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22. Februar 2014

Kōkaku Kidōtai [Ghost in the Shell]

There’s nothing sadder than a puppet without a ghost.

Bereits René Descartes beschäftigte sich im 17. Jahrhundert mit dem Leib-Seele-Problem und ob der Geist ohne Materie separat existieren könne. Ist der Körper nur ein Gefäß für die Seele? Zumindest in The Matrix (1999) entwickelten die beiden Wachowski-Schwestern ein anti-dualistisches Bild ihrer Welt und das Konzept eines materiellen Geistes. “Your body cannot live without the mind”, klärt Morpheus darin Neo auf. Was zwar mehr auf den Körper gemünzt ist, zugleich wird Sein jedoch über die Materie und weniger den Geist definiert. Grundsätzlich ist The Matrix aber an Fragen von Realität und Freiheit interessiert, der die Wachowskis inspirierende Kōkaku Kidōtai, Oshii Mamorus Adaption von Shirow Masamunes Manga aus dem Jahr 1991, dreht sich derweil mehr um die Themen Leben und Existenz.

Shirow konzipierte darin eine Cyberpunk-Geschichte, die im Jahr 2029 spielt. Die Vermischung zwischen Mensch und Maschine ist vorangeschritten, teils so weit, dass an manchen Figuren wie Major Motoko Kusanagi (Tanaka Atsuko) ihr “ghost” – also ihre Seele respektive ihr Bewusstsein – das einzig übriggebliebene Menschliche ist. Genauer gesagt gibt es in Kusanagis Spezieleinheit der Regierung kaum Mitglieder, die nicht über maschinelle Verbesserungen verfügen. Ihr neuer Partner Togusa (Yamadera Kouichi) ist mit seinem e-Brain, sprich: Cyber Net Implantate im Gehirn, praktisch die Ausnahme. Und wurde gerade deshalb vom Major ausgewählt. “A system where all parts react the same way is a system with a fatal flaw”, erklärt sie Togusa. Und derartige Lücken werden gnadenlos ausgenutzt.

Beispielsweise von dem Hacker-Terroristen „Puppetmaster“, einer künstlichen Intelligenz, die zu Beginn des Films auch erstmals Japan unsicher macht. Und damit Kusanagis Team rund um Togusa und Batou (Ohtsuka Akio) auf den Plan ruft. Während der Puppetmaster die Ghosts von etwaigen Bürgern hackt und manipuliert, heften sich Kusanagi und Co. an seine Fersen. Zugleich bemerkt Batou einige Wesensveränderungen bei seiner Vorgesetzten, die vermehrt an ihrer eigenen Menschlichkeit zu zweifeln beginnt. Als sich der Puppetmaster dann in Form eines Gynoiden zu Stellen scheint, werden nach und nach Verstrickungen und Motive deutlich. Und wie sich zeigt, soll Kusanagi hierbei eine ganz besondere Rolle spielen, während Kōkaku Kidōtai sich von der Action zur Philosophie wendet.

Was bedeutet es, am Leben zu sein? Dies ist eine Frage, die sich der Puppetmaster stellt und die er im Folgenden an die übrigen Figuren weitergibt. Er selbst stellt sich Kusanagis Einheit, um Asyl als politisch verfolgtes Lebewesen zu beantragen. Allerdings sprechen ihm seine menschlichen Gegenüber jene Qualifikation ab, schließlich partizipiere er nicht am Sein. “I am able to recognize my own existence”, reklamiert er und rezitiert damit Descartes’ 1. Grundsatz (“cogito ergo sum”/„Ich denke, also bin ich“). Es handele sich bloß um seine selbsterhaltene Maßnahme, wiegeln die Menschen ab – und der Puppetmaster hält ihnen vor, dass dies wiederum auch auf die menschliche DNS zutreffen würde. Was den Mensch zum Individuum mache, sei vielmehr nur seine immaterielle Erinnerung.

“And memory cannot be defined”, fährt die Künstliche Intelligenz fort, “but it defines mankind.” Man fühlt sich an eine Aussage von Batou aus dem ersten Akt erinnert, als er kommentierte: “All data that exists is both reality and fantasy”. Eine Schnittmenge, die auch Erinnerungen mit einschließt. Und was sind Daten letztlich anderes, als programmierte Erinnerungen? Bei den Figuren bleiben die Gedanken des Puppetmaster jedoch nicht hängen, lediglich der Major scheint in ihnen ein stummes Echo jener Selbstzweifel zu erkennen, die sie seit einiger Zeit selbst ergriffen haben. Die Entfremdung ihres Ghosts gegenüber ihrem gynoiden Körper wird dabei gekennzeichnet durch ihre schamlose Entblößung von Letzterem. Was wiederum speziell in ihrem Partner Batou immer wieder menschliche Züge hervorbringt.

Hoffnung wartet lediglich beim Tauchen auf Kusanagi, “as though I could change into something else”. Eine Hoffnung, die sich im Finale in der Symbiose mit dem Puppetmaster bestätigt sieht (und von den Wachowskis in The Matrix Revolutions kopiert wurde). “Maybe there was never a real ‘me’ to begin with”, sinniert der Major. Auch der Puppetmaster kritisiert den menschlichen Hang zur Individualität. “Your desire to remain as you are is what ultimately limits you”, wirft er Kusanagi vor. Während sie sich vollends von ihrem materiellen Dasein verabschiedet und im Kollektiv mit dem Puppetmaster dennoch ihren Ghost behält, gewinnt die KI durch die Assimilation des Majors letztlich jene „körperlichen“ Eigenschaften der Reproduktion und Sterblichkeit, die für sie Existenz repräsentieren.

Allerdings wird das Thema in den nur 80 Minuten Laufzeit von Kōkaku Kidōtai relativ schnell abgefrühstückt, wo Oshii sicher noch eine Viertelstunde an Exposition und Tiefe hätte draufpacken können. Manche Andeutung, darunter auch Togusas übermäßige „Menschlichkeit“ sowie die Figur generell, spielt zugleich im weiteren Verlauf des Films gar keine Rolle mehr. Immerhin verschwendet Oshii nicht zu viel Zeit auf die Action-Szenen und weiß stattdessen mit den Set-Pieces, die er präsentiert, umso mehr zu gefallen. Allen voran das gorige Attentat im Intro, aber auch die Kanal-Verfolgung wie die Auseinandersetzung mit dem Kampfroboter zum Schluss überzeugen. Was man von den CGI-Updates einiger Szenen in der vor einigen Jahren veröffentlichten 2.0-Version allerdings nicht sagen kann.

Bei der Sichtung von Kōkaku Kidōtai – der ein Sequel sowie eine TV-Serie nach sich zog – wird jedoch deutlich, wieso der Film gemeinsam mit Akira als Pfeiler im Anime- sowie Musterbeispiel im Animationsbereich gilt. Die Zeichnungen sind auch nach fast 20 Jahren noch nicht verjährt, die mystisch angehauchte chorale Musik von Kawai Kenji trägt ihren Teil dazu bei. Immerhin schafft es Oshii in seiner kurzen Zeit, einen faszinierenden – und zugleich auch von Blade Runner beeinflussten – Einblick in Shirows Cyberpunk-Welt zu verschaffen. Ohne dass man als Zuschauer hinsichtlich der inhaltlichen Verflechtungen auf der Strecke bleibt. Insofern kann konstatiert werden, dass bei Kōkaku Kidōtai der Geist fast 90 Minuten vorzüglich unterhalten wird. Soviel also zum Leib-Seele-Problem.

8/10

1. Februar 2014

Filmtagebuch: Januar 2014

AKIRA
(J 1988, Ōtomo Katsuhiro)
8.5/10

AO NO ROKU GÔ [BLUE SUBMARINE NO.6]
(J 1998, Mahiro Maeda/Kôichi Chigira)

8/10

BLADE RUNNER [FINAL CUT]
(USA/UK/HK 1982/2007, Ridley Scott)

8/10

FINDING NEMO [FINDET NEMO]
(USA 2003, Andrew Stanton/Lee Unkrich)

9/10

HACHI: A DOG’S TALE [HACHIKO - EINE WUNDERBARE FREUNDSCHAFT]
(USA/UK 2009, Lasse Hallström)

8/10

HOTARU NO HAKA [DIE LETZTEN LEUCHTKÄFER]
(J 1988, Takahata Isao)

6/10

INOSENSU [GHOST IN THE SHELL 2 - INNOCENCE]
(J 2004, Oshii Mamoru)

8/10

THE INVISIBLE MAN [DER UNSICHTBARE]
(USA 1933, James Whale)

5.5/10

KÔKAKU KIDÔTAI [GHOST IN THE SHELL]
(J 1995, Oshii Mamoru)

8/10

KÔKAKU KIDÔTAI 2.0 [GHOST IN THE SHELL 2.0]
(J 2008, Oshii Mamoru)

7.5/10

THE MATRIX
(USA/AUS 1999, Andy Wachowski/Lana Wachowski)
7.5/10

MEGA SHARK VERSUS CROCOSAURUS
(USA 2010, Christopher Ray)
0/10

PĀFEKUTO BURŪ [PERFECT BLUE]
(J 1997, Kon Satoshi)

8.5/10

PAPURIKA [PAPRIKA]
(J 2006, Kon Satoshi)

8/10

PHANTOM OF THE OPERA [PHANTOM DER OPER]
(USA 1943, Arthur Lubin)

6/10

SAMĀ WŌZU [SUMMER WARS]
(J 2009, Hosoda Mamoru)
8/10

SHERLOCK: THE EMPTY HEARSE
(UK 2014, Jeremy Lovering)
5.5/10

SHERLOCK: HIS LAST VOW
(UK 2014, Nick Hurran)
7.5/10

SHERLOCK: THE SIGN OF THREE
(UK 2014, Colm McCarthy)
5/10

SLEEPERS
(USA 1996, Barry Levinson)
6.5/10

SPRING BREAKERS
(USA 2012, Harmony Korine)
10/10

STREET FIGHTER
(USA/J 1994, Steven E. de Souza)
6/10

SUPER MARIO BROS.
(USA/UK 1993, Annabel Jankel/Rocky Morton)
5/10

SUPERSTAU
(D 1991, Manfred Stelzer)
7/10

SUTORENJIA: MUKÔ HADAN [SWORD OF THE STRANGER]
(J 2007, Andô Masahiro)
8/10

TOKI O KAKERU SHŌJO [DAS MÄDCHEN, DAS DURCH DIE ZEIT SPRANG]
(J 2006, Hosoda Mamoru)
10/10

UP [OBEN]
(USA 2009, Pete Docter)

5.5/10

WHEN WE WERE KINGS
(USA 1996, Leon Gast)
6.5/10

WRECK-IT RALPH [RALPH REICHT’S] (3D)
(USA 2012, Rich Moore)

6.5/10

Retrospektive: Top Ten 2010


MARY & MAX
(AUS 2009, Adam Elliot)
8/10

I LOVE YOU, PHILLIP MORRIS
(F/USA 2009, Glenn Ficarra/John Requa)
8/10

AN EDUCATION
(UK/USA 2009, Lone Scherfig)
7.5/10

UN PROPHÈTE [EIN PROPHET]
(F/I 2009, Jacques Audiard)
7.5/10

THE END OF THE LINE
[DIE UNBEQUEME WAHRHEIT ÜBER UNSERE OZEANE]
(UK 2009, Rupert Murray)
8.5/10

A SINGLE MAN
(USA 2009, Tom Ford)
8/10

EXIT THROUGH THE GIFT SHOP  
[BANKSY - EXIT THROUGH THE GIFT SHOP]
(UK 2010, Banksy)
8.5/10

SIN NOMBRE
(MEX/USA 2009, Cary Fukunaga)
8.5/10

FOOD INC.
(USA 2008, Robert Kenner)
8.5/10

HERBSTGOLD
(D/A 2010, Jan Tenhaven)
8.5/10

28. März 2010

Sukai kurora [The Sky Crawlers]

You can change the side of the road that you walk down every day.

Der Japaner Oshii Mamoru ist berühmt geworden durch seine Filmadaptionen zu Kôkaku kidôtai sowie dessen Fortsetzung Innocence - Inosensu. Beide Filme zeichnet ihr extrem philosophischer Subtext aus, was in der Fortsetzung wohl noch vielschichtiger zum Tragen kommt als im Vorgänger. Von einer ähnlichen philosophischen Tiefe ist auch Mori Hiroshis fünfteilige Romanserie Sukai kurora durchzogen, die im Laufe dieses Jahrzehnts in Japan veröffentlicht wurde. Mori selbst wehrte sich zu Beginn gegen eine Verfilmung, da er der Ansicht war, sie ließe sich nicht entsprechend verfilmen. Erst als er von der Beteiligung Oshiis hörte, dem sein Ruf natürlich voraus geeilt war, lenkte der Schriftsteller bereitwillig ein. Und in der Tat findet sich im Bereich des philosophischen Animes wohl kein besserer Regisseur als der 58-jährige Tokioter. So beeindruckend wie die beiden Kôkaku kidôtai-Filme ist Sukai kurora dann allerdings doch nicht geraten. Zu sehr vernachlässigt Oshii dazu neben seinen Figuren auch die den Film umspannende kritische Fragestellung.

Mori selbst entwickelte eine alternative Geschichte, in welcher der Frieden logischerweise nur durch Krieg aufrecht erhalten werden kann. Denn Frieden gibt es per se nur, wenn als Gegenstück auch Krieg existiert. Um also ihren Frieden wirklich als solchen schätzen zu können, inszenieren die Menschen eine Art Krieg, der mittels Luftkampf über den Wolken ausgefochten wird. Hierzu wurden die so genannten Kildren entwickelt. Jugendliche Humanoiden, die genetisch so verändert wurden, dass sie ewig ihr kindliches Antlitz behalten. Die Kildren selbst stellen dabei nur Spielfiguren dar, die, nachdem sie abgeschossen wurden bzw. verloren haben, einfach neu programmiert werden. Als eines dieser Kildren stößt Yuichi Kannami zum Team Rostock hinzu. Hier ersetzt er eigentlich nur sich selbst respektive seine vorherige Persönlichkeit, die von ihrer Geliebten und Yuichis Vorgesetzten, Suito Kusanagi, erschossen wurde. Gemeinsam mit seinem neuen Flugpartner Naofumi Tokino ficht Yuichi über den Wolken den inszenierten Kampf gegen das Konkurrenzteam Lautern und deren Flugass, den Lehrer. Dieser ist nicht nur wegen seiner Abschussquote etwas Besonderes, sondern schon allein deswegen, weil er kein Kildren, sondern ein erwachsener Mann ist.

Im Verlaufe des Films gibt es mehrfach Anspielungen bezüglich der Tatsache, dass es sich bei Kannami oder Tokino um Kinder handelt. Beispielsweise wenn Pilotin Mitsuya Letzterem vorwirft, er verhalte sich kindisch oder die Prostituierte Fuko anmerkt, dass Yuichi sehr kindliche Züge hat. Letztlich sind die Kildren das, was ihr Name bereits ausdrückt: Kinder, die darauf abgerichtet sind, sich gegenseitig zu töten. Während Mitsuya gegen Ende mit ihrem Schicksal hadert, scheinen sich andere wie Kusanagi oder Yuichi mit ihrem Dasein als bewusstseinsentwickelte Konzernmarionetten bereits abgefunden zu haben. Im Finale philosophiert Yuichi, dass der heutige Tag anders sei als der gestrige, wie auch der morgige sich vom heutigen unterscheiden wird. Man könne jeden Tag dieselbe Straße hinunterlaufen und doch stets etwas Neues entdecken. Ob er seine Worte jedoch selber glaubt, ist fraglich. Denn letzten Endes sind die Kildren nichts als programmierte Templates, die leicht variiert neu eingestellt werden, sollten sie sterben. Dass dies von den Anderen ohne zu mucken akzeptiert wird, sieht man, als Yudagawa ersetzt wird. Es wird nicht deutlich, ob Yuichi wirklich realisiert, dass Yudagawa einfach mit einer neuen Identität versehen wurde oder ob es ihm einfach nur egal ist.

Dass Oshii primär Wert auf die Bilder seiner Filme legt, denn auf die Charakterzeichnung, ist bekannt. Konnte man bei einer Figur wie Major Kusanagi in Kôkaku kidôtai noch auf große Hintergrundinformationen verzichten, so schadet die charakterliche Vernachlässigung im Falle von Sukai kurora dem Film. Abgesehen von dem kurzen Dialog zwischen Mitsuya und Kunnami findet keinerlei Reflektion der Kildren über ihre Rolle in dieser riesigen Charade statt. Dass sie nicht programmiert sind, ihr Dasein einfach hinzunehmen oder dieses nicht zu hinterfragen, sieht man an Mitsuya. Die Lethargie der Figuren ist daher etwas verblüffend und dies wohl auch deswegen, weil sich Oshii nicht scheut, Dutzende von langen und ruhigen Einstellungen zu präsentieren, in denen es für Kunnami und Co. zu agieren gilt. Dass dennoch nicht wirklich Langeweile in diesen langen Szenen aufkommen will, ist ein bemerkenswerter Verdient, den der Japaner mit diesem Film geleistet hat.

Dieser selbst ist über weite Strecken von einer zarten, schönen Schwermütigkeit beseelt, die nicht nur aufgrund der trost- und hoffnungslosen, zugleich jedoch warmen Bilder auftritt, sondern von Kenji Kawais melancholischem Theme zusätzlich untermalt wird. Ohnehin erinnert Kawais Komposition bisweilen an seine Arbeiten zu Kôkaku kidôtai. Dass sich in Sukai kurora tiefgründige philosophische Ansätze verbergen, ist offensichtlich, auch wenn Oshii sie die meiste Zeit über hinter seinen opulenten Bildern zurückstehen lässt. Die Handlung spielt hier nur eine untergeordnete Rolle, sodass man sowohl über Lautern, aber auch über Rostock eigentlich überhaupt nichts erfährt. Ebenso wenig über den mysteriösen Lehrer, gegen den niemand bestehen kann, der aber aufgrund seiner Passivität auch lediglich dazu da ist, ein Gleichgewicht zwischen den beiden Teams herzustellen. Viele Momente und Dialogzeilen implizieren jedenfalls, dass es Raum für eine (oder mehrere) Fortsetzungen gibt, was bei einer fünfteiligen Romanreihe nicht unwahrscheinlich erscheint.

Die Animation selbst besteht hauptsächlich aus dem gewohnten 2-D, wobei gerade die Landschaft aus der Vogelperspektive, wie auch die Flugzeuge selbst, digital in den Film integriert wurden. Hat die Verbindung von klassischer Animation und digitaler Ergänzung in einem existentialistischen Film wie Innocence - Inosensu noch gut gepasst, so beißen sich in Sukai kurora beide Stilmittel mitunter. Denn dafür wirkt die Geschichte, trotz ihrer zeitlichen Verordnung in die Zukunft, nicht futuristisch genug, als dass die digitalen Einfügungen nicht negativ hervorstechen würden. Am bedauerlichsten ist jedoch, dass Oshii sich nicht wirklich intensiv mit der Welt auseinandersetzen will, die Mori hier erschaffen hat. Das Potential, das hinter den Kildren steckt, schöpft der Film zu selten aus als dass er sich in einem Atemzug mit den bedeutenderen Werken der Kôkaku kidôtai-Reihe messen lassen könnte. Dennoch ist Sukai kurora eine interessante Adaption geworden, die durch ihre Schwermütigkeit und Melancholie zu faszinieren weiß.

7/10 - erschienen bei Wicked-Vision