Posts mit dem Label Game of Thrones werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Game of Thrones werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

2. Juli 2016

Game of Thrones – Season Six

It’s only tits and dragons.
(Ian McShane)


Schließlich war es soweit: das Kind musste auf eigenen Beinen stehen. Keine Windel mehr, keine Stützräder, kein Dach über dem Kopf im Elternhaus. Im Laufe des Lebens ist immer wieder Eigenständigkeit gefragt – und solche war, mit Abstrichen, dieses Jahr auch von David Benioff und D.B. Weiss gefordert. Beide Männer sind ihres Zeichens Showrunner und Autoren der populären HBO-Serie Game of Thrones, die in ihren ersten fünf Staffeln auf Buchmaterial von George R.R. Martins Reihe A Song of Ice and Fire basierte. Nur, dass der jüngste Roman The Winds of Winter bisher noch nicht erschien. Insofern tasteten sich Benioff und Weiss in der sechsten Staffel der Show vor in unbekannte Gefilde. Was man Game of Thrones deutlich anmerkte.

Zugleich hatten nun Kenner der Bücher keinen Wissensvorsprung, erlebten die meisten Ereignisse des sechsten Jahres so unbefleckt wie Romanlaien seit Beginn der Serie. So oder so dürfte es wohl für die wenigsten Zuschauer ein Schock gewesen sein, zu erfahren, dass Serienheld Jon Snow (Kit Harrington) zwar in der Tat tot war, es aber im Verlauf der jüngsten Staffel keineswegs blieb. Ohnehin kann sich Game of Thrones dieses Jahr nicht wirklich rühmen, besonders innovativ oder überraschend gewesen zu sein. Vielmehr wirkt das sechste Jahr wie ein kurzes Durchatmen, um sich auf den baldigen Schlussakt vorzubereiten. In zwei Jahren ist nämlich Schluss in Westeros, mit der achten Staffel als Finale für das Fantasy-Ränkespiel.

Vielleicht auch im Wissen, das Ende der geplanten siebenteiligen Buchreihe ohnehin nicht zu erleben, wo die Publikation des fünften Bands noch aussteht. Und auch wenn sich Benioff und Weiss im Vorfeld mit Martin zusammensetzten, wirkt es doch so, als wisse Game of Thrones nicht so wirklich, was es erzählen soll, ohne sich auf einen Zielort in A Song of Ice and Fire berufen zu können. So fiel mancher lahme Handlungsstrang dieses Jahr schlicht unter den Tisch, andere wurden gnädiger Weise zum Ende der Staffel hin wiederum eingestellt, nachdem sie zwei Jahre lang auf der Stelle traten. Allen voran der wenig ertragreiche Ausflug von Arya Stark (Maisie Williams) nach Braavos zum Auftragskiller-Training der Faceless Men.

Zwei Staffeln lang verdingte sich die jüngste Stark-Tochter hier als Azubi von Jaqen H’ghar (Tom Wlaschiha), ohne dass dies wirklich einem Zweck folgte, außer Beschäftigungstherapie für die Figur zu sein. Ähnlich wirkt der Handlungsstrang von Daenerys Targaryen (Emilia Clarke), die nochmals die Reise vom Dothrakischen Meer nach Meereen bestreiten darf. Dort erwarten ihr Berater Tyrion Lannister (Peter Dinklage) und Konsorten ihre Rückkehr und versuchen derweil, den Frieden aufrecht zu erhalten. Wenn Game of Thrones im Staffelfinale The Winds of Winter buchstäblich die Segel setzt und Essos hinter sich lässt, nimmt das Geschehen endlich Fahrt auf. Selbst wenn der Zuschauer davon erst etwas in den finalen beiden Staffeln hat.

Die Krux liegt sicher auch mit am umfangreichen Ensemble der Serie. Entsprechend dienen die Staffelauftakt-Folgen wie The Red Woman nahezu ausschließlich dazu, den aktuellen Stand der zentralen Figuren abzuhaken. Eine wirklich flüssige Narration vermag sich da nicht einzustellen, so unstet wie die Episoden oft ausfallen. Da gerät ein inhaltlich eigentlich bedeutender Handlungsstrang wie Dorne nach dem Prinzessinen-Mord im Vorjahresfinale ins Hintertreffen. Stattdessen begleiten wir vereinzelt Samwell Tarly (John Bradley) und seine Freundin Gilly (Hannah Murray) auf ihrer ereignislosen Reise zur Bibliothekshauptstadt Oldtown. Ähnlich unterbeschäftigt sind auch Petyr Baelish (Aidan Gillen) und Brienne of Tarth (Gwendoline Christie).

Ersterer taucht nur sporadisch auf, Letztere erledigt primär Botengänge. Irgendwie ein solcher ist auch der Ausflug von Bran Stark (Isaac Hempstead Wright) jenseits der Mauer, wo er wie seine Schwester eine Ausbildung antritt – hier beim Seher Three-eyed Raven (Max von Sydow) –, die er dann nicht beendet. Hauptsächlich schickt sich die sechste Staffel an, die Charaktere in Position zu bringen für die Dinge, die da nahen. Es kommt zu neuen Bündnissen und Wiedersehen. Der königlose Ritter Ser Davos (Liam Cunningham) und Hexe Melisandre (Carice van Houten) scharen sich nun um Jon Snow, der mit Schwester Sansa (Sophie Turner) an seiner Seite die Konfrontation mit Winterfell-Besetzer Ramsay Bolton (Iwan Rheon) sucht.

In Bewegung kommen auch die Iron Islands, wo Rückkehrer Theon Greyjoy (Alfie Allen) sich mit seiner Schwester Yara (Gemma Whelan) ebenfalls einem Usurpator in Person ihres Onkels Euron (Pilou Asbæk) gegenüber sieht. Stagnation zelebriert derweil King’s Landing, wo sich Cersei (Lena Headey) und Jaime Lannister (Nikolaj Coster-Waldau) nebst den Tyrells um Königin Margaery (Natalie Dormer) weiterhin mit der Sekte des High Sparrows (Jonathan Pryce) auseinandersetzen müssen. Die Hintergründe der Situation – die beiden mächtigsten Familien Westeros’ sind Geiseln von zwei Dutzend Fundamentalisten – arbeiten Benioff und Weiss dabei nicht heraus. Was zum großen Bedauern auf fast jeden der Handlungsstränge zutrifft.

Getreu klassischer HBO-Manier entwickeln sich die meisten Figuren nicht weiter (Jaime Lannister ist eine der wenigen Ausnahmen), reflektieren auch nicht ihre eigene Vergangenheit und Taten. In der Folge wirken Charaktere wie Jon Snow oder Cersei Lannister enorm eindimensional, wenn sie schlicht über ihre Handlungen definiert werden, aber mit oft fehlender Motivation. Die Figuren in der Serie hinterfragen sich nicht. Wenn Petyr Baelish da in The Winds of Winter wiederholt, sein Ziel sei es, auf dem Iron Throne zu sitzen, lässt Game of Thrones die Frage im Raum stehen: wieso? Selbiges ließe sich im Prinzip auch über Daenerys Targaryen sagen, die Show propagiert Macht um der Macht willen, ohne dass sich von ihr etwas versprochen wird.

Gleichzeitig stellt die sechste Staffel auch wiederholt die Generationen einander gegenüber. Wie bereits in früheren Staffeln wird Daenerys da der Vergleich zu ihrem Vater, dem Mad King, vor Augen geführt. Auch die übrigen Nachkommen, von König Tommen (Dean-Charles Chapman) über Ramsay Bolton bis hin zu den Greyjoys und Jon sowie Sansa, müssen sich dem Erbe ihrer Väter und Häuser stellen. Eine wirkliche Wahl in ihrem Handeln haben sie dabei allerdings nicht. “Fire and blood”, spricht da im Staffelfinale eine Figur das Motto eines der Häuser aus. “What is dead may never die”, hieß es im Vorfeld bereits anderswo in Westeros. Ein Königreich, dessen gemeinsame Sprache Blut, Mord und Gewalt ist. Auch dieses Jahr.

Den Blick zurück wagen lediglich Arya als Zuschauerin einer Show innerhalb der Show sowie ihr Bruder Bran als designierter Seher – welche Bedeutung diese Rolle auch immer im Kontext der Geschichte einnimmt. Als Folge bedient sich Game of Thrones bisweilen Rückblenden, um bislang offene Fragen mit Antworten zu versehen. Was nicht bedeutet, dass auch hierbei auf Gewalt verzichtet werden muss. Gut zwei Dutzend bekannter Figuren verabschieden sich von der Serien-Gehaltsliste – das Feld dünnt sich aus. Wohl auch, weil sich Benioff und Weiss des aufgeblähten Ensembles bewusst sind. Und in den ausbleibenden Episoden, die weniger als die üblichen zehn pro Staffel sein werden, voll auf die “key player” fokussieren wollen.

Insofern verdient sich die jüngste Staffel zumindest über weite Teile den Status als Füllmittel. Wenn in drei Jahren auf alle acht Staffeln zurückgeblickt wird, dürfte man zu dem Schluss kommen, dass das Alles auch in weniger Folgen hätte erzählt werden können. Und dabei insbesondere auf die Staffeln 5 und 6 blicken. Was nicht bedeutet, dass dieses Jahr nicht seine Momente gehabt hätte. Zwar baute die zweite Hälfte der Staffel merklich ab, dennoch wusste die Serie gerade mit der Bran-lastigen Episode The Door sowohl narrativ wie von der Inszenierung her einen der wenigen Höhepunkte ihrer Geschichte abzuliefern. Was sicher auch mit daran gelegen haben mag, dass Lost-Veteran Jack Bender hier erstmals die Regie übernommen hatte.

Auch Book of the Stranger wusste zu gefallen, wohingegen The Battle of the Bastards nicht nur, aber auch wegen des renommierten Status’ als neunte Folge stark enttäuschte. Weniger von ihrem Umfang und Umsetzung her, als dem, was sie erzählte. Selten war eine Fernseh-Episode wohl vorhersehbarer gewesen als hier. Nahezu eine Ohrfeige für eine Serie, die zuvorderst dadurch funktionieren will, indem sie ihre Zuschauer überrascht und schockiert. Letzteres war ebenfalls die Intention des Staffelfinales The Winds of Winter, doch auch jene Episode wartete zum einen mit Twists auf, die sich erahnen ließen. Und vermochte zum anderen wie ihre zahlreichen Vorgänger die Motivation hinter den Handlungen der Charaktere nicht zu erklären.

Abseits der Drehbuchautoren verdient sich Game of Thrones jedoch ohne Zweifel seinen Ruf als Qualitätsfernsehen. Ob Ausstattung oder Kostüme, von der Maske bis hin zu den Special Effects – noch nie sah die Show so gut aus wie im sechsten Jahr. Lob, das sich auch das umfangreiche Ensemble verdient, welches seine Figuren – so weit es die Drehbücher eben zulassen – zum Leben erweckt. Oft sind es die kleinen Momente und stillen Blicke, in denen Schauspieler wie Alfie Allen, Maisie Williams, Carice van Houten oder auch einmalige Gast-Darsteller wie Ian McShane ihre Klasse abrufen. Hinzu kommen herrliche Neunankömmlinge wie die kecke Lady Mormont (Bella Ramsey) sowie lieb gewonnene Legenden wie Olenna Tyrell (Diana Rigg).

Wer damit leben kann, dass Benioff und Weiss mit der sechsten Staffel von Game of Thrones primär den Tisch decken für das noch ausstehende Zwei-Gänge-Menü – oder wer generell mit den Grundprämissen der Show, von Ian McShane wunderbar als “tits and dragons” umschrieben, schon zufrieden genug ist –, für den hält die Serie erneut alles bereit, was das Herz begehrt. Als kurzweilige und opulent inszenierte Unterhaltung geht dieses sechste Jahr in Ordnung, selbst wenn sich die Serie gegenüber anderen Shows mit den Jahren nicht sonderlich weiter entwickelt hat. Insofern sind die Showrunner trotz fehlender Buchvorlage immer noch so etwas wie Nesthocker im Hause George R.R. Martins. Ausgezogen wird nächstes Jahr.

7/10

1. Dezember 2015

Filmtagebuch: November 2015

APPROACHING THE ELEPHANT
(USA 2014, Amanda Wilder)
6.5/10

BEST OF ENEMIES
(USA 2015, Robert Gordon/Morgan Neville)
7/10

BIG EYES
(USA/CDN 2014, Tim Burton)
4/10

THE END OF THE TOUR
(USA 2015, James Ponsoldt)
6/10

FRIDAY THE 13TH [FREITAG DER 13.]
(USA 2009, Marcus Nispel)

2.5/10

GAME OF THRONES – SEASON 3
(USA 2013, Daniel Minahan/David Nutter u.a.)
5.5/10

GIRLS GONE DEAD [BIKINI SPRING BREAK MASSAKER]
(USA 2012, Michael Hoffman Jr./Aaron T. Wells)
4.5/10

THE GREAT BRITISH BAKE OFF – SEASON 5
(UK 2014, Andy Devonshire)
7/10

GÜEROS
(MEX 2014, Alonso Ruiz Palacios)
6/10

JONGENS [BOYS]
(NL 2014, Mischa Kamp)

5.5/10

THE MAN FROM U.N.C.L.E. [CODENAME: U.N.C.L.E.]
(USA/UK 2015, Guy Ritchie)
5.5/10

MARVEL’S JESSICA JONES
(USA 2015, S. J. Clarkson u.a.)
3.5/10

MAGGIE
(USA 2015, Henry Hobson)
7.5/10

MASTERCHEF – SEASON 6
(USA 2015, Brian Smith)
7/10

MISTRESS AMERICA
(USA 2015, Noah Baumbach)
7.5/10

OMOIDE NO MĀNĪ [ERINNERUNGEN AN MARNIE]
(J 2014, Yonebayashi Hiromasa)

7.5/10

SPACEBALLS
(USA 1987, Mel Brooks)
6/10

TANGERINE
(USA 2015, Sean Baker)
6/10

VICTORIA
(D 2015, Sebastian Schipper)
6/10

YOUTH [EWIGE JUGEND]
(I/F/CH/UK 2015, Paolo Sorrentino)

6.5/10

Retrospektive: Star Wars


STAR WARS [KRIEG DER STERNE]
(USA 1977, George Lucas)

9.5/10

THE EMPIRE STRIKES BACK [DAS IMPERIUM SCHLÄGT ZURÜCK]
(USA 1980, Irvin Kershner)

9/10

THE RETURN OF THE JEDI [DIE RÜCKKEHR DER JEDI-RITTER]
(USA 1983, Richard Marquand)

8/10

STAR WARS – EPISODE I: THE PHANTOM MENACE
[STAR WARS – EPISODE I: DIE DUNKLE BEDROHUNG]
(USA 1999, George Lucas)

3/10

STAR WARS – EPISODE II: ATTACK OF THE CLONES
[STAR WARS – EPISODE II: ANGRIFF DER KLONKRIEGER]
(USA 2002, George Lucas)

3.5/10

STAR WARS – EPISODE III: THE REVENGE OF THE SITH
[STAR WARS – EPISODE III: DIE RACHE DER SITH]
(USA 2005, George Lucas)

2/10

1. November 2015

Filmtagebuch: Oktober 2015

BACK IN TIME
(USA/UK/CDN 2015, Jason Aron)
3.5/10

BACK TO THE FUTURE [ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT]
(USA 1985, Robert Zemeckis)

10/10

BACK TO THE FUTURE PART II [ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT II]
(USA 1989, Robert Zemeckis)

8.5/10

BEASTS OF NO NATION
(USA 2015, Cary Joji Fukunaga)
5.5/10

BONE TOMAHAWK
(USA 2015, S. Craig Zahler)
2.5/10

CARTEL LAND
(MEX/USA 2015, Matthew Heineman)
6/10

CUTTHROAT KITCHEN – SEASON 2
(USA 2013/14, Steve Hyrniewicz)
7/10

DOPE
(USA 2015, Rick Famuyiwa)
6/10

THE FAULT IN OUR STARS [DAS SCHICKSAL IST EIN MIESER VERRÄTER]
(USA 2014, Josh Boone)
3.5/10

THE FINAL GIRLS
(USA 2015, Todd Strauss-Schulson)
6/10

GAME OF THRONES – SEASON 2
(USA 2012, Alan Taylor u.a.)
6/10

INSIDE OUT [ALLES STEHT KOPF]
(USA 2015, Pete Docter/Ronaldo Del Carmen)

7/10

LA ISLA MÍNIMA [MARSHLAND]
(E 2014, Alberto Rodríguez)

6/10

MASTERCHEF – SEASON 4
(USA 2013, Brian Smith)
7/10

MASTERCHEF – SEASON 5
(USA 2014, Brian Smith)
7/10

ME AND EARL AND THE DYING GIRL [ICH UND EARL UND DAS MÄDCHEN]
(USA 2015, Alfonso Gomez-Rejon)

7.5/10

RELATOS SALVAJOS [WILD TALES]
(RA/E 2014, Damián Szifrón)

6/10

SAN ANDREAS
(USA/AUS/CDN 2015, Brad Peyton)
5.5/10

SICARIO
(USA 2015, Denis Villeneuve)
7.5/10

TOMORROWLAND [A WORLD BEYOND]
(USA/E 2015, Brad Bird)

3.5/10

THE WOLFPACK
(USA 2015, Crystal Moselle)
6/10

Retrospektive: A Nightmare on Elm Street


A NIGHTMARE ON ELM STREET [NIGHTMARE – MÖRDERISCHE TRÄUME]
(USA 1984, Wes Craven)

9/10

A NIGHTMARE ON ELM STREET PART 2: FREDDY’S REVENGE
[NIGHTMARE 2 – DIE RACHE]
(USA 1985, Jack Sholder)

4.5/10

A NIGHTMARE ON ELM STREET 3: DREAM WARRIORS
[NIGHTMARE 3 – FREDDY LEBT]
(USA 1987, huck Russell)

4/10

A NIGHTMARE ON ELM STREET 4: THE DREAM MASTER
[NIGHTMARE ON ELM STREET 4]
(USA 1988, Renny Harlin)

4.5/10

A NIGHTMARE ON ELM STREET: THE DREAM CHILD
[NIGHTMARE ON ELM STREET 5 – DAS TRAUMA]
(USA 1989, Stephen Hopkins)

3.5/10

FREDDY’S DEAD: THE FINAL NIGHTMARE
[FREDDYS FINALE – NIGHTMARE ON ELM STREET 6]
(USA 1991, Rachel Talalay)

2.5/10

NEW NIGHTMARE [FREDDY’S NEW NIGHTMARE]
(USA 1994, Wes Craven)

4/10

FREDDY VS. JASON
(USA/CDN/I 2003, Ronny Yu)
4.5/10

NEVER SLEEP AGAIN: THE ELM STREET LEGACY
(USA 2010, Daniel Farrands/Andrew Kasch)
7/10

30. September 2015

Filmtagebuch: September 2015

AMY
(UK/USA 2015, Asif Kapadia)
8/10

BIG HERO 6 [BAYMAX – RIESIGES ROBOWABOHU]
(USA 2014, Don Hall/Chris Williams)

6/10

THE ’BURBS [MEINE TEUFLISCHEN NACHBARN]
(USA 1989, Joe Dante)

8.5/10

CUTTHROAT KITCHEN – SEASON 1
(USA 2013, Steve Hyrniewicz)
7/10

ELECTRIC BOOGALOO: THE WILD, UNTOLD STORY 
OF CANNON FILMS
(USA/UK/AUS/IS 2014, Mark Hartley)
5.5/10

ENTER THE VOID
(F/D/I/CDN 2009, Gaspar Noé)
5.5/10

EVEREST (3D)
(USA/UK/IS 2015, Baltasar Kormákur)

7/10

THE FIRM [DIE FIRMA]
(USA 1993, Sydney Pollack)

6/10

GAME OF THRONES – SEASON 1
(USA 2011, Brian Kirk/Daniel Minahan u.a.)
6.5/10

GRAVITY
(USA/UK 2013, Alfonso Cuarón)
6/10

GREMLINS
(USA 1984, Joe Dante)
8/10

GREMLINS 2: THE NEW BATCH
(USA 1990, Joe Dante)
8/10

INNERSPACE [DIE REISE INS ICH]
(USA 20, Joe Dante)

6/10

KING KONG
(USA/D/NZ 2005, Peter Jackson)
2.5/10

THE LOOK OF SILENCE
(USA/UK/RI u.a. 2014, Joshua Oppenheimer)
8/10

LOVE (3D)
(F/B 2015, Gaspar Noé)

6/10

LOVE & MERCY
(USA 2014, Bill Pohlad)
5.5/10

MASH
(USA 1970, Robert Altman)
6.5/10

M*A*S*H – SEASON 1
(USA 1972/73, William Wiard u.a.)
7/10

THE MARTIAN (3D)
(USA 2015, Ridley Scott)

7/10

MASTERS OF THE UNIVERSE
(USA 1987, Gary Goddard)
4/10

MUSARAÑAS [SHREW’S NEST]
(E/F 2014, Juanfer Andrés/Esteban Roel)

4/10

PAUL
(USA/UK 2011, Greg Mottola)
6.5/10

PLEMYA [THE TRIBE]
(NL/UA 2014, Miroslav Slaboshpitsky)

6/10

PRISON BREAK – SEASON 1
(USA 2005/06, Kevin Hooks/Bobby Roth u.a.)
7.5/10

THE SEARCH FOR GENERAL TSO
(USA/CN/RC 2014, Ian Cheney)
6/10

SENNA
(UK/USA/F/BR 2010, Asif Kapadia)
8.5/10

SHOW ME A HERO
(USA 2015, Paul Haggis)
5.5/10

SMALL SOLDIERS
(USA 1998, Joe Dante)
3.5/10

TERMINATOR GENISYS
(USA 2015, Alan Taylor)
3/10

TIN CUP
(USA 1996, Ron Shelton)
6.5/10

TRAINER!
(D 2013, Aljoscha Pause)
7.5/10

TURBO KID
(CDN/NZ 2015, François Simard/Anouk Whissell/Yoann-Karl Whissell)
3.5/10

Werkschau: Edgar Wright


SHAUN OF THE DEAD
(UK/USA/F 2004, Edgar Wright)
8/10

HOT FUZZ
(UK/USA/F 2007, Edgar Wright)
6/10

SCOTT PILGRIM VS. THE WORLD
(USA/UK/CDN/J 2010, Edgar Wright)
5/10

THE WORLD’S END
(UK/USA/J 2013, Edgar Wright)
3.5/10

1. Juli 2015

Filmtagebuch: Juni 2015

AFTER EARTH
(USA 2013, M. Night Shyamalan)
4.5/10

BANDE DE FILLES [GIRLHOOD]
(F 2014, Céline Sciamma)

6/10

CLOVERFIELD
(USA 2008, Matt Reeves)
2.5/10

THE COBBLER [COBBLER: DER SCHUHMAGIER]
(USA 2014, Thomas McCarthy)

4/10

COMMUNITY – SEASON 1
(USA 2009/10, Anthony Russo/Joe Russo)
7.5/10

COMMUNITY – SEASON 2
(USA 2010/11, Joe Russo u.a.)
7.5/10

COMMUNITY – SEASON 3
(USA 2011/12, Tristram Shapeero u.a.)
7.5/10

THE DICTATOR [DER DIKTATOR]
(USA 2012, Larry Charles)

1/10

ERIN BROCKOVICH
(USA 2000, Steven Soderbergh)
7/10

FEHÉR ISTEN [UNDERDOG]
(H/D/S 2014, Kornél Mundruczó)

4/10

FRIED GREEN TOMATOES [GRÜNE TOMATEN]
(USA 1991, Jon Avnet)

6.5/10

GAME OF THRONES – SEASON 5
(USA 2015, Miguel Sapochnik u.a.)
7/10

HOJE EU QUERO VOLTAR SOZINHO [HEUTE GEHE ICH ALLEIN NACH HAUSE]
(BR 2014, Daniel Ribeiro)

6.5/10

HOT GIRLS WANTED
(USA 2015, Jill Bauer/Ronna Gradus)
5/10

KINGSMAN: THE SECRET SERVICE
(UK 2014, Matthew Vaughn)
1.5/10

JURASSIC PARK
(USA 1993, Steven Spielberg)
8.5/10

JURASSIC WORLD
(USA 2015, Colin Trevorrow)
5.5/10

LILO & STITCH
(USA 2002, Dean DeBlois/Chris Sanders)
8/10

LILTING
(UK 2014, Hong Khaou)
6/10

LOUIE – SEASON 1
(USA 2010, Louis C.K.)
7/10

MANGLEHORN
(USA 2014, David Gordon Green)
6/10

A NIGHT AT THE ROXBURY
(USA 1998, John Fortenberry)
6/10

NOTHING TO LOSE [NIX ZU VERLIEREN]
(USA 1997, Steve Oedekerk)

5.5/10

RED ARMY
(USA/RUS 2014, Gabe Polsky)
6/10

ROMY AND MICHELE’S HIGH SCHOOL REUNION
(USA 1997, David Mirkin)
5/10

SAFETY NOT GUARANTEED
(USA 2012, Colin Trevorrow)
6.5/10

SAW
(USA/AUS 2004, James Wan)
2/10

SWITCHBACK
(USA 1997, Jeb Stuart)
7/10

TALLADEGA NIGHTS: THE BALLAD OF RICKY BOBBY
[RICKY BOBBY – KÖNIG DER RENNFAHRER]
(USA 2006, Adam McKay)

6/10

TANGLED [RAPUNZEL – NEU VERFÖHNT]
(USA 2010, Nathan Greno/Byron Howard)

8/10

TOP FIVE
(USA 2014, Chris Rock)
4.5/10

VEEP – SEASON 4
(USA 2015, Becky Martin u.a.)
7.5/10

25. Juni 2015

Game of Thrones – Season Five

The gift of a great name. Sometimes that’s all one needs.

Seit vier Jahren begeistert HBO’s Game of Thrones, jene Fantasy-Adaption von George R. R. Martins Romanserie, die 1996 begann, die Zuschauer weltweit. Jüngst ging die fünfte Staffel zu Ende, womit nunmehr – erstmals – die Fernseh- wie die Romanserie inhaltlich auf derselben Höhe sind, dienen doch die Ereignisse des fünften Romans A Dance with Dragons als Vorlage für die fünfte Staffel. Als Game of Thrones seinerzeit debütierte, verfolgte ich die ersten drei Episoden, legte die Show jedoch alsbald als „Lord of the Rings fürs Pay-TV“ zu den Akten. Zufällig habe ich nun die fünfte Staffel dieses Jahr gesehen, als Einstieg in die Materie – und warum auch nicht. So bot sich mir ein Blick von außen, was vielleicht auch ganz zuträglich ist.

Nun mag man sagen, für Game of Thrones braucht es das Vorwissen – wenn schon nicht der Romane, dann doch der Vorgängerstaffeln. Andererseits lässt sich die Qualität der Serie womöglich wenn schon nicht besser, dann doch zumindest interessanter mit einer Perspektive von außen einschätzen. Zudem sich ja vielerlei Pop-Kultur im Web 2.0-Zeitalter ohnehin nicht umschiffen lässt, somit auch Außenstehende wissen, was mit dem Familienclan der Starks (Red Wedding!) geschah oder “Winter is coming” eigentlich heißt. Und grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Serie zumindest produktionstechnisch – zum Glück – zugelegt zu haben scheint seit dem ersten Jahr. Aber kann auch der Inhalt einen Serien-„Wildling“ überzeugen?

Eines der großen Probleme der Serie scheint mir die Vielzahl der Charaktere und Handlungsstränge zu sein. Nicht so sehr, weil sie mir nicht alle vertraut sind, sondern weil manche von ihnen bisweilen eher sporadisch auftauchen und wenig zu tun haben. Beispielsweise jene Sequenzen rund um Arya (Maisie Williams) in Braavos, wo die zweitjüngste Stark-Tochter bestrebt ist, im House of Black and White mit Hilfe von Jaqen H’ghar (Tom Wlaschiha) eine(r) der Faceless Men zu werden. Ein beispielhafter Handlungsstrang zugleich, um zu verdeutlichen, dass sich die Handlung aller Plotlines in der Serie sehr gestreckt anfühlt. Weitaus ausgedehnter, um das, was sie dem Zuschauer mitteilen wollen auch mitzuteilen. Weniger ist manchmal mehr.

Ähnlich verhält es sich auch mit jener Episode, die Jaime Lannister (Nikolaj Coster-Waldau) nach Dorne führt, wo er seine Tochternichte zurück nach King’s Landing bringen will, die im Süden der Liebe wegen weilt. Es wirkt wie Beschäftigungstherapie für die Figur in einem Nebenstrang, der viel Lärm um nichts macht. Auch hier wird, wie andernorts in Westeros, intrigiert – in diesem Fall von Ellaria Sand (Indira Varma), die ihre Töchter Rache an der Lannister-/Baratheon-Tochter für einen Todesfall üben lassen will. Viele grimmige Gesichter, zumindest ein netter Szeneriewechsel und schließlich weiteres Drama wirken inzwischen mehr als Selbstzweck einer Serie, die sich – so hört man – das Entledigen ihrer Figuren zum Merkmal gemacht hat.

Ähnlich stagnierend erscheinen die Geschehnisse in King’s Landing, wo Cersei Lannister (Lena Headey) als Strippenzieherin selbst in jene Grube fällt, die sie für andere gegraben hat. Ihre perverse Vergangenheit holt die Königsmutter ein, als sie in die Schusslinie des High Sparrows (Jonathan Pryce) und seiner religiös-fanatischen Spatzen gerät. Womöglich erklärt Martin in seinen Romanen wieso jene – zahlenmäßig eher geringen – Fanatiker relativ tun und lassen können was sie wollen. Und infolgedessen de facto die Hauptstadt regieren. Mir scheint, das Haus Baratheon/Lannister war schon mal mächtiger, wenn hier beliebig königliches Geschlecht in Kerker geworfen und sonstige Prominenz nebenbei nonchalant ermordet wird.

Interessanter, wenn auch nicht minder in die Länge gezogen, sind da schon die Ereignisse im Norden. Der schmierige Petyr Baelish (Aidan Gillen) liefert Sansa Stark (Sophie Turner) in ihrer alten Heimat ab, überlässt sie dort den Mördern ihrer Familie und soll durch Vermählung mit diesen, namentlich Ramsay Bolton (Iwan Rheon), ihr Überleben sichern. Und die Mörder durch die Beziehung mit einem Nachkommen ihrer Vorgänger ihre Position stärken. Was folgt, sind Szenen einer Ehe, kulminierend in einem – relativ harmlos inszenierten, aber dennoch im Internet mit “shock value” wahrgenommenen – Ereignis zum Abschluss von Unbent, Unbowed, Unbroken. Glücklich, so scheint es, kann in Game of Thrones keiner der Protagonisten werden.

Schon gar nicht im Norden, wo sich das Elend die Hände reicht und Blut reicher fließt als Wasser. Als neuer Nachtwachen-Kommandeur ist Jon Snow (Kit Harington) bestrebt, die Wildlinge jenseits des Walls auf seine Seite zu bringen. “Winter is coming” und damit die Zombies. Derweil plant Stannis Baratheon (Stephen Dillane) den Sturm auf Winterfell als Zwischenstation zur Hauptstadt und den Iron Throne. Der ist auch Wunschobjekt im östlichen Essos, wo Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) Halt in Meereen macht, sich dort jedoch mit ihren eigenen Fanatikern, den Sons of the Harpy, rumschlagen muss. Da passt es, dass ihr verjagter (Ex-)Vertrauensmann Jorah Mormont (Iain Glen) mit Tyrion Lannister (Peter Dinklage) auftaucht.

Die Geschehnisse im Norden wie im Osten sind die spannenderen Dramen, die Game of Thrones erzählt. Dabei will ich zugestehen, dass manch narrative Länge auch dadurch bedingt ist, dass immer wieder die Handlung unterbrochen und nach King’s Landing, Braavos, Dorne oder sonst wo geschnitten wird. Dennoch lässt mich der Eindruck nicht los, dass viel von dem, was sich Staffel 5 zur Brust nimmt, auch zügiger hätte erzählt werden können. Sei es Cersei Lannister und der High Sparrow, Jon Snow und die Wildlinge oder Daenerys und die Zustände in Meereen. Auch, weil in jeder Handlung relativ wenig geschieht, was jedoch nicht immer etwas Schlechtes sein muss. Vielmehr liegt hierin auch eine, wenn nicht die Stärke der Show.

Faszinierend gerät die Serie oft, wenn zwei (entscheidende) Figuren das Gespräch miteinander suchen. Und sich dabei aneinander und dem Charakter oder den Idealen ihres Gegenübers aufreiben. Perfektioniert natürlich von Peter Dinklages Publikumsliebling, aber auch Aidan Gillen lässt genüsslich den ihm zugeschriebenen Text von der Zunge rollen. Game of Thrones lebt zuvorderst von den Figuren und ihrem Verhältnis zueinander. Entsprechend überzeugen die Dialoge, wie zwischen Jon Snow und Mance Rayder (Ciarán Hinds) im Staffelauftakt The Wars to Come oder Tyrion Lannister und Daenerys in Hardhome. Beide zählen mit Kill the Boy zu den herausragenden Folgen einer sonst zwar unterhaltsamen, aber wenig mitreißenden Staffel.

Zweifelsohne mag die Serie dabei für all jene, die ihr seit vier Jahren treu geblieben sind oder die Bücher kennen eine andere, intimere Rolle einnehmen. Solche Zuschauer nimmt das Schicksal von Arya vermutlich mit, genauso wie die etwaigen Tode, die insbesondere das Staffelfinale Mother’s Mercy abrunden. Für sie mag sich auch manche Situation mehr erklären, was hinter den Handlungen von Petyr Baelish steckt, wieso Daenerys Meereen so wichtig ist oder was für eine Rolle – falls überhaupt – Dorne für das größere Ganze in Westeros spielt. Wie wichtig ist der Iron Throne, wenn kleinere religiöse Gruppen wie die Faceless Men, Sparrows oder Sons of the Harpy in ihren Städten ohnehin das Geschehen regeln? Oder zu regeln scheinen.

Womöglich (vermutlich?) finden sich die Antworten in den Vorgänger-Staffeln oder der Buchreihe, ist man als Außensteher insofern doch etwas verlassen. Genauso was die emotionale Wucht angeht, die all jene Missetaten gegen lieb gewonnene Figuren oder gar deren Tod auszulösen scheint. Die einen verfluchen das in den sozialen Medien und drohen mit dem Serien-Bruch, für die anderen liegt hier ein kongeniales Spiel mit den Erwartungen. Mit Blick von außen wirkt nicht jeder Mord zwingend sinnig, eher als Schockmoment, wie man es in der Hochphase von Serien wie Lost kannte. Angesichts so mancher Figur, die im Finale – scheinbar (?) – Lebewohl gesagt hat, ist fraglich, wie ihr Handlungsstrang nun im nächsten Jahr weitergehen soll.

Ohnehin steht die Serie als solche nun vor einem Fragezeichen, wo sie jetzt auf Augenhöhe mit den Büchern ist. George R. R. Martin hofft, The Winds of Winter vor der sechsten Staffel zu publizieren, was HBO bis zum siebten und finalen Band, der womöglich erst in einigen Jahren erscheint, erzählen will, ist für mich fraglich. Grundsätzlich lässt sich nach Sichtung dieser Staffel schon eher nachvollziehen, wieso um die Serie ein derartiger Hype existiert. Selbst wenn ich diesen nicht teilen kann, obschon Game of Thrones viele Elemente besitzt, die durchaus anregend sind. Allen voran spannende (Neben-)Figuren wie Alexander Siddigs Prinz Doran Martell oder Liam Cunninghams Sir Davos. Letzterer begeistert sogar einen Außenstehenden.

7/10