1. Februar 2012

Filmtagebuch: Januar 2012


EMERGENCY ROOM - SEASON 3 (USA 1996, Christopher Chulack u.a.)
8/10

MIDNIGHT COWBOY (USA 1969, John Schlesinger)
8/10

THE THIRD MAN (UK 1949, Carol Reed)
5.5/10

ONE DAY IN SEPTEMBER (UK/CH/D 1999, Andrew Macdonald)
7.5/10

DARK CITY [DIRECTOR’S CUT] (USA/AUS 1998, Alex Proyas)
6.5/10

ENRON: THE SMARTEST GUYS IN THE ROOM (USA 2005, Alex Gibney)
7/10

EMERGENCY ROOM - SEASON 4 (USA 1997, Christopher Chulack u.a.)
7.5/10

THE EVIL DEAD (USA 1981, Sam Raimi)
6.5/10

STARSHIP TROOPERS (USA 1997, Paul Verhoeven)
8/10

DRAG ME TO HELL (USA 2009, Sam Raimi)
4.5/10

PEEPING TOM (UK 1960, Michael Powell)
8/10

DIE SUMME MEINER EINZELNEN TEILE (D 2011, Hans Weingartner)
5/10

EMERGENCY ROOM - SEASON 5 (USA 1998, Christopher Chulack u.a.)
7.5/10

TSOTSI (ZA/UK 2005, Gavin Hood)
6.5/10

GOOD NIGHT, AND GOOD LUCK (USA/F/UK/J 2005, George Clooney)
7/10

SHAME (UK 2011, Steve McQueen)
7.5/10

EMERGENCY ROOM - SEASON 6 (USA 1999, Jonathan Kaplan u.a.)
7.5/10

LORD OF WAR (USA/F/D 2005, Andrew Niccol)
7.5/10

THE WEATHER MAN (USA/D 2005, Gore Verbinski)
8/10

TAKE SHELTER (USA 2011, Jeff Nichols)
8/10

EMERGENCY ROOM - SEASON 7 (USA 2000, Jonathan Kaplan u.a.)
8/10

SYRIANA (USA 2005, Stephen Gaghan)
8/10

HODEJEGERNE [HEADHUNTERS] (N/D 2011, Morten Tyldum)
7/10

HELLRAISER (UK 1987, Clive Barker)
6/10

UNITED 93 (USA/F/UK 2006, Paul Greengrass)
5.5/10

STROMBERG - STAFFEL 5 (D 2011, Arne Feldhusen)
5.5/10

EMERGENCY ROOM - SEASON 8 (USA 2001, Jonathan Kaplan u.a.)
7.5/10

22. Januar 2012

The Descendants

Paradise can go fuck itself.

Es ist mir bis heute unerklärlich, wie ein Mann, der so exquisite Drehbücher zu Election und Sideways – Letzteres sogar Oscarprämiert – geschrieben hat, zugleich für die grausigen Jurassic Park III und I Now Pronounce You Chuck and Larry verantwortlich sein kann. Zwar soll das Skript von Alexander Payne und Jim Taylor nur noch wenig mit dem fertigen Sandler-Film zu tun gehabt haben (“They Sandlerised it“, verriet Payne im Januar dem britischen The Telegraph), dennoch ragen jene Einträge in seiner Filmografie wie Fälle von betrunkenem Fahren aus einer sonst tadellosen Akte heraus. Zurück in die Spur fand der Regisseur nun mit The Descendants, einem der Favoriten des diesjährigen Oscarrennens.

Darin muss der hawaiianische Anwalt Matt King (George Clooney) entscheiden, ob ein alter Familienbesitz veräußert wird. Die Verwandten, allesamt Nachkommen einer einheimischen Prinzessin, drängen zum Verkauf, den die Ureinwohner kritisch beäugen. Währendessen liegt Matts Frau nach einem Bootunfall auch noch in einem Koma, aus dem sie nicht mehr erwachen wird. Und als wäre das noch nicht genug, gesteht ihm seine älteste Tochter Alexandra (Shailene Woodley), dass ihre Mutter eine Affäre mit einem Immobilienmakler hatte. Mit seinen Töchtern Scottie (Amara Miller) und Alexandra sowie deren Freund Sid (Nick Krause) im Gepäck macht sich Matt auf, seinen Nebenbuhler zu konfrontieren.

Wie in Paynes letzten Filmen (Sideways, About Schmidt, Election) dreht sich in The Descendants alles um das turbulente Leben eines überforderten Mannes. In diesem Fall ist es Matt King, der scheinbar für seinen Beruf gelebt hat und darüber seine Familie vernachlässigte. Mit der Aussicht, nun alleinerziehender Vater zu sein, hadert er ebenso, wie mit der Entscheidung, an wen er das seit jeher im Familienbesitz befindliche Stück Land verkaufen soll. Oder ob er überhaupt verkaufen soll. Entsprechend dem Filmtitel spielt Matts Nachkommenschaft die zentrale Rolle. Sowohl die, aus der er stammt, als auch die, für die er verantwortlich ist. Im Kern ist The Descendants somit ein Film über die Bedeutung der Familie.

Wenn Matt mit seinen Töchtern auf einen Road beziehungsweise Island Trip geht, bildet die Konfrontation mit Brian Speer (Matthew Lillard), dem Liebhaber seiner Frau, nur die Prämisse für eine individuelle und familiäre Selbstfindung. Für Matt gilt es, seine Rolle als Vater und Familienoberhaupt anzunehmen, insbesondere für Alexandra wiederum, ihren Frieden mit ihrer Mutter zu machen. Was Payne dem Publikum zu Beginn als (typisch) dysfunktionale Familie präsentiert (Alexandra wurde nach einem Streit mit der Mutter in ein Internat platziert, Scottie betreibt Mobbing an Klassenkameraden), entwickelt sich dann allerdings reichlich hastig und dabei erstaunlich problemlos zu einer harmonischen (Familien-)Einheit.

Mit Beginn des zweiten Akts sind die Konflikte dann vergessen. Die als Problemkind eingeführte Alexandra übernimmt wie selbstverständlich die weibliche Rolle an der Seite ihres Vaters, während Scottie fortan nur noch eine untergeordnete Funktion erfüllt. Dass Payne so bereitwillig das Dramatisierungspotential dieser zuvor zerrütteten Familie ausspart, ist jedoch etwas bedauerlich. Zu geschmeidig entwickelt sich der Plot, in dem Sid den Part des Surfer Dude übernimmt, der mit seinem Sprachduktus und Gehabe für den comic relief der Tragikomödie zuständig ist. Irrelevant erscheinen die vorherigen Differenzen zwischen Vater und Töchtern, sowie zwischen Matt und seinem vergrämten Schwiegervater (Robert Forster).

Bisweilen erinnern die Kings in ihrer harmonischen Wiedervereinigung an andere dysfunktionale Filmfamilien wie die Hoovers aus Little Miss Sunshine. Auftretende Probleme werden nach einmaliger Ansprache vergessen und der Selbstlösung überlassen. Die Suche und Konfrontation mit dem vermeintlichen Familienzerstörer Lillard avanciert so zur kingschen Gruppendynamik, die nicht nur den baldigen Tod der gänzlich von der Handlung losgelösten Mutter überschattet, sondern auch generell die Differenzen der Figuren mit sich und ihrer Umwelt. Derart simpel und profan löst Payne sein eingeführtes Drama, dass man als Zuschauer weniger emotional in den Film investiert, als ihn distanziert beobachtet.

Gelungen fallen die schauspielerischen Leistungen aus. Insbesondere die Jungdarstellerinnen Woodley und Miller überzeugen, genauso wie die – allerdings auch nur bedingt geforderte – Nebendarstellerriege um Forster, Lillard, Judy Greer und Beau Bridges. Geschultert wird der Film von einem weithin im Feuilleton gelobten Clooney, der hier durchaus überzeugend gegen das “Yes I Can“-Profil seiner übrigen Filmografie anspielt und als so geforderter wie überforderter Vater authentisch-sympathisch reüssiert. Subtil in den Vordergrund „spielen“ sich zudem die Inseln Hawaiis, die selten in Hollywood (man denke an Forgetting Sarah Marshall) prominenter zum Einsatz kamen und hier mit ihrer natürlichen Schönheit auftrumpfen.

Zwar ist Payne kein Film mit sonderlich viel Tiefgang gelungen, der damit weit entfernt von seinen kommentierenden Frühwerken ist, und auch mit seinen analytischen Vorgängern vermag The Descendants nicht wirklich mitzuhalten. Dafür ist Paynes Jüngster zu vorhersehbar und macht sich seine Sache zu leicht. Grundsolide und weitestgehend überzeugend gerät der Oscarfavorit dann doch, was sich neben Hawaii als Schauplatz (inklusive einheimischer Musik als auditive Ergänzung) dem durchweg gefälligen Ensemble verdankt. An seine starken Vorgänger kann Payne folglich nicht anknüpfen, aber zumindest ist The Descendants alles andere als ein Film, dessen Platz in seiner Filmografie sich nicht erklären lässt.

7/10

31. Dezember 2011

Filmjahresrückblick 2011: Die Top Ten

Never in the history of cinema has a medium entertained an audience.
It’s what you do with the medium.

(John Lasseter)

Und wieder mal ist ein (Film-)Jahr vorüber beziehungsweise liegt in seinen letzten Zügen. Nach halbjähriger Abstinenz soll traditionell ein Rückblick auf die vergangenen zwölf Monate den Abschlusspost bilden. Wer sich lediglich für die Bestenliste interessiert, kann zum Ende des Beitrages scrollen. Zwar wird von mir jedes Jahr gejammert, dass das Kino auf dem absteigenden Ast sei, doch auch wenn ein filmisches Highlight 2011 ausblieb, war das Jahr in der Breite relativ gut. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich dieses Jahr mit 150 Filmen so viel wie noch nie gesehen habe. Den Löwenanteil machten dabei die Heimkino-Sichtungen aus, die mit 92:58 gegenüber den Lichtspielhäusern die Nase klar vorn hatten.

Eine Verstärkung des Trends aus dem Filmjahr 2010 – und nicht die Einzige. Mit 58 Kinobesuchen war ich ein Mal öfter vor der großen Leinwand zu finden als im Vorjahr. Lediglich Black Swan und The Tree of Life lockten mich dabei zu Wiederholungssichtungen. Da zudem 35 dieser Kinobesuche auf Pressevorführungen zurückfallen (die mit einem Anteil von 60% gegenüber den 49% des Vorjahres erneut zunahmen), wurde die Sichtung des Großteils der Filme in die eigenen vier Wänden verschoben. Nicht zuletzt lag dies auch an der teils geringen Kopienzahl kleinerer Independent-Filme (speziell im süddeutschen Raum), sowie dem Wunsch, die primär fremdsprachigen Filme in ihrer Originaltonspur zu sehen.

Zu Letzterem bietet jährlich die Berlinale Gelegenheit, auf welcher ein Blogger-Kollege nach eigenem Empfinden viel Mist gesehen zu haben scheint. Nicht jedoch den dortigen Gewinnerfilm Jodaeiye Nader az Simin aus dem Iran, der durchaus überraschend auch bei den Usern der Internet Movie Database (IMDb) mit einer Wertung von 8.6/10 in diesem Jahr am besten wegkam (Stand: 30.12.2011). Auf den Plätzen 2 und 3 folgen dann Warrior und Hugo mit jeweils 8.3/10 – wobei Warrior drei Mal so viele Bewertungen erhalten hat wie Martin Scorseses Liebeserklärung ans Kino. Ein durchaus ungewöhnliches Triumvirat für die User der IMDb, die normalerweise eher Mainstream- und Blockbuster-Kino pushen.

Berechenbarer gab sich da schon das Einspielergebnis an den Kinokassen. Hatte der erste Teil der siebten Harry Potter-Adaption im Vorjahr noch aufgrund seiner Zweidimensionalität das Nachsehen in der Endjahresabrechnung, so setzte sich Harry Potter and the Deathly Hallows: Part II dank 3D-Konvertierung erwartungsgemäß als Jahressieger durch. Mit einem Einspiel von über 1,3 Milliarden Dollar avancierte der Potter-Abschluss zudem zum (vorerst) dritterfolgreichsten Film aller Zeiten (Inflationsunbereinigt) hinter Avatar und Titanic. Ebenfalls die Milliarden-Grenze überschreiten konnten die beiden 3D-Fortsetzungen Transformers: Dark of the Moon und Pirates of the Caribbean: On Stranger Tides.

Das vierte Abenteuer von Jack Sparrow setzte sich dabei unter anderem in Russland, der Ukraine, Österreich, Griechenland und Südafrika als Favorit der Zuschauer durch, während die Südkoreaner und Chinesen dagegen eindeutig den Kampf außerirdischer Roboter bevorzugten. Japan wiederum folgte dem weltweiten Tenor, sich cineastisch von Harry Potter und Co. zu verabschieden. Ein ähnliches Bedürfnis teilten neben den Japanern zum Beispiel auch die Mexikaner, Finnen, Norweger, Portugiesen und selbstverständlich die Mitglieder des Commonwealth. Egal ob Großbritannien, Australien oder Neuseeland – hier erklomm Harry Potter ebenso den ersten Platz wie im Kinoland Nummer Eins: den USA.

Hatten sich 2010 noch Deutsche und Niederländer gemeinsam an Harry Potter ergötzt, so taten die deutschen Bürger dies 2011 nun allein. Mit durchschlagendem Erfolg strömten die Holländer stattdessen in Linda de Mols Gooische vrouwen – einem Kinoableger ihrer gleichnamigen Fernsehserie. Keine Chance hatte Harry Potter auch in Italien und Frankreich, wo die nationalen Komödien Che bella giornata und Intouchables gar doppelt so erfolgreich liefen. Nationale Komödien wollten auch die Türken (Eyyvah eyvah 2) und Polen (Listy do M.) lieber sehen, während man mit viel gutem Willen diesbezüglich auch den Erfolg von Rio in Brasilien erklären könnte. Und was war eigentlich mit Pixar in 2011?

Wohl nur John Lasseter weiß, wieso er dem im Pixar-Oeuvre wenig beliebten und erfolgreichen Cars mit Cars 2 eine Fortsetzunge bescherte. Zu danken wussten es ihm wenigstens die Menschen in Litauen und Argentinien, die den Animationsspaß zu ihrer Nummer Eins erklärten. Ohnehin tickten Südamerikaner was Kino und Animationsfilme anging etwas anders als der Rest der Welt, bedenkt man, dass in Uruguay, Peru und Kolumbien The Smurfs triumphierte. Ungewöhnliche Jahressieger produzierten aber auch andere Nationen. In Ghana und Nigeria ging dieses Jahr nichts über The Tourist, wohingegen die Spanier im Vampirfieber bevorzugt in The Twilight Saga: Breaking Dawn – Part I strömten.

Als Gewinner darf sich dieses Jahr auch Ryan Gosling fühlen, der den Sprung vom Charakterdarsteller zu einem der angesagten und sehr gefragten Newcomer geschafft hat. In vier Filmen (Blue Valentine, Crazy Stupid Love, The Ides of March, sowie der vielfach gesneakte 2012er Drive) konnte man ihn bewundern – es folgen im kommenden Jahr dann The Gangster Squad und All Good Things. Gewinnerinnen sind auch Natalie Portman und Jessica Chastain, die in gleich sieben Filmen dieses Jahr auftauchten. Chastain entwickelte sich vom unbekannten Gesicht zum everybody’s darling, während Portman nicht nur einen Oscar für ihre Leistung in Black Swan erhielt, sondern auch einen Sohn zur Welt brachte.

Besonders überzeugendes Schauspiel bot dieses Jahr auch Claire Danes in der HBO-Biographie (über) Temple Grandin, sowie in der Showtime-Serie Homeland. Nicht weniger stark zeigte sich Lesley Manville als einsame Alkoholikerin in Another Year, während Choi Min-sik in Akmareul boatda das tat, was er am besten kann: gestörte Mörder spielen. Als viel versprechendste Newcomerin tat sich Jennifer Lawrence in Winter’s Bone hervor und den gelungensten Animationsfilm fand man in Kari-gurashi no Arietti aus dem Hause Ghibli. Was das Fernsehen anbetrifft, ging in einem eher schwachen Jahr nichts über The Big Bang Theory und das gefälligste Videospiel wiederum gab Rocksteady’s Batman: Arkham City ab.

Was bleibt vom Filmjahr 2011 also hängen? Wie schon das Vorjahr taten sich die 3D-Filme hervor. Nur selten wie in Sanctum oder TRON: Legacy wurde direkt in 3D gedreht, ansonsten eher schlecht als recht wie in Thor konvertiert. Zudem war es erneut das Jahr der Fortsetzungen, mit Rio als einzigem Vertreter unter den zehn eintragreichsten Filmen, der nicht auf einem Vorgänger oder einer Reihe basierte. Daran wird sich auch 2012 mit Produktionen wie The Dark Knight Rises, The Amazing Spider-Man, Skyfall oder The Avengers nichts ändern. Aber um allmählich zum Punkt zu kommen, präsentiere ich nun meine zehn besten Filmen des Jahres 2011 (die Flop Ten sowie Runner-ups finden sich als erster Kommentar):


10. Le quattro volte (Michelangelo Frammartino, D/I/CH 2010): Stillschweigend überschreitet Frammartino die Grenzen zwischen Dokumentation und Spielfilm und folgt in seinem Werk der Seelenlehre des Mathematikers Pythagoras. Dabei liefert er faszinierende Bilder aus Kalabrien, die den Zuschauer mit ihrer anmutigen Poesie in den Bann ziehen. Am Ende steht ein imposantes Konstrukt, das in seiner dialogfreien Entstehung wie Produktion aufzeigt, wie sich Form und Materie verändern.

9. Kynodontas (Giorgos Lanthimos, GR 2009): Lanthimos ist ein ungemein faszinierender Film gelungen, getreu dem Marquis de Sade: „Jedes universale Moralprinzip ist ein vollkommenes Hirngespinst“. Es wird nicht wirklich viel gesprochen oder agiert in dieser Geschichte über Aufklärung und Selbstbestimmung, was jedoch keineswegs dazu führt, dass der Film an Aufmerksamkeit einbüßt. Das Resultat sind dabei zahlreiche absurd-komische Erziehungsmaßnahmen in dem lustigsten Film des Jahres.

8. Waste Land (Lucy Walker, BR/UK 2010): Über 7.000 Tonnen Müll produziert Rio de Janeiro jeden Tag, die auf der Mülldeponie Jardim Gramacho landen. Hier recyclen catadores (Müllsammler) den Abfall. Der brasilianische Künstler Vik Muniz involvierte einige von ihnen für eine seiner Installationen. Walkers Film lebt von seinen tollen Protagonisten wie Tião, Zumbi, Isis oder Valter und zeigt, wie man aus wertlosen Dingen wertvolle Kunst macht - und dabei das Leben von Menschen verändert.

7. Another Year (Mike Leigh, UK 2010): Leigh präsentiert eine absurd harmonische Ehe, was sich allerdings nur dadurch feststellen lässt, da sie stets mit der tristen Einsamkeit ihrer scheinst trostlosen Umgebung kontrastiert wird. “Life’s not always kind, is it?“, resümiert Lesley Manville, das Herz des Films, in einer Szene treffend. Ohnehin ist das exzellent gespielte Drama ein an Höhepunkten armes Charakterkino erster Güte, dessen eigentliche Stars seine deprimierend depressiven Verlierer sind.

6. Winter’s Bone (Debra Granik, USA 2010): Getreu einer buddhistischen Legende sehen, hören und sagen die Figuren in dieser Adaption von Daniel Woodrells Roman nichts Böses. In einer maskulin dominierten Welt voller Tristesse und Hoffnungslosigkeit obliegt es dem unbändigen Willen der jungen Ree, die Existenz ihrer Familie zu sichern. In dem hervorragend spielenden Ensemble sticht Lawrence heraus, in einem Mittelstaaten-Drama, das so packend und spannend gerät wie kein zweiter Film 2011.

5. La piel que habito (Pedro Almodóvar, E 2011): Der Mann aus La Mancha untermauert sein Können mit diesem grandiosen Horror-Thriller, in welchem er sich nicht zu schade ist, seinen Twist bereits im zweiten Akt zu präsentieren. Dass dieser nicht nur dennoch, sondern gerade deswegen funktioniert, zeichnet Almodóvars Talent aus. Fortan entwickelt sein Film eine Sogwirkung, die schlussendlich zu einem vorhersehbaren, konsequenten und trotz allem dadurch nicht minder packenden Ende führt.

4. The Tree of Life (Terrence Malick, USA 2011): Wie in all seinen Werken präsentiert Malick den ewigen Zwiespalt zwischen Natur und Gnade – hier mit besonders prägnanten metaphysischen Analogien. Audiovisuell so anmutig erhaben wie schlichtweg meisterlich, fetischisieren die Bilder die physikalische Natur zu einem Kaleidoskop von Filmgemälden. Bei all seinen tieferen Lesarten ist Malicks Film subsumiert dennoch ein Familiendrama als Zeitkolorit und dabei stark biographisch gefärbt.

3. Inside Job (Charles Ferguson, USA 2010): Die Wirtschaftskrise kostete 2008 Millionen Menschen ihr Vermögen, ihre Jobs und ihr Eigentum. In seinem Erklärstück schildert Ferguson, wie es dazu kommen konnte. Am Ende raucht einem zwar der Kopf vor lauter Deregulierungspolitik und predatory loans, aber Fergusons Film überzeugt durch sein ehrliches und strukturiertes Anliegen nebst humorvollen Auflockerungen. “Banking became a pissing contest” heißt es an einer Stelle so sarkastisch wie wahr.

2. The Tillman Story (Amir Bar-Lev, USA 2010): Einen so besonderen Menschen wie Pat Tillman kann man nicht mal backen, selbst wenn man wollte. Er war ein NFL-Spieler, der seinen Profivertrag aufgab, um für sein Land zu kämpfen – und dafür bezahlte er mit seinem Leben. Bar-Lev inszenierte einen schockierenden und bewegenden Film über eine starke Familie und zugleich ein entblößendes Dokument über den verlogenen Charakter der US-Regierung und die gefährliche Natur ihrer Soldaten.

1. Senna (Asif Kapadia, UK 2010): Die Geschichte des brasilianischen Ausnahmesportlers ist eine Geschichte voller legendärer Momente, von Kapadia chronologisch begleitet. Fabelhaft musikalisch untermalt, brilliert diese Dokumentation durch die unglaubliche Arbeit der Cutter, die ausschließlich aus Archivmaterial (!) ein dramaturgisch stringentes, vielschichtiges und atemberaubendes Stück Film konstruierten. Spannend. Emotional. Intensiv. Also nicht unähnlich der Karriere von Senna selbst.

16. Juni 2011

So Long, and Thanks For All the Fish


So long and thanks for all the fish
So sad that it should come to this
We tried to warn you all but oh dear

You may not share our intellect
Which might explain your disrespect
For all the natural wonders that
Grow around you

So long, so long and thanks
For all the fish.

12. Juni 2011

Hanna

I just missed your heart.

Bei all den Stärken, die man Christopher Nolans Inception zu Gute halten kann (er ist, man kann es drehen und wenden wie man will, ein solider Action-Film), funktioniert er wohl nur so richtig, wenn man seine offensichtlichen narrativen Schwächen auszublenden versteht. Wenn das, was man erzählt bekommt, nicht nur keinen Sinn macht, sondern sogar unsinnig ist, muss der style die substance (beziehungsweise deren Logiklöcher) aufwiegen. Ähnlich verhält sich dies auch in Joe Wrights jüngster Auftragsarbeit Hanna, die wohl (bisher) am ehesten der Inception des Filmjahres 2011 ist. Wenn man möchte, ein solider Action-Film (mit stark europäischem Einschlag), der jedoch nur so richtig funktioniert, wenn man seine ganzen narrativen Schwächen auszublenden versteht.

Es lebt also Hanna (Saoirse Ronan) als gentechnisch veränderter Teenie in den verschneiten Wäldern Finnlands, wo man Elche noch selber erlegt. Wenn Hanna einen solchen anschießt, ihn auf einen zugefrorenen See jagt, um ihm dort zu verkünden, dass sie sein Herz verfehlt habe, mutet das weniger wie eine entschuldigende Botschaft denn wie ein sadistischer Hinweis einer Person an, deren Physis zu Gunsten von Empathie verbessert wurde. Aus Gründen, die keiner kennt, wird die friedliche Abgeschiedenheit (die ohnehin selbst gewählt, statt aufgezwungen ist) von der Protagonistin unterbrochen. Gegen den Rat des Vaters (Eric Bana) sucht Hanna den Kontakt zu jener US-Geheimdienstagentin (Cate Blanchett), die für den Mord an ihrer Mutter verantwortlich ist.

Die Agentin Marissa Wiegler reagiert mehr genervt als erfreut, der Vorfall scheint vergessen, die folgende Hatz (für die in grotesker Weise ein blondierter Tom Hollander als Reeperbahn-Kingpin und seine Bande Martial Arts Neo-Nazis engagiert werden) eher das letzte Kapitel eines Buches, das man nie zu Ende gelesen und ganz hinten im Regal einsortiert hatte. Aus Gründen, die keiner kennt, trennen sich Hanna und ihr Vater, um sich aus Gründen, die keiner kennt, in Berlin wieder zu treffen. Über unterschiedliche Wege prügeln und morden sie sich durch Europa, Hanna dabei, zur humoristischen Auflockerung des Publikums, Banden mit einer britischen Familie knüpfend, die irgendwo zwischen narzisstischer Posh-Gegenwart und Alt-68er-Gebarden hängen geblieben zu sein scheint.

Wer nun bereit ist, „die Plausibilität der Ereignisse immer wieder der suggestiven Wirkung des Gezeigten“ unterzuordnen (David Kleingers auf SpOn) wird sicherlich zufriedengestellt und mit „Kunst“ oder „Ultrakunst“ (abhängig vom Rezipienten) belohnt. Ob in diesem Fall der style die fehlende substance rechtfertigt, ist dem Zuschauer selbst überlassen. Wenn sich Saoirse Ronan als Minderjährige durch Europa kloppt, zu Elektro-Gedudel der Chemical Brothers aus den Boxen, gewürzt mit schicken Schnitten und ungewöhnlichen Set-Locations, dann lässt sich das sicherlich als Mainstream-Arthouse deklarieren. Ob jede Form von Arthouse gleich „art“, sprich: Kunst, darstellt, ist eine andere Frage (die im Netz allerdings fast durchgehend mit „ja“ beantwortet wird).

Das lose Handlungsgerüst trägt Hanna jedenfalls nur in den seltensten Fällen und wird auch nicht von ihrem prätentiösen Märchenkonstrukt - in dem sich Cate Blanchett als rothaarige Hexe mit grausigem Deutsch und einem Zahnhygienefetisch inklusive einer klischeehaften „evil Germans“-Entourage anbiedert - entschuldigt. Vielmehr sind die meisten Szenen ungemein anstrengend, am meisten die Marokko-Sequenz mit der absurd-liberalen britischen Familie (Jason Flemyng, Olivia Williams), die damit kokettiert, Coming-of-Age-Elemente zu integrieren, obschon diese albinohafte, asoziale Protagonistin ebenso wenig als Identifikationsfigur funktionieren will, wie die gesamte Vortäuschung einer Geschichte, die den Antrieb für Wrights erste (und hoffentlich letzte) Auftragsarbeit darstellt.

Dabei sind die Bilder teils durchaus gefällig, speziell die Kalter-Kriegs-Optik im grau-biederen Berlin, wie auch der Soundtrack der Chemical Brothers eine willkommene Alternative ist, um dem desinteressierenden Sog der Handlung zu entkommen. Insofern ist das Audio-Visuelle in der Tat die einzig nennenswerte Stärke eines Films, der sich am Ende in seiner vermeintlichen inhaltlich-visuellen Klammer ein letztes Mal ad absurdum führt. Vielleicht ist die Moral dieser Geschichte, dass ein Märchen keine Geschichte haben muss, solange es gefällig (hier: audio-visuell) tradiert wird. Wenn dies jedoch nicht ausreicht, um die Schwächen zu überdecken, hilft auch alles style over substance nichts. Eventuell gilt im Fall von Hanna aber auch einfach: it just missed my heart.

2.5/10

Source Code

Tell me everything is gonna be okay.

Duncan Jones’ jüngstes Werk, Source Code, zählt sicherlich zu jenen Filmen, die am besten funktionieren, je weniger man über sie weiß (was unsere heutige Medienlandschaft zusehends erschwert). Mit (zu Recht) viel Vorschußlorbeeren ging Jones aus seinem Debütfilm Moon nach Hollywood, nur um sein Folgeprojekt - die Blade Runner-Hommage Mute - erstmal auf Eis wandern zu sehen. Stattdessen nahm er sich der Auftragsarbeit Source Code an, die sich über weite Strecken auch als solche anfühlt. Wie bei seinem Vorgänger ist dies zu einem Großteil munteres Zitier-Kino, dabei weniger Groundhog Day als ein unüberlegtes Mischmasch von Genrekollegen wie Twelve Monkeys und Retroactive.

Dementsprechend bietet es sich an, sein Publikum gemeinsam mit seinen Protagonisten direkt in die Handlung zu werfen. Wenn sich Army-Captain Colter Stevens (Jake Gyllenhaal) plötzlich in einem Personengüterzug Richtung Chicago befindet, ihm gegenüber die ihm fremde Lehrerin Christina (Michelle Monaghan) und im Spiegel das Konterfei eines anderen Mannes, offenbart sich ein gewisses mindfuck-Element. Die kurze Orientierungslosigkeit wird abgelöst von einer Explosion und dem Erwachen in einer zweiten, immer noch fremden Umgebung. Als Agent eines Regierungsprojektes arbeitet Stevens innerhalb des Source Codes, einer Erfindung des mysteriösen Doktors Rutledge (Jeffrey Wright).

Der Source Code ist dabei eine Erfindung, die den Déjà Vu-Fehler macht, sich selbst erklären zu wollen, anstatt ein reines Fluxkompensator-Gimmick zu sein. So kann Rutlegde scheinbar die Gedankenströme einer Person an den letzten acht Minuten eines Verstorbenen teilhaben lassen, was allerdings keine Zeitreise sei, sondern nur eine zeitliche Umstrukturierung. Stevens kann also, einem Avatar gleich, durch die letzten acht Minuten eines Mannes von ähnlicher Statur wandeln und soll nun einen Terrorakt auflösen, der sich am Vormittag ereignet hat. Ziel und Zweck: Den Täter des Bombenanschlags zu identifizieren, da dieser plant, im Laufe des Tages eine zweite Bombe in Chicago hochzujagen.

Indem Jones sein SF-Element zu erklären versucht, raubt er sich und Source Code selbst seiner Stärke, geht doch ein Großteil des ersten Aktes dadurch verloren, dass Vera Farmigas Colleen Goodwin dem perplexen Stevens (und zugleich dem Publikum) die Mechanismen von Rutledges Apparatur nahe bringt. So kommt es, dass dessen „Zeitreisen“ nach den ersten zwei-, dreimal als Kurzmontage verkauft werden, anstatt sich als Actionreiche Variante von Groundhog Day zu versuchen, die ihren Spaß aus den verschiedenen Entwicklungsmöglichkeiten ein und derselben Situation generiert. Wo der Film in die Tiefe gehen sollte, bleibt er folglich an der Oberfläche - und zeigt selbst für diese wenig Interesse.

Was in der ersten Hälfte noch halbwegs spaßig und spannend gerät, strengt nach einer Dreiviertelstunde vermehrt an. Alles muss eine Spur komplexer werden - nur eben nicht auf der Zeitebene des Zugattentats, wo die Aufmerksamkeit eigentlich hingehört. Immer wieder driftet die Handlung ab, zu Stevens Vergangenheit und pathetischem Militärgeplänkel zwischen ihm und Goodwin. Was dem Film auf Dauer Züge eines generell unterhaltsamen Videospiellevels verleiht, dessen nervige Zwischenszenen man nicht wegklicken kann und dessen Prämisse (Bombenattentäter finden ehe Zug explodiert) von einer so unnötigen wie unplausiblen Romanze zwischen Gyllenhaals und Monaghans Figuren torpediert wird.

Die Schlitterfahrt von Source Code endet schließlich in einem missratenen (und, ob der moralinsauren Figuren, fragwürdigen) Ende, den Hollywood-Konventionen folgend, denen sich Jones auch in seinem zweiten Spielfilm noch nicht versagen konnte. So macht der Film in seiner Summe viel zu wenig aus seinen grundsätzlich vorhandenen Möglichkeiten, die er speziell in seiner ersten Hälfte noch (bisweilen erfolgreich) austestet, um sie anschließend entweder zu ignorieren oder bei Seite zu legen. Angesichts seines Ersatzwerkcharakters für den ausgefallenen Mute lässt sich das in Jones’ Œuvre noch tolerieren, dennoch wünscht man sich selbst jemanden, der einem in dieser Situation zuflüstert: everything’s gonna be okay.

5.5/10

8. Juni 2011

Akmareul boatda

Die großen Rächer sieht man nur in Kinofilmen.

Asiaten sind kleine Menschen, heißt es immer. Vielleicht ein Grund, warum sie gerne Filme als Form der Mimikry nutzen. Zumindest präsentieren sie sich in diesen oft als Rächer oder Soziopathen. Besonders vor Südkorea muss einem Angst und Bange werden, betrachtet man Park Chan-wooks Beiträge wie die Rache-Trilogie oder Bakjwi. Aber auch Kim Ji-woons Akmareul boatda, im Westen als I Saw the Devil vertrieben, leistet der südkoreanischen Tourismusbranche nicht gerade große Dienste. Schließlich geben sich hier Vergewaltiger, Serienmörder und Kannibalen auf den Landstraßen die Klinke in die Hand. Schön schräg also, zugleich nicht zimperlich und letztlich durchaus innovativ und unterhaltend.

Auf einer dieser Landstraßen wird zu Beginn des Films Joo-yun (Oh San-ha) Opfer des soziopathischen Frauenmörders Kyung-chul (Choi Min-sik) als sie auf einen Abschleppdienst wartet. Als man ihren Kopf anschließend aus einem Fluss fischt, macht sich Joo-yuns Verlobter, der Geheimdienstagent Soo-hyun (Lee Byung-hun), auf die Suche nach dem Täter. Einige Verdächtige später ertappt er Kyung-chul dann auf frischer Tat, lässt ihn jedoch nach ihrer gewaltsamen Auseinandersetzung nicht nur am Leben, sondern stattet ihn sogar mit Geld aus. Kyung-chul selbst glaubt, per Zufall selbst Opfer eines Soziopathen geworden zu sein, stellt jedoch alsbald fest, dass Soo-hyung ganz andere Pläne für sie beide hat.

Mit viel Vorschusslorbeeren ausgestattet, wird Akmareul boatda seinem guten Ruf weitestgehend gerecht. Einerseits präsentiert Kim einen straighten und keineswegs unblutigen Selbstjustiz-Thriller, andererseits ist sein Film auch durchzogen von schwarzem Humor. Diesen vorweg zu nehmen, würde das Vergnügen trüben, aber mit der oben beschriebenen Ansammlung von Psychopathen und Gestörten - inwieweit Soon-hyun mit der Zeit durch seinen Wahn selbst dazugehört, steht zur Diskussion - und der Tatsache, dass Kim zuletzt einen Film mit dem Titel The Good, the Bad, the Weird gedreht hat, dürfte sich ein generelles Bild einstellen. Zumindest lässt sich bei all den Blutfontänen auch gelegentlich schmunzeln.

Da verzeiht man es dem Film auch, dass er nicht immer sonderlich logisch ist. So erhält Soon-hyun von Joo-yuns Vater, zugleich der Polizeipräsident, eine Liste mit vier Tatverdächtigen, die der Schwiegersohn in spe daraufhin abklappert. Wieso dies nicht die Polizei übernimmt, bleibt ebenso fragwürdig, wie ein späteres, dem Zufall geschuldetes, Wiedersehen von Kyung-chul und einem Soziopathen-Bekannten aus alten Tagen. Das die Prämisse bildende Jagen und Zappeln lassen des Täters, der hierdurch zum Opfer wird, mutet nach wiederholtem Auftreten innerhalb von Akmareul boatda dann etwas redundant an, weshalb die Laufzeit von über zwei Stunden dem Film diesbezüglich nicht unbedingt zum Vorteil gereicht.

Was über allem steht ist jedoch mal wieder das fast schon manisch anmutende Spiel von Choi Min-sik, der sich bereits mit Parks Oldeuboi und Chinjeolhan geumjassi auszeichnete, und hier den Film als durchgeknallter Kyung-chul alleine schultert. Akmareul boatda lotet hierbei bisweilen gekonnt die Grenzen der Selbstjustiz aus, welche Opfer man zur eigenen Gefühlsbefriedigung akzeptiert und ob dies am Ende nicht mehr Schaden verursacht als Heil. Hätte Kim das als 100-Minüter angelegt, um einige Redundanzen und Längen aus dem Weg zu gehen, wäre sein jüngster Film eine noch rundere Sache geworden. Aber auch so überlegt man es sich zwei Mal, mit wem man auf Südkoreas Landstraßen seine Zeit verbringt.

7.5/10

6. Juni 2011

X-Men: First Class

Die beiden X-Men-Filme von Bryan Singer zählen zu den wenigen gelungenen Ausflügen in die Welt der Comic-Verfilmungen. Was Brett Ratner mit X-Men: The Last Stand in den Sarg beförderte, legte Gavin Hood später in Form des Wolverine-Spin-offs vollends unter die Erde. Zur Exhumierung der populären Reihe (weltweites Einspiel: 1,5 Mrd. Dollar) holte man nun Matthew Vaughn, der zuletzt Kick-Ass verbrochen hatte. Nur wusste der (Beweisstück A: X-Men: First Class) weder wo er zu buddeln, noch wie er den Spaten richtig einzusetzen hatte. Das Resultat ist eine orientierungslose Szenen-Slideshow, bevölkert mit belanglosen, unerheblichen und seelenlosen Figuren. Das Review gibt’s bei MovieMaze.

4.5/10