Posts mit dem Label Moulin Rouge werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Moulin Rouge werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

2. August 2026

Filmjahresrückblick 2001: Top Ten

It's all one film to me, just different chapters. 

(Robert Altman) 

Der Wechsel ins neue Jahrtausend geschah bereits 2000, doch die Richtung für unsere Gesellschaft gab erst das Folgejahr vor. Nicht, wie von Stanley Kubrick einmal angerissen, eher durch 9/11 beeinflusst und viele Facetten, speziell politisch, aber auch kulturell, beeinflussend. „Wo warst Du, als die Flugzeuge ins World Trade Center flogen?“ avancierte zum kollektiven JFK-Attentat-Gedächtnismoment unserer Zeit. Zugleich war 2001 ein Jahr, das bis heute cineastisch prägt, angesichts des Starts zweier der größten Filmreihen, mit Harry Potter einerseits und Lord of the Rings andererseits. Wenn man möchte, könnte man – angesichts bevorstehender Fortführungen – auch Shrek und Ocean’s Eleven hier noch hinzuzählen. 

Kinobesuche waren für mich nicht gerade die Regel. Blicke ich auf die Veröffentlichungen jenes Jahres, kann ich jene Filme, an die ich mich erinnere, sie im Kino gesehen zu haben, an einer Hand abzählen (und bräuchte nicht einmal alle Finger). Lebhaft habe ich dafür noch in Erinnerung, an meinem 18. Geburtstag, der anders verlief als geplant, abends in The Mummy Returns gegangen zu sein. Vorrangig konsumierte ich damals DVDs, die noch ein relativ frisches Medium für mich waren. Gegenüber 1983, als seinerzeit deutlich weniger Filme produziert wurden, war der Output 2001 bereits deutlich höher. In den vergangenen 25 Jahren kam ich so in Summe auf 196 Filme aus 2001, die ich bisher gesehen habe. 

Nie zuvor gab es so viele Kinobesucher wie im Jahr 2001.
Wie erwähnt fast nur im Heimkino, wobei man festhalten muss, dass es teils Filme gibt (ein paar davon auch in meiner Top Ten), die selbst ein Vierteljahrhundert später keine Auswertung in Deutschland erhalten haben. Es waren andere Zeiten – bessere nicht zuletzt auch für Lichtspielhäuser. Jack Valenti, damaliger Präsident der Motion Picture Association of America (MPAA) erklärte 2001 gar für das bis dato erfolgreichste Kinojahr überhaupt. In Deutschland machten Harry Potter and the Philosopher’s Stone, The Fellowship of the Ring und Der Schuh des Manitu allein ein Fünftel des Marktes aus – ihre rund 35 Millionen verkauften Tickets von damals entsprechen zugleich 40 Prozent des Gesamtertrags von 2025. 

Deutlich bessere Zeiten also für Filmverleihe, Kino und Produktionsstudios gegenüber der Streaming-Kultur heutzutage. Und auch wenn Harry Potters erstes Abenteuer mit fast einer Milliarde Dollar (inflationsbereinigt wären es inzwischen 1,7 Milliarden) der erfolgreichste Film des Jahres wurde, scheint The Fellowship of the Ring doch der König der Herzen zu sein, mit einem Einspiel von 868 Millionen und von den Nutzern der Internet Movie Database (IMDb) mit einer Bewertung von 8.9/10 zum beliebtesten Film des Jahres 2001 (und dem generell achtbeliebtesten Film aller Zeiten) gewählt. Knapp vor Sen to Chihiro no kamikakushi [Spirited Away] mit einer Bewertung von 8.6/10 und Le Fabuleux Destin d’Amélie [Amélie] mit 8.2/10. 

Filmreihen-Auftakte oder -Fortsetzungen runden die Top Ten an der Kinokasse ab.
Der dritterfolgreichste Film jenes Jahres war derweil Monsters, Inc., der so auch den ertragreichsten Animationsfilm 2001 darstellt, knapp vor Shrek, der dafür aber bei der darauffolgenden Oscarverleihung in der betreffenden Kategorie das Rennen gegen die Konkurrenz machte. Auf den Plätzen 5 bis 7 folgen Ocean’s Eleven, Pearl Harbor und The Mummy Returns, die alle drei auf ein Einspielergebnis von über 400 Millionen Dollar kamen. Die Franchise-Filme Jurassic Park III, Planet of the Apes und Hannibal vervollständigen wiederum die zehn finanziell überzeugendsten Filme des Jahres. Obgleich Tim Burtons Affenplanet ordentlich Kasse machte, sollte ein Jahrzehnt bis zum nächsten Teil vergehen, der selbst ein Reboot markierte.

In der Regel folgt an dieser Stelle ein Querschnitt durch die Länder, wo welcher Film gegenüber den anderen mehr auf Anklang stieß. Meine sonstigen Quellen hierzu reichen allerdings kein Vierteljahrhundert zurück, sodass sich konkret kaum wirkliche Aussagen hierzu treffen lassen. Wie erwähnt waren in Deutschland Michael „Bully“ Herbigs Der Schuh des Manitu und The Fellowship of the Ring deutlich erfolgreicher unterwegs als die übrigen Veröffentlichungen des Jahres, am meisten Zuschauer lockte aber Harry Potter and the Philosopher’s Stone an. Dieser wurde auch der erfolgreichste Film in den USA, allerdings hauchdünn, spielte er doch nur vier Millionen Dollar mehr ein als der Auftakt der Lord of the Rings-Reihe. 

Mit 12,5 Millionen Besuchern war Harry Potter der Jahressieger der deutschen Kinocharts.
Sehr viel anders dürfte dies wahrscheinlich auch international nicht gewesen sein, mit Vorteilen für das eine Franchise hier und für das andere dort. Berücksichtigt man, dass heutzutage in Südamerika gerade Animationsfilme oftmals die Kinocharts des Jahres anführen, könnte dort das ein oder andere Land eventuell auch Monsters, Inc. oder Shrek den Vorzug gegeben haben, während in Japan mit Sicherheit Sen to Chihiro no kamikakushi die Nase vorn hatte. Interessant ist zumindest, dass in Deutschland auf dem vierten Platz hinter dem genannten Triumvirat What Women Want auftaucht, der fast doppelt so viele Besucher fand wie Shrek. In den USA war dies Rush Hour 2 vorbehalten, der hierzulande erst 2002 anlaufen sollte.

Angesichts des Erfolgs von The Fellowship of the Ring dürften für das Jahr 2001 alle Involvierten als Gewinner gesehen werden, von New Line Cinema über Regisseur Peter Jackson hin zum VFX-Studio Weta. Steven Soderbergh schlug sich letztlich selbst in der Regie-Kategorie der Oscarverleihung für Traffic gegen Erin Brockovich. Eine weitere IP, die damals auf der Bildfläche erschien und sich bis heute hält, ist The Fast and the Furious; ein Film, der die Karrieren von Vin Diesel und Paul Walker auf die Überholspur schickte. In der TV-Landschaft debütierten mit Band of Brothers, Six Feet Under, der US-Version von The Office, 24 und Scrubs einige Shows, die nachhaltig Spuren in der Branche sowie auch in der Popkultur hinterließen.

Die besten Darstellerleistungen: Isabelle Huppert, Anaïs Reboux und Gene Hackman.
Bei den Schauspielern hatte Gene Hackman ein überaus gelungenes Filmjahr, überzeugte nicht nur in The Royal Tenenbaums und Heist, sondern auch in Heartbreakers und in Behind Enemy Lines. Bei den Schauspielerinnen hinterließ niemand wirklich einen nachdrücklichen Eindruck, selbst wenn einige gute Leistungen erbracht wurden, beispielsweise Maribel Verdú in Y Tu Mamá También oder Sissy Spacek in In the Bedroom. Am ehesten verdient hat eine Auszeichnung wahrscheinlich noch Isabelle Huppert für La Pianiste, während bei den Jungdarstellern Anaïs Reboux in À ma sœur! von Catherine Breillat auf sich aufmerksam machte, wobei auch Alakina Mann in The Others einen überzeugenden Job ablieferte.

Sonst war 2001 ein Jahr, in dem sich manch Regisseur an Science Fiction heranwagte – neben Tim Burton auch Steven Spielberg mit A.I.  Artificial Intelligence oder John Carpenter mit Ghosts of Mars –, beide Scott-Brüder ablieferten (Ridley doppelt mit Black Hawk Down und Hannibal, Tony mit Spy Game) oder Größen wie Robert Altman (Gosford Park) und die Coen-Brüder (The Man Who Wasn’t There) in Genres eintauchten. Die Filmqualität war noch gut, die Wertung der vordersten 20 Filme liegt höher als heute oft die Wertung des besten Films. Früher war eben mehr Lametta. In diesem Sinne endet also dieser Jahresrückblick für 2001 nun mit der Vorstellung meiner persönlichen Top Ten. Die volle Liste ist wie immer auf Letterboxd:


10. Ghost World (Terry Zwigoff, USA/UK/D 2001): Unvertraut mit der Vorlage ist Terry Zwigoffs Ghost World nichtsdestotrotz eine Comicverfilmung der ungewöhnlichen Sorte oder konkreter die Verfilmung eines Graphic Novels. Dieses widmet sich Außenseitern und ihrer Selbstfindung sowie der damit einhergehenden Entfremdung von ihrer Umgebung. Der Humor ist nicht so schwarz, wie er sein könnte und die Nebenfiguren von Brad Renfro und Scarlett Johansson etwas zu sehr im Hintergrund, aber dem Film wohnt eine soziale Aussage inne, die ihn zu mehr macht als seichter Unterhaltung.

9. The Tailor of Panama (John Boorman, IRL/USA 2001): Diese Adaption von John le Carrés Romanvorlage ist nicht zuletzt dank der Besetzung mit Pierce Brosnan eine wunderbar zynische Umkehrung eines Agententhrillers. Ähnlich wie in Wag the Dog inszenieren auch die beiden Hauptfiguren in The Tailor of Panama ein vermeintliches politisches Drama zum jeweils persönlichen Selbstzweck. Brosnan ist dabei wunderbar schmierig und charmant zugleich, während John Boorman die Chuzpe hatte, mit Brendan Gleeson einen Iren als abgehalfterten panamesischen Guerillakämpfer zu besetzen.

8. The Royal Tenenbaums (Wes Anderson, USA 2001): Innerhalb seiner Filmographie dürfte The Royal Tenenbaums Wes Andersons Opus magnum sein. Gegenüber Rushmore näherte sich seine symmetrische Mise en Scène und Stilisierung nah jener Palette, die seither sein Schaffen bestimmt. Gene Hackman brilliert als alternder Egoist, den die Umstände dazu zwingen, sich wieder jener Familie gegenüber zu öffnen, die er einst sich selbst überlassen hatte. Die Folge ist nicht nur charakterliche Selbstheilung, sondern auch der Versuch, begangene emotionale familiären Schäden zu beheben.

7. Distance (Kore-eda Hirokazu, J 2001): Kennen wir die Menschen, die wir zu kennen glauben? Und wissen wir überhaupt, wer wir selbst sind? Fragen, die Kore-eda Hirokazu mit Distance aufwirft, wenn vier Menschen in ihrem Gedenken an verstorbene Familienmitglieder die Chance geboten wird, deren Identität und die eigene Beziehung zu diesen zu hinterfragen. Das Quartett ist unterschiedlich von Verlust beeinflusst, findet teils über Umwege neu zu sich selbst, ähnlich wie ihre Angehörigen. Aus Unverständnis wird hierbei nicht zwingend Einsicht, aber aus Trauer vielleicht Akzeptanz.

6. Monsters, Inc. (Pete Docter, USA 2001): In den Nullerjahren des laufenden Jahrhunderts war Pixar noch eine nicht zu unterschätzende Studiogröße in Sachen Kreativität, während das Folgejahrzehnt zwar noch erfolgreicher ausfiel, aber inhaltlich und in Sachen Originalität abzubauen begann. Eingeläutet hatte jene Ära Monsters, Inc., eine humorvolle Geschichte über die Überwindung von Xenophobie und die Bedeutung von Empathie. Vom Verstehen, dass die Dinge, vor denen man Angst hat, nicht unbedingt zum Fürchten sind. Gleichwohl war 2001 ein Animationsfilm noch besser.

5. The Others (Alejandro Amenábar, USA/F/E 2001): Mit The Others erzählt Alejandro Amenábar originell eine schauerhafte Geistergeschichte der etwas anderen Art – selbst wenn The Sixth Sense zwei Jahre zuvor hinsichtlich der Auflösung bereits etwas den Wind aus den Segeln genommen hatte. Ruhig und bedacht, ohne Abhängigkeit von Jump Scares, widmet sich der Film, ähnlich wie Distance, der Erkenntnis einer neuen Lebensrealität und Akzeptanz von Verlust sowie dessen Bewältigung. Das Ergebnis ist atmosphärisch dicht und vom Ensemble überaus überzeugend gespielt.

4. Sen to Chihiro no kamikakushi (Miyazaki Hayao, J/USA 2001): Kreativität findet sich in Sen to Chihiro no kamikakushi [Chihiros Reise ins Zauberland]. von Miyazaki Hayao buchstäblich im Überfluss, der ein Sammelsurium an originellen Charakteren und Settings erschafft. Wie in anderen früheren und späteren Filmen wie Kaze no tani no Naushika oder Gake no ue no Ponyo wohnt dem Narrativ eine ökologische Botschaft inne; wenn auch letztlich der Film erzählerisch nicht ganz mit seinem visuellen Einfallsreichtum mithalten kann, ist dieser allein in diesem Fall eigentlich ausreichend genug.

3. Wet Hot American Summer (David Wain, USA 2001): Absurder Humor bewegt sich meist auf schmalem Grat hinsichtlich seiner Funktionalität. Als Vorreiter und Wegbereiter solcher gelungener Filme wie Hot Rod und Anchorman dürfte wohl David Wains Wet Hot American Summer gesehen werden, der vom finalen Tag eines Sommerferienlagers, Begehrlichkeiten, sexuellem Erwachen und einem möglichen Einschlag von Weltraumschrott erzählt. Das Ergebnis ist grotesk und aberwitzig, stellenweise wunderbar „drüber“, aber aufgrund seines Humors nicht zwingend jedermanns Sache.

2. Moulin Rouge! (Baz Luhrmann, AUS/USA 2001 ): Knallige Farben, Pomp und Glamour verknüpft Baz Luhrmann gekonnt in diesem Pop-Musical, das zwischen Tragik und Komik wandelt, wenn eine Liebe, die nicht sein darf, trotzdem ihren Weg findet. Die Handlung ist in Moulin Rouge! sekundär, eher der Rahmen für die postmoderne Einbettung bekannter Songs, um Gefühle und Erzählung der Geschichte zu unterstreichen. Im Montmartre kann man sich vielleicht keine Liebe erlauben, als Zuschauer dieses romantischen Leinwandspektakels aber allemal: I will love you, until my dying day!

1. Mulholland Drive (David Lynch, USA/F 2001): Als Meister des Surrealen lässt David Lynch in seinem Neo-Noir-Meisterwerk Mulholland Drive seine Hauptfigur nach ihren Träumen jagen, nur damit diese, sobald eingefangen, sich als Albtraum entpuppen – da hilft auch eine Neuerfindung nicht mehr. Es hat seinen Grund, dass Hollywood als Traumfabrik eine Nebenrolle spielt, gegenüber gegenüber Lynch nicht mit subtilen Seitenhieben spart. Dabei kommt auch der Humor nicht zu kurz, kulminierend in Komponist Angelo Badalamenti als dem wohl schärfsten Espresso-Kritiker der Welt.

3. Oktober 2008

Die Top 5: Queen-Songs in Filmen

Anyway the wind blows.
(„Bohemian Rhapsody“)

Long live the queen – heißt es in Großbritannien so schön. Dabei sollte es man viel eher sagen: long live Queen! Durch zahlreiche Hits ist die Rock-Formation aus England zur Legende geworden. Angefangen hatte alles im Jahr 1968 – doch die Geburt von Queen reicht in ihren Wurzeln noch fünf Jahre weiter zurück. 1963 begann Gitarrist Brian May mit seinem Vater seine erste E-Gitarre (Red Special) zu bauen, die später den Sound von Queen prägte. Drei Jahre später lernten sich am College Bassist Tim Staffell und Farrokh Bulsara kennen. Während Staffell 1968 mit May und Schlagzeuger Roger Taylor die Gruppe Smile gründete, trat Bulsara – der sich nun Freddie Mercury nannte – mit der Liverpooler Band Ibex auf. Ein Jahr später trat Smile unter anderem mit Joe Cocker auf und nahm auch einige ihrer Lieder im Studio auf. Jedoch verließ Staffell die Band 1970 und wechselte als Sänger zu Humpy Bong. Zu diesem Zeitpunkt kam Mercury als Ersatz für Staffell an Bord und mit May und Taylor gründete er die Band neu unter dem Namen „Queen“.

Innerhalb des nächsten Jahres musste Queen mehrfach den Bassisten wechseln, ehe man John Deacon fand. Zwei Jahre später veröffentlichten Queen 1973 ihr erstes Album „Queen“. Während ihre erste Single „Keep Yourself Alive“ es nicht in die britischen Charts schaffte, markierte die zweite Single „Seven Seas of Rhye“ 1974 mit einem Einstieg auf Platz Zehn den ersten Hit. Im selben Jahr erschien das zweite Album „Queen II“. Für dieses erhielt die Gruppe ihre erste Silberne Schallplatte. Kontinuierlich stieg der Erfolg der Band, die dritte Single „Killer Queen“ war auch international ein Hit und schaffte es in die US-Billboard-Charts. Nun hatten sich die Briten einen Namen gemacht mit Stilrichtungen von Heavy Metal bis hin zu Balladen. Im Oktober 1975 wurde vor Release des vierten Albums „A Night at the Opera“ bereits die Single „Bohemian Rhapsody“ ausgekoppelt. Jenes Lied würde nicht nur über die nächsten zwei Monate hinweg auf Platz Eins der Single-Charts landen, sondern auch Jahrzehnte später als eines der besten Rocklieder aller Zeiten gelten.

Brittany Murphy stimmte im Animationsmuscial Happy Feet „Somebody to Love“ an.
Das Lied, welches sich durch seine A-cappella Einleitung und die Verbindung von Oper und Hard-Rock auszeichnet, wurde vom Rolling Stone Magazine zu den vierzig Songs gezählt, welche die Welt verändert haben. Es verwundert daher auch nicht, dass „A Night at the Opera“ der Band den kommerziellen Durchbruch bescherte und dreimal mit Platin ausgezeichnet wurde. Auch das Schwesternalbum „A Day at the Races“ erreichte Platz Eins und hob sich durch seine beiden Hits „Somebody to Love“ und „Tie Your Mother Down“. Die Vielseitigkeit der Band manifestierte sich auch in diesen beiden Songs, war ersteres von Gospel und das letztere von Hard-Rock durchzogen. Es waren jene beiden Jahre, 1975/1976, in der die Band begann zu den Großen der Großen zu zählen. Dementsprechend überraschen auch die beiden Songs des 1977 folgenden Albums „News of the World“ nicht wirklich. Mit „We Are the Champions“ und „We Will Rock You“ erschufen Queen zwei Songs, die auch drei Jahrzehnte später noch Pflicht in allen Fußballstadien Europas sein würden.

Der Arbeitswahn der Band nahm kein Ende und so folgte sieben Jahre nach der festen Etablierung aller Gruppenmitglieder bereits das siebte Album mit „Jazz“. Hierzu verließen die Engländer zum ersten Mal ihre Heimat und siedelten in Frankreich an. In der dortigen Tour de France fanden sie so auch die Inspiration für ihren Hit „Bicycle Race“. Jener Song zählte neben „Fat Bottomed Girls“, „Let Me Entertain You“ und „Don’t Stop Me Now“ zu den einprägsamsten Liedern des Albums. Inzwischen hatten Queen genug Hits angesammelt, um mit „Live Killers“ quasi ihr erstes Best-Of Album 1979 herauszubringen. Zuvorderst ist das achte Album jedoch auch das erste Live- und Doppelalbum der Gruppe, welches aus verschiedenen Mitschnitten der Europatournee der Band besteht. Außerdem gelang es Queen im selben Jahr noch ihre letzte Hürde zu nehmen.

In Grosse Pointe Blank findet John Cusack während „Under Pressure“ eine Erleuchtung.
Mit einer gehörigen Spur Elvis Presley schafften es Mercury und die anderen mit „Crazy Little Thing Called Love“ zum ersten Mal auf Platz Eins der amerikanischen Single-Charts. Den Rest des Jahrs 1979 verbrachten die Briten in München, wo sie an ihrem neunten Studioalbum „The Game“ arbeiteten, welches nebem „Crazy Little Thing Called Love“ auch den Hit „Another One Bites the Dust“ enthalten würde. Mit „The Game“ erreichte die Band ihren kommerziellen Höhepunkt in den USA und begann ihre Kollaboration mit dem deutschen Produzenten Reinhold Mack. Während „Another One Bites the Dust“ die meistverkaufte Singe der Band in den USA war, bat Filmproduzent Dino De Laurentiis die Gruppe im Jahr 1980 den Soundtrack für seinen Film Flash Gordon zu komponieren. Der Soundtrack besteht neben dem gleichnamigen Song „Flash Gordon“ zu einem Großteil aus instrumentalen Stücken. Ein Jahr später trat Queen im brasilianischen São Paulo vor 131.000 Zuschauern auf und stellte somit zugleich einen neuen Publikumsrekord auf.

Ebenfalls 1981 landete die Band mit „Under Pressure“ einen weiteren weltweiten Hit und setzte ihre Erfolgsgeschichte fort, die auch das im selben Jahr erschienene offizielle erste „Greatest Hits“-Album einschloss. Ganze zehn Jahre lang hielt sich dieses in den Charts und versinnbildlicht die Stellung, welche die Band in den Achtzigern inne hatte. Bis heute ist „Greatest Hits“ von Queen das meistverkaufte Album in Großbritannien, weit vor Michael Jacksons „Thriller“ oder Abbas „Greatest Hits“. Nachdem „Another One Bites the Dust“ durch seinen Funk-Style gerade in den USA einen derartigen Erfolg hatte, entschloss sich Queen ihr neues Album „Hot Space“, welches im Mai 1982 erschien, dem Disco- und Dance-Stil zu verschreiben. Obwohl die Kritiker durchaus positiv über das Album urteilten, waren viele Fans durch den neuen Weg, den die Band beschritt, verärgert. Es folgte eine neunmonatige Pause der Band, die erst 1984 mit neuen Songs beendet werden sollte.

Tony Stark (Robert Downey Jr.) balgt sich in Iron Man 2 zu „Another One Bites the Dust“.
Obschon Lead-Sänger Freddie Mercury mehrfach mit Frauen zusammengelebt hatte, begann er bereits 1980 sich mit Männern zu treffen. Von 1985 an lebte Mercury gemeinsam mit Jim Hutton, der wie Mercury selbst an AIDS erkrankte. Gegensätzlich zu einigen Vorwürfen hatte sich Mercury bereits 1974 als homosexuell geoutet, konträr zu seiner AIDS-Erkrankung, welche er der Welt erst einen Tag vor seinem Tod am 24. November 1991 mitteilte. Mit Mercury sollte ein großer Sänger die Welt verlassen. Auch das elfte Studioalbum „The Works“ wurde wieder in München produziert und erschien 1984 nach der neunmonatigen Pause der Band. Besonders durch die Musikvideos zu den beiden Hits und Auskopplungen „Radio Ga Ga“ und „I Want to Break Free“ sorgte Queen für Aufsehen. Im Laufe der nächsten sieben Jahre veröffentlichten die Briten noch drei weitere Studioalben mit „A Kind of Magic“ – mit den Highlander-Liedern „Who Wants to Live Forever“ und „A Kind of Magic“ –, „The Miracle“ (darunter „I Want It All“) und „Innuendo“. Letzteres erschien 1991 und markierte das letzte Album der Band in ihrer Besetzung mit Mercury.

Anschließend veröffentlichten Queen noch weitere Compilations-Alben, darunter „Greatest Hits II“, das ebenfalls zu den zehn meistverkauften Alben in der Musik-Geschichte Großbritanniens zählt. Über einen Zeitraum von zwei Jahrzehnten haben Queen die Musiklandschaft geprägt und beherrscht und dabei über 300 Millionen Alben verkauft. Außerdem dienten die Briten als Inspiration für zeitgenössische Künstler wie Green Day oder die Kaiser Chiefs. Auch in Hollywood und Kinofilmen wurde gerne auf die Lieder der Kultband zurückgegriffen. So finden Interpretationen ihrer Songs Einzug in verkitschte Liebeskomödien wie 40 Days, 40 Nights oder The Break-Up – allerdings auch in Pseudo-Ritterfilme wie A Knight’s Tale. Die folgende Auflistung dient nicht nur als Legitimierung zur Vorstellung einer der besten Bands aller Zeiten, sondern zeigt bisweilen auch die Harmonie zwischen Musik und Film auf. Und so seien sie verkündet, die Top 5 Queen-Songs in Filmen (bei Klicken der Bilder werdet ihr zu den Filmausschnitten inklusive Musikuntermalung weitergeleitet):


5. Highlander („Who Wants to Live Forever“): Neben Flash Gordon Queens einzige direkte Komposition für einen Kinofilm. Die Pop-Melodien rund um Mercurys Stimme symbiotisieren natürlich nicht vollends mit dem frühneuzeitlichen Touch des achtziger Jahre Kultfilms, doch war dies durchaus gewollt und verleiht dem Film bzw. der Szene jene Mystik.

4. Moulin Rouge! („The Show Must Go On“): Einer der wenigen Filme, die Queen selbst interpretieren. Die Konnotation des Liedes im Kontext von Luhrmanns Meisterwerk ist dabei nicht unähnlich seiner Bedeutung per se, markiert es doch eines der letzten Band-Lieder auf „Innuendo“. Äußerst gelungen mit Satines Krankheit und dem Fortgang der Handlung eingebaut.

3. Wayne’s World („Bohemian Rhapsody“): Die Muttter aller Queen-Songs dient hier der Eröffnungssequenz von Mike Myers Kultkomödie und zugleich als Vorlage für die nicht minder gelungene Persiflage in Loaded Weapon 1. Was „Kashmir“ in Fast Times at Ridgemont High war, ist nunmehr „Bohemian Rhapsody“ – ganz groß das Headbanging beim Einsatz des Hard-Rock-Parts.

2. Shaun of the Dead („Don’t Stop Me Now“): Kongenial von Edgar Wright ins „zombie slapping“ eingebunden, sodass nach der Sichtung des Filmes jene Szene beim Hören des Liedes ins Hirn eingebrannt bleibt. Die Choreographie ist dabei nicht weniger genial, als die gesamte Einarbeitung des Stückes in den Handlungsablauf.

1. Late Last Night („Somebody to Love“): Late Last Night ist nicht nur ein kleines TV-Juwel (lang lebe Emilio Estevez), sondern das Herz des Films ist auch seine großartige Musical-Szene, in welcher Außenseitertum mit Queens populärem Stück abgeholfen wird – ehe man Seite an Seite mit Hell’s Angels vor der Polente fliehen muss.