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7. Juni 2019

Dark Phoenix [X-Men: Dark Phoenix]

There’s always a speech. But nobody cares.

In wenigen Wochen startet mit Spider-Man: Far From Home bereits das dritte Mal ein 2. Teil eines Spider-Man-Films innerhalb der letzten 15 Jahre. Quasi das Reboot vom Reboot. Dieses wird uns sicher auch irgendwann von Disney für die Dark Phoenix Saga erwarten, bis dato bildet jedoch Dark Phoenix erst den zweiten Aufguss jenes Handlungsstranges von Chris Claremont. Bereits in X-Men: The Last Stand wurde er vor 13 Jahren eher halbgar aufbereitet, nun durfte sich der damalige Drehbuchautor Simon Kinberg erneut mit einer Adaption des Stoffes versuchen – nur um auch beim zweiten Versuch kolossal zu scheitern. Selbst wenn sich Kinberg, der hier zudem sein Regiedebüt „feiert“, zumindest näher am Original bewegt.

Während einer Rettungsmission des Space Shuttles Endeavour im Jahr 1992 wird Jean Grey (Sophie Turner) von einer vermeintlichen Sonneneruption erfasst. Diese stellt sich vielmehr als kosmische Phoenix Force heraus, welche die zuvor unausgeglichenen Kräfte in der jungen Mutantin vereinnahmt. Konfrontiert mit einem Trauma aus der Vergangenheit wendet sich Jean von ihren Freunden und Teammitgliedern ab, darunter auch ihren Mentoren Raven (Jennifer Lawrence) und Charles Xavier (James McAvoy). Stattdessen erhofft sie sich Rat in Person von Erik (Michael Fassbender), der abgeschieden mit einigen Mutanten lebt. Das Exil-Alien Vuk (Jessica Chastain) sucht mit seiner Rasse der D’Bari derweil ebenfalls nach Jean.

Dark Phoenix ist ein Film über Persönlichkeitswandel und Verantwortung, der seine Themen primär auf die Schultern von Jean, Charles und Erik verfrachtet. Die Weltenrettung aus Apocalypse hat die X-Men um Kurt (Kodi Smitt-McPhee) und Peter (Evan Peters) zu Helden des Alltags stilisiert. Die Mutanten werden gefeiert, der Präsident macht Shakehands mit Charles auf offiziellen Banketten und hat einen direkten Telefonanschluss für Notfälle. Raven ist einerseits der immer riskanter werdenden Missionen überdrüssig, die andererseits auch noch das Leben der Mutanten für die normale Bevölkerung riskieren. Charles wiederum sieht den Superhelden-Status auf Abruf seiner jungen Studenten als einfachste Form der Akzeptanz an.

Als sich im Verlauf Jean zu Dark Phoenix entwickelt und dabei Angriffe auf die Staatsgewalt folgen, wandelt sich dieses Bild vermeintlich schnell ins Gegenteil. Wie genau wird jedoch nicht klar, da sich vor allem die jüngeren (aber auch älteren) X-Men-Filme nie wirklich mit dem Thema der Diskriminierung, die dem Comic innewohnte, auseinandersetzen wollten. “Not all of us can fit in so easily”, hatte Beast noch in X-Men: The Last Stand angesichts einer vermeintlichen Heilung für das Mutagen gemeint. In Dark Phoenix sehen wir aber – wie, fairerweise in den Filmen zuvor auch – keine wirklichen Vertreter jener Schicht Mutanten, die im Comic als Morlocks aufgrund ihres Aussehens als soziale Außenseiter im Untergrund hausen.

Stattdessen sieht Xavier’s School for Gifted Youngsters aus wie ein Internat für die reiche weiße Oberschicht. Wo man es von Hank (Nicholas Hoult) gewohnt ist, dass er sich seine mutierte Form für X-Men-Aktivitäten aufhebt, befremdelt es etwas, dass auch Raven hier ihr natürliches Erscheinungsbild alsbald für die blonde Schönheit von Jennifer Lawrence aufgibt. Außer Kurt hätte eigentlich niemand von ihnen Probleme, in der Gesellschaft unterzutauchen, weshalb die Schule als Refugium und Ersatzfamilie in Dark Phoenix nicht recht funktionieren mag. Unklar ist zudem, wieso sich alle Figuren mit ihren Real- statt Codenamen ansprechen, mit Ausnahme der afrikanischen Ororo (Alexandra Shipp), die stets als Storm tituliert wird.

Mit der Genesis von Dark Phoenix im Weltraum und der Integration von Vuk und den D’Bari bewegt sich Kinberg zwar näher am Original, dennoch ist seine Adaption wie schon 2006 zu distanziert von ihren Figuren, damit sich die Geschichte entsprechend entfalten kann. Wo wir damals zumindest in X-Men und X2 Zeit mit Jean verbringen konnten, wurde diese nun erst in X-Men: Apocalypse als Nebenfigur eingeführt. Wer sie wirklich ist, welche Bedeutung die X-Men für sie haben, ist in Dark Phoenix praktisch nicht etabliert. Weshalb der Wandel der Figur, ihr Trauma und ihre Zweifel, keinen wirklichen Eindruck beim Zuschauer hinterlassen. Um mit Jean zu leiden, müssten wir erst eine Beziehung zu ihr besitzen – was uns Kinberg verwehrt.

Denselben Vorwurf müssen sich auch die Gegenspieler (wie so oft in diesen leblosen Comic-Filmen) gefallen lassen. Was die D’Bari wollen und wer Jessica Chastains Figur ist, wird in einer kurzen Szene buchstäblich im Vorbeigehen erwähnt. Die Motive der Aliens bleiben aber etwas unklar, da sie einerseits Opfer der Phoenix Force sind, diese aber andererseits für sich nutzen wollen. Grundsätzlich schleppen sie ihr eigenes Trauma mit sich herum, aufgrund ihrer Handlungen kann sich jedoch keine Sympathie mit ihnen einstellen. Es verwundert daher nicht, dass sie abseits von Jessica Chastain allesamt austauschbar sind und nur als Futter für Kampfszenen gegen die X-Men-Gruppe im Verlauf des dritten und finalen Aktes dienen.

Das Problem von X-Men: The Last Stand und Dark Phoenix ist weniger die Dark Phoenix Saga, sondern die überhastete Herangehensweise an diese. Nur wenn Jean als Figur etabliert ist, genauso ihre Beziehung zu den übrigen X-Men, kann das Publikum die Tragik ihres Schicksals so ergreifen, wie sie es sollte. Stattdessen wendet sich beispielsweise Ororo nach einem dramatischen Vorfall augenblicklich von einer Figur ab, mit der sie die letzten neun Jahre verbracht hat. Wenn dies schon ihr so leicht fällt, warum sollte es dem Zuschauer, der diese Jean nur aus einem Film kennt, schwerer fallen? Ähnlich verhält es sich dann, wenn Erik einige seiner Zöglinge mit auf seine Mission nimmt, diese aber nicht einmal bei ihren Namen genannt werden.

Wo die Ausarbeitung der Figuren scheitert, macht es die Action wenig besser. Die Weltraum-Mission zu Beginn ist eher Mittel zum Zweck, die übrigen Set-Pieces beschränken sich zwar darauf, nicht ins episch Weltzerstörerische abzudriften wie in X-Men: Apocalypse, wissen in ihrer Zentrierung aber auch keine rechte Wucht zu entfalten. Unklar bleibt dabei die inkonsistente Darstellung der Mutantenkräfte: Behauptet Kurt im einen Moment, er müsse sehen, wo er hinteleportiert, gelingt ihm dies später aber auch so. Ähnlich Erik, der im Set-Piece des zweiten Aktes merklich Mühe hat, einen U-Bahn-Zug an die Oberfläche zu befördern, im Finale aber einen ganzen Zugwaggon problemlos wie ein Stück Papier zerknüllt.

Wusste X-Men: Apocalypse immerhin mit Fanservice zu gefallen und zu unterhalten, will bei Dark Phoenix nicht einmal das gelingen. Vielleicht wäre hier eine Integration von Lilandra und den Shi’ar besser gewesen als von Vuk und den D’Bari. Aber auch die Tatsache, dass Dark Phoenix nach X-Men sowie X-Men: The Last Stand mit unter zwei Stunden die kürzeste Laufzeit hat, ist bei der Etablierung der Prämisse, Zusammenhänge und Ausmaße nicht allzu dienlich, da die Geschichte noch weniger Raum zur Entfaltung erhält als dies bereits der Fall ist. Sophie Turner wirkt sichtlich bemüht, ihrer eindimensionalen Figur soweit es geht etwas Dreidimensionalität zu verleihen, was sich von Jessica Chastain wiederum nicht sagen lässt.

Am einprägsamsten ist da noch Hans Zimmers musikalische Untermalung sowie ein minimal stärkerer Fokus auf Kurt, der an die Eröffnungsszene von X2 – dem Gipfel des Franchises – erinnern darf. Sowohl Jennifer Lawrence als auch Evan Peters rücken leider nach dem ersten Akt in den Hintergrund und hinterlassen eine Lücke, die von Eriks Handlangern nicht gefüllt werden kann. So ist Dark Phoenix am Ende wie schon X-Men: The Last Stand ein reichlich enttäuschender Abschluss unter das (quasi-)rebootete Franchise (seit X-Men: First Class). Es mag das einzig Gute an der Fox-Übernahme durch Disney sein, dass sich das nächste Reboot der Mutanten-Truppe, wenn es um die Dark Phoenix Saga geht, wohl die nötige Zeit nehmen dürfte.

4.5/10

5. Oktober 2015

The Martian

Fuck you, Mars.

Wenn schon, denn schon – scheinen sich zuletzt Ridley Scott, Matt Damon und Jessica Chastain zu denken. Nachdem Ridley Scott 30 Jahre nach Blade Runner mit Prometheus zum Sci-Fi-Genre zurückkehrte und derzeit dessen Fortsetzung Alien: Paradise Lost plant, greift er nun mit der Romanadaption The Martian erneut nach den Sternen. Auch Jessica Chastain mimt erneut ein NASA-Mitglied nach Interstellar, in dem sich Matt Damon wie hier bereits in einen Raumanzug zwängte, um den einzigen Menschen auf einen fremden Planeten zu spielen. Im Vergleich zu Prometheus und Interstellar legt The Martian allerdings den Fokus auf „Science“ statt „Fiction“ – selbst wenn sich der Film speziell in seinem letzten Drittel vollends Hollywood ergibt.

Die Handlung setzt auf dem Mars, genauer der Ebene Acidalia Planitia, ein. Die bemannte Ares-III-Mission rund um ihren Commander Lewis (Jessica Chastain) sieht sich durch einen nahenden Sturm gezwungen, gut zehn Tage früher als geplant die Heimreise gen Erde anzutreten. Auf dem Weg zu ihrer Landefähre verlieren die Crew-Mitglieder ihren Botaniker Mark Watney (Matt Damon), den sie für tot halten und daraufhin zurücklassen. Nur: Watney hat den Sturm überlebt – und sieht sich nun allein auf Mars mit der Suche nach Lebensmittel und Sauerstoff konfrontiert. Eine Kommunikation zur Erde scheint nicht möglich, doch dort bleiben Watneys Überlebensversuche auf dem roten Planeten nicht verborgen. Aber wie kann NASA ihm helfen?

Fortan wechselt The Martian die Schauplätze zwischen Watney in der Ares-Station auf dem Mars und den NASA-Einrichtungen auf der Erde. Dort debattieren NASA-Direktor Teddy Sanders (Jeff Daniels), Marsmissions-Leiter Vincent Kapoor (Chiwetel Ejiofur), Ares-Flugdirektor Mitch Henderson (Sean Bean) sowie NASA-Sprecherin Annie Montrose (Kristen Wiig) über den Umgang mit Watneys Überleben. Während dieser auf der Erde öffentlich wird, hält NASA Watneys Crew (Michael Peña, Kate Mara, Sebastian Stan, Aksel Hennie) im Dunkeln. Der Botaniker installiert derweil ein Grünhaus in der Stationsküche und sucht nach Mitteln und Wegen, wie er so lange überleben kann, bis die nächste Ares-Mission in vier Jahren eintreffen wird.

Im wissenschaftlichen Aspekt dieses Umstands findet sich die große Stärke des Films, ungeachtet dessen, dass natürlich alles, was in The Martian passiert, dennoch klar der gängigen Hollywood-Dramaturgie folgt. Wenn Watney jedoch tüftelt, wie er genug Kartoffeln anbauen kann und seinen Rover mit ausreichend Energie ausstattet oder mit der Erde kommuniziert, liegt all dem klar eine wissenschaftliche Basis zugrunde. Selbst wenn diese nach und nach und insbesondere im Schlussakt vollends den Pathos-Gesetzen des Blockbuster-Kinos geopfert wird. Und auch wenn man The Martian nicht wirklich vorhalten kann, zu verkopft an seine Geschichte heranzugehen, stellen sich gerade in der zweiten Hälfte Längen ein.

Hinzu kommt ein Überfluss an Figuren, die teils wie Kristen Wiigs PR-Tante oder Donald Glover in einer “Troy goes Abed”-Gedächtnisperformance als NASA-Schreibtisch-Nerd Rich Purnell nicht wirklich nötig gewesen wären, da selbst für die anderen Charaktere wie die Ares-Crew oder NASA-Leiter außer Kapoor wenig im Film zu tun ist. The Martian ist vielmehr die Mark Watney Show – was dieser dadurch untermauert, dass er sich selbst per Kamera dokumentiert und dabei quälend-schlechte Einzeiler auf SchleFaZ-Niveau raushaut (“With cool, dry wit like that, I could be an action hero”, wussten schon die Simpsons). Auch sonst geraten die Dialoge im Film wenig eindrücklich, dafür gefällt das jordanische Wadi Rum erneut als Mars-Kulisse.

Selbst wenn wenig Erinnerungswürdiges im Film geschieht und die Figuren – selbst Watney – kaum über eine eindimensionale Zeichnung hinauskommen, wissen die Beteiligtem mit ihrem Produkt mehr zu überzeugen als in ihren Sci-Fi-Vorgängerproduktionen. Weniger Figuren und eine geringere Laufzeit mit einem ausgefeilteren Skript hätten Ridley Scotts jüngstem Werk wohl gut zu Gesicht gestanden. An dem kitschigen Ende führt derweil wohl kein Weg vorbei, wobei die Prämisse von The Martian natürlich auch wenig Raum für Alternativen lässt, die für einen Blockbuster dieser Größenordnung rentabel wären. Womöglich haben sich die Beteiligten angesichts des Sci-Fi-Genres in anderen Worten aber auch bloß gedacht: Wenn schon, denn schon.

7/10

5. November 2014

Interstellar

This... data makes no sense.

Vor dem Filmstart erfuhr man kaum etwas über Christopher Nolans Interstellar – doch der Name des Regisseurs bürgt nach Gesamt-Einspielergebnissen von mehr als drei Milliarden Euro inzwischen für kommende Umsatzrekorde. Den Erfolg seines neuen Films wird also dessen mangelnde Qualität auch nicht gefährden.  Bereits mit seinen beiden letzten Batman-Filmen überwand Regisseur Christopher Nolan jeweils die Eine-Milliarde-Dollar-Marke an den Kinokassen, mit Inception bewegte er sich ebenfalls in ähnlichen Sphären. Kein Wunder also, dass ihm seitens Warner Bros. bereitwillig weitere Hunderte Millionen Dollar zur Verfügung gestellt wurden, um seine nächste geistige Film-Grütze zu inszenieren.

Nolans Ansehen ist derart groß, daß er seine Werke in 2D in die Kinos bringen kann, wo doch jeder andere Blockbuster in 3D konvertiert wird. Sogar ein Science-Fiction-Drama darf das neue Werk sein – ein lange eher verschmähtes Genre für große Filme. An Filmen wie 2001: A Space Odyssey wollte sich Nolan orientieren, am Ende kamen da noch weit mehr Einflüsse ins Spiel. Der Film erzählt von einer Zukunft, in der den Menschen die Lebensmittel ausgehen. Weizen lässt sich schon lange keiner mehr anbauen, Mais vielleicht noch ein paar Jahre. Sandstürme fegen über das Land, auch über die Farm von Cooper (Matthew McConaughey). Der war einst Astronaut und Ingenieur, doch für beides ist in dieser neuen Welt kein Platz mehr.

Eines Tages machen Cooper und Tochter Murph (Mackenzie Foy) eine seltsame Entdeckung in deren Schlafzimmer. Eine Gravitationsanomalie führt sie per verschlüsselten Koordinaten zu den im Geheimen arbeitenden Überbleibseln der NASA rund um Coopers alten Mentor Prof. Brand (Michael Caine) und dessen Tochter Amelia (Anne Hathaway). Beide berichten Cooper, dass jemand nahe des Saturns ein Wurmloch platziert hat, das in eine andere Galaxie mit erdähnlichen Planeten führt. Dort sucht die NASA nach einer bewohnbaren neuen Heimat für die Menschen. Cooper, der einerseits immer von einer derartigen Mission träumte und andererseits das Leben und die Zukunft seiner Kinder retten will, soll den passenden Planeten finden.

Wie diese Welt wurde, wie sie ist und warum man keine Ingenieure braucht und Geräte wie MRT-Maschinen in Rente versetzt hat, erklärt Interstellar nicht. Die Trostlosigkeit spricht für sich und dient als Motivation der Hauptfigur, nach einer Dreiviertelstunde an der eigentlichen Handlung zu partizipieren. Was wiederum etwas ungeschickt geschieht, selbst wenn Nolan später versucht, der Exposition einen Sinn zu geben. Im Verlauf zeigt sich, dass die Welt des Filmbeginns noch eine der kreativeren Ideen von Nolan und Bruder Jonathan, mit dem er das Drehbuch schrieb, war. Sobald Cooper, Amelia und Co. zu ihrer jahrzehntelangen Mission aufbrechen, werden jegliche originellen Ideen sattsam bekannten Genre-Elemente geopfert.

Inwieweit der Film dabei (astro-)physikalisch korrekt ist, lässt sich schwer sagen. Zwar war mit Kip Thorne ein theoretischer Physiker als Ratgeber an Bord, die meisten Szenen in der fernen Galaxie wirken für den normalen Zuschauer allerdings hanebüchen, wie auch die gesamte NASA-Mission nicht sonderlich kompetent durchdacht scheint. Immer wieder blendet Nolan dabei von Coopers Mission zurück zur Erde, wo seine nun erwachsene Tochter Murph (jetzt: Jessica Chastain) versucht, mit dem Abschied ihres Vaters zurechtzukommen. Jene Vater-Tochter-Beziehung, die bisweilen an Robert Zemeckis Contact erinnert, ist ein essentieller Bestandteil des Films. Murph repräsentiert dabei in Nolans Intention letztlich die gesamte Menschheit.

In einem Film, der mit fast drei Stunden viel zu lang ist, übersteigert sich Nolan in einem Finale, das der bereits zuvor stellenweise haarsträubenden Handlung nochmals die Krone aufsetzt – und das man in dieser Form bereits zu Beginn so befürchtet hat. Es ist fast erschreckend, wie wenig Nolan in Interstellar an eigenständigen Ideen zustande bringt. Am Ende steht eine Handlung, die selten sinnig erscheint, und Figuren, in die das Publikum keine sonderlichen Einblicke erhält. Zumindest weiß die Musik von Hans Zimmer zu gefallen, wie auch die Kameraarbeit von Hoyte Van Hoytema und die Tatsache, dass Nolan nicht nur in 2D, sondern auch auf 35mm gedreht hat. Für einen nennenswerten Beitrag zum Genre ist das aber zu wenig.

3.5/10