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13. Februar 2013

Celeste & Jesse Forever

How do you get a nun pregnant? You fuck her.

Bereits seit der Schulzeit kennen und lieben sich die Trend-Vorhersagerin Celeste (Rashida Jones) und Künstler-Slacker Jesse (Andy Samberg). Sie leben zusammen, verbringen ihre Zeit zusammen und sind seit sechs Jahren verheiratet. Oder waren verheiratet. Denn eigentlich haben sie bereits vor Monaten die Scheidung eingereicht, nur scheint ihr normaler Tagesablauf davon noch nichts mitbekommen zu haben. Was für merkliche Irritationen sorgt, wenn auch nur in ihrem Freundeskreis. In Celeste & Jesse Forever erzählen Rashida Jones und Will McCormack die Geschichte zweier bester Freunde, deren langjährige Beziehung nun nicht mehr funktioniert, was Konsequenzen für ihre Freundschaft haben könnte.

Hollywood-Filme über das Ende einer Beziehung sind nichts Ungewöhnliches, sodass auch dieser hier an und für sich wenig Neues zu berichten vermag. Im Laufe des Films erfahren wir, dass Celeste sich mit dem unreifen Jesse keine Zukunft vorstellen konnte, was insofern eine ironische Wendung nimmt, da dieser aufgrund eines One Night Stands plötzlich Vaterfreuden entgegenblickt. Unerwartet stellen sich Zweifel bei Kontrollfreak Celeste ein, ob ihre Entscheidung richtig war und ob sie nicht voreilig gehandelt hat. Da wissen selbst eine neue Marketingkampagne für das Pop-Sternchen Riley Banks (grauenhaft: Emma Roberts) und die Yoga-Bekanntschaft Paul (Chris Messina) wenig Ablenkung zu verschaffen.

Aus der bisherigen Beschreibung lässt sich bereits erschließen, dass es Celeste ist, die im Mittelpunkt des Geschehens steht. Sie glaubt, aus den richtigen Motiven mit Jesse Schluss gemacht zu haben und fühlt sich dann vor den Kopf gestoßen, als dieser vor ihr wieder beginnt, sich zu verabreden. Unfähig, über die Trennung hinwegzukommen, verliert sie sich im Facebook-Stalking und in Hasching-Hangouts mit Dope-Dealer Skillz (Will McCormack). Die Avancen des humorvollen Paul intensiviert sie ebenso wenig wie die Bemühungen für Riley, sodass Celeste langsam aber sicher in ihrem Leben auf der Strecke zu bleiben droht. Verzweifelt klammert sie sich an ihr altes Leben, anstatt ein neues zu beginnen.

Obschon Celeste & Jesse Forever hinsichtlich solcher Themen wie den Ex-Partner loslassen kaum Neues zu bieten hat, vermag das Drehbuch von Jones und McCormack dem bekannten Szenario zumindest einen kurzweiligen Unterhaltungsfaktor abzugewinnen. Dies ist zum einen der semi-realistischen Darstellung einer Trennung zu verdanken, die nicht von beiden Partnern vollends verarbeitet wurde, zum anderen kleineren Elementen und Szenen. Zum Beispiel einer Halloween-Party, auf der Celestes kreative Verkleidung nur noch durch die von Paul überboten wird. Oder ein Running Gag zwischen Celeste und Jesse, der zu Beginn erstmals auftaucht und gegen Ende die Katharsis der Figuren dann abschließt.

Das Ergebnis ist somit zufriedenstellend, ohne wirklich erinnerungswürdig zu sein. Statt den neuen „Partnern“ mehr Zeit zu widmen, verschenkt sie der Film an Figuren wie den von Elijah Wood gespielten Geschäftspartner von Celeste, der aus unerfindlichen Gründen versucht, seinen Gesprächen eine homosexuelle Note zu verleihen. Genauso wirken auch Riley oder Skillz nicht wirklich nötig für das, was der Film erzählen möchte. Er steht und fällt also mit Rashida Jones, die dieser Aufgabe weitestgehend gewachsen ist. Vielleicht ist Celeste & Jesse Forever daher nicht unbedingt der perfekte Film für den Valentinstag (an dem er in Deutschland startet), aber womöglich genau der richtige Film nach einer frischen Trennung.

6/10

3. Oktober 2010

The Social Network

Do you think I deserve your full attention?

Wer darunter leidet, keine Freunde zu haben, kann sich seit ein paar Jahren am Bildschirm trösten: Facebook verspricht Abhilfe. David Fincher hat diese moderne Variante des Selbstbetrugs zum Inhalt seines neuesten Films The Social Network gemacht. Zuletzt nahm sich schon South Park dieses Themas – man sollte eigentlich eher von einem Problem sprechen – in der Episode “You Have 0 Friends” an. Anstatt ihre Freizeit gemeinsam zu verbringen, hängen Cartman, Kenny und Kyle vor ihren Rechnern herum und facebooken mit ihren Freunden. Widerstrebend wird auch Stan in das soziale Netzwerk gezwängt – und sieht sich daraufhin mit Fragen seitens seiner Familie konfrontiert wie etwa: „Laut deinem Facebook-Profil sind wir keine Freunde.“

Freundschaft und Freizeit findet im 21. Jahrhundert verstärkt online statt. Facebook und Twitter lösen als Kommunikationsmittel das Telefonieren ab, wie in den 1990ern die E-Mail den Brief zu verdrängen begann. Dabei erfand Facebook nicht das Rad neu und ist per se auch nicht sonderlich kreativ. Dennoch verzeichnet es seit seinem Start am 4. Februar 2004 inzwischen über 500 Millionen Mitglieder – und ist aus dem sozialen Leben der Amerikaner nicht mehr wegzudenken. Man mag sich fragen, wie die Menschen ohne Facebook auskamen, wie Petrus vor fast 2.000 Jahren in Rom mit Jakobus und den anderen Jüngern Jesu in Kontakt blieb? Keine Möglichkeit, auszudrücken, ob es  „gefällt“, dass Petrus erster Papst ist.

Mehr schlecht als recht überlebte unsere Zivilisation also bis zum Jahr 2004. Nach dreieinhalb Jahren war Facebook bereits 15 Milliarden Dollar wert, sein Gründer Mark Zuckerberg ist inzwischen der jüngste Selfmade-Milliardär aller Zeiten. Letztes Jahr erschien das Buch “The Accidental Billionaires” von Ben Mezrich. Es beschreibt die Anfänge der Facebook-Gründer um Zuckerberg und seinen Harvard-Kommilitonen und besten Freund Eduardo Saverin. David Fincher nahm sich nun des Stoffes an, wollte ihn so schnell wie möglich verfilmen und zeitnah als The Social Network ins Kino bringen. Der Film erzählt die Geschichte von Mark Zuckerberg (dargestellt von Jesse Eisenberg) und wie er das wichtigste soziale Netzwerk der Gegenwart schuf.

Fincher beginnt mit jenem Abend des 28. Oktober 2003, als Marks  Freundin Erica (Rooney Mara) mit ihm Schluss macht, weil er sie von oben herab behandelt. Sie will seine Faszination für die Studentenverbindungen in Harvard nicht teilen. Dabei bestimmen doch diese, ob man es später zu etwas bringt. Mit zwei Bier intus und gekränktem Stolz wird mit seinen Mitbewohnern und Kumpel Eduardo (Andrew Garfield) “Facemash”, ein Hot-or-Not-Ranking der Kommilitoninnen, erstellt. Innerhalb weniger Stunden legen Zuckerberg & Co. das Campus-Netz lahm, erregen die Aufmerksamkeit der Uni und einer elitären Clique rund um die Zwillinge Cameron und Tyler Winklevoss (Armie Hammer) sowie Divya Narendra (Max Minghella).

Das Trio heuert Zuckerberg an, ein soziales Netzwerk zu programmieren. Er wird neugierig, beginnt zu tüfteln – und klaut ihnen schlussendlich einfach die Idee. So, wie er Facebook einige Jahre später seinem Mitarbeiter und ehemals besten Freund Eduardo klauen wird. Zwischen diesen beiden Handlungssträngen und den in Rückblenden erzählten, früheren Ereignissen, driftet Fincher hin und her. Man erfährt, dass Zuckerberg, dieser Nerd, der auch im Winter mit kurzer Hose und Badeschlappen über den Campus hampelt, wenn er schon kein narzisstisches Arschloch ist, sich zumindest wie eines aufführt. So lautet zumindest das Urteil seiner Anwältin (Rashida Jones); und man kann ihre Antipathie als Zuschauer nachvollziehen.

Zuckerberg wäre ja so gern Mitglied in einer der „wichtigen“ Verbindungen, andererseits sagt er oft, was er denkt, und stößt damit nicht nur Fremde, sondern sogar seine Freundin vor den Kopf. Das ist jedoch nicht die Person Mark Zuckerberg, und leider nicht einmal irgendeine Person. Drehbuchautor Aaron Sorkin, seines Zeichens Schöpfer der renommierten Fernseh-Polit-Dramas The West Wing, verliert sich dabei ein ums andere Mal in vielen geschwätzigen Dialogen, die in ihrer Spitzfindigkeit David Fincher vielleicht glauben lassen, dass sie in Verbindung mit seinem technischen Können aus The Social Network den Citizen Kane der John-Hughes-Filme gemacht haben. Wirkliche Figuren sollte der Zuschauer aber hier nicht wirklich erwarten.

Sie alle – von Mark über Eduardo bis hin zum Napster-Gründer Sean Parker (Ex-’N Sync-Sänger Justin Timberlake) – bleiben blass, frei von jedwedem Charakter. Man fragt sich vergeblich, warum Erica überhaupt mit Zuckerberg eine Beziehung eingegangen ist, was einen extrovertierten Menschen wie Eduardo zum besten Freund eines derart selbstverliebten Ekels machte oder was eigentlich nicht nur Harvard-Studenten, sondern überhaupt eine halbe Milliarde Menschen an so etwas wie Facebook finden. Das hat dann auch wenig mit Zeitgeist zu tun oder mit Momentaufnahmen unserer Generation. Facebook ist letztlich nur eine gefragte Modeerscheinung, bis ein anderer spinnerter Nerd in Badeschlappen das nächste Internet-Tool erfindet.

Warum sich Sorkin so ausführlich mit den Winklevoss-Zwillingen beschäftigt, ist auch unklar, verschwinden diese doch alsbald von der Bildfläche. Womöglich tauchen sie nur als Ideengeber für Facebook auf, das Zuckerberg die ersehnte Anerkennung bringen soll. Er ist in seiner Sehnsucht nach Anerkennung ein Geplagter, jemand, der es nicht sich, sondern den Anderen beweisen will. Eine faustische Figur, die letztlich ihrem Mephisto ins wenn schon nicht finanzielle, doch soziale Verderben folgt. Dabei ist der interessanteste Aspekt von The Social Network nicht Facebooks Erfindung, sondern die Freundschaft zweier Männer, die das überbordende Ego eines von ihnen zerstört. Etwas, worüber die Figuren aber nicht sinnieren.

So zeigt der Film einen Mann mit vielen Arschkriechern um sich, aber ohne Freunde. Einen Twen, der zwar im Geld schwimmt, aber ein sozialer Aussätziger bleibt. Wie immer es um die Psyche des realen Mark Zuckerberg bestellt sein mag, sein filmisches Pendant hätte durchaus mit etwas (mehr) Leben ausgestattet werden können. Ebenso der gesamte Film mit einer wirklichen Handlung. Denn so gut er auch von Fincher fotografiert ist – von technischer Seite lässt sich kein Vorwurf machen –, vermittelt er letztlich nicht mehr Informationen als einschlägige Wikipedia-Einträge und verliert sich stattdessen in Geschwätzigkeit und Belanglosigkeit. Oder, wie es Stan in South Park so treffend formuliert hat: “Dude, fuck Facebook, seriously.”

6.5/10

11. April 2010

Cop Out

Da ist er nun, das neue Werk und erste Studio-Film von Kevin Smith, der diesen somit zum sell out macht. Die Frage ist: Kann das gut gehen? Wenn der eigentliche Titel des Films, der ursprünglich A Couple of Dicks (hihi) hieß, wegen ebenjenem Titel und dem damaligen (US-)Tra-Ra zu Zack and Miri Make a Porno aber umbenannt wurde, nun Cop Out lautet? Mit einem Bruce Willis in der Hauptrolle, dessen beste Zeiten nun auch schon über ein Jahrzehnt zurück liegen? Und einem durchgeknallten Tracy Morgan als durchgeknallten Cop? Die Antwort lautet: Nein. Wer wissen will, wieso das so ist, muss wohl beim Manifest weiterlesen.

16. August 2009

Kurz & Knackig: US-Serien - Teil II

Parks and Recreation - Season One

Would you say that you are enjoying yourself?

Was kann man groß zu Greg Daniels neuer Show Parks and Recreation sagen? Es ist doch etwas verwunderlich, dass Daniels mit keinem eigenständigen Konzept aufzuwarten weiß. Denn im Kern ist seine neue Sitcom nichts anderes als eine Neuinterpretation von Ricky Gervais’ The Office. Im mockumentary style wird ein exzentrischer Mensch in hoher Position verfolgt, unterlegt mit Interviews von der betreffenden Person selbst, sowie deren MitarbeiterInnen. Die Ähnlichkeiten zwischen Michael Scott und Leslie Knope (Amy Poehler) sind nicht von der Hand zu weisen. Mit Tom Haverford (Aziz Ansari) findet sich dann auch ein Mitarbeiter, der wie Jim Halpert gerne mal zu Streichen aufgelegt ist. Auch wenn Tom in seinem Humor sehr viel bösartiger ist. Leslie Knope ist Vize-Direktorin des Stadtplanungsamtes von Pawnee. Als der Lebensgefährte von Krankenschwester Ann (Rashida Jones) in eine offene Baustelle fällt, setzt sich Leslie zum Ziel, diese in einen Park zu verwandeln. Architektonische Unterstützung verspricht sie sich von ihrem ehemaligen One-Night-Stand und Frauenheld Marc (Paul Schneider), der zugleich im Stadtbauamt tätig ist.

Genauso wie The Office lief die erste Staffel von Parks and Recreation in ihrer ersten Ausführung lediglich sechs Folgen. Ein wirkliches Urteil will sich hier schwer fällen lassen. Der Humor der Show ist ohne Frage charmant, wenn auch etwas weniger auf Fremdschämen fokussiert, wie im Office-Original. Poehlers Leslie ist etwas anstrengender als Carrels Michael Scott, scheint allerdings auch etwas auffassungsschneller zu sein. Die Nebenfiguren sind durchweg sympathisch, allen voran natürlich sexy Rashida Jones. Heimlicher Star ist jedoch Leslies phlegmatischer Vorgesetzter, Ron Swanson (Nick Offerman), für den Bürokratie darin besteht, am besten gar nichts zu machen. Die gelungenste Folge markiert The Reporter, während sich die Serie sonst auf einem leicht überdurchschnittlichen Niveau bewegt. Im Gegensatz zu The Office kann man jedoch mit dem Pärchen der Show, Jones’ Ann und Chris Pratts Andy, nicht wirklich mitfühlen. Dafür werden die Beiden als Paar zu selten fokussiert. Die Reaktionen auf die Show, die sich primär um Leslies ekelhaften Optimismus dreht, waren verhalten. Nichtsdestotrotz wurde sie von NBC für eine zweite Staffel verlängert. Grundsätzlich empfand ich Parks and Recreation somit als gelungen, auch wenn Daniels mehr eigenständige Kreativität gut getan hätte. Wird im Herbst weiterverfolgt.

7.5/10

Southland - Season One

Things aren’t always what they seem.

Bedenkt man, dass Polizisten in Amerika nicht gerade den besten Ruf haben – schon gar nicht die in Los Angeles -, verwundert es doch, dass die Amerikaner sich ihre Cop-Serien nicht nehmen lassen (s. unten auch The Unusuals). Eine Expertin auf dem Gebiet scheint Ann Biderman zu sein, die für ihre Arbeit an NYPD Blue mit einem Emmy ausgezeichnet wurde. Nach zwölf Jahren Abstinenz seit ihrem Drehbuch zu Smilla’s Sense of Snow kehrt Biderman nun ins Business zurück. Ihr erstes Fernsehdrama Southland folgt der Arbeit und dem Privatleben von sechs Polizeibeamten des LAPD. Die Serie orientiert sich hierbei einerlei an Genrebeiträgen wie Colors und Training Day, andererseits aber auch den Reality-TV-Serien wie dem in den USA beliebten Cops-Format. Dies äußerst sich nicht nur in dem semi-dokumentarischen Stil der Handkamera und den ausgebleichten Bildern, sondern auch in der Tatsache, dass Schimpfwörter zensiert werden. Die Handlung selbst folgt einerseits den Straßenpolizisten John Cooper (Michael Cudlitz) und dem Anfänger Ben Sherman (Ben McKenzie), andererseits den Ermittlern Nate Moretta (Kevin Alejandro) und Sammy Bryant (Shawn Hatosy) vom Morddezernat sowie ihren Kollegen Lydia Adams (Regina King) und Russell Clarke (Tom Everett Scott).

Neben einigen Nebenfiguren, wie dem von C. Thomas Howell dargestellten Officer Dewey, fokussiert sich die Serie primär auf diese sechs Cops. Während nicht zwingend stets alle sechs in einer Episode auftauchen müssen, kommt es jedoch des Öfteren vor, dass sich ihre Wege innerhalb einer Episode kreuzen. Grundsätzlich am Überzeugendsten agiert hier die Pilotfolge Unknown Trouble, an die lediglich See a Woman heranzureichen vermag. Die anderen Folgen sind an sich durchschnittlich. Wobei dies dadurch geschuldet ist, dass auch Southland zu jenen Serien zählt, deren Qualität abhängig ist, von dem Fall, der in der jeweiligen Episode behandelt wird. Ein roter Faden findet sich hier abgesehen von Janila, einer Jugendlichen, die als Zeugin gegen eine Latinobande fungieren soll, nicht. Die Serie weiß daher zuvorderst wegen ihrer sympathischen Figuren, allen voran der idealistische Sherman, zu gefallen. Die Darstellung des LAPD wirkt dann, bedenkt man die Geschichte des Dezernats, mitunter recht verblendend. Dennoch kann man Bidermans Serie eine gewisse grundsätzliche Qualität nicht absprechen. Ansätze für die bereits bestätigte zweite Staffel sind vorhanden. So zum Beispiel das Schicksal von Janila oder wieso Sherman ein Polizist wurde (seine Figur wirkt grob einem Mike Lowry aus Bad Boys entlehnt). Auch wenn Southland im Kern etwas zäh zu konsumieren ist, wird die zweite Staffel von mir wohl weiterverfolgt.

7/10

The Unusuals

You don’t deserve to wear a mustache.

Eigentlich paradox, dass es derart viele Cop-Serien gibt, wo Polizeibeamte in den USA ja nicht gerade sonderlich populär sind (s. Anm. oben) . Wahrscheinlich schauen die Amis Cops lieber bei der Arbeit zu, als selbst mit ihnen konfrontiert zu werden. Was The Unusuals jetzt im Vergleich zu Southland oder dergleichen unterscheiden soll, erklärte Produzent ABC über eine Pressemitteilung. „Like a modern-day M*A*S*H“, meint der Sender und setzte dadurch die Meßlatte ziemlich hoch. Vorausgreifend lässt sich sagen, dass die Cop-Serie nicht wirklich irgendwie mit M*A*S*H vergleich bar ist, selbst wenn mitunter einige Szenen durchaus dem Humor der Kriegssatire gerecht werden. Viel eher lässt sich The Unusuals tatsächlich mit seinem Pendant Southland vergleichen. Auch hier finden sich mehrere Cops, denen meist einzeln Paarweise gefolgt wird, auch wenn sich ihre Fälle oft überschneiden. Dies erklärt sich auch dadurch, da sie alle aus demselben Dezernat stammen. Dabei sind es die Charaktere, die herausstechen. Sei es der narzisstische Solo-Ermittler Eddie Alvarez (Kai Lennox), der von sich selbst in der dritten Person spricht, oder der übervorsichtige Leo Banks (Harold Perrineau), der zur Sicherheit stets seine kugelsichere Weste trägt.

Was die Serie allerdings vermissen lässt, ist ein roter Faden. Zwar beginnt sie mit der Versetzung von Casey Shraeger (Amber Tamblyn), die ihren neuen Partner Jason Walsh (Jeremy Renner) ausspitzeln soll, doch läuft dies eher nebenbei. Auch die anderen Figuren, wie Henry Cole (Joshua Close) oder Eric Delahoy (Adam Goldberg) haben ihre kleinen Süppchen zu kochen (letzterer ist sich sicher, einen Gehirntumor zu haben, aber zu feige zum Arzt zu gehen). Somit verkommt The Unusuals zur case-of-the-week-Serie, die lediglich in 42 wirklich ihr Potential abrufen kann, auch wenn Boreland Day und The Tape Delay ebenfalls zu den besseren Folgen zählen. Generell lässt sich sagen, dass die Serie stets dann punktet, wenn sie tatsächlich die konventionelle Schiene verlässt und sich mehr an M*A*S*H und ähnlichen Satiren orientiert. Seltsam ist auch, dass hier ebenfalls wie in Southland mittels Tamblyns Figur das Mike-Lowry-Syndrom auftaucht. Reiche Menschen die als Cops lieber wenig Geld verdienen scheinen zum Genreklischee zu verkommen. Wenig überraschend wurde The Unusuals nicht für eine zweite Staffel erneuert. Schade ist das nicht unbedingt.

6.5/10

Dirty Sexy Money - Season Two

Now it’s family night.

„Raum für die 2. Staffel ist vorhanden“, schrieb ich vor mehr als einem Jahr bezüglich der ersten Staffel von Dirty Sexy Money. Die Serie schwankte zwischen humoriger Persiflage auf die Schönen und Reichen und einem spannenden Drama-Format, das sich mit dem Tod eines abwesenden Protagonisten beschäftigte. Dass durch den Autorenstreik damals die ursprünglich doppelt so vielen Episoden auf zehn Folgen beschränkt wurden und im Dezember des vergangenen Jahres die Ausstrahlung der zweiten Staffel diesmal ausgesetzt wurde, ehe nunmehr ein halbes Jahr später die verbliebenen drei Episoden (eine wurde gar ganz gestrichen) ausgestrahlt wurden, spricht wohl Bände über die Resonanz von Dirty Sexy Money. Dass das Konzept für keine dritte Staffel verlängert wurde, ergibt sich da von selbst. Inhaltlich entfernte sich DSM nochmals vom Vorjahr. Der Mord an Dutch spielt nur noch eine untergeordnete bzw. kaum noch existente Rolle. Stattdessen müssen sich Tripp Darling (Donald Sutherland) und sein Anwalt Nick George (Peter Krause) hautsächlich mit ihrem Konkurrenten Simon Elder (Blair Underwood) auseinandersetzen. Währenddessen hat Nick mit seiner Ehe zu kämpfen und auch die anderen Figuren, von Patrick (William Baldwin) bis hin zu Brian (Glenn Fitzgerald), haben mit ihrem Liebesleben zu kämpfen. Im Vergleich zur ersten Staffel verliert die Serie dieses Mal noch mehr ihre (überhaupt vorhandene?) Prämisse aus dem Blick.

Ensemble-Ergänzungen wie Nola (Lucy Liu) fallen da aufgrund ihrer konstruierten Einbindung mit gleich mehreren Figuren etwas unter den Tisch, während Samaire Armstrongs Charakter der Juliet gleich ganz gestrichen (und von den anderen Figuren auch nicht mehr erwähnt) wird. Simon Elder ist nun das große Thema, erst als finanzielle, dann als Karens (Natalie Zea) Liebhaber auch als interne Bedrohung. Das ist in der ersten Hälfte der zweiten Staffel – die ohnehin erstaunlich gut ist, allgemein, aber insbesondere im Vergleich zur zweiten Hälfte – noch eher das Thema, als in der weitestgehend themenlosen anderen Hälfte. Etwas plump gerät es dann mit dem – zugegeben, ungeplanten – Serienfinale, wenn auf einmal wieder die Frage nach Dutch George aufkommt. Eigentlich kann sich Dirty Sexy Money nicht entscheiden, was genau es sein will. Sicherlich manche Szenen sind komisch, was dieses Mal eher an Fitzgerald liegt, als an Seth Gabels Jeremy oder einer anderen Figur. Dennoch leidet die Serie nun unter ihrer Einbindung von Genreklischees (wer schläft mit wem und wieso und sowieso, am Ende schließt sich der Kreis). Das Staffel- und Serienfinale The Bad Guy ist dabei besonders enttäuschend, wobei auch die vorzeitige Klimax The Organ Donar recht schwach ist. Überzeugen können speziell The Family Lawyer und The Injured Party. Alles in allem verschenkt Craig Wright mit seiner neuen Serie gehörig Potential, weshalb es nicht schade ist, dass diese nun ihr Ende findet.

7/10

Better Off Ted - Season One

I’m Batman. And Robin.

Inzwischen wirkt der amerikanische Serienmarkt auf mich wie ein riesiges Buffet. Unglaubliche viele leckere Sachen, manche optisch ansprechender, als sie es wohl sind und dafür einige Geheimtipps, die irgendwo hinter einer Bowle oder ähnlichem etwas verdeckt werden. Wie bei einem Buffet kann man aber nicht alles Essen, schon allein logistisch nicht und auch nicht hinsichtlich der eigenen Verdauung. „Leichtere“ Kost wie die 20-Minuten-Sitcoms haben es da von Natur aus einfacher. Und hier hat auch die humorvollere Variante meist die Nase vor eher „dramatischer“ Konkurrenz (z.B. Nurse Jackie) vorn. Mit Better Off Ted kam im vergangenen Jahr eine Serie heraus, die irgendwie weder Fisch noch Fleisch ist. Erst liefen die Quoten nicht entsprechend und die letzten Folgen wurden nur stotternd veröffentlicht, dann allerdings erhielt man doch grünes Licht für eine zweite Staffel. Die Show selbst ist dabei ungemein originell und spritzig, das kann man ihr nicht absprechen. Allerdings verliert sie sich bisweilen und speziell in der zweiten Hälfte immer öfter in ihrer monotonen Spitzfindigkeit. Das stagniert, bewegt sich eher zäh vorwärts und entwickelt zu langsam, am besten verdeutlicht an der zarten Büro-Romanze zwischen Abteilungsleiter Ted (Jay Harrington) und seiner Angestellten Lina (Andrea Anders). Somit präsentiert sich Better Off Ted über 13 Folgen lang mit Stoff, der im Grunde in der Hälfte der Episoden ausreichend hätte erzählt werden können.

Beide arbeiten nun bei der Firma Veridian Dynamics, einer Entwicklungsfirma für allerlei industriellen Quatsch wie kuhfleischfreies Fleisch, einer dritten Hand oder ganz einfach nur Jabberwocky („You do know about Jabberwocky, don’t you?“). Das Team wird komplettiert durch Teds Vorgesetzte, Veronica (Portia de Rossi), sowie den beiden Wissenschaftlern Phil (Jonathan Slavin) und Lem (Malcolm Barrett). Die Serie bezieht ihren Humor allen voran aus Veronicas unterkühlter Art mit ihren Untergebenen umzugehen, sowie bisweilen auch aus dem charmanten Trio Ted, Phil und Lem. Der einzige rote Faden der Show ist Teds und Lindas gegenseitiges Interesse aneinander, welchem Ted jedoch aus abwechselnden Gründen (zuerst sein Motto nur eine Büro-Affäre zu haben, dann seine Tochter Rose, die er alleine erzieht) nicht nachgeben möchte. Dabei besticht Victor Frescos Sitcom durch ihre teils brillanten Dialoge und ihre mitunter beeindruckende Situationskomik. Wie in so vielen Fällen (The Big Bang Theory/Sheldon, How I Met Your Mother/Barney) lebt Better Off Ted allerdings mit der großartigen Portia de Rossi zuvorderst von einer kultigen Figur. Während die erste Hälfte der Staffel mit Through Rose-Colored HAZMAT Suits und allen voran Racial Sensitivity zu beeindrucken weiß, baut die zweite Hälfte jedoch stark ab. Dies liegt auch daran, dass statt sich weiterhin neu zu erfinden, auf vorherigen – wie gesagt: stagnierenden – Entwicklungen herumgeritten wird (und dabei hab ich nicht einmal mitbekommen, wie Phil seinen kryonischen Schock überwunden hat). Dennoch ist die Serie so charmant, dass sie im Herbst weitergeschaut wird.

7.5/10

20. April 2009

I Love You, Man [Trauzeuge gesucht!]

Slappa da bass mon!

Erste Schritte sind nicht immer die sichersten. Das ist nicht nur bei Babys der Fall, sondern auch bisweilen bei Regie-Anfängern – gerade wenn sie aus einem anderen Teil der Branche stammen. Zwar konnte Drehbuchautor John Hamburg mit Meet the Parents sowie dessen Fortsetzung Meet the Fockers zwei Filme mit relativ hoher Gagdichte hervorzaubern, doch sein Regie-Werk Along Came Polly erwies sich anschließend als eher trockenes Vergnügen. Mit I Love You, Man – in Deutschland unter dem Titel Trauzeuge gesucht! vertrieben – verbündet sich der Judd-Apatow-Zögling nun mit anderen Kollegen aus Apatows Stall. Was dabei herausgekommen ist, kann als halbe Strecke zwischen Hamburgs bisherigen Projekten erachtet werden.

Frauen sehnen sich nach einfühlsamen und ehrlichen Männern, die bereit sind, Verpflichtungen einzugehen und nach acht Monaten Beziehung bereits die Ehe anzustreben. Die das Unternehmen ihrer Verlobten weiterbringen wollen oder am Frauenabend der gesamten Runde ganz aufmerksam etwas zu Trinken zubereiten. Doch solche Männer können auch anhänglich werden, speziell dann, wenn sie keine eigenen Freunde haben. Zwar ist sich Zooey (Rashida Jones) gewiss, dass Peter (Paul Rudd) ihr nicht am Rockzipfel hängen wird, er selbst ist sich da aber nicht ganz so sicher. Ein bester Freund muss also her, der dann zugleich als Trauzeuge fungieren darf. Das einzige Problem: Peter kann nicht so wirklich gut mit Männern umgehen.

Das auffälligste Szenario, das I Love You, Man beschwört, ist die Umkehrung einiger gängiger Klischees der romantischen Komödie. Nach mehreren Verabredungen mit männlichen Kandidaten ist Peter stets unsicher, was er eigentlich am Telefon sagen soll – falls er überhaupt anruft. So verkommt es zum Running Gag, wenn er stets den Abschluss seines Satzes vermasselt und sich in kumpelhafte, umgangssprachliche Verabschiedungen zu flüchten. Was beim ersten Auftreten noch zu amüsieren weiß, wirkt jedoch bei weiteren Wiederholungen etwas redundant. Schon alleine da von Peter zu erwarten wäre, dass er fortschreitender Vertrautheit zwischen ihm und seinem Neu-Kumpel Sydney (Jason Segel) selbstsicherer auftreten würde.

Das generelle Problem von Hamburgs dritter Regearbeit ist jedoch seine Unfähigkeit, rechtzeitig auszublenden. Immer wieder lässt er Szenen länger laufen als es diesen gut tut. Sei es wenn Peter und Zooey im Auto über ihr Sexleben sprechen oder Peter seiner Verlobten seine Luftgitarren-Solos vorführt. Der Film überreizt es mit der Darstellung seiner – wenn auch oft guten – Komik, indem er sie richtiggehend zu Tode reitet. Bedauerlicherweise zieht sich jener Aspekt durch den ganzen Film hindurch bis zu seinem Finale. So muss unter dem Strich gesagt werden, dass I Love You, Man weitaus kompakter und harmonischer ausgefallen wäre, hätte man ihn durch knappere Einstellungen insgesamt um etwa zehn Minuten gekürzt.

Im Gegensatz zu Apatows Produktionen kommt Hamburgs Film zum Glück ziemlich ruhig daher. Die Gagdichte ist relativ gering, stattdessen versucht I Love You, Man sich etwas ernster anzubiedern. Wieso genau sowohl Peter als auch Sydney kaum Freunde, sowohl männliche wie weibliche, haben, versäumt der Film aber zu erläutern. Die Tatsache, dass Sydneys Clique inzwischen aus Ehemännern und Vätern besteht, lässt offen, wieso er in der Zwischenzeit nicht andere Freunde gefunden hat. Ebenso offen bleibt, weshalb Peter, selbst wenn er besser mit Frauen kann, dennoch keine wirklich intensive Freundschaft mit einer solchen hat.  So lebt der Film primär von pop-kulturellen Referenzen und seinem charmanten Ensemble.

Andy Samberg war sich nicht zu schade wie auch J.K. Simmons in einer Nebenrolle aufzutreten, während Rashida Jones durch ihre warme Art ein Gewinn für jeden Film ist. Am überzeugendsten ist I Love You, Man jedoch stets in den Szenen, die sich Paul Rudd und Jason Segel (hier in ihrer dritten Zusammenarbeit) teilen. Einen kleinen Höhepunkt stellt dann das Rush-Konzert dar, selbst wenn auch dieses wieder mehr Zeit bekommt, als für die Geschichte im Nachhinein verträglich ist. Insgesamt handelt es sich um eine solide Komödie, die zum einen aufzeigt, dass sowohl Hamburg als auch Segel zu Steigerungen fähig sind, aber auch die Tatsache offenlegt, dass Rudd (noch) nicht im Stande ist, einen Film als Hauptdarsteller alleine zu tragen.

6.5/10

17. April 2009

The Complete: Office

That’s what she said.

Jenseits von Großbritannien kennen nicht viele Menschen Ricky Gervais und schon gar nicht seine Sitcom The Office, die 2001 über zwei Staffeln lang ausgestrahlt wurde. Das Konzept der Serie zündete derart, dass das Format mehrfach ins Ausland verkauft wurde. So zum Beispiel nach Kanada, nach Frankreich oder in die USA. Dem Deutschen bekannt ist dagegen Stromberg, ein The Office-Plagiat, welches versuchte ohne Abschlag an die Briten zu existieren (Pro Sieben ist ein schlauer Sender). Selten kommt es vor, dass ein Remake eines Produktes besser funktioniert als das Original. Bei der amerikanischen Variante von The Office scheint dies der Fall zu sein. Die Besetzung des Ensembles ist grandios, die Figuren sympathisch und die Komik in vielen Fällen außergewöhnlich. Orientierten sich einige erste Folgen noch an dem englischen Pendant, begann The Office schon bald auf eigenen Füßen zu wandeln und einen unverwechselbaren Stil anzunehmen. Die Serie selbst zog im Laufe ihrer Jahre viele renommierte Regisseure an, die sich zu Gastarbeiten überzeugen ließen. So drehte Amy Heckerling bereits in der ersten Staffel eine Episode, während es sich auch Harold Ramis, Jason Reitman, Joss Whedon und J.J. Abrams ein Engagement nicht nehmen ließen.

Primär lebt das The Office Konzept von vier Figuren, welche sich wiederum in zwei Gruppen aufteilen. Auf der einen Seite existiert das potentielle Paar eines sympathischen Mitarbeiters (sei es John Krasinski oder Martin Freeman) und einer Sekretärin. Auf der anderen Seite warten zwei Nervensägen, wie sie im Buche stehen. Ein narzisstischer und überheblicher Chef, sowie dessen (oft ungewollte) rechte Hand. Letztlich ist The Office jedoch immer eine One-Man-Show, die von einer charakterlichen Größe wie Steve Carell, Ricky Gervais, Christoph Maria Herbst oder sonst jemandem dargestellt wird. Am meisten lebt The Office dabei fraglos von seinem exorbitanten Fremdschämfaktor, der sich manchmal mehr und manchmal weniger etwa im 50:50 Bereich zwischen Chef und rechter Hand aufteilt. Im US-Pendant sind über die Jahre jedoch auch einige der Nebendarsteller ans Herz gewachsen, seien es Toby, Oscar, Darryl oder Creed. Im Laufe der bisher veröffentlichen vier Staffeln hat sich die Serie zu einer meiner Lieblingssitcoms entwickelt. Allein wegen ich das Serientheme höre steigt der Endorphinspiegel und macht auch das ein oder andere Ärgernis des (Vor)Tags vergessen. Nachdem die vierte und fünfte Staffel eine Einzelbesprechung erhielten, sollen die drei Vorläufer eine kurze, kompakte Zusammenfassung erfahren.

The Office - Season One

Retrospektiv gesehen wirken die ersten sechs Folgen der Erfolgsserie recht zahm. Dies kann natürlich auch daran liegen, dass man nach fünf Jahren die Figuren in und auswendig kennt und daher etwas überrascht ob ihrer Zurückhaltung ist. Und Michaels (Steve Carells) geschleimte Haare gehen im Nachhinein auch mal gar nicht, während Jims (John Krasinski) Frisur sehr viel netter wirkt, als aktuell (fünfte Staffel) der Fall. Zu Beginn der Serie gibt es sie noch en masse, die verstohlenen Blicke von Jim zu Pam (Jenna Fischer), was immer dann unvorteilhaft ist, wenn ihr Verlobter Roy gerade durch die Tür spaziert. Herrlich auch die hier noch verstärkt vertretenen Anspielungen von Dwight (Rainn Wilson) auf seinen fiktiven Status als assistierender Regionalmanager bzw. Assistent des Regionalmanagers. Einige Aspekte wie Jims Streich des Tackers in der Götterspeise sind direkte Übernahmen aus dem Original und deuten an, dass die Serie hier noch unter der Fuchtel der großen Schwester stehen. Dies wird sich glücklicherweise in den kommenden Staffel ändern.

Nichtsdestotrotz kochen im Grunde alle Figuren noch auf Sparflamme, die Jim-Pam-Szenen nehmen ein Mindestmaß ein, Dwight ist bei Weitem nicht so schrullig, wie er in Wirklichkeit ist und auch Michael hält sich relativ zurück. Abgesehen von seinem indischen Akzent in Diversity Day und seinen Bemerkungen speziell gegen Phyllis in Basketball bewegt sich seine political incorrectness noch in Grenzen. Herrlich jedoch, wenn er sich in seinem Büro einschließt, um nicht den neuen Gesundheitsplan auswählen zu müssen oder eine Überraschung für seine Angestellten plant, da demnächst Entlassungen vorgenommen werden müssen (auch wenn er dies vehement bestreitet). Für die Nebenfiguren heißt es in den ersten sechs Folgen noch zurückzustecken, lediglich Ryan (B.J. Novak) erhält etwas mehr Aufmerksamkeit. Dass ist teilweise (Kelly) erfreulich, andererseits (Creed) bedauerlich. Grundsätzlich braucht die erste Staffel etwas, um warm zu werden und findet in der großartigen fünften Folge Basketball ihren Höhepunkt. Im Übrigen kann man in Hot Girl bereits Amy Adams bewundern, die inzwischen aus der amerikanischen Comedy-Szene kaum noch wegzudenken ist. Die erste Staffel lässt noch Luft nach oben, lässt sich jedoch recht gut an einem langen Abend wegschauen.

The Office – Season Two

Mit der zweiten Staffel konnte The Office nun ein ausgeweitetes Konzept annehmen. Auf das Publikum warteten nun fast viermal so viele Folgen, wie noch in der ersten Staffel. Endlich konnte man sich auch den zahlreichen Nebenfiguren widmen, insbesondere Creed und Kelly. Bemerkenswert übrigens, dass die Serie auch in ihrer zweiten Instanz weiterhin relativ handzahm ist. Kellys pausenloses Mundwerk bekommt speziell Jim (John Krasinski) zu spüren, als er aufgrund eines Fluchs von Pam (Jenna Fischer) nicht sprechen darf. Creed hingegen entfaltet sich gerade in den letzten Folgen zu dem schrulligen „alten Mann“, der er zu sein scheint. Gekrönt wird dies im Staffelfinale Casino Night, wo Creed unumwunden zugibt, dass er es liebt zu stehlen. Aber auch all die anderen Figuren, von Oscar über Kevin, Angela, Meredith, Phyllis bis hin zu Jan, erhalten ihre gebührende Zeit, um sich und ihre Schrulligkeiten präsentieren zu können. Somit ist die zweite Staffel sehr viel flächendeckender was die Charaktere anbetrifft, wohingegen sich ihr Vorgänger primär auf das prominente Quartett fokussiert hat. Durch diese Erweiterung der Scranton-Familie gewinnt die Serie ungemein, nicht so sehr qualitativ als eher quantitativ. Sahnehäubchen auf dem illustren Ensemble sind dann zwei Gastauftritte von Amy Adams als Jims quasi-Freundin Katy.

Wie auch in späteren Staffeln, namentlich der Vierten, dreht sich thematisch nun alles weniger um eine allgemeine Vorstellung der Figuren als vielmehr um deren Privat- bzw. Liebesleben. War Jim in den originalen sechs Folgen noch recht zurückhaltend was seine Gefühle für Pam anbelangt, so lässt er nun gegenüber der Kamera praktisch von Beginn an die Katze aus dem Sack. Gegen Mitte der Staffel plaudert dann zudem Michael (Steve Carell) sein Geheimnis gegenüber allen Büroangestellten aus. Für Pam wiederum spitzt sich die Lage so etwas zu. Zwar steht die Hochzeit mit Roy nun nach der berüchtigten Booze Cruise, aber inzwischen merkt die Telefonistin immer mehr, dass sie ihr Glück eher bei bzw. mit Jim findet, denn mit Roy. Außerdem finden auch zwei weitere Dunder Mifflin Angestellte zueinander. Dwight (Rainn Wilson) und Angela beginnen eine heimliche Affäre, von der bisher nur Pam etwas weiß. Bedauerlicherweise wird nicht näher beleuchtet, wie diese Beiden schließlich zueinander gefunden haben. Ihre pedantische Zugeknöpftheit war hier wohl ausschlaggebend. Beide Beziehungen werden auch in der kommenden, dritten Staffel noch ausgiebig thematisiert werden.

Michael hingegen hat begonnen sich mit seiner Vorgesetzten Jan einzulassen. Dies führt gerade bei ihm natürlich zu einigen peinlichen Momenten, insbesondere dann, wenn er auch hier – wie schon bei Jims Geheimnis – seinen Mund nicht halten kann. Im Vergleich zur zweiten Staffel nimmt Michaels ethnische Diskriminierung etwas ab, auch wenn er sich einige knappe Anspielungen speziell gegenüber Stanley und Darryl nicht sparen kann. Viel amüsanter sind jedoch seine unzähligen Auseinandersetzungen mit Toby, den er sogar an dessen Arbeitsplatz belästigt und im Staffelfinale ungeniert seine Animosität entgegenschleudert. An dieser Stelle soll stellvertretend für alle bisherigen fünf Staffeln eine kleine Lanze für Paul Lieberstein für seine phänomenale Portraitierung von Toby gebrochen werden. Bei ihm reichen schon bloße Blicke, um mehr über seine Figur zu sagen, als man in hundert Seiten schreiben könnte. Das große Liebesthema der zweiten Staffel wird dann letztlich noch von Kelly (Mindy Kaling) und Ryan (B.J. Novak) komplettiert. Kaling und Novak zählen beide zu den Autoren der Serie, wobei ich selbst jedoch froh bin, dass man von ihnen nicht allzu oft etwas sieht. Das letzte Glied in der Kette ist dann Darryl, der weiterhin zeigen darf, dass er sich von Michael – im Gegensatz zu seinen Angestellten – nicht herumschubsen lässt.

Zu meiner eigenen Überraschung ist auch die zweite Staffel nicht so lustig, wie ich mich erinnerte sie einst gefunden zu haben. Die Folgen sind allesamt gut, daran besteht kein Zweifel, doch bei einigen Episoden bleibt es eben bei dem Attribut „gut“. Hierzu zählen beispielsweise The Carpet oder Dwight’s Speech, die eher wenig zu bieten haben, außer den für die Serie obligatorischen Lachern. Manche Folgen fühlen sich zu sehr nach Füllmaterial an, so dass es begrüßenswert gewesen wäre, hätte man die gelungenen Szenen dieser Folgen lieber in andere Folgen dazugepackt. Zu den Höhepunkten der Staffel zählen jedoch weiterhin Michaels ethnische Anspielungen, sein (einseitiger) Kleinkrieg mit Toby sowie Jims Streiche an Dwight (mein Favorit: die Einspeisung von Dwights Schreibtischutensilien in den Snackautomat). Als beste Episoden der zweiten Staffel dürften wohl Christmas Party und Casino Night angesehen werden, wobei auch Booze Cruise und The Secret sehr gelungen sind. Positiv anzusehen ist jedenfalls, dass auch bei Vervierfachung der Episoden das Niveau der vorherigen Staffel gehalten werden konnte. Wie bereits beim Vorgänger geschrieben, besteht jedoch noch Luft nach oben, wie an der vierten Staffel zu sehen ist (während sich die Fünfte wieder eher an den ersten beiden Staffeln orientiert).

The Office - Season Three

Nach dem gelungenen Saisonfinale der letzten Staffel macht die Serie nun einen kleinen Sprung. Pams (Jenna Fischer) und Roys Hochzeit wurde abgesagt, was jedoch noch lange nicht bedeutet, dass diese nun mit Jim (John Krasinski) zusammen ist. Im Gegenteil. Nachdem sie ihn abgeblockt hat, nahm Jim die von Dunder Mifflin ausgeschriebene Stelle in Stamford an. Dies hat zur Folge, dass das erste Drittel der dritten Staffel in zwei Handlungsstränge geteilt ist. Während größtenteils den Umtrieben von Michael (Steve Carell) und Dwight (Rainn Wilson) in Scranton gefolgt wird, finden sich auch kurze Ausflüge in Jims neue Arbeitsumgebung in Stamford wieder. Hierbei beginnt die dritte Staffel außerordentlich stark. Speziell Staffelauftakt Gay Witch Hunt ist eine der gelungensten Folgen in der Seriengeschichte. Es mag etwas irrational klingen, aber The Office gewinnt durch Jims Abwesenheit sogar etwas an Humor. Dies liegt weniger an Jim selbst, als vielmehr an den neuen Arbeitsumgebungen (sowohl hinsichtlich Scranton als auch Stamford).

In dieser Staffel hat Dunder Mifflin mit einigen Problemchen zu kämpfen. Dies beginnt bereits damit, dass Michael in der Auftaktfolge Oscar (Oscar Nunez) als Homosexuellen outet. Um eine Klage abzuwenden, wird Oscar kompensiert. Später wird aus finanziellen Gründen eine der Filialen eingestampft und durch ein obszönes Wasserzeichen zudem Schaden für die Firma verursacht. Man mag es der Serie vorhalten, dass sie gerade den Aspekt der Filialschließung nicht dramatischer ausgearbeitet hat, aber The Office ist nun mal primär eine humoristische Sitcom. Die positive Folge aus dem Schlamassel ist in The Merger schließlich die Tatsache, dass Jim nach Scranton zurückkehrt – allerdings mit neuer Freundin im Gepäck. Es sind jene Szene zwischen Jim und Karen (Rashida Jones), die das Stamford-Szenario so unterhaltsam gestaltet haben. Zudem ist Jones ein richtiger Gewinn für die Serie, da sie ganz besonders gut mit Krasinski harmoniert. Da nimmt man es auch in Kauf, dass man noch eine weitere Staffel auf das „Jam“-Pärchen warten muss. Bedauerlich ist lediglich, wie unsauber sich die Serie in The Job hier aus der Affäre zieht (ähnlich wie auch schon im Vorjahr). Dies wirkt auch deswegen irritierend, da die Kamera sonst im Grunde alles und jeden aufnimmt.

Apropos Kamera. Was mir erst in dieser Staffel aufgefallen ist, war der Punkt, dass nie klar gemacht wurde, wofür die Kameraaufnahmen eigentlich gedacht sind. Immerhin begleitet das Kamerateam nun seit fünf Jahren Michael Scott und Co., doch der Zweck des Filmens wird nie namentlich genannt oder sonst wie erläutert. Hier hat der deutsche Ableger Stromberg in der Tat die Nase vorn, wenn ebenjener Stromberg durch die Dokumentation seiner Arbeit letztlich seinen Job retten und der Firma einen Imagegewinn einbringen konnte. Wie dem auch sei. Nach dem herausragenden ersten Drittel fällt die Show in den folgenden sieben Folgen bis zur Mitte der Staffel hin in ein kleines Loch. Die Folgen sind durchschnittlich (Anm.: „durchschnittlich“ bedeutet in meinem Serienverständnis (lediglich) „gut“). Episoden wie The Convict oder The Return überzeugen nicht so recht und wirken wie bereits The Carpet aus der Vorjahresstaffel eher als Füllmaterial. Mit den beiden Gastbeiträgen von Joss Whedon (Business School) und J.J. Abrams (Cocktails) nimmt die Serie zwar nochmals kurzzeitig an Fahrt auf, versackt dann jedoch wieder bis zum erneut gelungenen Staffelfinale. Im Gegensatz zu Whedon und Abrams wollen Harold Ramis Regiearbeiten nicht so Recht überzeugen. The Office hat weder während der zweiten noch in der dritten Staffel die offerierte „Luft nach oben“ als Anreiz genommen.

Wie immer sind es die Beziehungen, welche die Serie auszeichnen. Im Zentrum steht dabei fraglos die Dreiecksbeziehung zwischen Jim, Karen und Pam. Dies führt gerade für Karen zu der einen oder anderen unangenehmen Situation. Für einiges Drama zeichnen sich aber auch Michael und Jan verantwortlich, während Dwight und Angela sich weiterhin im Hintergrund abspielen. Von den Nebenfiguren rückt zu meiner eigenen Freude vor allem Creed (Creed Bratton) oft in den Fokus der Kamera. Weshalb der Charakter zu einen meiner Lieblingsfiguren zählt, lässt sich besonders gut in dieser dritten Staffel beobachten (herrlich, wie Creed in Branch Closing sein gesamtes Büromaterial verscherbelt). Außerdem geht auch Michaels Vendetta gegen Toby (Paul Lieberstein) in eine neue Runde. Selbst wenn auch die dritte Staffel nicht den entscheidenden Schritt in die richtige Richtung gemacht hat, sind alle Folgen ziemlich unterhaltsam. Manche von ihnen natürlich mehr als andere. Die beiden besten Episoden werden durch Gay Witch Hunt und Business School dargestellt, dicht gefolgt von einigen anderen Episoden aus dem exzellenten ersten Drittel. The Office ist eine überaus gelungene Serie (insbesondere aufgrund ihrer Konstanz) und zählt ohne Probleme zu meinen absoluten Lieblingsserien.


The Office - Season One: 8/10
The Office - Season Two: 8/10
The Office - Season Three: 8/10
The Office - Season Four: 8/10
The Office - Season Five: 8/10

18. Mai 2008

The Office - Season Four

You don’t know me. You’ve just seen my penis.

Im Vergleich zu den vorherigen Staffeln wartet The Office in ihrer vierten Auflage mit vier Doppelfolgen auf. Letztlich vielleicht nicht die beste Entscheidung, geraten einige Szenen doch etwas zäh. Ohnehin ist die Qualität der ersten Hälfte dieser Staffel eher durchschnittlich und vermag erst in den letzten sechs Folgen nochmals zu alter Klasse zu gelangen. Hauptmanko dieses scheinbaren Qualitätsverlustes ist die Tatsache, dass Ryan (B.J. Novak) nun Jans Posten als Michaels (Steve Carell) Vorgesetzter einnimmt. Nun ist es so, dass Noval weit besser als Autor der Serie denn als ihr Schauspieler taugt. Gerade seine - nun arrogante - Version von Ryan nervt ob ihrer immensen Präsenz teilweise doch ungemein. Hinsichtlich Michaels Vorgesetzten eignen sich zurückhaltendere Charaktere wie Jan oder David Wallace weitaus besser. Zudem ist bis heute unverständlich, weshalb Dunder Mifflin eine Aushilfskraft (die noch nicht einmal einen einzigen Verkauf vorzuweisen hat) in einen Managerposten befördert. Mit dieser Entscheidung haben sich Greg Daniels, Mindy Kaling und B.J. Novak im Nachhinein selbst ins Bein geschossen.

Für die vierte Staffel gibt es kein wirkliches übergeordnetes Thema. Kaum zwei Folgen haben direkt etwas miteinander zu tun, sodass vordergründig Michaels Exzentrizitäten im Mittelpunkt stehen. Beispielhaft kann hier Survivor Man angeführt werden. Ansonsten ist das Schema dasselbe, es sind die Beziehungen, welche die Serie ausmachen. Während Dwight (Rainn Wilson) und Angela überraschend Schluss machen, läuft es zwischen Jim (John Krasinski) und Pam (Jenna Fischer) außerordentlich gut. Ganz anders hingegen entwickelt sich die Beziehung zwischen Michael und Jan. Diese zeigt sich zwar mitunter als sehr liebevolle Freundin, doch meistens ist sie doch noch eine äußerst kalte Frau, die – wie man in Dinner Party sieht – Michael wie einen Hund vor dessen eigenem Bett schlafen lässt. Allgemein ergeben sich für Michael ohnehin sehr viele Momente, die ihm das Mitgefühl der Zuschauer bescheren und ihn mitunter auch sehr sympathisch machen. Hier sei insbesondere das Ende von Survivor Man angeführt, wo man einen Michael Scott kennenlernt, den man so noch nie gesehen hat. Gegenüber Jim gesteht er ein, dass das Meiste was er tut, einfach nur der Auflockerung dient, da es anders kaum möglich scheint.

Ähnlich verhält es sich mit der sehr ambivalenten Folge Did I Stutter?, in welcher Stanley unerwartet ausflippt und Michael vor versammelter Belegschaft seine Inkompetenz vorwirft. Obwohl man weiß, dass es sich hierbei um die Wahrheit handelt, kommt man nicht umhin, tiefes Mitleid mit einem den Tränen nahen Michael zu empfinden. Die Auflösung, dass Stanley quasi ungeschoren davon kommt, ist jedoch nicht sonderlich gut geraten. Ansonsten rücken einige der Nebenfiguren wieder in den Hintergrund, von Oscar über Phyllis zu Creed. Erfreuenswerterweise gibt es jedoch mit Branch Wars ein Wiedersehen mit Karen (Rashida Jones) und Todd Pecker bleibt dem Publikum erspart. Im Vergleich zu den vorherigen Staffeln fällt eine Entwicklung jedoch negativ ins Gewicht. Die Streiche von Jim an Dwight haben extrem nachgelassen. Abgesehen von Launch Party und Goodbye Toby findet keine wirkliche Verarsche von Jim an seinen Tischnachbarn statt. Ein Trend, der sich auch in der fünften Staffel fortsetzt. Dagegen ist Michaels Abneigung gegenüber Toby (Paul Lieberstein) so aktuell wie nie und nimmt gerade gegen Ende (und speziell im Staffelfinale Goodbye Toby) enorm zu.

Bei der Zweitsichtung hat sich bemerkbar gemacht, dass die vierte Staffel ursprünglich nicht nur anders sondern auch besser von mir aufgenommen wurde. Keine Folge ragt wirklich aus den anderen heraus, sodass allenfalls Branch Wars als gelungenste Folge dienen könnte, während mit Dunder Mifflin Infinity ein bisheriger Tiefpunkt erreicht wird. Dies ist gerade dahingehend interessant, da auch die der vorherigen Staffeln im Vergleich zur Erstsichtung abgebaut haben - ironischerweise jedoch mit dem Gradmesser der vierten Staffel. Wie sich herausstellt, spielt diese jedoch auf demselben Niveau wie ihre Vorgänger. Somit ist The Office gerade deshalb außerordentlich, weil die Qualität und das Niveau der Show kontinuierlich gehalten werden. Da das Format der Serie jedoch etwas „ernster“ ist, als bei Kollegen wie Scrubs oder Family Guy (die besonders durch ihre kurzen Sketche funktionieren), vermag es der Serie nicht allzu leicht zu gelingen, in eine herausragende Sphäre vorzudringen. Dies gilt jedoch für die direkte Qualität der Serie, was aber keineswegs bedeutet, dass The Office nicht allein durch sein großartiges Konzept eine herausragende Serie ist. 

8/10