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21. April 2010

American Pie

This one time, at band camp…

Sex, Sex, Sex. Das Einzige, was für Jugendliche zählt, ist Sex. Oder sagen wir: das Einzige, was für männliche Jugendliche zählt, ist Sex. Da langt es nicht nur zu Küssen, da rutscht die Hand dann auch irgendwann unters T-Shirt. Wer will denn auch ewig auf der „second base“ verharren, wie es Kevin (Thomas Ian Nicholas) so treffend ausdrückt. Wenn die Hormone erstmal loskicken, fokussiert sich die ganze Pubertät nur auf die klimatische Mannwerdung des ersten Mals. Wer hat zuerst Haare am Sack, wer hat zuerst ein Mädchen geküsst, sie nackt gesehen und letztlich mit ihr Sex gehabt. Erster, Schnellster, Bester. Männer sind im Grunde so einfach gestrickt - machen wir uns nichts vor. Und wenn man nur nach dem Sex ein Mann ist und nur Männer aufs College gehen, dann folgt daraus im Umkehrschluss, dass man am Ende seiner High School Zeit … Sex gehabt haben sollte. Bedenkt man, dass der Durchschnittsjugendliche laut Studien sein erstes Mal mit 16 oder 17 Jahren erlebt, müsste das also drin sein. Auch, wenn man nur noch drei Wochen Zeit hat.

Mit American Pie begründeten die Gebrüder Weitz Ende der neunziger Jahre nicht nur eine sehr erfolgreiche Komödien-Serie, sondern auch - ob man will oder nicht - einen Klassiker des High-School-Genres. Die Regiekarriere der beiden Brüder wurde hiermit losgetreten, Schauspieler wie Seann William Scott, Shannon Elizabeth, Mena Suvari, Tara Reid oder Chris Klein starteten anschließend in Hollywood durch. Auch wenn abgesehen vom Stiffmeister niemand lange durchgehalten hat. Hauptdarsteller Jason Biggs ging, wie es Jay in Jay and Silent Bob Strike Back so treffend ausdrückte, als „Pie-fucker“ in die Annalen der Kinogeschichte ein. Fast noch besser als einen Apfelkuchen-fickenden Jim ist jedoch dessen Reaktion als er die Analogie der Penetration einer Vagina mit der heißen Backware hört: „McDonald’s or home-made?“ Ohnehin beherbergt American Pie ein Sammelsurium an knackigen Einzeilern und trug letztlich sogar dazu bei, dass die Abkürzung MILF heutzutage Gang und Gebe geworden ist. Auch wenn es eine übertrieben infantile Komödie ist, die sich im Vergleich zu früheren High-School-Komödien mehr als alles andere auf den sexuellen Aspekt konzentriert, hat American Pie dennoch seinen Platz im Genre gefunden.

Dass der Sherminator (Chris Owen) vor ihnen zum Schuss kam, passt Jim (Jason Biggs), Kevin, Oz (Chris Klein) und Finch (Eddie Kaye Thomas) gar nicht in den Kram. Schließlich sind sie alle noch Jungfrauen und ihr letztes Schuljahr keine drei Wochen mehr alt. Es wird also ein Pakt geschlossen. Ein Sex-Pakt, um genau zu sein. Während Finch in die Vollen geht und sich über Gerüchte als Hengst aufspielt, versuchen die anderen Drei bei ganz gezielten Frauen Punkte zu sammeln. Kevin hätte es eigentlich am Leichtesten, ist er doch immerhin schon eine Weile mit Vicky (Tara Reid) zusammen. Doch bevor die ihn ranlässt, will sie erst einmal das L-Wort hören. Jim hingegen versucht bei der Austauschschülerin Nadia (Shannon Elizabeth) zu landen, was weitaus erfolgloser verläuft, als Oz’ durchdachte Angehensweise bezüglich der Chorsängerin Heather (Mena Suvari). Dabei sollten alle Jungs immer im Hinterkopf behalten: „You don’t score until you score.” Wie es sich für eine High-School-Komödie gehört, fließt bei all dem Sex auch etwas coming of age ein. Bei manchen … ach, eigentlich allen weniger, bei Oz als Einzigem dafür mehr. Zwar „scoren“ zum Schluss auch Finch und Jim, doch von allen Figuren hat eigentlich nur der Lacrosse-Spieler wirklich eine Katharsis durchlebt.

So weit her auch das Ficken eines Apfelkuchens sein mag, viele andere Facetten des Filmes dürften Manche noch aus ihrer eigenen Jugend wiedererkennen. Beispielsweise das Anschauen eines zensierten Pornokanals, wie man es seiner Zeit bei Premiere miterleben konnte. Hier und da mal eine Brust auszumachen, da liegt das wahre Talent des notgeilen Teenagers. Dabei ist Jim im Grunde eine reichlich enttäuschende Figur, mit der man nicht wirklich Sympathie empfinden will. Dies trifft jedoch auf die meisten Jungs der Clique zu, insbesondere auch auf Finch, der reichlich überflüssig ist. Seine einzige Daseinsberechtigung hat er in seinem Clinch mit Steve Stifler (Seann William Scott), sodass sein Beischlaf mit dessen Mutter in den folgenden beiden Fortsetzungen zum Running Gag wurde. Auch Kevins und Vickys Beziehung wird reichlich pomadig präsentiert und vermag nicht mit der Romanze zwischen Oz und Heather mitzuhalten. Es ist die Geschichte der Beiden, derer sich die Gebrüder Weitz mit etwas Tiefgründigkeit widmen. Selbst wenn Klein hier schwächer auftritt als noch zuvor in Election ist es seine Figur, bzw. deren Entwicklung, die American Pie reifer erscheinen lässt als er allein durch seine Sperma-Jokes sonst wäre.

Neben dem Kuchenfick von Biggs ist am Eindringlichsten wohl Nadias Striptease im Gedächtnis der Popkultur haften geblieben. „God bless the Internet“ erscheint da in der Tat der richtige Ausspruch zu sein, wenn sich Kevin, Jim, Finch und schließlich die ganze Schule pornographisches Material über ihren Computer ansehen. Im Vergleich zu den übrigen Damen ist Elizabeth die Einzige, die sich freizügig gibt und für die obligatorische nackte Haut in der High-School-Komödie sorgt, wie man es aus einigen Genrekollegen der Achtziger bereits kannte. Summa summarum ist American Pie folglich durchaus ein Kultfilm, zumindest für die Generation, die ihn miterlebt hat. Die Erfolgsformel der High-School-Komödie greift auch hier, wenn sich viele bekannte Gesichter in ihren Zwanzigern bemühten, nochmals die Schulbank zu drücken. Die fehlende charakterliche Entwicklung bei den übrigen Figuren, sowie ein überbordender Fäkalhumor (Sperma im Bier, Dünnschiss in der Schule) verkommen dann zwar zu merklichen Störfaktoren, trüben jedoch das generell positive Bild dieser oftmals sehr charmanten, zeitgenössischen Teenie-Komödie wenig.

7/10

11. Oktober 2009

Jay and Silent Bob Strike Back

Ben Affleck was the bomb in Phantoms!

Für Regisseur, Autor und Hauptdarsteller Kevin Smith ist es der teuerste Inside-Joke-Film aller Zeiten, für Produzent Scott Mosier etwas oberflächlicher gesehen „the most expensieve dick and fart joke movie ever made“. Die Wahrheit liegt sicherlich irgendwie dazwischen bzw. stimmt hinsichtlich beider Aussagen. Zwar muss man nicht die vier vorherigen Filme des New Jerseyer Regisseurs gesehen haben, um sich während Jay and Silent Bob Strike Back zu amüsieren, doch hebt die Kenntnis seines Œuvres sicherlich den Humor nochmals auf eine andere Ebene. Dass der Film dabei allein in den USA zehnmal so viel eingespielt hat wie im Rest der Welt, spricht dabei für sich und auch für den internationalen Konsum von Smiths Werken. Dabei ist sein fünfter Film ein Nonsense-Feuerwerk erster Güte mit hochrangiger Besetzung bis in die kleinste Nebenrolle. Und wenn Smith dann auch noch, bis auf Jeremy London und Claire Forlani, alle seine View-Askewniverse-Figuren aufwartet, dann ist der Film zumindest für Smiths Fans ein einziges Vergnügen.

Im Grunde könnte man Jay and Silent Bob Strike Back ein Spin-Off nennen, rückt es doch zwei Nebenfiguren von Smiths vorherigen Werken (endlich) in den Mittelpunkt. Die beiden Slacker Jay (Jason Mewes) und Silent Bob (Kevin Smith) haben sich in Clerks. als die Pestilenz des Quick-Stop-Supermarkts präsentiert, während sie wohl auch wegen ihrer Aktivitäten in Mallrats schließlich von Holden McNeill (Ben Affleck) und Banky Edwards (Jason Lee) in Chasing Amy als Grundlage der Comicfiguren Bluntman and Chronic dienten. In Dogma ging Smith sogar soweit, sie als Propheten an die Seite des letzten Nachkommen von Jesus Christus zu stellen, um zwei Engel davon abzuhalten die Welt zu zerstören. Spätestens jetzt hatten es sich die Berufskiffer also verdient, zu den Helden ihrer eigenen Geschichte zu verkommen. Ohnehin ist Mewes eine derart gelungene Figur – auch abseits der Filme (s. die Evening with Kevin Smith-Filme) – dass ein Film, der sich primär auf ihn fokussiert, eigentlich gar nicht schief gehen kann. Und bei näherer Betrachtung geht diese Rechnung natürlich auf. Denn woran Dogma zuvor noch scheiterte, weiß der Nachfolger zu überzeugen.

Mit einer wirklichen Handlung will Smiths Nonsense-Film nämlich gar nicht aufwarten. Zwar gibt er eine Rahmenhandlung vor, doch ist diese dabei nicht mehr als die Bühne, auf der er anschließend sein Starensemble auftreten lässt. Als Jay und Silent Bob über die Umwege von Brody (Jason Lee) und Holden erfahren, dass in Hollywood eine Verfilmung von Bluntman and Chronic stattfindet, machen sie sich auf gen Kalifornien, um jene Adaption und mit ihr all die Hasstiraden von Internetusern auf die Beiden zu stoppen. Es ist ein Zwischenstopp in der Fast-Food-Kette Moobys, der dem Film seine Wendung verleiht. Hier trifft Jay auf die hinreizende Justice (Shannon Elizabeth) und zieht sich selbst und Silent Bob fortan ins Schlamassel, wenn er sich von Justices Gang (u.a. Eliza Dushku und Ali Larter) als Sündenbock für einen Diamantraub und „master of the C.L.I.T.“ hinstellen lässt. Da die beiden Slacker einen Orang-Utan stehlen, ist ihnen fortan der Wildhüter Willenholly (Will Ferrell) auf den Fersen. Auf dem Studiogelände von Miramax findet schließlich die Klimax des Filmes stand, wenn sich Jay und Silent Bob neben Willenholly auch dem bedrohlichen Bösewicht Cock-Knucker (Mark Hamill) erwehren müssen.

Welchen Ton Smith in seinem fünften Werk angibt, macht er durch seine etwaigen Durchbrechungen der vierten Wand deutlich. Das ist ein Film, der nicht ernst genommen werden soll und auch nicht ernst genommen werden kann. Vielmehr stellt er eine Aneinanderreihung von Sketchen und Skits dar, die versuchen einem roten Faden zu folgen. Im Vergleich zu Dogma zünden diese jedoch weitaus besser, da der Kontext „nach Hollywood kommen“ weitaus verständlicher ist als „zwei Engel, Dämonen und Monster abhalten die Welt zu zerstören“. Sei es der „the book of the road“-Gag mit George Carlin und Carrie Fisher oder die herrliche C.L.I.T.-Sequenz („I am the C.L.I.T. commander!“), die ihre Fortsetzung durch Jon Stewart und Will Ferrell findet. Dass im Gegensatz zu Dogma weniger – tricktechnisch gesehen – manchmal mehr ist, zeigt auch die großartig von Mewes gespielte Planet of the Apes-Referenz. Grundsätzlich ist die Gag-Quote in Jay and Silent Bob Strike Back derart hoch, dass der Film die schwachen und die nicht so recht zünden wollenden Witze locker wett machen kann.

Speziell die Cameos zu Beginn mit Brody und Holden wollen nicht so richtig funktionieren. Lee übertreibt es etwas bei Brody (z.B. das Schokobretzel-Zitat), während Affleck nur bedingt Engagement zeigt (Smith erklärt, dies liege an der Tatsache, dass Affleck zuvor vier Filme hintereinander gedreht hätte und übermüdet gewesen sei). Auch die Furz-Witze, besonders der mit Larter, sind eigentlich derart platt, dass man geneigt ist den Film dafür abzustrafen, würde Smith nicht sogleich mit einer phänomenalen Opern-Persiflage („Justice is dead … or so thinks Jay“) wieder jenen Schandfleck ausmerzen. Eventuell ist der Film auch einfach etwas zu überfüllt, wollen manche Cameos (Seann William Scott, Judd Nelson) doch eher weniger zünden. Dafür ist der Film aber schon alleine wegen dem Gastauftritt von Gus van Sant Pflicht, der vielleicht von allen Gastspielern am überzeugendsten auftritt („Jesus Ben, I said I’m busy“). Grundsätzlich macht der Film aber schon allein wegen dem typisch view-askweniversen Affleck-Bashing Spaß. Dies zieht sich nicht nur durch dessen eigene Phantoms-Anspielung über den Film hinweg, sondern zeigt sich in weiteren, sehr amüsanten Einbindungen (Moonraper, 1007 vs. 1082). Ohnehin ist Bashing in jeglicher Form (Jason Biggs vs. James Van Der Beek) überaus gelungen und amüsant in das restliche Geschen eingebunden.

Insgesamt macht Jay and Silent Bob Strike Back also – zumindest für den Smith-Fan – jede Menge Spaß, wobei sich die direkten Anspielungen an die vier vorangegangen Filme (sieht man von den Cameos von O’Halloran, Anderson, Ewell und Lauren Adams, sowie natürlich Brody, Banky und Holden, einmal ab) in Grenzen halten. Der Film strotzt nur so vor Gastauftritten ehemaliger Smith-Kollaborateure wie Matt Damon oder Chris Rock und weiß zudem des Weiteren auch mit Wes Craven und Shannen Doherty aufzuwarten. Smith zitiert sich bisweilen selbst oder bevorzugt andere Filme, primär natürlich die, die es dem Regisseur besonders angetan haben. Darunter natürlich die obligatorische Star Wars-Referenz, aber auch Reservoir Dogs oder auch Daredevil. Wie angesprochen zündet nicht jeder Gag, aber Smith feuert so viele teils plumpe teils brillante Witze über die Leinwand, dass die Trefferquote trotz allem ausreichend ist. Im Nachhinein ist sein (bisher) vorletztes View-Askewniverse-Werk durchaus zuerst an die eigenen Fans gerichtet, denn an ein breites Publikum. Wobei grundsätzlich wohl kaum jemand einen Kevin-Smith-Film schaut, wenn er denn kein Fan des New Jerseyer wäre. Letztlich ist Jay and Silent Bob Strike Back jener Film, der Dogma aufgrund seiner Thematik nicht wirklich vermochte zu sein. Der teuerste Inside-Joke-Film aller Zeiten. Mit Furz- und Schwanzwitzen.

8/10