2. September 2007

Serenity

Secrets are not my concern. Keeping them is.

Wie im Post zu Firefly berichtet, wurde die Serie - von ihren Fans vergöttert - nach elf der vorgesehenen vierzehn Episoden eingestellt. Dies geschah im Dezember 2002. Serienschöpfer Joss Whedon, gab jedoch den Kampf um die Serie nicht auf und entwickelte ein Filmkonzept, um Firefly gebührend ausklingen zu lassen, da einige Fragen aufgrund der nichtvorhanden Staffeln offen blieben. Sein Konzept wurde von Universal Pictures sofort aufgegriffen und gut ein halbes Jahr, nachdem die Serie von Fox eingestellt worden war, begannen die Planungen für den Kinofilm, bei welchem der gesamte Seriencast sprichwörtlich an Bord sein würde.

Bei für einen Weltraumfilm relativ geringen Kosten von vierzig Millionen Dollar, gelang es Whedon nicht nur den Charme der Serie aufrecht zu erhalten und zu verbessern (weniger Western, mehr Sci-Fi), sondern auch seine Kosten wieder einzuspielen. Ein erstaunliches Ergebnis, bedenkt man, dass der Film primär für die Fans der Serie gedreht worden war, was sozusagen ein Novum darstellte. Ich berichtete ebenfalls im anderen Post, dass ich Firefly vor meinem Kinobesuch nicht kannte (sie wurde schließlich auch nicht in Deutschland ausgestrahlt) und jetzt im Nachhinein stelle ich zu meinem Erstaunen fest, wie gut Serenity für sich doch funktioniert.

Die Handlung des Filmes knüpft nämlich mit einer Unterbrechung von mehreren Monaten an die aus dem Staffelfinale von Firefly an, mit teilweise direkten Querverweisen oder Verbindungen. Trotz allem bedarf es für Serenity keinerlei Vorkenntnisse der Serie, denn ich konnte der Geschichte selbst bei meinem ersten Kinobesuch folgen. Somit funktioniert Serenity wirklich genauso gut für Diejenigen, welche die Serie weder gesehen noch von ihr gehört haben. Für alle Fans stellt der Film sicherlich ein besonderes Schmankerl dar, denn er trifft nicht nur auf alle neun Charaktere der Serie wieder, sondern auch ihre jeweiligen Eigenheiten.

Das Whedon dies in seinem Drehbuch und der filmischen Umsetzung im wahrsten Sinne des Wortes perfekt umsetzen konnte, verdient in der Tat ein Extralob. Auf der Vorgeschichte der Serie aufbauend, gelangte River (Summer Glau) in die Hände der Allianz. Simon (Sean Maher) kann sie befreien und gemeinsam fliehen sie an Bord der „Serenity“ unter Führung von Malcolm Reynolds (Nathan Fillion). Die Flucht von River zwingt die Allianz dazu, einen namenlosen Attentäter (Chiwetel Ejiofor) auf ihre Fährte zu setzen, während die Crew versucht das Geheimnis der Allianz zu knacken und ihr eigenes Leben aus der Gefahrenzone zu schaffen.

Zudem wird geklärt, wie es mit Mal und Inora (Morena Baccarin), sowie mit Kaylee (Jewel Staite) und Simon weitergeht (oder ob überhaupt etwas „geht“).  Bedauerlicherweise bleiben auch nach dem Film noch offene Fragen, z.B. was es mit der Vergangenheit von Book (Ron Glass) auf sich hat oder wie die linearere Struktur der Allianz (welche sicher nicht von ungefähr dem Lucasschen Imperium ähnelt) aussieht. Aber es wird dafür Licht in die zentrale Frage von River und dem Interesse der Allianz an ihr gebracht, zudem erfährt der Zuschauer auch mehr über die Reaver, welche im Film eine bedeutendere Rolle als in der Serie spielen.

Ein Gewinn ist dabei vor allem Chiwetel Ejiofur, der den namenlosen Attentäter der Allianz in schauspielerischer Perfektion verkörpert. Unkenrufe eines Sequels wurden im letzten Jahr mit den Verkaufszahlen der in den USA erschienenen Collector’s Edition in Verbindung gebracht. Das Ganze scheint generell nicht ausgeschlossen zu sein. Daher kann ich alle nur dazu aufrufen, sich doch ein Exemplar des Filmes zu beschaffen, damit die „Serenity“ noch einmal fliegen darf. Zu dem Film selber lässt sich dann auch nicht viel mehr anfügen. Einer der größten Space-Abenteuer und ein ganz toller Film, welcher jedem gefallen dürfte.

9/10

Kommentare:

  1. Schön, hier von dir etwas über diesen tollen Film zu lesen. Ich bin damals auch sehr begeistert davon gewesen und habe mir dann recht bald die dazugehörige Serie gekauft, bin jedoch bisher noch nie dazu gekommen, sich wirklich mal möglichst zusammenhängend anzuschauen. Ich will das aber definitiv nachholen und dann auch bei mir sicher nochmal eine Kritik zur Serie und eine neue Kritik zum Film raushauen, denn mit der oben verlinkten Rezension bin ich leider nicht mehr so ganz zufrieden.

    Mit deiner hingegen schon. ;)

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  2. Ich habe ihn bereits vor einiger Zeit gesehen und hatte das Gefühl, ich kriege eine Menge nicht mit, weil ich die Serie nicht gesehen habe. Komischerweise ist mir kaum etwas vom Film in Erinnerung geblieben. Nur eine wirklich traumhaft choreografierte Steadicamfahrt durch das Raumschiff zu Beginn, die war wirklich klasse...

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  3. Fand den Film nicht besonders gut. Lag aber sicherlich daran, dass ich die Serie nicht kenne und somit dann ein wenig im Leeren stehst. Dass der Film also ohne Vorkenntnisse funktioniert würde ich nur bedingt sagen.

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  4. @Jochen&Mulder: Also wie im Text erwähnt, habe ich den Kinofilm auch ohne Kenntnis der Serie gesehen und konnte ihm dennoch problemlos folgen. Wenn er euch dann nicht so zugesagt hat, ist das natürlich bedauerlich.

    @knurru: Wir verstehen uns ;)

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  5. Du bewertest den Film besser als die Serie. Interessant. Ist mir so auch noch nicht untergekommen.

    Ich selbst finde die Serie genial und den Film gut. Man merkt ihm meiner Meinung nach deutlich an, dass manche Handlungsstränge auf einen längeren Zeitraum ausgelegt waren...

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