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3. Mai 2011

Die Top 5: High School Filme

This feels like high school, but nothing’s new.
(The Friday Night Boys, High School)

Es war Seneca der Jüngere, der einst sagte: „non vitae, sed scholae discimus“ (nicht für das Leben, für die Schule lernen wir). Bekannter ist Senecas Zitat in seiner verdrehten Form, dass man nicht für die Schule, sondern für das Leben lernt. Die Schule, das ist jener Ort, an dem sich viele während ihrer Jugendzeit nur ungern einfanden. Erst später machen viele die Erfahrung, dass die Schulzeit die schönste Zeit des Lebens ist (andere wiederum machen diese Erfahrung auch während der Unizeit). Beobachtet man eine/n Jugendliche/n während seiner Teenagerjahre, fällt wohl unweigerlich der Blick auch auf die Schule, wo die Jugendlichen einen Großteil ihres Tages verbringen (die Dauer ist je nach Land verschieden).

Kein Wunder also, dass Filme, die sich mit Jugendlichen befassen, auch oft in der Schule spielen. Besonders in den Vereinigten Staaten von Amerika haben die High School Filme eine gewisse Tradition. Während ihrer Schulzeit leben viele Teenager ihre rebellische Phase aus, ebenso wie ihre erste Liebe und sexuelle Reife. Sie alle fühlen sich missverstanden - von ihren Lehrern, ihren Eltern, der ganzen Gesellschaft. Manche von ihnen hadern mit ihren Eltern, andere mit dem Erwartungsdruck. Es ist die Konfrontation mit der eigenen teen angst und der letztliche Prozess des allmählichen coming of age. Und damit mit einer Entwicklung, die oft erst auf dem College oder der Universität ihren eigentlichen Abschluss findet.

That’s what I love about these high school girls, man. I get older, they stay the same age.
Das US-amerikanische Schulsystem unterscheidet sich von dem unsrigen. Es gibt keine Aufteilung in Gymnasium und Real-, sowie Hauptschulen, die High School ist eine Einheitsschule, die wiederum die Klassenstufen 9 bis 12 umfasst. Das Bild der High School im Ausland ist geprägt von ihrer pop-kulturellen Darstellung. Von den freshmen (Neuntklässlern) und seniors (Zwölftklässler) und dem traditionellen hierarchischen System vom Jock zum Cheerleader, über die Geeks, Nerds und Dorks, bis hin zu den Loners, Outcasts und Rebels. Die meisten High School Filme sind von dieser Hierarchie geprägt, kaum ein Werk hat sie wohl so plakativ präsentiert wie John Hughes’ Kutlfilm The Breakfast Club (1985).

Aufgrund der Identifikation wird zum Helden eines High School Films oft ein Geek, Nerd oder Dork erklärt. Ein Underdog, mit dem man mitfühlen kann, sei es Corey Haim in Lucas (1986) oder Jon Heder in Napoleon Dynamite (2004). Oder man führt ein New Girl ein, um den Zuschauer gleichermaßen in eine High School Welt einzuführen, was 1978 mit Olivia Newton-John in Grease ebenso gut funktionierte, wie 30 Jahre später mit Kristen Stewart in Twilight. Andere Filme wiederum heben aufgrund eines bestimmten Ereignisses, von welchem der Film berichtet, einen Charakter hervor, der zuvor eher wenig Beachtung fand (so zum Beispiel Jake Gyllenhaal in Donnie Darko, 2001, oder Emma Stone in Easy A, 2010).

Im Folgenden gilt es sich in den Filmen dann meist gegen eine der beiden herrschenden Kasten, die Jocks und die Cheerleader, durchzusetzen, bisweilen sogar gegen beide zugleich. Gerne wird der Mikrokosmos Schule jedoch auch für andere Geschichten missbraucht, sei es als Aufhänger oder Spielort von Zeitreiseabenteuern wie Bill & Ted’s Excellent Adventure (1989) und Back to the Future (1985), als Geschichte über das Leben (American Beauty, 1999) oder die Liebe (Jeux d’Enfants, 2003), bis hin zum Setting eines Film noir (Brick, 2005). Internatsfilme wie Dead Poets Society (1989), Picnic at Hanging Rock (1975)  und die Harry Potter-Reihe (2001-2009) folgen dagegen eher einer eigenen, meist internen Dynamik.

Im Grunde ein Subgenre des High School Films sind vereinzelte Sportfilme, die sich verschiedenen beliebten Sportarten zuschreiben lassen. Am populärsten ist hierbei der US-Sport Nummer Eins: Football. In Beiträgen wie The Last Picture Show (1971) nur am Rand erwähnt, wird Football von Lucas über Varsity Blues (1999) und Remember the Titans (2000) bis hin zu Friday Night Lights (2004) oder zuletzt The Blind Side (2009) Aufmerksamkeit geschenkt. Es folgen Basketball-Filme wie Teen Wolf (1985), Hoosiers (1986), The Basketball Diaries (1995) und O (2001), während andere Sportarten wie Lacrosse (American Pie, 1999) oder Fußball (Bend It Like Beckham, 2002) stark unterrepräsentiert sind.

Footballfilme wie Varsity Blues und Friday Night Lights setzen sich wie andere Sportfilme, die meist in einem sprichwörtlichen Finale einer Bundes- oder Landesmeisterschaft gipfeln, mit dem Erwartungsdruck auseinander, der auf den Spielern von Seiten ihres Coachs (Varsity Blues) oder der Eltern (Friday Night Lights, The Breakfast Club) lastet. Ein probates Mittel, um das oft eindimensionale Bild der Jocks zu durchbrechen und ihnen mehr Charaktertiefe zu verleihen. Ebenfalls fast schon ein eigenes Subgenre sind jene Schulfilme, in denen eine Lehrkraft die Funktion des New Girl/Boy übernimmt und als normale Person ins kalte Wasser einer verghettoisierenden Gesellschaft geworfen wird.

Zu diesem Genre zählen Filme wie Stand and Deliver (1988) und Dangerous Minds (1995), aber auch To Sir, With Love (1967) und 187 (1997). Blicke der Lehrer in die Welt der Schüler, unter anderem auch in Half Nelson (2006) und Entre les murs (2008), werfen High School Filme allerdings eher selten. Meist bleiben die Jugendlichen unter sich, während Lehrer und Erwachsene lediglich als Randnotiz wahrgenommen werden. Ernstere Themen, wie sie die oben genannten Schulfilme mit einer Lehrkraft als Protagonisten behandeln, die jedoch aber auch in Beiträgen wie Battle Royale (2000), Elephant (2003), Juno (2007) und Miral (2010) auftauchen, bilden im High School Film die Ausnahme von der Regel.

Eine Eigenart des Genres ist es, dass Jugendliche in vielen Fällen von Schauspielern dargestellt werden, die weitaus älter sind, als ihre Charaktere. So war Reese Witherspoon während der Dreharbeiten zu Election (1999) schon 22 Jahre alt, Paul Walker am Set von She’s All That (1999) mit 25 Jahren noch drei Jahre älter, während Alan Ruck mit 29 Jahren in Ferris Bueller’s Day Off (1986) erneut die Schulbank drückte und Stockard Channing in Grease sogar bereits 34 Jahre alt war, als sie eine Teenagerin spielte. Dass Jugendliche (beziehungsweise Minderjährige) tatsächlich Jugendliche darstellen, kommt deswegen so selten vor, weil der US-Bundesstaat Kalifornien ihnen nur eine begrenzte Arbeitszeit erlaubt.

Nichtsdestotrotz geben High School Filme vielen Darstellern die Chance, sich ins Bewusstsein der Zuschauer zu spielen und somit für eine spätere erfolgreiche Karriere zu empfehlen. So erlangte James Dean dank Rebel Without a Cause (1955) Kultstatus und Schauspielern wie Michael J. Fox (Back to the Future), Jake Gyllenhaal (Donnie Darko), Emma Stone (Easy A), Michael Cera (Superbad, 2007) oder Carey Mulligan (An Education, 2009) gelang der Durchbruch. Selbst Oscarpreisträger wie Nicolas Cage, Sean Penn und Forest Whitaker (alle Fast Times at Ridgemont High, 1982), Heath Ledger (10 Things I Hate About You, 1999) oder Ron Howard (American Graffiti, 1973) gaben irgendwann den High School Schüler.

Dem High School Film haben wir unvergessliche Charaktere zu verdanken, heißen sie Jim Stark, Jeff Spicoli, David Wooderson, Marty McFly, Carrie White oder Napoleon Dynamite. Eine Ehrennennung verdient sich diesbezüglich auch Kevin Williamsons Kultserie Dawson’s Creek, die nicht nur gelegentlich einige der obigen Beispiel referiert, sondern die elementaren Werkzeuge des Genres, von der teen angst bis hin zum ersten Sex, auch kongenial gerade in den ersten vier Staffeln behandelt hat. Um dem Genre genug Respekt zu zollen, findet sich in den Kommentaren eine (weitestgehend) zusätzlich verlinkte Top 15, die - wie immer subjektiv gesehen - fünf besten High School Filme lauten wie folgt:


5. Schule (Marco Petry, D 2000): Petrys Debütfilm folgt in seinem Aufbau weitestgehend Richard Linklaters Dazed and Confused. Kurz vorm schriftlichen Abitur wird sich in einem süddeutschen Kaff eine Clique bewusst, dass das schöne Leben und damit auch ihr als selbstverständlich erachtete Freundschaft sich dem Ende neigt. Mit vielen authentischen Momenten und Figuren und einer exzellenten Stimmung fängt kein Film so gelungen das deutsche (Kleinstadt-)Schulerlebnis ein, wie Schule.

4. Ferris Bueller’s Day Off (John Hughes, USA 1986): Zwar spielt Hughes’ Meisterwerk so gut wie nicht in der Schule, dennoch kann Ferris Bueller (der sprichwörtlich too cool for school ist) diese nicht schwänzen, wenn es sie nicht gäbe. Wie so viele Beiträge des Genres, erzählt auch dieser eine Geschichte über Freundschaft, vielmehr propagiert er jedoch die wichtigen Dinge jenseits des Schulalltags. Oder wie Ferris sagt: Life moves pretty fast. If you don't stop and look around once in a while, you could miss it.

3. Fast Times at Ridgemont High (Amy Heckerling, USA 1982): Abseits von Sean Penns unsterblicher Figur des Spicoli, steht Heckerlings Debütfilm formelhaft für das Genre, wenn viel nackte Haut und poppige Musik das Konstrukt für eine coming of age Geschichte bilden. Cameron Crowes vor Ort recherchiertes Drehbuch fängt gelungen den zwanghaften sexuellen Drang ein, der auf den Jugendlichen lastet. Dank seines Soundtracks und grandiosen Ensembles verdient sich der Film sein Kultprädikat zu recht.

2. Toki o Kakeru Shōjo (Hosoda Mamoru, J 2006): Was sich wie ein Zeitreisefilm anbiedert, ist vielmehr coming of age in seiner Reinform. Die Hauptfigur avanciert von einem unbekümmerten Tomboy, das im Hier und Jetzt lebt, zur vorausschauenden und umgebungsbewussten jungen Frau. Mit warmherzige Charakteren und einer so bewegenden wie wunderschönen Geschichte, integriert Hosoda Vergänglichkeitselemente wie sie auch die Kollegen Schule und Ferris Bueller’s Day Off aufweisen.

1. Superbad (Greg Mottola, USA 2007): Selbst wenn es vordergründig darum geht, dass drei Nerds genug Alkohol für eine Party besorgen müssen, um ihre jeweiligen Traumfrauen abzufüllen und ins Bett zu kriegen, dreht sich Mottolas Debütfilm eigentlich vielmehr um die Angst zweier Freunde vor der bevorstehenden räumlichen Trennung. Kongenial besetzt und mit grandiosen, identifizierbaren und warmherzigen Figuren ausgestattet, ist Superbad der ultimative High School Film der Gegenwart.

28. Dezember 2007

Filmjahresrückblick 2007: Die Top Ten

Every great film should seem new every time you see it.
(Roger Ebert)

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und retrospektiv gesehen war es nicht wirklich ein schlechtes Jahr. Stand es vorab im Zeichen der Threequels, konnten weder Sam Raimis Spider-Man 3, noch Steven Soderberghs Ocean’s Thirteen oder Shrek 3 an den Kassen vollends überzeugen und an den bisherigen Rekordmarken kratzen. Lediglich Jack Sparrows drittes Abenteuer Pirates of the Caribbean: At World’s End näherte sich hauchdünn der Milliarden-Dollar-Marke. Von all den angekündigten Blockbustern, zu denen auch Michael Bays Spielzeug-Schlacht Transformers zählte, konnte lediglich Spider-Man 3 inhaltlich überzeugen, während die übrigen Vertreter sich von jeder Handlung verabschiedeten.

Finanziell muss man jedoch eingestehen, dass alle Projekte ihren Zweck erfüllt haben und unter den Top 30 der erfolgreichsten Filme aller Zeiten zu finden sind, sodass in den meisten Fällen einem Sequel nichts mehr im Wege stehen dürfte. Sequels, ohnehin in den vergangenen Jahren das Szene-Wort in Hollywood, werden auch für 2008 versprochen, wenn Spielberg seine Kommerz-Kuh Indiana Jones erneut auf Abenteuer schickt, Harry Potter in sein vorletztes Kinoduell steigt oder Rambo wieder mit Messern durch den Dschungel schreitet. Auch die Comic-Helden Batman, Hulk und Hellboy kehren auf die Leinwand zurück, nebst anderer illustrer Gestalten wie Iron Man. An den Kinokassen dürfte der Rubel somit rollen.

Persönlich gesehen durfte ich Zeuge von über 100 Filmen aus diesem Filmjahr sein, wenn mich nicht alles trügt waren es 105 Filme, eventuell auch zwei oder drei mehr (inzwischen scheinbar erfolgreich verdrängt). Für meine Entwicklung bedeutet dieses Jahr, dass ich mich scheinbar mehr und mehr vom Mainstream verabschiede. Immer weniger mit der massentauglichen Ware anfangen kann, wobei der Gegenbegriff Arthouse hier vielleicht etwas zu leichtfertig gebraucht scheint. Doch es trügt nicht, dass die meisten Filme meiner Top 20 eher abseits des völkischen Bewusstseins liefen, zum großen Teil auch abseits von meinen regionalen Lichtspielhäusern (wie es Christoph Maria Herbst so schön ausdrückte).

Wer sich für meine Top Ten der magic movie moments 2007 interessiert, den verweise ich auf die Kommentarfunktion von Equilibriumblog, damit ich sie hier nicht nochmals posten muss. In meinen eigenen Kommentaren kann man Einblick in meine Flop 10 des Jahres erhalten, die heute Vormittag nochmals prominenten Nachwuchs bekommen hat. Traurig aber wahr, die meisten „meiner“ schlechten Filme musste ich in der Sneak ertragen (die ich dieses Jahr somit mehr oder weniger erfolgreich zu 80% besuchen konnte). In der Hoffnung, dass sich dies nächstes Jahr nicht wiederholt, schreite ich somit zu meinen persönlichen, favorisierten, durch und durch subjektiv bewerteten besten zehn Filmen des Jahres 2007:


10. Letters from Iwo Jima (Clint Eastwood, USA 2006): Kongenialer Antikriegsfilm vom Altmeister Eastwood und vielleicht sogar seine beste Regiearbeit überhaupt. Abseits von Kriegspathos und militärischer Tradition zaubert er mit seinem Sidequel eine starke Geschichte über Überleben und Kriegssinn auf die Leinwand, auch wenn sie sich am Ende doch mitunter zu sehr der (alt-)bekannten Klischees des Genres bedient.

9. Ratatouille (Brad Bird, USA 2007): Wie so oft serviert Pixar dem Publikum nicht mehr und nicht weniger als ein Meisterwerk. Oscarpreisträger Bird weiß nicht nur durch seine Liebe zum Detail und die perfekte Animation zu überzeugen, sondern auch mit reichlich witzigen narrativen Einfällen. Selbst der in diesem Jahr aufgekommene TV-Kochwahn vermag das Erlebnis nur bedingt zu trüben. Einen Film für Große und Kleine.

8. This is England (Shane Meadows, UK 2006): Basierend auf eigenen Erlebnissen demaskiert Meadows das Bild einer Generation ohne Hoffnung und Ziele, sich desillusioniert in die Unweiten der rechten Szene und Skinhead-Welt flüchtend. Eine ganze Epoche von Thatcherismus, Arbeitslosigkeit und Falkland-Krieg wird hier durch die Figur des Shaun (starker Newcomer: Thomas Turgoose) dem Publikum nahe gebracht.

7. Atonement (Joe Wright, UK/F 2007): Einer der Academy Award Favoriten und Golden Globe Anführer, basierend auf der Vorlage von Ian McEwan über Liebe, Schuld und Sühne, Vergebung und Reue - alles eingebettet in die dramatischen Umtriebe des Zweiten Weltkrieges. Wright gelingt eine klassische Liebesgeschichte, die das Publikum allein mit ihrem ersten Akt  weghaut - der Rest ist dann (fasziniertes) Schweigen.

6. Little Children (Todd Field, USA 2006): Großartig gespielte und so authentische wie ehrliche Demaskierung des heilen Suburbia-Mythos. Zudem Offenlegung von häuslicher Einengung, verlorenen Träumen und den daraus resultierenden Sehnsüchten. Getragen wird dieses starke Adaption (Field hat es einfach drauf) von einer wie so oft brillanten Kate Winslet und dem sich ins Rampenlicht spielenden Jackie Earle Haley.

5. Superbad (Greg Mottola, USA 2007): Mottola, Rogen und Goldberg gelingt mit dieser kleinen Komödie all das, was American Pie nie geschafft hat: ein glaubhaftes Bild jugendlicher Teenager in unserer heutigen Zeit abzubilden. Mit der Hilfe zweier grandios anarchischer Cops unterhält und amüsiert diese verrückte Geschichte einer ungewöhnlich-gewöhnlichen Nacht dreier Teens mehr als jede andere Komödie des Kinojahres.

4. The Prestige (Christopher Nolan, USA/UK 2006): Mit drei Sichtungen mein meistgesehener Film dieses Jahr. Nolan gelingt es ein wahres Meisterwerk voller Spannung, Mystik, Phantasie und allen voran natürlich Magie über Ehrgeiz, Annerkennung und Konkurrenzkampf auf die Leinwand zu bannen. Perfekte Bilder mischen sich mit perfekten schauspielerischen Leistungen zum Mainstream-Film des Jahres.

3. El laberinto del fauno (Guillermo del Toro, MEX/E/USA 2006): Was del Toro hier gelungen ist, ist nicht nur ein atemberaubend schönes, liebevolles Märchen für sich genommen, sondern zugleich eine Parabel über (Un-)Gehorsam und Porträtierung des Grauens, welches vom Franco-Regime verbreitet wurde. Wieviel hier ohne großartiges CGI-Feuerwerk möglich ist, die Liebe zum Detail, ist Lehrstück für alle Hollywood-Macher.

2. The Fountain (Darren Aronofsky, USA 2006): Eigentlich nur noch grotesk, wie dieses weitere Meisterwerk von Aronofsky sowohl von der Öffentlichkeit wie den Kritikern ignoriert wurde. Aronofsky erschafft eine schon fast metaphysische Geschichte über Liebe, Leben, Tod, Akzeptanz und Glauben, bebildert in drei verschachtelten Handlungssträngen, eingefangen in betörenden Bildern und mit träumerischer Musik.

1. Toki o Kakeru Shōjo (Hosoda Mamoru, J 2006): Mein persönliches Highlight des Jahres, ein Anime der alle Superlative verdient, die ich im Lexikon nachschlagen könnte. Eine phantastische Fabel vom verpassen des richtigen Momentes, Anerkennung von Liebe, sowie Verantwortung gegenüber den Menschen um uns herum. Zum ersten Mal lief mir bei einem Abspann ein kalter Schauer über den Rücken - danke Hosoda-san!