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1. Februar 2015

Filmtagebuch: Januar 2015

THE AMAZING SPIDER-MAN
(USA 2012, Marc Webb)
5.5/10

THE AMAZING SPIDER-MAN 2
(USA 2014, Marc Webb)
5/10

ART AND CRAFT
(USA 2014, Sam Cullman/Jennifer Grausman/Mark Becker)
5.5/10

BATMAN: UNDER THE RED HOOD
(USA 2010, Brandon Vietti)
7/10

THE BEACH
(USA/UK 2000, Danny Boyle)
6/10

THE BOX
(USA 2009, Richard Kelly)
4/10

BROKEDOWN PALACE
(USA 1999, Jonathan Kaplan)
4.5/10

THE DEFIANT ONES [FLUCHT IN KETTEN]
(USA 1958, Stanley Kramer)

7.5/10

FRIDAY NIGHT LIGHTS – SEASON 1
(USA 2006/07, Jeffrey Reiner u.a.)
7/10

FRIDAY NIGHT LIGHTS – SEASON 2
(USA 2007/08, Jeffrey Reiner u.a.)
6/10

FRIENDS – SEASON 6
(USA 1999/2000, Gary Halvorson u.a.)
7.5/10

FRIENDS – SEASON 7
(USA 2000/2001, Gary Halvorson u.a.)
7.5/10

FRIENDS – SEASON 8
(USA 2001/2002, Gary Halvorson u.a.)
7.5/10

GRUDGE MATCH [ZWEI VOM ALTEN SCHLAG]
(USA 2013, Peter Segal)

5/10

THE IMMIGRANT
(USA 2013, James Gray)
6/10

JACKASS: THE MOVIE
(USA 2002, Jeff Tremaine)
5.5/10

JUMANJI
(USA 1995, Joe Johnston)
5.5/10

JUSTICE LEAGUE: CRISIS ON TWO EARTHS
(USA 2010, Sam Liu/Lauren Montgomery)
6/10

JUSTICE LEAGUE: THE FLASHPOINT PARADOX
(USA 2013, Jay Oliva)
6/10

JUSTICE LEAGUE: THRONE OF ATLANTIS
(USA 2015, Ethan Spaulding)
5.5/10

JUSTICE LEAGUE: WAR
(USA 2014, Jay Oliva)
5.5/10

LAGGIES
(USA 2014, Lynn Shelton)
4.5/10

LOVE IS STRANGE
(USA/F/BR/GR 2014, Ira Sachs)
5.5/10

NEED FOR SPEED
(USA/RP/IRL/UK 2014, Scott Waugh)
3/10

THE OMEN
(USA/UK 1976, Richard Donner)
4/10

PARDÉ [CLOSED CURTAIN]
(IR 2013, Jafar Panahi/Kambuzia Partovi)

3/10

RETURN TO PARADISE [FÜR DAS LEBEN EINES FREUNDES]
(USA 1998, Joseph Ruben)

6.5/10

SPIDER-MAN
(USA 2002, Sam Raimi)
7.5/10

TROPIC THUNDER
(USA/UK/D 2008, Ben Stiller)
6.5/10

VIRUNGA
(UK/CG 2014, Orlando von Einsiedel)
5.5/10

Retrospektive: Top Five 2008


SWEENEY TODD: THE DEMON BARBER OF FLEET STREET
(UK/USA 2007, Tim Burton)
8/10

SOUTHLAND TALES
(USA/F/D 2006, Richard Kelly)
8.5/10

IN BRUGES [BRÜGGE SEHEN... UND STERBEN?]
(UK/USA 2008, Martin McDonagh)

8.5/10

INTO THE WILD
(USA 2007, Sean Penn)
8.5/10

LE SCAPHANDRE ET LE PAPILLON [SCHMETTERLING UND TAUCHERGLOCKE]
(F/USA 2007, Julian Schnabel)

9.5/10

17. Oktober 2009

(500) Days of Summer

Roses are red, violets are blue... Fuck you, whore!

“You should know up front: this is not a love story”, erklärt der Erzähler direkt zu Beginn von Marc Webbs Debütfilm (500) Days of Summer dem Publikum. Dabei stimmt dies nicht so ganz, denn zumindest partiell ist der Film dann doch eine Romanze. Sogar eine Geschichte über Liebe auf den ersten Blick – und von denen gibt es schließlich nicht mehr so viele. Das Problem ist nun, dass es eine (weitestgehend) unerwiderte Liebe ist, was allerdings noch lange kein Grund ist, dass sich nunmehr keine Geschichte aus diesem Umstand entwickeln könnte. Eher im Gegenteil, preist doch der Filmtitel alleine schon ganze 500 Tage von Summer (Zooey Deschanel), der hinreizenden Protagonistin, an. Selbst wenn wir nur Auszüge erhalten.

Dass Summer die Richtige ist, das merkt Tom (Joseph Gordon-Levitt) schon bei ihrer ersten Begegnung. Summer will jedoch keine feste Beziehung. Tom willigt zwar ein, doch natürlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis ihre Gefühlslagen aneinander geraten. Was Webbs Debütfilm nun so ganz besonders charmant macht, ist seine originelle Art. Jede neue Szene wird innerhalb der 500 speziellen Tage eingeordnet, und die Erzählung selbst springt unchronologisch vor und zurück. Hierbei wechseln die Gefühlsstadien von Tom je nachdem, in welcher Kondition seine Romanze mit Summer sich gerade befindet. Mal heiter, mal am Boden zerstört. Lediglich Toms kleine Schwester Rachel (Chloë Grace Moretz) kann hier den Durchblick bewahren.

Dabei zählt auch sie zu den gewinnenden Eigenschaften des Films, denn wie oft sieht man schon einen amourösen Twen Beziehungstipps von seiner Schwester aus der High School einholen? Die richtige Antwort ist: selten. Und selbst in den Fällen, wo dem so ist, hält sich dies noch in Grenzen. Aber (500) Days of Summer ist sowieso stets ein bisschen anders als andere romantische Komödien. Und selbst da, wo er es nicht ist, erweckt der Film zumindest den Eindruck, es zu sein. Einerseits übernimmt Webb einige Genre-Elemente, wie einen Karaoke-Abend in einer Bar, aber auch hier bewahrt er sich stets seinen individuellen Esprit. Wo eine Musical-Einlage schnell in die Hose geht, tritt Webb mit einer verblüffenden Leichtigkeit auf.

Andere nette Spielereien, die den Film um Tagträumer Tom bereichern, sind auch die “what if”-Szenarien, in denen Webb Toms Erwartungshaltung mit der schließlich eintretenden Wirklichkeit abgleicht. Diesem Film, der zugegeben einen etwas müden Start feiert, gelingt es durch seine vielen kleinen charmanten Nuancen, viel moderner zu erscheinen als alle Judd-Apatow-Komödien, die mit Beteiligung von Seth Rogen zur Zeit den Markt überschwemmen. Da birgt es in der Tat ein gewisses Maß an Ironie, dass Webb selbst einen Penis-Witz einbaut, der jedoch wie alles an diesem Film ein wenig anders ist als man erwartet. Zu verdanken ist dies auch dem exzellent harmonierenden Hauptdarsteller-Duo Deschanel und Gordon-Levitt.

Speziell Gordon-Levitt zeigt Potential, die Lücke, die John Cusack in den Achtzigern hinterließ, zu schließen. Die Nebendarsteller, die sich nicht aus großen Namen speisen, wissen ihre Parts nicht minder gut zu interpretieren. Dass der Film dann auch von technischer Seite überzeugt, komplettiert nur das Bild. Gerade der Soundtrack – den der Film im Fall von The Smiths selbst kommentiert – weiß mit Liedern wie Carla Brunis „Quelqu’un M’a Dit“ oder Regina Spektors „Us“ die Stimmung zu unterstützen oder sogar zu verstärken. Frei von Fehlern ist Webbs Debüt allerdings nicht, wo der Mittelteil nahezu makellos ist, kosten es der etwas lahme Einstieg – der zum Glück schnell ausgemerzt wird – und das etwas platte Finale Punkte.

Dies hängt jedoch weniger mit der erzählten Geschichte als vielmehr mit Marc Webbs diesbezüglich ungenügender Charakterzeichnung zusammen. Der Zuschauer wird wie auch Tom selbst plötzlich vor Tatsachen gestellt, zu denen nötige Hintergrundinformationen fehlen, um die Wendung verarbeiten zu können. Nichtsdestotrotz ist (500) Days of Summer eine der gefälligsten romantischen Komödien der letzten Jahre. Webb beeindruckt mit vielen liebevollen Spielereien visueller wie narrativer Natur, die einem sowohl den Protagonisten Tom als auch seine unglückliche Liebesgeschichte mit Summer selbst ans Herz wachsen lassen. Und wenn sich der Zähler am Ende des Films von 500 wieder bei 0 einpendelt, dann schließt sich der Kreis.

8.5/10