, Ed Harris, Ewen Bremner und Octavia Spencer gehören – bleibt wiederum so blass wie die visuellen Effekte. Für typisch Bong’schen Humor sorgen hier nur die (den Höhepunkt bildenden) Auftritte von Tilda Swinton als schrullige Ministerin und Alison Pill als sektiererische Erzieherin. Mehr solcher überspitzen, dystopischen Momente in den Upper-Class-Wagons hätten Snowpiercer gut getan. So verkommt der Film leider zu Bong Joon-hos schlechtestem und untermauert, dass ein geringeres Budget bei ihm besser angelegt scheint.

4.5/10

10. März 2014

True Detective - Season One

You’re like the Michael Jordan of being a son of a bitch.

Früher waren die Stars froh, wenn sie wöchentlichen Auftritten auf den Fernsehbildschirmen entfliehen konnten, für eine Karriere auf der großen Leinwand. Inzwischen gewinnen sie dank Serienangeboten Oscars. So in der Vorwoche geschehen bei Matthew McConaughey, der die Auszeichnung der Academy of Motion Picture Arts & Sciences zwar für seine Rolle in Dallas Buyers Club erhielt, sie jedoch fast mehr seiner Rolle in der HBO-Show True Detective verdankt. So erklärte mancher Academy-Voter, er habe für McConaughey gestimmt, weil er True Detective so toll finde. Sogar Barack und Michelle Obama outeten sich neulich als Fans. Und in der Tat, so gut wie der Schauspieler im AIDS-Drama Dallas Buyers Club auch ist, in seiner selbstproduzierten Mini-Serie legt er noch eine Schippe drauf.

Darin spielt Matthew McConaughey den exzentrischen Mordkommissar Rustin Cohle, der 1995 ins Vermilion Parish, Louisiana versetzt und seinem dortigen Kollegen Martin Hart (Woody Harrelson) als neuer Partner zur Seite gestellt wird. Sogleich wird das Duo mit einem okkultistischen Mord an einer jungen Frau konfrontiert. Wie sich zeigen soll, handelt es sich dabei nur um einen Mord von vielen und ein Serienverbrechen, das seine düsteren und perversen Schatten bis ins Jahr 2012 werfen wird. In diesem verhören die beiden Ermittler Gilbough (Michael Potts) und Papania (Tory Kittles) sowohl Cohle als auch Hart über die Vorgänge von vor 17 Jahren. Und auch darüber, was die Partner im Jahr 2002 letztlich entzweite. Die Übergänge zwischen den beiden Zeitebenen sind dabei oftmals fließend.

True Detective entstammt der Feder von Nic Pizzolatto und wird außer von McConaughey auch von seinem Kumpel und Kollegen Woody Harrelson produziert. Die HBO-Show, die dem Sender seinen besten Premierenstart seit Boardwalk Empire bescherte, ist als Anthology-Serie geplant. Die jeweiligen Staffeln bauen folglich weder inhaltlich noch was ihre Besetzung angeht aufeinander auf. Zudem sollte man sich nicht vom Namen blenden lassen: Die Serie gehört nicht zum Genre des true crime, sondern ist fiktiv. Was nicht heißen soll, dass derartige Verbrechen unwahrscheinlich erscheinen. Eher im Gegenteil. Dennoch ist der hier gezeigte Mordfall derart außergewöhnlich, dass er unsere beiden Protagonisten bis ins Mark erschüttern wird. Und nicht mehr loslässt – bis zum bitteren Ende.

Dank des herausragenden Spiels seiner beiden Stars und der intensiven Atmosphäre von Regisseur Cary Fukunaga gerät True Detective zu einem enigmatischen Blick in die Abgründe der menschlichen Existenz. Die dargestellte Mordserie ist dazu im Grunde nur Mittel zum Zweck. Eine von vielen, entsprechend der Natur der Show als Anthology-Serie. Und dennoch nicht so einfach abzuschütteln, da Pizzolatto klassischerweise Kinder zu Opfern und die Protagonisten zu Vätern verklärt. Das Grauen wird folglich nicht direkt von Fukunaga eingefangen, sondern gespiegelt über die Gesichter und Emotionen der Figuren. Diese wiederum stehen im Mittelpunkt des Geschehens, nicht so sehr das Verbrechen selbst. Immerhin heißt die Serie nicht True Crime, sondern True Detective.

Vollends dreidimensional macht dies die Charaktere aber auch nicht. Pizzolattos Serie lebt von McConaugheys und Harrelsons Figuren sowie deren eher von Animosität befeuerten Beziehung zueinander. Cohle ist ein pragmatischer Nihilist, der einst seine Tochter verlor und mit ihr einen Teil seiner Menschlichkeit. Hart wiederum ist ein konservativ geprägter Lebemann, der dem Sex und Alkohol verfallen ist. Und dessen Affären sich negativ auf die Ehe mit Gattin Maggie (Michelle Monaghan) auswirken. Außer ihrer Arbeit haben beide wenig gemeinsam, ihre Motive werden aber auch in acht Stunden lediglich durch bekannte Klischees erklärt. Die Figuren sind somit ebenso unwichtig wie die Handlung, in der sie sich befinden. Was zählt, ist mehr die Dynamik, die sich daraus entfaltet.

Bis auf zwei lediglich solide Ausnahmen – The Locked Room und Haunted Houses – gelingt dies der Serie ausgesprochen gut. Nicht von ungefähr wird sie überall gelobt, mit der brillanten Plansequenz zum Abschluss von Who Goes There als Höhepunkt. Auch die darauf folgende Episode The Secret Fate of All Life überzeugt mit einem vermeintlichen Durchbruch im Fall, ebenso herausragend wie diese beiden Folgen ist das Staffelfinale Form and Void mit seiner angespannten Klimax. Diese, das zeichnet die Show ebenfalls aus, liefert keine absoluten Antworten auf alles, was zuvor etabliert wurde. An sich sogar weniger, als man vermutlich das Gefühl hat, tatsächlich bekommen oder verdient zu haben. Details spielen in True Detective allerdings eine geringere Rolle als das große Ganze.

Dass Figuren wie Kevin Dunn oder Jay O. Sanders ebenso von der Rust & Marty Show übertrumpft werden wie Michelle Monaghans vernachlässigtes und verletztes Frauchen oder das 2012er Ermittlungsteam um Gilbough und Papania ist genauso verzeihenswert wie das nicht alles rund um Carcosa und den Yellow King oder Harts Familienleben zu einem abgeschlossenen Ende geführt wird. Pizzolatto und Fukunaga folgen hier dem Motto, dass der Weg das Ziel ist und die etwa achtstündige – beziehungsweise 17-jährige – Reise an der Seite von Cohle und Hart ist für das Publikum durchaus zufriedenstellend. Dass die Serie nicht in Iowa oder Georgia, sondern in Louisiana spielt (beinahe ein eigener Charakter), passt als Setting für dieses Okkult-Verbrechen wie die Faust aufs Auge.

Insofern ist True Detective unter den Krimi-Serien ein fraglos gelungener und denkwürdiger Beitrag, aber auch darüber hinaus dürfte es 2014 wohl keine Show geben, die dieser hier den Titel als Serie des Jahres streitig macht. Wie Pizzolatto und HBO mit der kommenden Staffel verfahren und qualitativ an diese erste heranreichen wollen, bleibt abzuwarten. Rücken Gilbough und Papania ins Zentrum, nachdem sie nun eingeführt wurden? Oder wechselt die Serie den Schauplatz mit neuen Kinoschauspielern als Hauptfiguren? Attraktiv genug sind die Show und das Medium Fernsehen inzwischen ja, was nicht nur McConaugheys Karriere-Renaissance oder der Durchbruch eines Bryan Cranston belegt. Im Gegensatz zu früher sind die Stars also vielleicht froh, wenn sie wieder zurück ins Fernsehen dürfen.

8/10

3. März 2014

86th Academy Awards

Einmal im Jahr ist es so weit: Hollywood feiert sich selbst - wenn es schon niemand anders tut. In diesem Jahr wage ich erstmals ein Live-Posting: Auch wenn ich durch die wenigen Stunden Schlaf womöglich später meine Arbeit in Mitleidenschaft zieh und durch die steten Aktualisierungen im Feed Reader meiner Abonnenten für Ärger sorge. Aber wem mach ich etwas vor: Ich hab doch gar keine treuen Leser (Bullion und Sutter Cain abgesehen: thanks for all the fish!). Die Hauptkategorien des Preises mit dem meisten Prestige scheinen bereits im Vorfeld vergeben - also wenig Spannung. Oder? In diesem Sinne: Ab dafür und the Oscar goes to...

Bisher solide, aber vergnügliche Moderation durch Ellen DeGeneres, gefüttert durch einen kurzweiligen, aber amüsanten Auftritt von Jim Carrey. Harrison Ford wiederum präsentiert so begeistert wie er inzwischen schauspielert. Was genau Carrey und Ford eigentlich überhaupt präsentiert haben... bleibt ein Geheimnis (?). Bisher läuft die Veranstaltung jedenfalls von den Preisträgern wie erwartet (3:08 Uhr). Kim Novak oder wie Mr. Plinkett sagen würde: “What’s wrong with your face?!”. Die Präsentatoren-Vertreter waren seit Carrey auch eher... meh - DeGeneres’ Moderation hat ebenfalls nachgelassen. Inzwischen ist das Attribut “boring” sicherlich zutreffend. Kristen B. Ell - ha, der erste gute Gag seit über einer Stunde (4:03 Uhr). Also unterhaltungstechnisch ist das dieses Jahr wahrlich gar nix. Emotionslose Fratzen à la Harrison Ford und Chris Hemsworth verleihen Oscars und wenn Charlize Theron zu blöd zum Teleprompter-Lesen ist, mutiert das bereits zum kleinen Höhepunkt. Puh (4:18 Uhr). Der Pizza-Gag. Zieht sich. Wie der Käse. Auf der Pizza (4:22 Uhr). Endlich: Emotion (sort of): Bill Murray würdigt Harold Ramis, während er Amy Adams dumm von der Seite anquackt. Kurz vor 5 Uhr und laut Twitter-Timeline wird Murray mit seinem Ramis-Shout-Out das Highlight der Nacht werden - Oscars 2014 in a Nutshell. Und jetzt: In Memoriam (4:54 Uhr). Jamie Foxx hat seinen Spaß - immerhin einer in dieser öden Veranstaltung(5:13 Uhr). The wise guys of Warner Bros. - Alfonso Cuarón hat mich um 5:37 Uhr wieder kurz aufgeweckt. Cate Blanchett dankt Woody Allen, Matthew McConaughey dankt Gott (5:52 Uhr) - musste das um die Uhrzeit echt (noch) sein? Will Smith grinst - und braucht nichts mehr sagen. Sklaven-Kino gewinnt um 5:57 Uhr und Brad Pitt darf auch mal einen Oscar halten. Um 6:02 Uhr ist die Schose vorbei.

Keine einzige Überraschung - es gewann all jene, die sich von Beginn an abzeichneten. Entsprechend gelangweilt waren alle Präsentatoren und nach solidem Anfang auch die Moderatorin. Und irgendwo hat James Franco zugeschaut und sich rehabilitiert gefühlt. Positiv bleibt: David O. Russell und American Hustle dürfen mit eingezogenem Schwanz nach Hause kriechen. Mehr hab ich nicht gewollt. Zurück ins Bett.

Best Performance by an Actor in a Supporting Role

Barkhad Abdi for Captain Phillips
Bradley Cooper for American Hustle
Jonah Hill for The Wolf of Wall Street
Michael Fassbender for 12 Years a Slave
Jared Leto for Dallas Buyers Club

>> Geht in Ordnung. Schöne, erinnerungswürdige Performance

Best Achievement in Costume Design

American Hustle: Michael Wilkinson
The Great Gatsby: Catherine Martin
12 Years a Slave: Patricia Norris
The Grandmaster: William Chang
The Invisible Woman: Michael O'Connor

>> Erwartungsgemäß und passt, für Mr. Luhrmanns Pomp-Picture

Best Achievement in Makeup and Hairstyling

Dallas Buyers Club: Adruitha Lee, Robin Mathews
Jackass: Bad Grandpa: Steve Prouty
The Lone Ranger: Joel Harlow, Gloria Pasqua Casny

>> Ebenso erwartungsgemäß, auch wenn die ausgehungerten Gesichter wohl Darstellerarbeit waren

Best Short Film, Animated

Feral: Daniel Sousa, Dan Golden
Get a Horse!: Lauren MacMullan, Dorothy McKim
Mr Hublot: Laurent Witz, Alexandre Espigares
Tsukumo: Shuhei Morita
Room on the Broom (TV): Max Lang, Jan Lachauer

>> Immer noch geschockt von Kim Novaks Auftritt...

Best Animated Feature Film of the Year

The Croods
Despicable Me 2
Ernest & Célestine
Frozen
Kaze tachinu

>> Nicht gesehen, aufgrund des Box Office jedoch vorhersehbar

Best Achievement in Visual Effects

Gravity: Timothy Webber, Chris Lawrence, David Shirk, Neil Corbould
The Hobbit: The Desolation of Smaug: Joe Letteri, Eric Saindon, David Clayton, Eric Reynolds
Iron Man 3: Christopher Townsend, Guy Williams, Erik Nash, Daniel Sudick
The Lone Ranger: Tim Alexander, Gary Brozenich, Edson Williams, John Frazier
Star Trek: Into Darkness: Roger Guyett, Pat Tubach, Ben Grossmann, Burt Dalton

>> Wenige verwunderlich, schließlich waren sie der Hauptgrund, Gravity überhaupt zu sehen

Best Short Film, Live Action

Aquel no era yo: Esteban Crespo
Avant que de tout perdre: Xavier Legrand
Helium: Anders Walter
Pitääkö mun kaikki hoitaa?: Selma Vilhunen
The Voorman Problem: Mark Gill

>> Wie alle der Shorts - nicht gesehen

Best Documentary, Short Subject

Cavedigger: Jeffrey Karoff
Facing Fear: Jason Cohen
Karama Has No Walls: Sara Ishaq
The Lady In Number 6: Malcolm Clarke, Carl Freed
Prison Terminal: The Last Days of Private Jack Hall: Edgar Barens

>> Wie alle der Shorts - nicht gesehen

Best Documentary, Feature

The Act of Killing: Joshua Oppenheimer, Signe Byrge Sørensen
Cutie and the Boxer: Zachary Heinzerling, Lydia Dean Pilcher
Dirty Wars: Rick Rowley, Jeremy Scahill
Al midan: Jehane Noujaim, Karim Amer
Twenty Feet from Stardom: Morgan Neville

>> Wer hätte das gedacht. Solider, unspektakulärer Beitrag. Dabei hätten viele sicher mit dem gewöhnlichen The Act of Killing gerechnet.

Best Foreign Language Film of the Year

The Broken Circle Breakdown: Felix Van Groeningen (Belgium)
L’image manquante: Rithy Panh (Cambodia)
Jagten: Thomas Vinterberg (Denmark)
La grande bellezza: Paolo Sorrentino (Italy)
Omar: Hany Abu-Assad (Palestine)

>> Emotionslose Dankesrede - passt zu den diesjährigen Oscars. Immerhin der richtige, da beste, Film gewonnen.

Best Achievement in Sound Mixing

Gravity: Skip Lievsay, Niv Adiri, Christopher Benstead, Chris Munro
The Hobbit: The Desolation of Smaug: Christopher Boyes, Michael Hedges, Michael Semanick, Tony Johnson
Captain Phillips: Chris Burdon, Mark Taylor, Mike Prestwood Smith, Chris Munro
Inside Llewyn Davis: Skip Lievsay, Greg Orloff, Peter F. Kurland
Lone Survivor: Andy Koyama, Beau Borders, David Brownlow

>> Doppelt nominiert: Skip Lievsay und Chris Munro. Lucky bastards. Oscar natürlich klar und nicht der letzte für Gravity.

Best Achievement in Sound Editing

All Is Lost: Steve Boeddeker, Richard Hymns
Captain Phillips: Oliver Tarney
Gravity: Glenn Freemantle
The Hobbit. The Desolation of Smaug: Brent Burge
Lone Survivor: Wylie Stateman

>> Sagte ja: vorhersehbar

Best Performance by an Actress in a Supporting Role

Sally Hawkins for Blue Jasmine
Julia Roberts for Im August in Osage County
Lupita Nyong’o for 12 Years a Slave
Jennifer Lawrence for American Hustle
June Squibb for Nebraska

>> War ja ein Zweikampf zwischen Nyong’o und Lawrence, den letztlich die Richtige für sich entschieden hat.

Best Achievement in Cinematography

Gravity: Emmanuel Lubezki
Inside Llewyn Davis: Bruno Delbonnel
Nebraska: Phedon Papamichael
Prisoners: Roger Deakins
The Grandmaster: Philippe Le Sourd

>> Endlich kriegt Lubezki nach seinen tollen Malick-Arbeiten einen Oscar. Passt!

Best Achievement in Editing

12 Years a Slave: Joe Walker
American Hustle: Alan Baumgarten, Jay Cassidy, Crispin Struthers
Gravity: Alfonso Cuarón, Mark Sanger
Captain Phillips: Christopher Rouse
Dallas Buyers Club: Martin Pensa, John Mac McMurphy

>> Es regnet Oscars für Gravity wie Sterne vom Himmel. Get it?

Best Achievement in Production Design

12 Years a Slave: Adam Stockhausen, Alice Baker
American Hustle: Judy Becker, Heather Loeffler
Gravity: Andy Nicholson, Rosie Goodwin, Joanne Woollard
The Great Gatsby: Catherine Martin, Beverley Dunn
Her: K.K. Barrett, Gene Serdena

>> Auch hiermit habe ich gerechnet. Immerhin 2 Oscars für einen exzellenten Film.

Best Achievement in Music Written for Motion Pictures, Original Score

The Book Thief: John Williams
Gravity: Steven Price
Her: William Butler, Andy Koyama
Saving Mr. Banks: Thomas Newman
Philomena: Alexandre Desplat

>> Auch hier wieder völlig verdient, bester O.S.T. des letzten Jahres.

Best Achievement in Music Written for Motion Pictures, Original Song

Despicable Me 2: Pharrell Williams ("Happy")
Frozen: Kristen Anderson-Lopez, Robert Lopez ("Let It Go")
Mandela: Long Walk to Freedom: U2, Brian Burton ("Ordinary Love")
Her: Karen O ("The Moon Song")

>> Alle Songs heut erst gehört, da war Karen O noch am erträglichsten.

Best Adapted Screenplay

Before Midnight: Richard Linklater
Captain Phillips: Billy Ray
12 Years a Slave: John Ridley
The Wolf of Wall Street: Terence Winter
Philomena: Steve Coogan, Jeff Pope

>> Auch hier: Keine Überraschungen. Passt zum Abend...

Best Original Screenplay

American Hustle: Eric Warren Singer, David O. Russell
Blue Jasmine: Woody Allen
Her: Spike Jonze
Nebraska: Bob Nelson
Dallas Buyers Club: Craig Borten, Melisa Wallack

>> Hatte sich ebenfalls abgezeichnet. American Hustle mausert sich zum großen Verlierer des Abends. Freut mich für Mr. Jonze.

Best Achievement in Directing

Alfonso Cuarón for Gravity
Steve McQueen for 12 Years a Slave
David O. Russell for American Hustle
Martin Scorsese for The Wolf of Wall Street
Alexander Payne for Nebraska

>> Einen kurzen Moment dachte ich, Poitiers Anwesenheit bedeutet den Oscar für McQueen - zum Glück bekam ihn dann doch der Alfons.

Best Performance by an Actress in a Leading Role

Amy Adams for American Hustle
Cate Blanchett for Blue Jasmine
Sandra Bullock for Gravity
Judi Dench for Philomena
Meryl Streep for August: Osage County

>> Hat sich seit Monaten abgezeichnet, spätestens nachdem man Blue Jasmine gesehen hat.

Best Performance by an Actor in a Leading Role

Christian Bale for American Hustle
Bruce Dern for Nebraska
Leonardo DiCaprio for The Wolf of Wall Street
Chiwetel Ejiofor for 12 Years a Slave
Matthew McConaughey for Dallas Buyers Club

>> Eigentlich hat die Auszeichnung (für die jeweilige Leistung) keiner der Herren verdient, ich gönne McConaughey die Auszeichnung jedoch aufgrund seiner Karrierewende (zum Guten) durchaus.

Best Motion Picture of the Year

American Hustle
Captain Phillips
Dallas Buyers Club
Gravity
Her
Nebraska
Philomena
12 Years a Slave
The Wolf of Wall Street

>> Der klebrigste Oscar Bait-Streifen hat - wie so oft - gewonnen. Bei der Thematik natürlich klar, weil wie es Ellen DeGeneres eingangs sagte: Wer will sich schon als Rassist outen?

1. März 2014

Filmtagebuch: Februar 2014

20 FEET FROM STARDOM
(USA 2013, Morgan Neville)
6/10

THE ABANDONED
(E/UK/BG 2006, Nacho Cerdà)
4/10

AKIRA
(J 1988, Ōtomo Katsuhiro)
8/10

ALL IS LOST
(USA 2013, J.C. Chandor)
6/10

CAST AWAY
(USA 2000, Robert Zemeckis)
6/10

FRUITVALE STATION
(USA 2013, Ryan Coogler)
5.5/10

IN A WORLD...
(USA 2013, Lake Bell)
3.5/10

SHORT TERM 12
(USA 2013, Destin Cretton)
5.5/10

STROMBERG - 1. STAFFEL
(D 2004, Arne Feldhusen)
9/10

STROMBERG - DER FILM
(D 2014, Arne Feldhusen)
7/10

ZOMBIELAND
(USA 2009, Ruben Fleischer)
2.5/10

Themenpunk: Journalismus


ACE IN THE HOLE [REPORTER DES SATANS]
(USA 1951, Billy Wilder)

8/10

ALL THE PRESIDENT’S MEN [DIE UNBESTECHLICHEN]
(USA 1976, Alan J. Pakula)

8/10

ANCHORMAN: THE LEGEND OF RON BURGUNDY
(USA 2004, Adam McKay)
9/10

ANCHORMAN 2: THE LEGEND CONTINUES
(USA 2013, Adam McKay)
6.5/10

THE BANG BANG CLUB
(CDN/ZA 2010, Steven Silver)
5.5/10

BROADCAST NEWS [BROADCAST NEWS - NACHRICHTENFIEBER]
(USA 1987, James L. Brooks)

4.5/10

CITIZEN KANE
(USA 1941, Orson Welles)
7.5/10

THE FRONT PAGE [EXTRABLATT]
(USA 1974, Billy Wilder)

6/10

FROST/NIXON
(USA/UK/F 2008, Ron Howard)
6/10

GONZO: THE LIFE AND WORK OF DR. HUNTER S. THOMPSON
(USA 2008, Alex Gibney)
7/10

THE INSIDER
(USA 1999, Michael Mann)
8.5/10

MAD CITY
(USA 1997, Costa-Gavras)
5.5/10

NETWORK
(USA 1976, Sidney Lumet)
6.5/10

PAGE ONE: INSIDE THE NEW YORK TIMES
(USA 2011, Andrew Rossi)
7/10

THE PAPER [SCHLAGZEILEN]
(USA 1994, Ron Howard)

7/10

SCHTONK!
(D 1992, Helmut Dietl)
5/10

STATE OF PLAY [MORD AUF SEITE EINS]
(UK 2003, David Yates)

7/10

STATE OF PLAY [STATE OF PLAY - STAND DER DINGE]
(USA/UK/F 2009, Kevin Macdonald)

7/10

TRUE CRIME [EIN WAHRES VERBRECHEN]
(USA 1999, Clint Eastwood)

6.5/10

WAG THE DOG
(USA 1997, Barry Levinson)
8.5/10

22. Februar 2014

Kōkaku Kidōtai [Ghost in the Shell]

There’s nothing sadder than a puppet without a ghost.

Bereits René Descartes beschäftigte sich im 17. Jahrhundert mit dem Leib-Seele-Problem und ob der Geist ohne Materie existieren könne. Ist der Körper nur ein Gefäß für den die Seele? Zumindest in The Matrix entwickelten die Geschwister Wachowski ein anti-dualistisches Bild ihrer Welt und das Konzept eines materiellen Geistes. “Your body cannot live without the mind”, klärt Morpheus darin Neo auf. Was zwar mehr auf den Körper gemünzt ist, zugleich wird Sein jedoch über die Materie und weniger den Geist definiert. Grundsätzlich ist The Matrix aber an Fragen von Realität und Freiheit interessiert, der die Wachowskis inspirierende Kōkaku Kidōtai, Oshii Mamorus Adaption von Shirow Masamunes Manga von 1991, dreht sich derweil mehr um das Thema von Leben und Existenz.

Shirow konzipierte darin eine Cyberpunk-Geschichte, die im Jahr 2029 spielt. Die Mischung zwischen Mensch und Maschine ist vorangeschritten, teils so weit, dass an manchen Figuren wie Major Motoko Kusanagi (Tanaka Atsuko) ihr “ghost” – also ihre Seele respektive ihr Bewusstsein – das einzig Menschliche ist. Genauer gesagt gibt es in Kusanagis Spezieleinheit der Regierung kaum Mitglieder, die nicht über maschinelle Verbesserungen verfügen. Ihr neuer Partner Togusa (Yamadera Kouichi) ist mit seinem e-Brain, sprich: Cyber Net Implantate im Gehirn, praktisch die Ausnahme. Und wurde gerade deshalb vom Major ausgewählt. “A system where all parts react the same way is a system with a fatal flaw”, erklärt sie Togusa. Und derartige Lücken werden gnadenlos ausgenutzt.

Beispielsweise von dem Hacker-Terroristen „Puppetmaster“, einer künstlichen Intelligenz, die zu Beginn des Films auch erstmals Japan unsicher macht. Und damit Kusanagis Team rund um Togusa und Batou (Ohtsuka Akio) auf den Plan ruft. Während der Puppetmaster die Ghosts von etwaigen Bürgern hackt und manipuliert, heften sich Kusanagi und Co. an seine Fersen. Zugleich bemerkt Batou einige Wesensveränderungen bei seiner Vorgesetzten, die an ihrer eigenen Menschlichkeit zu zweifeln beginnt. Als sich der Puppetmaster dann in Form eines Gynoiden zu stellen scheint, werden nach und nach Verstrickungen und Motive deutlich. Und wie sich zeigt soll Kusanagi hierbei eine ganz besondere Rolle spielen, während Kōkaku Kidōtai sich von der Action zur Philosophie wendet.

Was bedeutet es, am Leben zu sein? Dies ist eine Frage, die sich der Puppetmaster stellt und die er im Folgenden an die übrigen Figuren weitergibt. Er selbst stellt sich Kusanagis Einheit, um Asyl als politisch verfolgtes Lebewesen zu beantragen. Allerdings sprechen ihm seine menschlichen Gegenüber jene Qualifikation ab, schließlich partizipiere er nicht am Sein. “I am able to recognize my own existence”, reklamiert er und rezitiert damit Descartes’ 1. Grundsatz (“cogito ergo sum”/„Ich denke, also bin ich“). Es handele sich bloß um seine selbsterhaltene Maßnahme, wiegeln die Menschen ab – und der Puppetmaster hält ihnen vor, dass dies wiederum auch auf die menschliche DNS zutreffen würde. Was den Mensch zum Individuum mache, sei nur seine immaterielle Erinnerung.

“And memory cannot be defined”, fährt die Künstliche Intelligenz fort, “but it defines mankind”. Man fühlt sich an eine Aussage von Batou aus dem ersten Akt erinnert, als er kommentierte “all data that exists is both reality and fantasy”. Eine Schnittmenge, die auch Erinnerungen mit einschließt. Und was sind Daten letztlich anderes, als programmierte Erinnerungen? Bei den Figuren bleiben die Gedanken des Puppetmaster jedoch nicht hängen, lediglich der Major scheint in ihnen ein stummes Echo jener Selbstzweifel zu erkennen, die sie seit einiger Zeit ergriffen haben. Die Entfremdung ihres Ghosts gegenüber ihrem gynoiden Körper wird gekennzeichnet durch ihre schamlose Entblößung von Letzterem. Was wiederum speziell in Batou immer wieder menschliche Züge hervorbringt.

Hoffnung wartet lediglich beim Tauchen auf Kusanagi, “as though I could change into something else”. Eine Hoffnung, die sich im Finale in der Symbiose mit dem Puppetmaster bestätigt sieht (und von den Wachowskis in The Matrix Revolutions kopiert wurde). “Maybe there was never a real ‘me’ to begin with”, sinniert der Major. Auch der Puppetmaster kritisiert den menschlichen Hang zur Individualität. “Your desire to remain as you are is what ultimately limits you”, wirft er Kusanagi vor. Während sie sich vollends von ihrem materiellen Dasein verabschiedet und im Kollektiv mit dem Puppetmaster dennoch ihren Ghost behält, gewinnt die AI durch die Assimilation des Majors letztlich jene „körperlichen“ Eigenschaften der Reproduktion und Sterblichkeit, die für sie Existenz repräsentieren.

Allerdings wird das Thema in den nur 80 Minuten von Kōkaku Kidōtai relativ schnell abgefrühstückt, wo Oshii sicher noch eine Viertelstunde an Exposition und Tiefe hätte draufpacken können. Manche Andeutung, darunter auch Togusas übermäßige „Menschlichkeit“ sowie die Figur generell, spielt zugleich im weiteren Verlauf gar keine Rolle mehr. Immerhin verschwendet der Film nicht zu viel Zeit auf Actionszenen und weiß stattdessen mit den Set-Pieces, die er präsentiert, umso mehr zu gefallen. Allen voran das gorige Attentat im Intro, aber auch die Kanal-Verfolgung wie die Auseinandersetzung mit dem Kampfroboter zum Schluss überzeugen. Was man von den CGI-Updates einiger Szenen in der vor einigen Jahren veröffentlichten 2.0-Version nicht sagen kann.

Bei der Sichtung von Kōkaku Kidōtai – der ein Sequel sowie eine TV-Serie nach sich zog – wird jedoch deutlich, wieso der Film gemeinsam mit Akira als Pfeiler im Anime- sowie Musterbeispiel im Animationsbereich gilt. Die Zeichnungen sind auch nach fast 20 Jahren noch nicht verjährt, die mystisch angehauchte chorale Musik von Kawai Kenji trägt ihren Teil dazu bei. Immerhin schafft es Oshii in seiner kurzen Zeit, einen faszinierenden – und zugleich auch von Blade Runner beeinflussten – Einblick in Shirows Cyberpunk-Welt zu verschaffen. Ohne dass man als Zuschauer hinsichtlich der inhaltlichen Verflechtungen auf der Strecke bleibt. Insofern kann konstatiert werden, dass bei Kōkaku Kidōtai der Geist fast 90 Minuten vorzüglich unterhalten wird. Soviel also zum Leib-Seele-Problem.

8/10