Einen ungeschliffenen Diamanten findet man nicht oft, erkennt ihn aber leicht. So wie im Fall von Eddie Murphy, der in jungen Jahren Anfang der 1980er Jahre über Saturday Night Live zum aufstrebenden Hollywood-Star aufsteigen sollte. Mit Hits wie Trading Places, Coming to America und Beverly Hills Cop zementierte Murphy seinen Status innerhalb der Branche, seinen Anfang als Schauspieler nahm er dabei 1982 mit seinem Debüt in Walter Hills 48 Hrs. [Nur 48 Stunden]. Gerade 21 Jahre alt geworden, drückte Murphy dem “buddy cop”-Thriller derart seinen Stempel auf, dass seine Karriere anschließend sicher schien. 48 Hrs. avancierte zu einem der erfolgreichsten Filme des Jahres – angesichts seines R-Ratings nicht selbstverständlich.
Die Story ist dabei relativ simpel: Als der dank seinem Partner Billy Bear (Sonny Landham) entflohene Häftling Ganz (James Remar) zwei Polizisten ermordet, ermöglicht der ermittelnde Polizist Jack Cates (Nick Nolte) einen 48-Stunden-Freigang für Ganz’ ehemaligen Komplizen Reggie Hammond (Eddie Murphy). Dieser soll ihm helfen, Ganz zu überführen, der auf eine Beute in Höhe von einer halben Million Dollar aus ist, die Hammond und er einst bei einem Drogencoup bei Seite geschafft haben. Hierzu machen sie zuerst Luther (David Patrick Kelly), einen weiteren Komplizen, ausfindig, während die unterschiedlichen Persönlichkeiten von Eigenbrötler Cates und dem extrovertierten Reggie in der Folge wiederholt aneinander geraten.
48 Hrs. speist sich somit zuvorderst aus der Beziehung zwischen seinen beiden Hauptdarstellern, weniger durch die sehr rudimentäre Handlung. Immer wieder arbeiten sich Reggie und Cates am jeweiligen Gegenüber ab, bemerkenswert ist dabei, dass der Häftling hier stets mit dem Polizisten mithalten darf. Hill und das Drehbuch, das unter anderem von Steven E. de Souza (Die Hard, Commando) stammt, lassen Murphys Figur hier erfreulich viel Raum zur Entfaltung. Den Höhepunkt bildet dabei vermutlich die Szene in Torchy’s Bar, in welcher Cates sich buchstäblich zurücknimmt, während Reggie einer Gruppe Rednecks die Leviten liest (“I’m your worst fuckin’ nightmare”), auf der Suche nach Informationen zu Billy Bears Aufenthaltsort.
“Attitude and experience get you through”, hat Cates zuvor Reggie eingebläut, wie ein derartiger Konflikt zu lösen ist. Und in gewisser Weise könnte man es auch als Ratschlag von Nick Nolte an Eddie Murphy deuten, hatte Nolte doch seinem Kollegen seiner Zeit zehn Jahre Filmerfahrung voraus. Ähnlich wie in anderen “buddy cop”-Filmen wie Lethal Weapon lernen die Figuren in der Folge, dass sie sich aufeinander verlassen können, woraus sich freundschaftlicher Respekt entwickelt. Ungeachtet jener Keilerlei, in der Cates dann doch so überraschend wie unnötig einen subtilen Rassismus an den Tag legt – was der Film anschließend aber nicht weiter verfolgt. Dabei zeigt sich 48 Hrs. über weite Strecken sogar erstaunlich offen und liberal.
So ist Cates’ Vorgesetzter ein schwarzer Captain und mit Frank McRae so geschickt besetzt, dass er die Rolle später in Last Action Hero und Loaded Weapon 1 persiflieren würde. Zuvor sehen wir eine Gerichtsmedizinerin asiatischer Abstammung im Gespräch mit Cates, während Sonny Landham als Billy Bear einen Nachfahren amerikanischer Ureinwohner spielt. Abgesehen davon ist die Welt von 48 Hrs. – die Gerichtsmedizinerin außen vor – aber eine von Männern dominierte. Frauen werden reduziert auf sexuelle Objekte, seien es die Damen, die zur Befriedigung von Ganz, Billy und Reggie dienen, oder Cates’ Freundin Elaine (Annette O’Toole). Das mag dem Genre und jener Zeit – sowie dem Genre jener Zeit – geschuldet sein.
Neben den Hauptdarstellern überzeugt speziell James Horners Musik, die oft die für den Komponisten bekannten jazzigen Töne annimmt. In Kombination mit den vielen Nacht-Szenen gibt die Symbiose aus Bild und Musik 48 Hrs. nochmals eine ganz eigene Note. Erfreulich ist auch, dass das Finale relativ reduziert ausfällt, ohne große Verfolgungsjagd oder Brimborium vielmehr Bezug nimmt auf das erste Treffen von Cates und Ganz zu Beginn. Walter Hill endet die Geschichte naturgemäß mit den zwei Hauptfiguren, die sich trotz des Erfolgs von 48 Hrs. erst acht Jahre später wiedersehen sollten. Zu dem Zeitpunkt war Eddie Murphy bereits einer von Hollywoods größten Stars. Selbst wenn dieser Stern im Lauf der 90er schließlich zu verglühen begann.
Die Story ist dabei relativ simpel: Als der dank seinem Partner Billy Bear (Sonny Landham) entflohene Häftling Ganz (James Remar) zwei Polizisten ermordet, ermöglicht der ermittelnde Polizist Jack Cates (Nick Nolte) einen 48-Stunden-Freigang für Ganz’ ehemaligen Komplizen Reggie Hammond (Eddie Murphy). Dieser soll ihm helfen, Ganz zu überführen, der auf eine Beute in Höhe von einer halben Million Dollar aus ist, die Hammond und er einst bei einem Drogencoup bei Seite geschafft haben. Hierzu machen sie zuerst Luther (David Patrick Kelly), einen weiteren Komplizen, ausfindig, während die unterschiedlichen Persönlichkeiten von Eigenbrötler Cates und dem extrovertierten Reggie in der Folge wiederholt aneinander geraten.
48 Hrs. speist sich somit zuvorderst aus der Beziehung zwischen seinen beiden Hauptdarstellern, weniger durch die sehr rudimentäre Handlung. Immer wieder arbeiten sich Reggie und Cates am jeweiligen Gegenüber ab, bemerkenswert ist dabei, dass der Häftling hier stets mit dem Polizisten mithalten darf. Hill und das Drehbuch, das unter anderem von Steven E. de Souza (Die Hard, Commando) stammt, lassen Murphys Figur hier erfreulich viel Raum zur Entfaltung. Den Höhepunkt bildet dabei vermutlich die Szene in Torchy’s Bar, in welcher Cates sich buchstäblich zurücknimmt, während Reggie einer Gruppe Rednecks die Leviten liest (“I’m your worst fuckin’ nightmare”), auf der Suche nach Informationen zu Billy Bears Aufenthaltsort.
“Attitude and experience get you through”, hat Cates zuvor Reggie eingebläut, wie ein derartiger Konflikt zu lösen ist. Und in gewisser Weise könnte man es auch als Ratschlag von Nick Nolte an Eddie Murphy deuten, hatte Nolte doch seinem Kollegen seiner Zeit zehn Jahre Filmerfahrung voraus. Ähnlich wie in anderen “buddy cop”-Filmen wie Lethal Weapon lernen die Figuren in der Folge, dass sie sich aufeinander verlassen können, woraus sich freundschaftlicher Respekt entwickelt. Ungeachtet jener Keilerlei, in der Cates dann doch so überraschend wie unnötig einen subtilen Rassismus an den Tag legt – was der Film anschließend aber nicht weiter verfolgt. Dabei zeigt sich 48 Hrs. über weite Strecken sogar erstaunlich offen und liberal.
So ist Cates’ Vorgesetzter ein schwarzer Captain und mit Frank McRae so geschickt besetzt, dass er die Rolle später in Last Action Hero und Loaded Weapon 1 persiflieren würde. Zuvor sehen wir eine Gerichtsmedizinerin asiatischer Abstammung im Gespräch mit Cates, während Sonny Landham als Billy Bear einen Nachfahren amerikanischer Ureinwohner spielt. Abgesehen davon ist die Welt von 48 Hrs. – die Gerichtsmedizinerin außen vor – aber eine von Männern dominierte. Frauen werden reduziert auf sexuelle Objekte, seien es die Damen, die zur Befriedigung von Ganz, Billy und Reggie dienen, oder Cates’ Freundin Elaine (Annette O’Toole). Das mag dem Genre und jener Zeit – sowie dem Genre jener Zeit – geschuldet sein.
Neben den Hauptdarstellern überzeugt speziell James Horners Musik, die oft die für den Komponisten bekannten jazzigen Töne annimmt. In Kombination mit den vielen Nacht-Szenen gibt die Symbiose aus Bild und Musik 48 Hrs. nochmals eine ganz eigene Note. Erfreulich ist auch, dass das Finale relativ reduziert ausfällt, ohne große Verfolgungsjagd oder Brimborium vielmehr Bezug nimmt auf das erste Treffen von Cates und Ganz zu Beginn. Walter Hill endet die Geschichte naturgemäß mit den zwei Hauptfiguren, die sich trotz des Erfolgs von 48 Hrs. erst acht Jahre später wiedersehen sollten. Zu dem Zeitpunkt war Eddie Murphy bereits einer von Hollywoods größten Stars. Selbst wenn dieser Stern im Lauf der 90er schließlich zu verglühen begann.
7.5/10






Speziell der 11. September und Katrina dienten nun wegen ihrer Reaktion in der Bevölkerung – 9/11, wo das Beste der Menschen zum Vorschein kam, Katrina, wo das Gegenteil der Fall war – als direkte Vorlage für Jericho. Erzählt wird die Geschichte der Kleinstadt Jericho, Kansas. Diese wird eines Tages Zeuge eines nuklearen Anschlags auf Denver, Colorado. Kurz darauf stellt sich heraus, dass auch andere Großstädte wie Atlanta, Chicago oder Washington D.C. angegriffen wurden. Ingesamt gingen Nuklearwaffen in 23 amerikanischen Metropolen hoch. Fragen kommen auf. Wer hat die USA angegriffen? Und weshalb? Gibt es die Vereinigten Staaten bzw. eine Regierung überhaupt noch? Immerhin zählt auch Washington D.C. zu den angegriffenen Zielen. Es gilt also erst einmal Ruhe zu bewahren und dafür zu sorgen, dass der städtische Alltag nicht aus dem Ruder läuft. Während die Generatoren im Krankenhaus streiken, entflohene Häftlinge Geiseln nehmen und sich der radioaktive Niederschlag Jericho nähert, muss sich Bürgermeister Johnston Green (Gerald McRaney) mit Gray Anderson (Michael Gaston) auch noch eines Konkurrenten um sein Amt gegenüber sehen.
Ähnlich verhält es sich mit Robert Hawkins (Lennie James), einen Undercover-Agenten der CIA, der gegen die Terroristen ermittelte, die Massenanschläge jedoch nicht verhindern konnte. Mit einer der Bomben im Gepäck verschanzt sich Hawkins nun im Sammeltreffpunkt Jericho. Die Kontrolle der Greens über die Stadt bzw. das Wohl seiner Bürger und Hawkins Fortsetzung seiner Ermittlungen gegen die Verschwörer sind die beiden Hauptthematiken von Jericho. Kleinere Handlungsstränge konzentrieren sich auf Farmer Stanley (Brad Beyer), der sich mit Steuerbeamtin Mimi (Alicia Coppola) auseinandersetzen muss – man braucht kein Genie sein, um sich denken zu können, dass sich hier bald Schmetterlinge im Bauch einstellen –, auf Erics Affäre mit der hiesigen Kneipenbesitzerin hinter dem Rücken seiner Ehefrau April (Darby Stanchfield) oder auf Dale (Erik Knudsen), der ein Lebensmittelgeschäft übernimmt und sein Loser-Dasein ablegt, um zum neuen Untergrundboss der Stadt aufzusteigen und nebenbei das schärfste und reichste Mädchen der Schule, Skylar (Candace Bailey), zu ergattern.
Dies ist nun nicht unbedingt schlechte Unterhaltung, aber wirklich gute ist es auch nicht. Die Serie dümpelt die gesamte erste Staffel vor sich hin, setzt sich mal mit den Söldnern auseinander, dann mit entflohenen Gefangenen, brennenden Bibliotheken und anderen Ereignissen, die die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf sich ziehen. Mittendrin dann stets charakterliche Dramatisierungen wie ein an Grippe erkrankender Green, eine in die Wehen geratende April oder Flüchtlinge, die im Grunde niemand in der Stadt haben möchte. Das ist gefällig, aber eigentlich selten spannend. Die potentiellen Gefahren stellen keine Gefahr dar, da man schon vorab ahnt, dass Jake das Kind schon schaukeln wird und so betrachtet man die einzelnen Geschichten mit einem Mindestmaß an Interesse, das nicht mal in Hawkins allmählicher Aufdeckung der Verschwörung richtig geweckt werden will. Gegen Ende der ersten Staffel spitzt sich dann der Konflikt mit der Nachbarstadt New Bern dermaßen zu, dass es zum Krieg kommt. Es sind die finalen beiden Episoden, allen voran jedoch die vorletzte Folge Coalition of the Willing, die endlich einlösen, was die Serie zuvor ständig zu versprechen schien.
Die begrenzt vorhandenen Effekte der Serie wissen zu überzeugen. Ansonsten fokussiert sich die Serie ohnehin weniger auf das, was stattfindet, als auf die Darsteller, die sich inmitten des Ganzen bewegen. Die Besetzung der Charaktere kann als gelungen bezeichnet werden. Zwar sind gerade Ulrichs schauspielerische Fähigkeiten ziemlich begrenzt, aber als verlorenes Sohn weiß er zu überzeugen. Das Szenario des nuklearen Angriffs verkauft Jericho dabei so lange sehr gut, wie sich die Serie um die Auflösung jenes Angriffes drückt. Je mehr Hintergründenbekannt werden, gipfelnd im ziemlich enttäuschenden Serienfinale (dessen alternatives oder ursprüngliches Ende als möglicher Cliffhanger für die dritte Staffel noch weniger überzeugen will), desto unglaubwürdiger wird die Verschwörung. Am Ende können natürlich nicht alle offenen Fragen beantwortet werden, die Serie endet quasi auf ein Versprechen hinaus, dessen Einlösung sich in den Köpfen der Zuschauer abspielt. Grundsätzlich ist Jericho somit eine bisweilen durchaus unterhaltsame Serie, die jedoch bis auf zwei, drei Folgen nicht herausragend ausgefallen ist und insofern letztlich zu recht ihren schlechten Quoten zum Opfer fiel.
Vorbild in mehrfacher Funktion, ein Vater für sein ungeborenes Kind und ein Ausbilder für Miguel. Währenddessen treibt ein neuer Serienmörder sein Unwesen. Er ist auf der Suche nach Freebo, nur ist dieser tot und außer Dexter und Miguel weiß niemand davon. Angel (David Zayas) und Deb (Jennifer Carpenter) ermitteln im „Skinner“-Fall, der seinen Opfern bei vollem Bewusstsein die Haut abzieht. Für Deb stellen sich ebenfalls neue Weichen, verliebt sie sich doch in den Polizeispitzel Anton (David Ramsey) und wird bezüglich einer Beförderung von den internen Ermittlern aufgefordert ihren neuen Partner Quinn (Desmond Harrington) auszuspionieren. Während Deb sich zwischen Karriere und Gefühlen entscheiden muss, beginn Dexter sich von Harrys (James Remar) Code zu lösen und individuelle Entscheidungen zu treffen. Entscheidungen, die wie immer vielen Beteiligten das Leben kosten wird.
Die darstellerischen Leistungen überzeugen, wobei gerade Julie Benz darunter zu leiden hat, dass ihre Figur eine positive Entwicklung durchgemacht hat. Von der abgefuckten Rita zu Beginn der Serie ist nicht mehr viel übrig, insofern kann Benz hinsichtlich einer normalen, geerdeten Figur nicht mehr so hervorstechen, wie sie es in den vorherigen Staffeln getan hat. Abgesehen von den ersten drei Folgen ist lediglich Easy as Pie auf einem durchschnittlichen Level angesiedelt. Die übrigen Episoden sind sehr stimmig, bisweilen mit enorm viel Tiefe und Atmosphäre ausgestattet. Auf ihre Art und Weise stechen hier Si Se Puede, About Last Night und I Had a Dream hervor, die gemeinsam mit The Damage a Man Can Do in Kurzfassung die Beziehung und Entwicklung von Dexter und Miguel charakterisieren. Alles in allem ging die dritte Staffel wieder einen Schritt in die richtige Richtung, verbesserte sich gegenüber der