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21. Juni 2009

Dawson’s Creek - Season Six

It’s not about getting it right; it’s about knowing when it’s wrong and doing something about it.

Aus. Schluss. Vorbei. Nach 6 Jahren, 128 Folgen und fast 90 Stunden ging Dawson’s Creek vor sechs Jahren schließlich mit dem Serienfinale All Good Things … Must Come to An End in den (verdienten) Ruhestand. Mit ihrem großen Thema der teen angst wusste die von Kevin Williamson erschaffene Serie Ende der Neunziger gerade durch ihre ersten beiden Staffeln zu überzeugen. Hier gelang Schauspielerinnen wie Katie Holmes und Michelle Williams der Durchbruch, während ihre männlichen Pendants eher in der Versenkung verschwanden. An das ausgezeichnete Niveau der ersten und zweiten Staffel wusste Dawson’s Creek jedoch anschließend nicht mehr anzuknüpfen. Der Einbezug einiger neuer Figuren wie Eve (Brittany Daniel) oder Audrey (Busy Phillips) wirkte eher lästig und nervend, als dass sie das Ensemble erfrischend zu beleben wussten. Zwar konnte die vierte Staffel zuvorderst wegen den Spannungen zwischen Dawson (James Van Der Beek) und Pacey (Joshua Jackson) und einer sympathischen Gretchen (Sasha Alexander) überzeugen, doch dass die Serie mit Beginn von Staffel Fünf Capeside für die große weite Welt verließ, würde sich als Schuss nach hinten erweisen.

Denn Williamsons Serie funktionierte gerade in ihrem Mikrokosmos so besonders, weshalb schon die fünfte Staffel mit ihrer Zerstreuung der Figuren – selbst wenn diese allesamt kurz darauf bereits wieder in Boston vereint werden- eher enttäuschende Töne anschlägt. Boston scheint zu groß zu sein, als dass die Clique hier ihre alten Stärken ausspielen könnte. Dieses Problem wird allerdings in der sechsten und finalen Staffel noch etwas gewichtiger. Nachdem sich im Vorjahresfinale Dawson und Joey (Katie Holmes) eine aufgeschobene Liebe versprochen haben, führen die Produzenten das Traumpaar direkt zu Beginn der neuen Staffel (wenn auch etwas ungeschickt) zusammen. Nur um es eine Folge später direkt wieder zu sabotieren. Nach ihrer ersten und letzten Liebesnacht stellt sich heraus, dass Dawson eigentlich eine Freundin hat. Nur der Auftakt, für einiges Drama, rund um die beiden Kids aus Capeside und ebenjene Freundin, die durch das aufstrebende Starlet Natasha (Bianca Kajlich) verkörpert wird. Ein ähnliches Szenario wurde dem Publikum in abgeschwächter Form bereits durch Dawsons Beziehung zu Jen (Michelle Williams) offeriert. Doch das ganze ist nur halb so schlimm, da Joey sich kurz darauf in Eddie (Oliver Hudson) verschießt. Um sich kurz darauf wieder in Pacey zu verschießen. Um sich kurz darauf wieder in Eddie zu verschießen. Und Dawson spielt dazwischen auch immer irgendwie eine gewisse Rolle.

Ohnehin mutet die abschließende Staffel mehr wie „Joey’s Creek“ an, da sich gerade die ersten Episoden zentral mit ihr beschäftigen. Dawson, der Regieassistent, verkommt dagegen zur Nebenfigur, die nur wenig öfter auftritt, als Kerr Smiths Jack. Besonders schade dahingehend, da oftmals die Sequenzen um Dawson und Todd Carr (exzellent: Hal Ozsan) weitaus überzeugender sind, als Joeys ewige Sich-im-Kreis-Drehen. Zwar stimmt zwischen ihr und Eddie die Chemie, doch auch diese beiden Figuren kommen nicht über redundante Mittel in ihrer Beziehung hinweg. Da verlässt Eddie sie erst einmal, um sie anschließend nochmals zu verlassen, kulminierend in einem dritten und finalen heimlichen Abschied. Nachdem zuvor versprochen wurde, dass dies nicht mehr vorkommen würde. Noch lästiger sind da nur die Szenen zwischen Joey und Pacey, gerade in Castaways, der schlechtesten Episode der Staffel. Hier langt mal wieder der ominöse Kuss aus, um einer Figur sich aus heiterem Himmel über ihre Gefühlswelt klar werden zu lassen. Im Eiltempo merkt Joey, dass sie Pacey entgegen der vorangegangenen 30 Folgen im Grunde doch ganz dufte findet. Ein lästiges Hollywood-Klischee, dass, sieht man sich Kevin Smiths Zack and Miri Make a Porno an, nie ausstirbt - und dennoch nicht überzeugt. Nur wenig besser ist da die von Joshua Jackson eher schlecht als recht inszenierte Folge Lovelines, in der ungemein gekünstelt Drama produziert wird.

Während Joey sich mit Jungs herumschlägt, arbeitet Dawson an seiner Karriere. Pacey hingegen beginnt eine unterhaltsame Nebenhandlung (dies verdankt sich vormerklich Dana Ashbrook) als Börsenmakler, was für das Serienfinale noch Ausschlaggebend sein wird. Jen hingegen beginnt eine Beziehung mit C.J. (Jensen Ackles), die für ihre Verhältnisse erstaunlich lange hält. Auch wenn man nie erfährt, woran sie im Nachhinein gescheitert ist. Audrey wiederum weiß ihren Störfaktor dagegen zu steigern. Die missglückte Beziehung zu Pacey treibt sie letztlich in den Alkoholismus, sodass die Autoren sie – dankenswerterweise – für einige Episoden in die Rehabilitationsanstalt verfrachteten. Schade ist es um Jack, der gerade in der zweiten Hälfte immer weniger (bis gar nicht) auftaucht. Mit seiner Figur scheinen die Produzenten an einem Ende angekommen zu sein, wo sie nicht mehr wussten, wie sie die Figur entwickeln sollten. Im Vergleich zu den Anderen wird auch Jacks Beziehung zu David kaum richtig thematisiert, außer als Vorwand, wie in Lovelines, um anzudeuten, dass man sich dieser Beziehung demnächst entledigt. Auch hinsichtlich der Dawson-Natasha-Affäre wirkt der Liebesverlauf etwas schwer nachvollziehbar. Einerseits fährt diese zwar mit ihm an Weihnachten nach Hause, andererseits sieht sie ihn lediglich als Liebesabenteuer ohne nachhaltige Auswirkungen.

Thematisch folgen die meisten Charaktere einer übergeordneten Handlung. Dawson übernimmt irgendwann das Regieruder von Todd, will sich anschließend jedoch nicht den Studiogesetzen beugen (wobei mir auch schleierhaft ist, weshalb er ein Coming-of-Age-Drama an ein freizügiges Tennie-Komödien-und-billig-Slasher-Studio pitched). Daher wendet er sich zum Finale hin an den bis dahin sehr erfolgreichen Makler Pacey, ehemals Todfeind, ehemals bester Freund. Dies mündet schließlich – extrem vorhersehbar – in Goodbye, Yellow Brick Road darin, dass Dawson, nachdem Paceys Spekulation überraschend den Bach runter ging und mit ihr das Vermögen der Beiden, Pacey vorwirft, ihn über den Tisch gezogen zu haben. Obschon Pacey von Beginn an warnte, Freundschaft und Geld miteinander zu vermischen. Erschreckend, wie wenig sich eine Hauptfigur wie Dawson innerhalb von drei Staffeln hier gewandelt hat. Sein „Du hast mir die Freundin gestohlen“-Vorwurf wird von Pacey leider nicht mit der Tatsache gekontert, dass Dawson selbst dafür verantwortlich ist, dass seine Beziehung mit Joey (immer wieder) vor die Hunde ging. Von 20-Jährigen, die mit 15 schon geredet haben wie 30-Jährige, würde (und darf man bei derartiger Prämisse auch) erwarten, dass derartige Situationen nicht gelöst werden wie im Sandkasten.

Joey hingegen muss sich hauptsächlich mit ihrem jede Folge wechselnden Gefühlsleben auseinandersetzen. Dawson, Pacey oder doch Eddie? Man weiß es nicht bzw. weiß es doch. Weshalb das pseudo-Verwirrspiel jedoch keinen Abbruch findet. So hangelt sich die sechste Staffel mehr schlecht als recht zu ihrem finalen Folgen. Abgesehen vom dramatischen Beginn um Dawson und Joey – hier speziell die zweite Episode The Song Remains the Same – vegetiert die Serie auf durchschnittlichem Niveau und Handlungssträngen, die sich irgendwo zwischen Bars, Kneipen und Schlafzimmern abspielen. Es ist das Finale, dass Dawson’s Creek den Hals rettet. Und es verwundert nicht, dass dies auch damit zusammenhängt, dass sich die letzten drei Folgen statt in Boston wieder in Capeside abspielen. Die Prämisse dieser beiden Episoden vor dem Serienfinale ist jedoch etwas enttäuschend. Dawson will einen eignen Film drehen, jenen Film, den sein Studio nicht ohne Nacktszenen verwirklichen wollte. Weil Pacey aber das Geld verloren hat, wird der Film mit Laiendarstellern und der Unterstützung seiner Freunde verwirklicht. Worum geht es in Dawsons Film? Um Dawsons Leben natürlich. Im Grunde ist sein unbenannter Film nur ein Remake seines High School Werkes „Creek Days“. Gedreht auf demselben Niveau, nur eben fünf Jahre später. Da verkommt es zur bitteren Ironie, dass Dawson in All Good Things … Must Come to An End weitere fünf Jahre später als Produzent einer Fernsehserie namens „The Creek“ gezeigt wird. Die Serie behandelt, dreimal darf man raten, Dawsons Jugendjahre.

Weshalb sich Dawson wundert, nie von Spielberg zu hören, wundert im Grunde auch das Publikum. Schließlich ist er nicht im Stande eine andere Geschichte zu erzählen, als jene, die uns Kevin Williamson in der ersten Staffel von Dawson’s Creek erzählt hat. Wer würde sich auch mit Spielberg treffen, wenn er Zeit seines Lebens nur Remakes von seinem Film Duel gedreht hätte? Jenes Serienfinale ist auch eher zwiespältig zu betrachten. Zwar ist diese Doppelfolge allein wegen ihres Nostalgie- und Wehmutfaktors die gelungenste der Staffel, doch der Beginn ist erschreckend schlecht. Speziell Katie Holmes’ Interpretation einer Mitzwanzigerin, die sich mit Lesebrille und einem Glas Rosé auf der Couch räkelt. Weniger Klischee wäre nicht gegangen. Auch Jacks Beziehung zu Doug will nicht so recht passen, auch wenn die Serie beiden einen überaus gelungenen Abschluss beschert. Über den Kniff mit Jens Herzkrankheit mag man denken wie man will. Immerhin bietet die erweiterte DVD-Fassung jene Szene mit Andies (Meredith Monroe) Rückkehr. Auch wenn die Figur anschließend – auch beim Leichenschmaus – unerklärlicherweise nicht mehr auftaucht. Generell nehme ich jedoch lieber ein bisschen Andie, als gar keine Andie. Die Auflösung von Joeys Entscheidung für Pacey und gegen Dawson war in der letzten Einstellung nicht sonderlich überraschend, aber konsequent. Aber auch das Finale verhindert nicht, dass die sechste Staffel die Schwächste in der Serie darstellt.

Was bleibt von einer der bestimmenden Serien meiner Jugendzeit? Die ersten vier Staffeln sind sicherlich Klassiker in ihrer eigenen Art und Weise, die ersten beiden Staffeln sogar Meisterwerke der Fernsehgeschichte (in ihrer Art und Weise). Die Staffeln Fünf und Sechs betrachte ich eher als thematische Nachgeburt, hapern sie doch an genau jenen Problemen, die sich ergeben, wenn eine Serie ihren Kontext verliert. Wenn Prison Break nichts mehr mit einem Gefängnisausbruch zu tun hat oder Dawson’s Creek nichts mehr mit Dawson’s Creek. Ein positives Beispiel stellt da „Malcolm in the Middle“ dar, endete die Serie doch ab jenem Zeitpunkt, wo Malcolm das elterliche Haus verließ. Dennoch hat Dawson’s Creek einen unveränderlichen Platz in meinem Herzen, in Verbindung mit vielen herzerweichenden Einstellungen und Momenten. Besonders viel Spaß bereitet die Serie auch, wenn man allerlei bekannte und vor allem junge Gesichter entdeckt. Seien es Mädchen Amick, Jason Behr, Ali Larter, Scott Foley, Jensen Ackles, Jennifer Morrison oder Rachel Leigh Cook. Dass es die Serie zu pop-kulturellem Gut geschafft hat, merkte man in den vergangenen Jahren auch an Werken wie Jay & Silent Bob Strike Back oder Scary Movie. Nichtsdestotrotz bleibt Dawson’s Creek immer Dawson’s Creek. Eine Herzensangelegenheit für Fans und ein ewiger Fluchtpunkt in die eigene Jugend.

7/10

15. April 2009

Dawson’s Creek - Season Five

It’s gonna be okay. For all of us.

Nun sind sie flügge geworden, die Kiddies aus Capeside. Wie immer, wenn sich eine Serie um Protagonisten in der (schulischen) Ausbildung dreht, kommt irgendwann der Punkt, an dem diese Ausbildung vorbei ist – und damit auch die Serie? So geschehen zum Beispiel bei der amerikanischen Sitcom Malcolm in the Middle, die damit schloss, dass die Hauptfigur Malcolm schließlich aufs College ging und damit die Irrungen und Wirrungen des High School Daseins – sowie das eigene Elternhaus – hinter sich gelassen hat. Die High School ging nun auch in der Welt von Dawson’s Creek zu Ende und bildete den Abschluss für die vierte Staffel. Während es Dawson (James Van Der Beek) nach Los Angeles an die UCLA verschlug, machte sich Pacey (Joshua Jackson) auf zu einem Segeltörn und Joey (Katie Holmes) gemeinsam mit Jack (Kerr Smith) und Jen (Michelle Williams) auf den Weg nach Boston. Wie sind die Macher nun vorgegangen? Haben sie eine Parallelhandlung initiiert? Dawsons Geschichte einerseits und die von Joey andererseits erzählt? Gewürzt mit kleinen karibischen Abenteuern von Pacey? Die Antwort ist wie so oft im Fernsehgeschäft simpel.

Bereits in der Auftaktepisode The Bostonians wird Tabula Rasa gemacht. Irgendwie. Eigentlich nicht, da keine vorausgehende Handlung über den Tisch geworfen wird. Dawson merkt während eines Setpraktikums, dass Hollywood irgendwie doch ziemlich scheiße ist. Als er dann gefeuert wird, kümmert es ihn auch nicht. Schon ist die räumliche Distanz futsch und er besteigt den nächsten Flieger nach Boston. Dort ist inzwischen auch schon Pacey eingetrudelt, der sein Dasein auf einem Segelboot fristet. So schnell geht das in der Serienlandschaft und bevor der Zuschauer „Zwiebelkuchen“ sagen kann, sind wieder alle Freunde vereint in ein und derselben Stadt. Da hat man sich kreativ echt gefordert, dass muss man den Autoren schon lassen. Das ganze klingt jetzt auch weitaus schlimmer, als es letztendlich ist. Denn im Grunde zählen die ersten vier Folgen zu den besten der fünften Staffel. Lediglich in der Mitte, wenn ein großer Backtwist entsteht, wird ein ähnlich hohes Niveau erreicht. Nichtsdestotrotz hätte man sich das große Deplatzieren irgendwie auch sparen können, unabhängig davon, dass Dawsons Entscheidung die Basis für The Long Goodbye ist – der gelungensten Folge der Staffel.

Die Wandlungen, welche die Jugendlichen dieses Mal durchmachen, wirken zum Teil unglaubwürdig und dann auch wieder redundant. Jack vernachlässigt im Laufe der Staffel die Uni, weil er lieber mit seinen Verbindungskumpels abhängt. Diese akzeptieren ihn endlich mal so wie er ist. Abgesehen davon, dass sie ihn nur aufgenommen haben, um eine Schwulenquote zu erfüllen. Hier verkommt Jack bisweilen zu einer Karikatur seiner selbst, was nicht allzu sehr ins Auge fällt, da er ohnehin nicht in solchem Maße präsent ist, wie die anderen Charaktere. Pacey wiederum macht durch die Verlagerung der Geschichte eine eigene Wandlung durch. Einst das hässliche Entlein von Capeside, können ihm jetzt sogar die Töchter von Großindustriellen nicht mehr widerstehen. Zudem hat der Mann ein ungeahntes Talent fürs Kochen, in der nächsten Staffel schlägt er sich dann wacker als Telefonverkäufer durch. Quasi nach dem Motto: die Letzten werden die Ersten sein. Da ist Papa Witter so beeindruckt, dass er Sohnemann sogar ein Auto schenkt. Da kann man mal Sehen.

Das große Thema bleiben jedoch Dawson und Joey, nunmehr fast schon gravierender als zuvor. Zu Beginn klappt es jedoch nicht mit den beiden, in der Mitte auch nicht und zum Schluss erst Recht nicht. Hier werden hauptsächlich die Shipper etwas befriedigt, was andere Verläufe umso verwirrender macht. Denn Joey interessiert sich gleich mehrfach für andere Männer. Sei es ihr Studienkollege Elliot, ihr Dozent oder der Musiker Charlie (Chad Michael Murray). Gerade letzterer wird sehr schön in die Serie eingebaut (man beachte die Ironie). Nachdem er sich zuvor mit Jen vergnügt hatte – diese zugleich mit einer anderen Studentin betrügend -, gelingt ihm das ganze (inklusive Läuterung) dann auch noch bei Joey. Diese lässt ihn jedoch genauso abblitzen, wie alle anderen Männer in ihrem Leben. Speziell in ihren Entscheidungen zum Finale hin (erst blockt sie Dawson ab, dann ändert sie doch noch spontan ihre Meinung) wirken geradezu lächerlich.

Die Stärken der fünften Staffel liegen wie gesagt in ihrem Auftakt. Dawsons Kampf um Joeys Gefühle und gegen die Autorität seines Vaters Mitch (John Wesley Shipp) sind in bester Dawson’s Creek Manier gehalten und dabei zugleich packend und unterhaltsam. Hier bricht dann Mitchs Tod in The Long Goodbye herein wie ein Orkan. Die Umstände seines Todes (im fällt während dem Fahren sein Eis runter und beim klassischen Grapschen verliert er den Verkehr aus den Augen) haben zwar durchaus einen bitteren Nachgeschmack, aber was der Akt dafür in jener vierten Folge auslöst, schafft keine andere Episode der Staffel annäherungsweise zu erzeugen. Mit jenem Tod des Vaters hat Dawson anschließend mal glaubwürdig und mal lächerlich zu kämpfen. Letztlich ist aber auch der Tod von Mitch wieder nur ein Auslöser für ein anderes Ereignis innerhalb der Serie. Der Beziehung von Dawson und Jen. Erneut. Nach der ersten Staffel.

In Hotel New Hampshire kommen sie bei einem Filmfestival, das Dawson gewinnt, wieder zusammen. Bedauerlicherweise wird mit der gänzlich bescheuerten Halloween-Folge Four Scary Stories ungeschickt angeknüpft, ehe es in Appetite for Destruction weitergeht. Die neuerliche Beziehung der beiden wird sehr charmant und liebenswürdig verkauft, auch wenn hier ebenfalls die Umstände etwas fragwürdig sind. Grandios zelebrieren die Macher hier ein Essen zwischen den Freunden, bei dem diese überraschenderweise mit Dawson und Jen konfrontiert werden. Köstlich wie Audrey (Busy Phillips) Joey den Wein umstößt, um mit ihr im Raum nebenan abzuklären, ob das alles auch in Ordnung ist für sie. Dass die Dawson-Jen-Beziehung keine Zukunft hat, war dabei natürlich absehbar. Letztlich war der Zweck des Geschehens wohl lediglich einige unangenehme Momente für Joey zu erschaffen und Dawson endlich seiner Jungfräulichkeit zu berauben. Das feiert der Gute dann auch gebührend, wenn er nach fünf Jahren ohne Sex nun innerhalb kürzester Zeit auf ältere Frauen ins Bett kriegt.

Im Vergleich zur vierten Staffel baut die fünfte und erste außerhalb von Capeside stark ab. Ähnlich wie in der dritten Staffel bereits scheinen die Dawson und Joey vormerklich sexuell gereift zu sein. Ihre Entscheidungen während der 23 Folgen wirken dabei nicht so, als hätten sie viel aus ihrem bisherigen Leben gelernt. Episoden wie Highway to Hell bilden daher die starken Ausnahmen, aus einer durchschnittlichen Regel. Hinzu kommen dann noch unsägliche Auswüchse wie die angesprochene Halloween-Folge oder Downtown Crossing. Letztere Episode bildet den Tiefpunkt der bisherigen Seriengeschichte. Der Wechsel von Capeside nach Boston hat der Serie keineswegs gut getan – im Gegenteil. Für viele Figuren verlaufen die Ideen inzwischen im Sande, man weiß nicht, was man noch groß schreiben soll und besinnt sich auf Elemente und Themen, die man in erfolgreicheren Zeiten bereits schon mal angesprochen hat. Da kommt es gerade recht, dass es sich hierbei um die vorletzte Staffel der einstmals brillanten Serie handelt. Denn dass das Konzept nicht ewig weitergeht, merkt man in der fünften Staffel überdeutlich.

7.5/10

8. Februar 2009

He's Just Not That Into You

Ken Kwapis zeichnete sich als Regisseur einiger Episoden der kultigen Sitcoms The Office und Malcolm in the Middle aus. Seine Kinokomödien wie Licence to Wed stinken dagegen meist gewaltig. So auch sein neuestes Vehikel, welches stargespickt bis zum Anschlag daherkommt. Einen Grund sich das dennoch anzutun wäre die atemberaubende Jennifer Connelly. Meine Besprechung zum Film findet sich beim MANIFEST.

3.5/10