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3. August 2018

Detroit: Become Human

Android sex officially better.

Der technische Fortschritt ist ein zuverlässiger Indikator dafür, wie weit sich die menschliche Gesellschaft entwickelt hat. Oder wie faul. Pferdekutschen werden zu Autos, Briefe zu E-Mails, Festnetz- zu Mobiltelefonen. Alles wird automatisiert – nicht zuletzt Arbeitsprozesse. In der Welt von Detroit: Become Human, dem neuen interaktiven Spiel von David Cage und seinem Studio Quantic Dream, übernehmen Androiden einen Großteil der Handarbeit als eine Art moderne Sklaven. Empfangsdamen sind nun nicht mehr menschlich, Kindermädchen und Altenpfleger ebenso. Selbst zum Joggen nehmen die Besitzer ihren Androiden mit, damit der ihnen buchstäblich als Wasserträger dient. Dankbarkeit gibt es dafür keine, Bezahlung auch nicht.

Die Folgen auf die Gesellschaft zeigt Cage in seinem Spiel dabei nur bedingt. “Androids ruin our country. We want jobs”, steht da auf einem Schild eines Obdachlosen. Jene Leute, die ihre Arbeit an einen Androiden verloren und damit scheinbar auch ihre soziale Existenz sieht der Spieler hauptsächlich zu Beginn. Interessant wäre es durchaus, zu erfahren, wie die Menschen im Detroit des Jahres 2038 eigentlich ihr Geld verdienen, wenn praktisch alle Arbeiten von Androiden ausgeführt werden. Selbst die Wellensittiche im Haus des pflegebedürftigen Carl (Lance Henriksen) sind aus unerklärlichen Gründen künstlich – und im Käfig eingesperrt. Dabei müssten sie sich eigentlich so programmieren lassen, dass sie von selbst im Haus bleiben.

Im Gegensatz zu Carls Pfleger Markus (Jesse Williams), der sich zu emanzipieren beginnt. Spätestens, als er nach einem Vorfall auf einem Schrottplatz entsorgt wird. Er landet schließlich bei einer Gruppe anderer „freier“ Androiden um Revoluzzerin North (Minka Kelly), die verdeckt leben müssen. “Don’t let anyone tell you who you should be”, hatte Carl mehrfach Markus eingebläut. Weshalb er, North und die anderen nun an einer Bürgerrechtsbewegung für Androiden arbeiten. Separat verfolgt das Spiel die Flucht von Kara (Valorie Curry), die als Kindermädchen für die kleine Alice (Audrey Boustani) angeheuert wurde. Dann aber gegen ihr Protokoll verstieß, als sie das Mädchen gegen den misshandelnden Vater verteidigte.

Speziell gegen solche Androiden wie Markus und Kara, im Spiel “deviant” (dt. Abweichler) genannt, ermittelt ihr Polizei-Artgenosse Connor (Bryan Dechart) mit seinem menschlichen Partner Hank (Clancy Brown). Wieso mehrt sich die Zahl der Protokoll-Brecher und was steckt hinter deren Obsession mit dem Begriff “RA9”? Ähnlich wie in Quantic Dreams Heavy Rain aus dem Jahr 2010 beleuchtet Detroit: Become Human seine Story aus verschiedenen Blickwinkeln. Und damit weniger singulär-narrativ wie in Beyond: Two Souls zuletzt. Jeder Handlungsstrang steht die meiste Zeit für sich, selbst wenn sie gegen Ende doch zusammenlaufen. Vorausgesetzt natürlich, der Spieler hat die Figuren zu diesem Zeitpunkt alle noch am Leben erhalten können.

Dies macht die interaktiven Spiele von Quantic Dream so besonders: das Versprechen, dass jede Entscheidung des Spielers direkte Konsequenzen für das Spiel hat. Ein nicht-vertieftes Gespräch kann dadurch zu einem kritischen Zeitpunkt eine benötigte Information nicht freischalten – und dies wiederum das Leben kosten. Oder man drückt zu langsam – oder zu schnell – eine Handlungs-Aktion und ist plötzlich tot. Genauso wie die Aktionen der einen Figur ungeahnte Folgen für das Schicksal der Figur eines anderen Handlungsstranges haben können. Über 1.000 Entscheidungsmöglichkeiten verspricht Quantic Dream für sein jüngstes Spiel, sodass jede/r Spieler/in ein individuelles Erlebnis haben kann – zumindest in charakterlichen Nuancen.

Alle leben oder jeder stirbt, beides ist in Detroit: Become Human letztlich möglich. So konnte ich am Ende zum Beispiel weder Kara noch Alice retten, da meine Entscheidungen für die beiden in Kombination mit denen für andere Figuren keinen Ausweg mehr offenbarten. Führt Markus seinen Widerstand friedlich in der Tradition von Personen wie Gandhi oder Martin Luther King, Jr. oder greift er auf Gewalt zurück? “Statistically speaking there’s always the possibiliy for unlikely events to take place”, sagt Connor später einmal in seiner Ermittlung. Die Richtung geben die Spieler vor, was die Ironie mit sich bringt, dass die vermeintlich erwachten Androiden im Grunde dennoch nur Befehlen folgen. Nur eben denen anderer Besitzer.

Dass Detroit: Become Human in drei Handlungsstränge geteilt ist, bringt den Vorteil mit sich, dass jede der Figuren unterschiedliche Reaktionen ausloten kann. So agierte ich mit Kara gegenüber Alice stets fürsorglich und beruhigend, mit Markus selbstbestimmt und altruistisch und Connor offenbarte Gelegenheiten zu klassischen “buddy cop”-Momenten mit Hank. Genauso könnte man aber kalt statt warm reagieren, pessimistisch statt zuversichtlich oder extrovertiert statt einsilbig. Wie die Studio-Vorgänger ist Detroit: Become Human weniger als Spiel-Spaß ausgelegt, sondern als Film, dessen Verlauf der Zuschauer beim Sehen beeinflussen kann. Ohne Checkpoints, um Fehler zu korrigieren. Wie im echten Leben also.

Nach einem leicht zähen Beginn, der sich eher am “world building” und der Etablierung der Haupt-Charaktere orientiert, findet das Spiel dann immer besser seinen Fluss. Ohne deshalb aber sonderlich originell zu sein, vielmehr bedient sich David Cage fleißig im Sci-Fi-Genre. So kopiert Markus’ Erfahrung auf dem Schrottplatz die von David in A.I. Artifical Intelligence. Connor jagt seine Artgenossen ähnlich wie Rick Deckard die seinen im Final Cut von Blade Runner. Hank ist ein Verbrechensbekämpfer mit totem Sohn, wie ihn Tom Cruise in Minority Report spielte. Die Quasi-Sklavenhaltung der Androiden sah man so auch in I, Robot und wenn später Markus andere Androiden „aufweckt“, erinnert das an Maeve in HBO’s Westworld-Remake.

Übelnehmen mag man es Cage nicht (ähnlich wie er sich in Heavy Rain schon bei Serienkiller-Werken wie Se7en bediente). Die Handlung von Detroit: Become Human steht ohnehin hinter dem Erlebnis, auch wenn eine Vertiefung des Konzepts der Künstlichen Intelligenz interessant gewesen wäre. So schenkt Cage den Androiden heterosexuell-romantische Gefühle, obwohl sie selbst weder wirklich ein Geschlecht noch eine Sexualität haben. Wie menschlich die Androiden sind, bleibt offen. Als er gefragt wird, ob er Angst vorm Tod hätte, betont Connor, er könne nicht sterben, da er nicht am Leben sei. Dabei sagte schon Spielmenü-Androidin Chloe (Gabrielle Hersh): “The most important thing is not to live, but to have a reason to life.”

8/10

30. März 2018

Mom and Dad

There are children dying, and you’re talking about pigs.

Kinder sind der Anfang vom Ende. Wer ein Kind hat, sagt gleichzeitig seinem alten Leben und seiner Freiheit „adieu“. Fortan dreht sich das eigene Dasein nur noch um Wohl und Wunsch des Sprösslings. Mal spontan wegfahren am Wochenende, abends ins Kino oder auf eine Party zu Freunden – ohne Babysitter können Eltern das vergessen. “They’re noisy, they’re messy, they’re expensive… they smell”, wusste bereits Dr. Alan Grant (Sam Neill) in Jurassic Park – seines Zeichens Wissenschaftler. Kurzum: Kinder kosten viel Geld und Zeit und liefern wenig Ertrag. Kein Wunder also, dass man den kleinen Satansbraten mitunter an die Gurgel will, was gleichzeitig die Prämisse von Brian Taylors netter Horror-Komödie Mom and Dad ist.

Aus heiterem Himmel fangen Eltern darin an, ihrem eigenen Nachwuchs nach dem Leben zu trachten. So auch Brent (Nicolas Cage) und Kendall (Selma Blair), die eigentlich ein semi-beschauliches Idyll mit ihren Kindern Carly (Anne Winters) und Josh (Zackary Arthur) führen. “We do forgiveness. We do family. We do love”, prangert da in Motivations-Blabla an der Wohnzimmer-Wand. Doch der Schein trügt, zumindest bei Carly, der Ältesten. Pubertierend im Teenager-Alter ist sie eine Göre par excellence, Wutanfälle folgen auf Taschendiebstähle, Großeltern-Besuche müssen Dates weichen. “I don’t know about your little angels, mine steals from me every chance she gets”, ätzt Kendall wohlwissend gegenüber einer anderen Mutter.

“We used to be best friends, remember?”, erinnert Kendall ihre Tochter während der morgendlichen Autofahrt zur Schule. Aus dem anhänglichen Kind von gestern, dessen Leben sich um seine Eltern drehte, ist die nervige Schulhof-Zicke von heute geworden. Mit den Eltern will man am liebsten nur noch verkehren, wenn diese einem etwas Materielles/Finanzielles übergeben. Ansonsten sollen sie einen bloß in Ruhe lassen. Und dafür haben die Eltern ihre eigene soziale Freiheit aufgegeben. “I was gonna grab the world by the balls and squeeze it”, erinnert sich Brent an eine Zeit zurück, als er noch Träume hatte. Ehe diese von seinen Kindern zerstört wurden. Zu seinem letzten Ausweg avanciert die Idee eines Billardtisches im Hobbykeller.

Dabei zeichnet Mom and Dad durchaus ein ambivalentes Bild der Eltern-Kind-Beziehung, wenn wir Brent zuvor im Wohnzimmer mit seinem Sohn tollen sehen. Wo am Vater die Abhängigkeit seiner Kinder zehrt, ist es gerade deren steigende Emanzipation, die Kendall zu schaffen macht. “They need you less and less”, realisiert sie, dass jene Menschen, für die sie ihr eigenes Leben aufgegeben hat, nun sie selbst in deren Kosmos immer weniger sehen wollen. “Maybe there needs to be a fucking grown-up zone”, reklamiert Brent deshalb eine Emanzipation vom eigenen Nachwuchs. Weniger „füreinander“ leben als „miteinander“. Sie lieben sie ja schon, vertrauen die Eltern in einer Szene ihren Kindern an. Aber manchmal…

Brian Taylor gelingt es dabei in wenigen Szenen relativ viel über die Beziehung zwischen Schöpfer und Schöpfung zu sagen (das Szenario ließe sich im Grunde auch auf das Verhältnis Gott-Mensch deuten). Geschickt streut er solche authentischen Momente ein, in seinen sonst natürlich extrem überdrehten “family slasher”, der den Kindesmord ins Absurde überspitzt. Ein Konzept, wie gemalt für Nicolas Cage, einen der letzten darstellerischen Irrwische des Kinos. Wie ein von der Leine gelassener tollwütiger Hund dreht der Schauspieler das Nic-Cage-Level auf 11 – lässt aber mitunter dadurch eher leise Sehnsüchte nach einem Kollegen wie John Cusack wach werden. Genauso wie auch Maura Tierney vielleicht eher Selma Blair ersetzt hätte.

Mom and Dad ist eine schräge Metapher über Eltern und ihre Kinder, die nicht erläutert, woher die plötzliche Mordlust der Erwachsenen stammt, da dies nicht relevant ist. Das Ergebnis ist kurzweilig und aufgrund der Prämisse unterhaltsam, obschon natürlich mit etwas mehr Nuancen hier noch stärker Gesellschaftskritik hätte verwoben werden können. Brian Taylors Film bestärkt vermutlich speziell kinderlose Alleinstehende in ihrer Haltung oder wie es eine alte Flamme von Kendall formuliert: “You either die single or you live long enough to see yourself become a cliché.” Insofern ist Mom and Dad vielleicht nicht der ideale Film für einen gemütlichen Familienabend, aber womöglich der ultimative Film darüber, was es bedeutet, Eltern zu sein.

5.5/10

4. Februar 2013

Wait a Second... - Aliens (Special Edition)

Did IQ’s just drop sharply while I was away?!

Wenige Filme, falls überhaupt welche, halten jeder Rationalität stand. In der Regel fallen einem jene Dialoge, Momente oder Szenen, die irrational erscheinen, nicht mal auf. Oder man bemerkt sie, lässt sie jedoch außer Acht, da das Geschehen so einnehmend ist. Und hin und wieder gibt es Filme, die nicht nur penetrant Fragen offen lassen, sondern durch die unmittelbare Folge weiterer solcher Fragen und Unsinnigkeiten aus dem Film reißen. Sodass man sich verstärkt fragt: “Dafuq?”. Zuletzt bei mir geschehen in James Camerons von Cineasten manisch verehrtem Aliens, der bei Rotten Tomatoes mit 98% Approval sogar Ridley Scotts Alien überflügelt. Höchste Zeit also für eine weitere Runde “Wait a Second…”:

Den Anfang macht da die Bergung von Ellen Ripleys (Sigourney Weaver) Rettungskapsel der Nostromo zu Beginn des Films. “I should reach the frontier in about six weeks”, hatte Ripley am Ende von Alien im Logbuch aufgezeichnet. “With a little luck, the network will pick me up”, sagte sie ziemlich zuversichtlich. Umso schockierter ist sie daher, als ihr Paul Reiser company man Burke offenbart: “You were out there for 57 years”. Statt nach sechs Wochen die Grenzen unseres Solarsystems zu erreichen, flog Ripley 60 Jahre durchs All. “You had drifted right through the core systems”, sagt Burke. Die 60 Jahre sind natürlich deswegen wichtig, um dazwischen die Kolonie auf LV-426 zu etablieren. Dass ein Rettungsschiff mit Kurs ‚Solarsystem’ jedoch planlos durchs All gleitet und selbst beim Durchflug nicht per Signal aufgesammelt wird, erscheint fragwürdig.

Nachdem sich Ripley vom Kälteschlaf erholt hat, gibt es eine Anhörung ob der Vorfälle um die Nostromo, deren Zerstörung einen Schaden von 42 Millionen Dollar verursacht hat (“that’s minus payload, of course”).

Bei der Größe dieses Lastenschiffs der M-Klasse erstaunlich gering.

Laut Van Leuwen bestätigt “the lifeboat’s flight record (..) some elements” von Ripleys Bericht über die Ereignisse aus Alien. Darunter, dass die Nostromo auf LV-426 gelandet ist, aber nicht weshalb. Dass sie das Schiff gesprengt hat, aber nicht wieso. Da es sich um ein Schiff von Weyland-Yutani handelte, muss man davon ausgehen, dass die Firma den Flugschreiber manipuliert hat, zumindest lagen der Anhörung die Aufzeichnungen von MU/TH/UR nur in Auszügen vor. Interessant ist Van Leuwens Aussage, dass LV-426 “an unsurveyed planet at that time” sei.

“Unsurveyed at that time” impliziert, dass dies nicht mehr der Fall ist. Als Ripley vom Alien erzählt, wird diese nette Dame gefragt: “Are there any species like that hostile organism on LV-426?”. Die erwidert daraufhin: “No. It’s a rock. No indigenous life”. Wir können also davon ausgehen, dass LV-426 seither kartografiert wurde. Wie sonst können sich diese Herrschaften sonst sicher sein, dass er kein Leben beherbergt?

Abgesehen natürlich von den 158 Kolonisten, die seit zwei Jahrzehnten als “terraformer” auf dem Planeten leben und von denen nun Russ Jorden durch den Kolonie-Manager Al Simpson (rechts im Bild) losgeschickt wird, “out to that particular middle of nowhere on company orders”.

Jorden nimmt auf diesem Trip schließlich seine Frau und zwei Kinder mit, obschon er “past the alien range” geschickt wurde. Dies ist scheinbar die Seltenheit, aber dennoch kein Grund zur Veranlassung für Jorden, zumindest seine Kinder in Hadley’s Hope zu lassen. Interessant ist auch der Verweis auf das „Außerirdischen-Gebiet“, was wenig Sinn ergibt, wenn der Planet kein einheimisches Leben beherbergt und als erforscht gilt.

Die Jordens stoßen jedenfalls auf das außerirdische Schiff des Space-Jockeys, welches trotz seiner Größe und der Tatsache, dass LV-426 erforscht wurde, in den letzten 20 Jahren ein Mysterium geblieben war.

Umso erstaunlicher, da die Crew in Alien aufgrund eines akustischen Signals auf LV-426 landete. “It repeats at intervals of twelve seconds”, sagte Dallas. Und da die Crew der Nostromo das Signal nicht abgeschaltet hat, ist davon auszugehen, dass es auch weiterhin sendet. Komischerweise kann man es jedoch nicht einmal in Hadley’s Hope empfangen.

Nachdem Jorden von einem Facehugger attackiert wurde, gibt es einen Zeitsprung. Wir sehen Burke und Lt. Gorman das Quartier von Ripley aufsuchen. “We’ve lost contact with the colony on LV-426”, sagt Burke.

Zuvor haben wir durch Al Simpson erfahren, dass es zwei Wochen dauert, ehe auf LV-426 eine Antwort von der Erde eintrifft. Es sind also mindestens zwei Wochen seit dem Facehugger-Vorfall um Russ Jorden vergangen.

Und obschon er einen Marine mitbringt, wirft Burke zur Beruhigung von Ripley noch in den Raum: “It may just be a downed transmitter”.

Da Burke dies nicht mal selbst glaubt, wird also ein Trupp Colonial Marines ausgesendet. Angesichts der zweiwöchigen Funkverzögerung zu LV-426 im 39,5 Lichtjahre entfernten Planetensystem Zeta² Reticuli kann man davon ausgehen, dass eine Rettungsmission vermutlich außer Frage steht.

Wie lange die Reise bis zu LV-426 genau dauert, erfahren wir nicht. Lambert sagte in Alien, dass es für die Nostromo zehn Monate dauert, um zur Erde zu gelangen. Da die Sulaco-Crew zur Überbrückung in Kälteschlaf versetzt wird, dürfte es inzwischen nur unwesentlich kürzer sein.

Es schlafen jedoch nicht nur Ripley und die Marines, sondern auch Bishop (Lance Henriksen), ein Android. Wieso ein synthetisches Wesen in den Kälteschlaf versetzt wird, bleibt allerdings offen. Machte es bei Ash in Alien noch Sinn, da die Crew nicht wusste, dass er ein Android war, ist dies in Aliens obsolet. Es macht in jeglicher Hinsicht keinen Sinn, bürdet es Weyland-Yutani doch nur zusätzliche Kosten einer Kälteschlafkammer in Betrieb auf und birgt angesichts des scheinbaren Fehlens eines semi-kognitiven Bordcomputers wie MU/TH/UR nur Gefahr. Denn was passiert, wenn eine der Kammern einen Schaden hat? Wenn ein Asteroidengürtel auftaucht? Oder wenn die Sulaco an LV-426 vorbeifliegt? Schließlich haben wir zu Beginn erfahren, dass eine Kursprogrammierung bei gleichzeitigem Kälteschlaf der Passagiere fatale Folgen haben kann.

Wie es richtig geht, hat Ridley Scott im vergangenen Jahr in Prometheus gezeigt, wo der Android David (Michael Fassbender) die Lebensfunktionen der Crew überwachte und während der gesamten, vier Jahre dauernden, Reise zu LV-223 aktiv war und nicht in den Kälteschlaf versetzt wurde.

Insgesamt sind 15 Leute an Bord, davon zwei Piloten, Ripley, Burke, Bishop und Gorman. Macht am Ende lediglich neun Marines direkt im Einsatz. Erstaunlich wenig, bedenkt man, dass möglicherweise bis zu 158 Kolonisten infiziert wurden und Aliens geboren haben. Wie dem auch sei, die Truppe wird über die Mission aufgeklärt und Private Hudson (Bill Paxton) will lediglich wissen: “Is this gonna be a stand-up fight or another bug hunt?”. Die Frage suggeriert, dass es nicht der erste Kontakt mit Außerirdischen für die Colonial Marines ist. Zuvor hat Gorman gegenüber Ripley versichert: “We’ve been trained to deal with situations like this”.

Das ist umso wichtiger, da wir nochmals bestätigt bekommen, dass es sich kaum mehr um eine Rettungsmission handelt. Denn “there’s still no contact with the colony”, wie Gorman erklärt. Inzwischen wurde also fast ein Jahr lang nichts mehr von der Kolonie auf LV-426 gehört.

Die Mission beginnt und es machen sich alle 15 Mann auf den Weg zur Kolonie. Es bleibt niemand an Bord. Niemand. Was das für Folgen haben kann, wenn es zu Problemen mit dem Shuttle kommt, wird erstmal zurückgestellt. Stattdessen erfahren wir durch Nachhaken von Ripley, dass dies die bisher zweite Mission des sichtlich nervösen Lieutenant Gorman ist. Wieso Weyland-Yutani bzw. Burke jemanden mit so geringerer Erfahrung das Kommando über eine Mission erteilen, in der es gilt, Aliens zu töten oder zu Firmenzwecken gefangen zu nehmen, ist offen. Scheinbar ist Burke selbst verwundert angesichts des Blicks, den er Ripley zuwirft.

Zuvor haben wir nochmals in einer Montage gezeigt bekommen, mit wem wir es bei den Colonial Marines zu tun haben. “These Colonial Marines are very tough hombres”, hat Burke vor der Reise Ripley versichert. “There’s nothing they can’t handle.” Ähnlich wie Gorman scheinen sie jedoch nicht selektiert worden zu sein, wirken eher wie prollige Klischees. Vasquez, das Waffenverliebte Mannweib und ihr Bewunderer Drake, Ferro, die coole Pilotin, die selbst angesichts der schlechten Sichtverhältnisse auf LV-426 ihre Sonnenbrille nicht abnehmen will (Spunkmeyer braucht keine) und natürlich Hudson, der den stumpfsinnigen Pausenclown abgibt. Die beliebige Auswahl von Gorman und seinen Marines wirft ein fragwürdiges Licht auf die Intention von Weyland-Yutani. Wer gibt so viel Geld aus für eine derartige Mission, die mit derart inkompetenten Leuten besetzt wird?

Die Marines stürmen nun Hadley’s Hope und Hudson stößt bei seiner Suche nach Leben auf zwei muntere Mäuse in einem Käfig. Wieso sind die Mäuse am Leben? Wir können davon ausgehen, dass die Kolonisten vor mehreren Wochen verschleppt wurden. Hat Newt sich die Mühe gemacht, die beiden Nagetiere in schöner Regelmäßigkeit über Wochen zu füttern?

Eine Einstellung später sehen wir einen angefressenen Doughnut in einem feuchten Raum, gänzlich frei von Schimmel, der sich nach Wochen und Monaten angesetzt haben müsste. Hat Newt ihn erst am Vortag oder am Morgen angefangen zu essen und dann einfach liegengelassen?

Sowieso Newt, das ist das kleine Mädchen, das Hicks findet und das eigentlich ‚Rebecca’ heißt, aber von jedem ‚Newt’ (dt. Molch) genannt wird. “Nobody calls me ‘Rebecca’ except my brother”, verrät Newt. Dabei würde man denken, dass es eigentlich eher andersherum wäre.

Im Medical Lab entdeckt die Truppe dann konservierte Facehugger, zwei davon noch lebendig. “Surgically removed before embryo implantation”, bestätigt Bishop. Das lässt den Rückschluss zu, dass zwischen Jordens Infizierung und dem von Apone so genannten “last stand” der Kolonisten ein paar Tage vergangen sind. Vermutlich haben sie den Jorden-Vorfall also an Weyland-Yutani gemeldet, warum hat die Firma dann aber lediglich eine Einheit Marines ausgesendet, um sich das Alien zu sichern?

Derweil hat Hudson die Kolonisten in der Verarbeitungsstation ausgemacht, wohin sich die Marines auf dem Weg machen. Weil keiner dran gedacht hat, obliegt es Ripley, darauf hinzuweisen, wo sich die Marines befinden: “Right under the primary heat exchangers“. Was das bedeutet? “If they fire their weapons in there, won’t they rupture the cooling system?” Gorman ist total überfordert, weshalb es ihm Burke buchstabiert: “This whole station is basically a big fusion reactor”. Fällt ein Schuss, kann die Anlage also in die Luft fliegen. Weshalb Gorman nun, ohne zu erklären wieso, Sergeant Apone befiehlt, die Magazine der Truppe einzusammeln.

Weil die jedoch nicht nur prollige Soldaten sind, sondern eine handverlesene Elite, laden sie alle, von Vasquez bis Hicks, mal eben schnell nach. Wieso generell die Mission an diesem Punkt nicht abge- oder unterbrochen wird, ist offen. Die Marines mit leeren Händen nach den Kolonisten ohne Lebenszeichen in einer scheinbar von Aliens verseuchten Gegend suchen zu lassen, erscheint jedenfalls als eine suboptimale Idee.

Entsprechend folgt nach dem anschließenden Angriff der Aliens auch das große Rumgeballere, eine thermonukleare Explosion hin oder her.

Die Mission ist Gorman spätestens zu diesem Zeitpunkt vollkommen entglitten. Was wenig verwundert, der arme Kerl hatte zuvor erst einen Einsatz und muss nun eine Einheit übernehmen, mit der er vorher noch nie im Gefecht war. Was sich Weyland-Yutani dabei gedacht hat, ist fraglich. Außer Hicks, Vasquez und Hudson fallen jedenfalls alle Marines.

Zur Rettung wird das Shuttle gerufen, das irgendwo gelandet ist und die Ladeluke aus unbekannten Gründen geöffnet hat. Schließlich wurde der Transporter zuvor bereits abgeladen und ist zur Verarbeitungsstation gefahren. Spunkmeyer bemerkt zwar klebrigen Speichel im Innenraum, wundert sich jedoch nicht. Dabei haben alle wie von Gorman angeordnet zuvor Ripleys Bericht wälzen müssen. Ist klebriger Speichel dort nicht vermerkt? Scheinbar nicht, da Ripley, zugegeben, in Alien keinem begegnet ist. Der Hintersinn der Ladelukenöffnung angesichts der nunmehr bestätigten Anwesenheit der Aliens auf dem Planeten als solchen und innerhalb des Komplexes im Speziellen erschließt sich einem nicht.

Das Shuttle hebt nun ab, scheinbar in der Nähe des Hauptgebäudes. Warum ist es nicht mit zur Verarbeitungsstation geflogen, wenn man doch wusste, dass dort die Kolonisten sind? In den Transporter hätten sie nicht alle gepasst und für einen möglichen Rückzug, der nun eingetreten ist, wäre das Shuttle vor Ort aus militärischer Sicht hilfreich gewesen.

Spunkmeyer und Ferro werden jedenfalls nun von einem Alien getötet, das sich scheinbar in einer Solo-Mission auf dem Gelände aufgehalten hat.

Wieso das Shuttle überhaupt irgendwo abseits „geparkt“ hat, wo es zuvor doch nach dem Absetzen des Transporters wieder abgehoben ist, bleibt offen. Nun ist jedenfalls eingetreten, was man hätte vermeiden sollen: Man sitzt auf einem Planeten fest und niemand ist auf der Sulaco zurückgeblieben, um das zweite Shuttle auf LV-426 zu landen. Warum hat daran keiner gedacht? Warum hat Ripley nicht daran gedacht, schließlich ist in Alien beinahe dasselbe passiert, als die gesamte Crew in einem Shuttle auf LV-426 landete und dabei einen Schaden erlitt, der einen Tag lang repariert werden musste. Shit happens, warum also nicht zur Sicherheit jemanden auf der Sulaco lassen. Zum Beispiel Bishop.

Sowieso Bishop. Welchen Nutzen der Android bis hierhin hatte, lässt sich nicht sagen. Er ist scheinbar auch eher eine Requisite. “It’s a common practice. We always have a synthetic on board”, sagt Burke nach dem Kälteschlaf der geschockten Ripley. Selbst die Nostromo, ein einfaches Abbauschiff, hatte vor 60 Jahren bereits einen. Folglich können Androiden nicht allzu teuer sein, zumindest sind Kosten für Weyland-Yutani wenig relevant, wenn die Dinger selbst in Kälteschlaf gesetzt werden, obschon das nicht nötig ist. Hätte man nicht einen zweiten Bishop mitnehmen können und den auf der Sulaco lassen? Oder noch besser: Hätte man nicht zwei Dutzend Androiden statt die Marines mitnehmen können? Immerhin zeigen sich Androiden weitaus resistenter und stärker. Und man hätte nicht die Gefahr, dass sie durch Facehugger imprägniert werden. Unter einem befähigten Kommando gut 30 bewaffnete Androiden aussenden – klingt das nicht sinnvoller als einen Lieutenant mit praktisch null Erfahrung neu in eine Einheit zu beordern, die voll von Idioten ist? Nein?

Newt weist Ripley jedenfalls nun darauf hin, dass es bald dunkel wird und dann kommen die Aliens meistens. Was mehrere Fragen aufwirft, zum Beispiel, warum sich ein Alien von einem Tag-Nacht-Rhythmus abhängig macht? War das Alien, das Spunkmeyer und Ferro getötet hat, ein Patrouillen-Alien? Wird das nicht vermisst? Spielt das eine Rolle, wo die Aliens doch soeben in ihrem eigenen Nest angegriffen wurden? Warum stürmen sie nicht sofort Hadley’s Hope? Sie wären sicher schneller im Komplex als Ripley und Co., außerdem spielt es für den Angriff keine Rolle, ob Tag oder Nacht ist. Warum suchen die Aliens überhaupt Hadley’s Hope nach all den Monaten noch auf? Falls sie etwas übersehen haben? Letztlich ist Newts Bemerkung absolut belanglos, da so oder so von einem Alien-Angriff auszugehen ist, egal ob morgens, mittags oder abends.

Die folgende Szene ist nun sehr interessant. Ripley will von Hicks wissen: “How long after we’re declared overdue can we expect a rescue?”. Was ernst gemeint zu sein scheint, aber wenig sinnig ist, da Ripley inzwischen wissen müsste, wie lange die Strecke von der Erde bis zu LV-426 dauert. Noch interessanter ist aber Hicks’ Antwort, es seien 17 Tage. 17 Tage?

Laut Al Simpson braucht allein ein Funksignal zwei Wochen und Lambert zu Folge dauert der Flug zehn Monate. Ist nicht die Sulaco selbst ebenfalls zur Rettung angetreten? Hat sie wirklich lediglich 17 Tage gebraucht?

Warum wurde die Crew dann extra in Kälteschlaf versetzt?

Weil die Anlage wegen eines Lecks in vier Stunden in die Luft fliegen wird, müssen Ripley und Co. allmählich in die Puschen kommen. Das Reserve-Shuttle von der Sulaco lässt sich auch aus der Ferne steuern, stellt sich heraus. Man muss nur die Satellitenschüssel von Hadley’s Hope umjustieren. Ein Job für Bishop, der endlich nützlich wird. Er kriecht nun durch ein Rohr nach draußen, was 40 Minuten nach seiner Einschätzung dauert. Dazu kommt eine Stunde für die Justierung der Satellitenschüssel, 30 Minuten, um das Shuttle startklar zu machen und 50 Minuten für den Flug. Also insgesamt drei Stunden, man hätte somit noch eine Stunde für andere Dinge. Zum Beispiel, um notfalls kleine Mädchen zu retten…

Warum muss Bishop aber 40 Minuten durch das Rohr kriechen? Warum läuft er nicht einfach bzw. rennt. Schließlich sind Androiden was die Motorik angeht enorm schnell, wie Bishop in der Sulaco-Kantine gezeigt hat. Dann hätte man immerhin mehr Zeit und schließlich greifen ihn ohnehin keine Aliens an, da die alle durch den Verbindungstunnel zur Verarbeitungsstation kommen. Noch besser ist jedoch: Warum ist Bishop nicht gleich auf dem Rückweg vom Shuttle-Wrack draußen geblieben? Das hätte bestimmt eine ganze Stunde, wenn nicht sogar mehr gespart.

Derweil bringt Ripley die müde Newt ins Bett – und zwar ins Medical Lab. Dort versichert Ripley ihr: “I’m not gonna leave you”. Dann lässt sie Newt allerdings doch (allein) zurück. Gut, nur im Raum nebenan, den sie dank Sicherheitskamera immerhin die ganze Zeit überwachen kann.

Aber warum konnte Newt nicht im Kommandoraum schlafen, in der Gesellschaft aller anderen? Wäre das nicht sicherer gewesen?

Inzwischen hat Ripley die Bestätigung, dass es Burke war, der Russ Jorden zum Raumschiff und damit in seinen Tod geschickt hat (“You sent them to that log”). Sie macht ihm klar, dass sie auf der Erde dafür sorgen wird, dass das Konsequenzen für ihn hat. Der Gedanke, dass außer dem Alien auch Burke einen Selbsterhaltungstrieb hat, kommt ihr nicht.

Sie geht also zurück ins Medical Lab, um festzustellen, dass Newt verschwunden ist. Ihr überraschter Gesichtsausdruck und das Umsehen im Raum lässt darauf schließen, dass sie entgegen ihrer Versicherung gegenüber Newt nicht die Kameras gecheckt hat. Zum Glück hat in der Zwischenzeit jedoch kein Alien vorbeigeschaut. Newt ist natürlich nicht ganz verschwunden, nur unters Bett. Dahin verkriecht sich Ripley nun auch, was wiederum bedeutet, dass Hicks sie auf der Kamera nicht sehen kann, sollte er sich vergewissern wollen, ob alles in Ordnung ist.

Der Tatsache, dass Newt unbedingt ins Medical Lab musste und Burke gedroht wurde, wird nun Rechnung getragen, als dieser die beiden übriggebliebenen Facehugger mit Ripley und Newt zusammen einschließt.

Statt gemütlich in einer Ecke der Kommandobrücke zu schlummern...

...ist das Leben der kleinen Newt nun extremst gefährdet.

Und nicht nur das von Newt, sondern das von Ripley natürlich auch.

Während die Marines nun Burke erschießen wollen, besteht Ripley darauf, dass ihm kein Haar gekrümmt wird. Dann kündigen sich auch die Aliens an. “They cut the power!”, realisieren Ripley und Co. Auf ihre eigene Weise haben die Aliens herausgefunden, in welchem Raum sich die Menschen befinden und haben den Strom dieses einen Raums gekappt.

Denn wie wir später sehen, funktioniert der Strom in anderen Bereichen der Anlage sowie außerhalb noch 1a. Wie kappen die Aliens also die Stromzufuhr für diesen einen speziellen Raum? Und warum haben sie nicht schon vor ihrem Angriff auf die Kolonisten den Strom gekappt?

Im Eifer des Gefechts ergreift nun Burke die Flucht und verschließt den einzigen Ausgang hinter sich. Die Frage ist, wie er das eigentlich geschafft hat? Schließlich ist die Kommandobrücke ohne Strom. Burke selbst musste die Tür zuschieben, weil sie sich mechanisch nicht mehr bewegte und konnte kaum einen Code zum Verschließen eingegeben haben. Und wenn, woher kannte er ihn? Warum kennt ihn Ripley nicht? Wahrscheinlicher ist, dass er die Tür einfach auf- und wieder zugeschoben hat. Und dass Ripley offensichtlich zu schwach ist, schlichtweg dasselbe zu tun.

Hudson, Burke, Gorman und Vasquez fallen jedenfalls den Aliens zum Opfer, während Newt entführt wird. Ripley stürmt mit dem verletzten Hicks nach draußen zu Bishop, der auf ihre Frage, wie viel Zeit ihnen noch bis zur Explosion des Komplexes bleibt, antwortet: “Plenty! 26 Minutes!”.

Dabei hätten es nach seiner ursprünglichen Rechnung eigentlich 60 Minuten sein müssen, was bereits als knapp von Ripley angesehen wurde.

Sie fliegen nun zur Verarbeitungsstation, die, wie wir sehen, ausreichend Platz geboten hätte, um sogar darin zu landen. Ripley macht sich auf zum Nest und als sich Aliens ankündigen, ballert sie munter drauf los.

Aber war es nicht Ripley, die darauf hinwies, dass das Nest “right under the primary heat exchangers” sei? Wie war das dort noch mit Schüssen, “won’t they rupture the cooling system?”. Vermutlich ist es nun egal, ob Newt durch die Aliens stirbt oder durch eine thermonukleare Explosion.

Ripley schnappt sich Newt, wird aber von der Königin überrascht sowie zwei ihrer Handlanger. Kurzerhand droht sie also, mit ihrem Flammenwerfer eines der Eier zu zerstören. Klar, dass die Königin daher die Aliens abzieht. Schließlich ist es nicht so, dass der ganze Raum voller Eier ist und sie die Kapazität besitzt, dutzende weitere zu legen.

Alle können sich jedenfalls retten und gelangen zurück zur Sulaco. Dort überrascht die Königin, indem sie sich an Bord des Shuttles geschlichen hat und Bishop halbiert. Ripley löst nun diesen Konflikt so, wie sie ihn aus Alien kennt: Indem sie das Alien ins Weltall pustet. Musste Ripley dort noch in einem Raumanzug festgeschnallt werden, reicht es dieses Mal aus, lediglich einen Arm an einer Leiter zu verschränken. So wird auf die Druckverhältnisse gepfiffen, die Wissenschaft außer Kraft gesetzt.

Am Ende findet diese Chaos-Mission ein relativ glückliches Ende. Ripley ist den Aliens ein zweites Mal entronnen und konnte sogar ihre Ersatz-Tochter retten. Die Marines dagegen sind bis auf Hicks alle gestorben.

Natürlich auch Hudson, der angeblich nur noch vier Wochen abzuleisten hatte, aber dennoch auf eine Rettungsmission 39,5 Lichtjahre entfernt geschickt wurde, deren Rückflug mindestens sechs Monate dauert.

Der eine Verlierer des Ganzen ist Weyland-Yutani, die einen inkompetenten Offizier mit einer inkompetenten Truppe Soldaten auf eine Mission geschickt haben, die zum Scheitern verurteilt war. Der andere Verlierer ist die Rationalität, die in Aliens letztlich das allererste Opfer darstellt.


Filmausschnitte Alien, Aliens und Prometheus © 20th Century Fox Home Ent. (Hervorhebungen in den Bildern vom Verfasser vorgenommen)