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1. März 2019

Classic Scene: Anchorman: The Legend of Ron Burgundy – “Agree to disagree”

DIE SZENERIE: Als sein TV-Sender mit Veronica Corningstone (Christina Applegate) eine weibliche Reporterin anstellt, ist Nachrichtensprecher Ron Burgundy (Will Ferrell) bestrebt, die neue Mitarbeiterin für sich zu gewinnen, nachdem seine übrigen männlichen Kollegen mit ihren Avancen scheiterten. Um Veronica zu beeindrucken lädt sie Ron zu einem Date in einem lokalen Jazz-Club in San Diego ein, zuvor machen beide aber noch einen Abstecher zu einem Aussichtspunkt mit Überblick über die nächtliche Stadtkulisse.


EXT. SAN DIEGO – NIGHT

RON’s car is pulling up on top of a hill, overlooking San Diego at night, illuminated by all the lights.

RON: San Diego. (groans) Drink it in. It always goes down smooth.

VERONICA (chuckles): What a beautiful view, Mr. Burgundy.

RON: I know. I love this city. It’s a fact: it’s the greatest city in the history of mankind.

Veronica chuckles again.

RON: Discovered by the Germans, in 1904. They named it “San Diego”; which of course in German means “a whale’s vagina”.

VERONICA: No, there’s no way that’s correct.

Ron laughs embarrassed and shakes his head.

RON: I’m sorry. I was trying to impress you.

RON (cont.): I don’t know what it means.

Veronica chuckles again politely.

RON: I’ll be honest, I don’t think anyone knows what it means anymore. Scholars maintain that the translation was lost hundreds of years ago.

VERONICA: Doesn’t it mean “Saint Diego”?

RON (shakes his head): No. No.

VERONICA: No, that’s what it means. Really.

RON: Well… agree to disagree.

1. Juli 2015

Filmtagebuch: Juni 2015

AFTER EARTH
(USA 2013, M. Night Shyamalan)
4.5/10

BANDE DE FILLES [GIRLHOOD]
(F 2014, Céline Sciamma)

6/10

CLOVERFIELD
(USA 2008, Matt Reeves)
2.5/10

THE COBBLER [COBBLER: DER SCHUHMAGIER]
(USA 2014, Thomas McCarthy)

4/10

COMMUNITY – SEASON 1
(USA 2009/10, Anthony Russo/Joe Russo)
7.5/10

COMMUNITY – SEASON 2
(USA 2010/11, Joe Russo u.a.)
7.5/10

COMMUNITY – SEASON 3
(USA 2011/12, Tristram Shapeero u.a.)
7.5/10

THE DICTATOR [DER DIKTATOR]
(USA 2012, Larry Charles)

1/10

ERIN BROCKOVICH
(USA 2000, Steven Soderbergh)
7/10

FEHÉR ISTEN [UNDERDOG]
(H/D/S 2014, Kornél Mundruczó)

4/10

FRIED GREEN TOMATOES [GRÜNE TOMATEN]
(USA 1991, Jon Avnet)

6.5/10

GAME OF THRONES – SEASON 5
(USA 2015, Miguel Sapochnik u.a.)
7/10

HOJE EU QUERO VOLTAR SOZINHO [HEUTE GEHE ICH ALLEIN NACH HAUSE]
(BR 2014, Daniel Ribeiro)

6.5/10

HOT GIRLS WANTED
(USA 2015, Jill Bauer/Ronna Gradus)
5/10

KINGSMAN: THE SECRET SERVICE
(UK 2014, Matthew Vaughn)
1.5/10

JURASSIC PARK
(USA 1993, Steven Spielberg)
8.5/10

JURASSIC WORLD
(USA 2015, Colin Trevorrow)
5.5/10

LILO & STITCH
(USA 2002, Dean DeBlois/Chris Sanders)
8/10

LILTING
(UK 2014, Hong Khaou)
6/10

LOUIE – SEASON 1
(USA 2010, Louis C.K.)
7/10

MANGLEHORN
(USA 2014, David Gordon Green)
6/10

A NIGHT AT THE ROXBURY
(USA 1998, John Fortenberry)
6/10

NOTHING TO LOSE [NIX ZU VERLIEREN]
(USA 1997, Steve Oedekerk)

5.5/10

RED ARMY
(USA/RUS 2014, Gabe Polsky)
6/10

ROMY AND MICHELE’S HIGH SCHOOL REUNION
(USA 1997, David Mirkin)
5/10

SAFETY NOT GUARANTEED
(USA 2012, Colin Trevorrow)
6.5/10

SAW
(USA/AUS 2004, James Wan)
2/10

SWITCHBACK
(USA 1997, Jeb Stuart)
7/10

TALLADEGA NIGHTS: THE BALLAD OF RICKY BOBBY
[RICKY BOBBY – KÖNIG DER RENNFAHRER]
(USA 2006, Adam McKay)

6/10

TANGLED [RAPUNZEL – NEU VERFÖHNT]
(USA 2010, Nathan Greno/Byron Howard)

8/10

TOP FIVE
(USA 2014, Chris Rock)
4.5/10

VEEP – SEASON 4
(USA 2015, Becky Martin u.a.)
7.5/10

1. März 2014

Filmtagebuch: Februar 2014

20 FEET FROM STARDOM
(USA 2013, Morgan Neville)
6/10

THE ABANDONED
(E/UK/BG 2006, Nacho Cerdà)
4/10

AKIRA
(J 1988, Ōtomo Katsuhiro)
8/10

ALL IS LOST
(USA 2013, J.C. Chandor)
6/10

CAST AWAY
(USA 2000, Robert Zemeckis)
6/10

FRUITVALE STATION
(USA 2013, Ryan Coogler)
5.5/10

IN A WORLD...
(USA 2013, Lake Bell)
3.5/10

SHORT TERM 12
(USA 2013, Destin Cretton)
5.5/10

STROMBERG - 1. STAFFEL
(D 2004, Arne Feldhusen)
9/10

STROMBERG - DER FILM
(D 2014, Arne Feldhusen)
7/10

ZOMBIELAND
(USA 2009, Ruben Fleischer)
2.5/10

Themenpunk: Journalismus


ACE IN THE HOLE [REPORTER DES SATANS]
(USA 1951, Billy Wilder)

8/10

ALL THE PRESIDENT’S MEN [DIE UNBESTECHLICHEN]
(USA 1976, Alan J. Pakula)

8/10

ANCHORMAN: THE LEGEND OF RON BURGUNDY
(USA 2004, Adam McKay)
9/10

ANCHORMAN 2: THE LEGEND CONTINUES
(USA 2013, Adam McKay)
6.5/10

THE BANG BANG CLUB
(CDN/ZA 2010, Steven Silver)
5.5/10

BROADCAST NEWS [BROADCAST NEWS - NACHRICHTENFIEBER]
(USA 1987, James L. Brooks)

4.5/10

CITIZEN KANE
(USA 1941, Orson Welles)
7.5/10

THE FRONT PAGE [EXTRABLATT]
(USA 1974, Billy Wilder)

6/10

FROST/NIXON
(USA/UK/F 2008, Ron Howard)
6/10

GONZO: THE LIFE AND WORK OF DR. HUNTER S. THOMPSON
(USA 2008, Alex Gibney)
7/10

THE INSIDER
(USA 1999, Michael Mann)
8.5/10

MAD CITY
(USA 1997, Costa-Gavras)
5.5/10

NETWORK
(USA 1976, Sidney Lumet)
6.5/10

PAGE ONE: INSIDE THE NEW YORK TIMES
(USA 2011, Andrew Rossi)
7/10

THE PAPER [SCHLAGZEILEN]
(USA 1994, Ron Howard)

7/10

SCHTONK!
(D 1992, Helmut Dietl)
5/10

STATE OF PLAY [MORD AUF SEITE EINS]
(UK 2003, David Yates)

7/10

STATE OF PLAY [STATE OF PLAY - STAND DER DINGE]
(USA/UK/F 2009, Kevin Macdonald)

7/10

TRUE CRIME [EIN WAHRES VERBRECHEN]
(USA 1999, Clint Eastwood)

6.5/10

WAG THE DOG
(USA 1997, Barry Levinson)
8.5/10

1. September 2010

The Goods: Live Hard, Sell Hard

Why wouldn’t you google it? I just told you to google it.

Es gibt zwei Sorten von Menschen auf diesem Planeten. Diejenigen, die kaufen und ihre Gegenüber, die verkaufen. Don „The Goods“ Ready (Jeremy Piven) zählt zu der letzteren Gruppe beziehungsweise einer ganz speziellen Gruppe. Um es mit Dons Visitenkarte auszudrücken: „I Move Cars, Motherfucker“. Don und seine 3-Mann-Crew (Ving Rhames, David Koechner, Kathryn Hahn) sind Branchen-Söldner, denen man quasi das A-Team-Intro auf den Leib schreiben könnte. They survive as salesmen of fortune. If you have a problem, if no one else can help, and if you can find them, maybe you can hire the Goods. Gefunden wird Don zu Beginn von Ben Selleck (James Brolin), Besitzer eines Autohandels in Familienbesitz, dessen Verkaufszahlen schleppend sind. Sein Team besteht aus naiven Koreanern (Ken Jeong), die sich Bankräubergut andrehen lassen, oder Weltkriegsveteranen, die den Kunden mehr das Gefühl geben, Feind denn König zu sein. Don und Co. haben nun ein langes Wochenende Zeit, 211 Autos an den Mann zu bringen.

Mit The Goods: Live Hard, Sell Hard feiert Neal Brennan, Autor für die Chappelle’s Show und Funny or Die Presents… sein Kinodebüt als Regisseur. Und gerade letztere Show war hierfür verantwortlich, ist The Goods doch ein Film, der unter der Fuchtel von Adam McKay und Will Ferrell entstand. Was zugleich die Zusammenstellung des Darstellerensembles erklärt. Da finden sich Ken Jeong wieder und Kathryn Hahn, die zuvor mit McKay und Ferrell Step Brothers gedreht haben, während David Koechner und Ed Helms beispielsweise ebenfalls in Funny or Die Presents… involviert waren. Und Piven kennt Ferrell ohnehin seit Old School sehr gut, sodass an sich nur Brolin, Rhames und Alan Thicke hier wirklich Neuland betreten. In Nebenrollen tauchen dann noch Craig Robinson und Will Ferrell selbst auf - eine große Küche mit komödiantischem Potential also. Aber viele Köche verderben ja bekanntlich den Brei, woran es bei The Goods jedoch hapert, ist so etwas wie eine Linie, in diesem filmischen Gänge-Menü. Dass es an einer solchen fehlt, merkt man speziell zum Schluss.

Aber man sollte sich nichts vormachen. The Goods will zu keinem Zeitpunkt ein guter Film sein, er schreit vielmehr aus allen Poren „direct-to-dvd“. Daran ändert auch das namhafte Ensemble wenig. Die Figuren sind eindimensionale Schablonen, durchsichtig wie fettiges Papier und ohnehin abgesehen von Don ohne irgendetwas wie zum Beispiel mit einem Hintergrund ausgestattet (immerhin glaubt Ving Rhames’ Jibby, dass er seit anderthalb Jahren seine Haustür offen gelassen hat). Ben Sellecks Autoladen ist ein Familienunternehmen, was jedoch eine reine Worthülse ist, da er auch einfach der Besitzer sein könnte (es sei denn, er hätte den Laden von seinem Vater geerbt, was jedoch nicht angedeutet wird). Wieso The Goods überhaupt versucht, derartige Handlungselemente zu integrieren, wo sie im Gegensatz zu Sellecks zehnjährigem Sohn, der im Körper eines Erwachsenen steckt (und somit sexuelle Gelüste bei Kathryn Hahns Babs weckt), nicht mal zu Gags weiterverarbeitet werden. Die fehlgeleitete Katharsis von Don setzt dem Ganzen dann die Krone auf.

Es handelt sich hierbei also um keinen guten Film - die Geschichte ist krude, die meisten Gags sind flach und die Charaktere in ihrer Summe fast schon Schimären. So ist Dons love interest deshalb mit einem Ekel wie Ed Helms Paxton zusammen, weil dies - siehe auch Hot Rod - das Genre so vorsieht. Dennoch ist Brennans Film nicht zwingend unlustig, nur weil er nicht besonders gut ist. Dass durchaus gelacht werden kann, obschon viele Szenen mehr wie eine Verschwendung von Geld und Zeit wirken (hier ist Dons Plädoyer fürs Rauchen in Flugzeugen an vorderster Stelle zu nennen), ist dabei die herausragende Eigenschaft von The Goods. Beispielsweise der „Hate Crime“-Gag mit Jeong - der diesen weitaus überzeugender spielt, als seine Figuren in The Hangover oder Role Models -, der von amerikanischen Asiaten als rassistisch erachtet wurde (was bei einem Film wie The Goods jedoch völlig deplatziert wirkt). Auch der running gag mit Craig Robinsons DJ Request („Nobody tells DJ Request what to play”) ist herrlich behämmert.

Man findet somit vereinzelt Lacher, die durchaus langanhaltend sind und letztlich die Sichtung des Filmes auch irgendwie rechtfertigen. Dabei sind es die kleineren Gags, die zünden. Also weniger Will Ferrells Auftritt als Ursache für das oft geflüsterte „’Querque“, sondern eher Pivens Filmreferenz an The Silence of the Lambs („Put the lotion in the basket“) - die ohnehin immer punktet. Obschon hier nahezu jeder jeden kennt, hätte man sich eine bessere Chemie zwischen den Darstellern gewünscht (scheinbar fällt es echten Freunden schwerer, Freunde zu spielen, als Unbekannten, wie schon Grown Ups untermauerte). Schauspielerisch ergibt sich auch kaum Möglichkeit, dass jemand sich in den Vordergrund spielt, angesichts seiner Präsenz am ehesten noch Piven. Doch der zeigt wieder, dass sein Ari Gold in Entourage sein Meisterstück ist - eine Figur mit mehr Ecken und Kanten als Don „The Goods“ Ready sie hier gewährt bekommt. Unterm Strich ist The Goods: Live Hard, Sell Hard ein Film, der vieles falsch macht und dennoch kein Reinfall ist.

5.5/10

11. Oktober 2009

Jay and Silent Bob Strike Back

Ben Affleck was the bomb in Phantoms!

Für Regisseur, Autor und Hauptdarsteller Kevin Smith ist es der teuerste Inside-Joke-Film aller Zeiten, für Produzent Scott Mosier etwas oberflächlicher gesehen „the most expensieve dick and fart joke movie ever made“. Die Wahrheit liegt sicherlich irgendwie dazwischen bzw. stimmt hinsichtlich beider Aussagen. Zwar muss man nicht die vier vorherigen Filme des New Jerseyer Regisseurs gesehen haben, um sich während Jay and Silent Bob Strike Back zu amüsieren, doch hebt die Kenntnis seines Œuvres sicherlich den Humor nochmals auf eine andere Ebene. Dass der Film dabei allein in den USA zehnmal so viel eingespielt hat wie im Rest der Welt, spricht dabei für sich und auch für den internationalen Konsum von Smiths Werken. Dabei ist sein fünfter Film ein Nonsense-Feuerwerk erster Güte mit hochrangiger Besetzung bis in die kleinste Nebenrolle. Und wenn Smith dann auch noch, bis auf Jeremy London und Claire Forlani, alle seine View-Askewniverse-Figuren aufwartet, dann ist der Film zumindest für Smiths Fans ein einziges Vergnügen.

Im Grunde könnte man Jay and Silent Bob Strike Back ein Spin-Off nennen, rückt es doch zwei Nebenfiguren von Smiths vorherigen Werken (endlich) in den Mittelpunkt. Die beiden Slacker Jay (Jason Mewes) und Silent Bob (Kevin Smith) haben sich in Clerks. als die Pestilenz des Quick-Stop-Supermarkts präsentiert, während sie wohl auch wegen ihrer Aktivitäten in Mallrats schließlich von Holden McNeill (Ben Affleck) und Banky Edwards (Jason Lee) in Chasing Amy als Grundlage der Comicfiguren Bluntman and Chronic dienten. In Dogma ging Smith sogar soweit, sie als Propheten an die Seite des letzten Nachkommen von Jesus Christus zu stellen, um zwei Engel davon abzuhalten die Welt zu zerstören. Spätestens jetzt hatten es sich die Berufskiffer also verdient, zu den Helden ihrer eigenen Geschichte zu verkommen. Ohnehin ist Mewes eine derart gelungene Figur – auch abseits der Filme (s. die Evening with Kevin Smith-Filme) – dass ein Film, der sich primär auf ihn fokussiert, eigentlich gar nicht schief gehen kann. Und bei näherer Betrachtung geht diese Rechnung natürlich auf. Denn woran Dogma zuvor noch scheiterte, weiß der Nachfolger zu überzeugen.

Mit einer wirklichen Handlung will Smiths Nonsense-Film nämlich gar nicht aufwarten. Zwar gibt er eine Rahmenhandlung vor, doch ist diese dabei nicht mehr als die Bühne, auf der er anschließend sein Starensemble auftreten lässt. Als Jay und Silent Bob über die Umwege von Brody (Jason Lee) und Holden erfahren, dass in Hollywood eine Verfilmung von Bluntman and Chronic stattfindet, machen sie sich auf gen Kalifornien, um jene Adaption und mit ihr all die Hasstiraden von Internetusern auf die Beiden zu stoppen. Es ist ein Zwischenstopp in der Fast-Food-Kette Moobys, der dem Film seine Wendung verleiht. Hier trifft Jay auf die hinreizende Justice (Shannon Elizabeth) und zieht sich selbst und Silent Bob fortan ins Schlamassel, wenn er sich von Justices Gang (u.a. Eliza Dushku und Ali Larter) als Sündenbock für einen Diamantraub und „master of the C.L.I.T.“ hinstellen lässt. Da die beiden Slacker einen Orang-Utan stehlen, ist ihnen fortan der Wildhüter Willenholly (Will Ferrell) auf den Fersen. Auf dem Studiogelände von Miramax findet schließlich die Klimax des Filmes stand, wenn sich Jay und Silent Bob neben Willenholly auch dem bedrohlichen Bösewicht Cock-Knucker (Mark Hamill) erwehren müssen.

Welchen Ton Smith in seinem fünften Werk angibt, macht er durch seine etwaigen Durchbrechungen der vierten Wand deutlich. Das ist ein Film, der nicht ernst genommen werden soll und auch nicht ernst genommen werden kann. Vielmehr stellt er eine Aneinanderreihung von Sketchen und Skits dar, die versuchen einem roten Faden zu folgen. Im Vergleich zu Dogma zünden diese jedoch weitaus besser, da der Kontext „nach Hollywood kommen“ weitaus verständlicher ist als „zwei Engel, Dämonen und Monster abhalten die Welt zu zerstören“. Sei es der „the book of the road“-Gag mit George Carlin und Carrie Fisher oder die herrliche C.L.I.T.-Sequenz („I am the C.L.I.T. commander!“), die ihre Fortsetzung durch Jon Stewart und Will Ferrell findet. Dass im Gegensatz zu Dogma weniger – tricktechnisch gesehen – manchmal mehr ist, zeigt auch die großartig von Mewes gespielte Planet of the Apes-Referenz. Grundsätzlich ist die Gag-Quote in Jay and Silent Bob Strike Back derart hoch, dass der Film die schwachen und die nicht so recht zünden wollenden Witze locker wett machen kann.

Speziell die Cameos zu Beginn mit Brody und Holden wollen nicht so richtig funktionieren. Lee übertreibt es etwas bei Brody (z.B. das Schokobretzel-Zitat), während Affleck nur bedingt Engagement zeigt (Smith erklärt, dies liege an der Tatsache, dass Affleck zuvor vier Filme hintereinander gedreht hätte und übermüdet gewesen sei). Auch die Furz-Witze, besonders der mit Larter, sind eigentlich derart platt, dass man geneigt ist den Film dafür abzustrafen, würde Smith nicht sogleich mit einer phänomenalen Opern-Persiflage („Justice is dead … or so thinks Jay“) wieder jenen Schandfleck ausmerzen. Eventuell ist der Film auch einfach etwas zu überfüllt, wollen manche Cameos (Seann William Scott, Judd Nelson) doch eher weniger zünden. Dafür ist der Film aber schon alleine wegen dem Gastauftritt von Gus van Sant Pflicht, der vielleicht von allen Gastspielern am überzeugendsten auftritt („Jesus Ben, I said I’m busy“). Grundsätzlich macht der Film aber schon allein wegen dem typisch view-askweniversen Affleck-Bashing Spaß. Dies zieht sich nicht nur durch dessen eigene Phantoms-Anspielung über den Film hinweg, sondern zeigt sich in weiteren, sehr amüsanten Einbindungen (Moonraper, 1007 vs. 1082). Ohnehin ist Bashing in jeglicher Form (Jason Biggs vs. James Van Der Beek) überaus gelungen und amüsant in das restliche Geschen eingebunden.

Insgesamt macht Jay and Silent Bob Strike Back also – zumindest für den Smith-Fan – jede Menge Spaß, wobei sich die direkten Anspielungen an die vier vorangegangen Filme (sieht man von den Cameos von O’Halloran, Anderson, Ewell und Lauren Adams, sowie natürlich Brody, Banky und Holden, einmal ab) in Grenzen halten. Der Film strotzt nur so vor Gastauftritten ehemaliger Smith-Kollaborateure wie Matt Damon oder Chris Rock und weiß zudem des Weiteren auch mit Wes Craven und Shannen Doherty aufzuwarten. Smith zitiert sich bisweilen selbst oder bevorzugt andere Filme, primär natürlich die, die es dem Regisseur besonders angetan haben. Darunter natürlich die obligatorische Star Wars-Referenz, aber auch Reservoir Dogs oder auch Daredevil. Wie angesprochen zündet nicht jeder Gag, aber Smith feuert so viele teils plumpe teils brillante Witze über die Leinwand, dass die Trefferquote trotz allem ausreichend ist. Im Nachhinein ist sein (bisher) vorletztes View-Askewniverse-Werk durchaus zuerst an die eigenen Fans gerichtet, denn an ein breites Publikum. Wobei grundsätzlich wohl kaum jemand einen Kevin-Smith-Film schaut, wenn er denn kein Fan des New Jerseyer wäre. Letztlich ist Jay and Silent Bob Strike Back jener Film, der Dogma aufgrund seiner Thematik nicht wirklich vermochte zu sein. Der teuerste Inside-Joke-Film aller Zeiten. Mit Furz- und Schwanzwitzen.

8/10

3. April 2009

Eastbound and Down - Season One

Kenny Powers is back!

Die amerikanische Comedy-Szene ist wahrscheinlich so vernetzt wie noch nie. Unter ihnen befindet sich die größte Gruppe des sogenannten Frat Packs. Dieses besteht aus einer Vielzahl von Comedians, unter ihnen Ben Stiller, Vince Vaughn und Will Ferrell. Während es um die Original Frat Packer in den letzten Jahren etwas ruhiger wurde, begann die nächste Generation der Gruppe unter Anleitung von Judd Apatow zu wachsen. Zu dieser Generation zählt neben Bill Hader auch Seth Rogen, eine vielversprechende Ergänzung ist inzwischen auch Danny R. McBride geworden. Dieser war zuletzt in den gelungenen Komödien Tropic Thunder und Hot Rod zu sehen, und durfte mit The Foot Fist Way seinen ersten eigenen Kinofilm schultern. Mit Eastbound and Down bringen einige Frat Packer nun ihre eigene Fernsehshow heraus. Produziert von Will Ferrell, sowie den Regisseuren Adam McKay und Jody Hill, darf sich Danny R. McBride als gescheiterter und asozialer Baseballstar austoben.

Er hatte den Ruhm, er hatte den Erfolg, er hatte einen Namen. Kenny Powers (Danny R. McBride) war ein viel versprechender Pitcher in der MLB. Doch seine rassistischen Äußerungen und seine Misanthropie beförderten Powers Saison nach Saison ins Aus. Einige beschissene Jahre später, findet sich Powers nun als Sportlehrer an der Grundschule seines Heimatortes wieder. Für Powers nur eine Übergangsstation, ehe er sich wieder aufgerafft hat. Als unerwünschter Hausgast seines älteren Bruders und wandelnde Provokationsmaschine eckt der ehemalige Star jedoch ziemlich an. Zwar sieht der ehemalige Schulnerd Stevie (Stevie Little), inzwischen Musiklehrer an derselben Grundschule wie Powers, immer noch zu Kenny auf, doch seine Ex-Freundin April (Katy Mixon) wehrt seinen Charme noch ab. Während Powers sich also mit Drogen des örtlichen Barmannes zudröhnt und sich mit White Trash die Zeit vertreibt, versucht er dieses neue und langweilige Leben zu akzeptieren. Und mit diesem Leben auch seinen neuen sozialen Status, so schwer ihm das fallen mag.

Ohne Frage lebt Eastbound and Down von seiner asozialen Figur des Kenny Powers. Dieser reitet nicht nur seinen Fan Stevie stets in kritische Situationen (er hängt ihm unter anderem einen selbst verursachten Autounfall an), sondern Kenny beklaut sogar seine eigenen Schülerinnen und nimmt direkt in der Schulmensa Drogen. Er ist fertig mit der Welt, nur hat ihm das noch keiner gesagt bzw. will er es nicht wahrhaben. Seinen Jetski möchte er nicht verkaufen, immerhin ist es (s)ein Statussymbol und sowieso muss er nur wieder in Form kommen, dann erhält er auch wieder Angebote. Die Serie schwankt dabei zwischen Akzeptanz der Situation und Aufbäumen, denn einerseits spritzt sich Kenny Steroide, um für sein Training in Form zu kommen, andererseits jedoch versteigert er seine Habseligkeiten bei eBay. Nun bilden die lediglich sechs Folgend er ersten Staffel auch nicht sonderlich viel Spielraum, um eine große Katharsis einzubauen. Im Grunde genommen impliziert die Aufteilung der Folgen sogar, dass sich die Handlung der gesamten Staffel innerhalb weniger Tage oder Wochen abspielt, knüpft doch der Anfang der nächsten Episode immer an das Ende der Vorangegangenen an.

Die Serie selbst ist ein Eigenprodukt. Als Regisseure für die sechs Folgen traten lediglich Adam McKay (Anchorman: The Legend of Ron Burgundy), Jody Hill (Observe and Report) und David Gordon Green (Pineapple Express) auf. Produzent Will Ferrell gab sich in zwei der Folgen als Gaststar die Ehre und stellte damit neben Gina Gershon und Craig Robinson den einzigen bekannten Gastauftritt. Und was eine Frat Pack Produktion ist, die scheut sich auch nicht davor nackte Tatsachen sprechen zu lassen, während die Serie selbst – abgesehen von Kennys Sprachjargon – relativ fromm daherkommt. Man muss jedoch eingestehen, dass das Serienpotential nicht vollends ausgeschöpft wird und die sechs Folgen somit eher als seichte Unterhaltung vor sich dahinplätschern. Die besten Lacher sichert sich sowieso Stevie, nachdem er zu Kennys Assistenten verkommen ist und eine Wandlung versucht vorzunehmen. Als gelungenste Episode empfiehlt sich Chapter III. Ob die Serie eine Verlängerung für eine zweite Staffel erhält, wird derzeit noch unter den Produzenten um Jody Hill debattiert. Unwahrscheinlich ist es jedoch nicht. Eastbound and Down ist keine großartige Serie, aber nett wegschauen lässt es sich dennoch.

7/10