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7. Dezember 2013

The Counselor

The slaughter to come is probably beyond our imagining.

Wenn nicht jetzt, wann dann? Das mag sich Ridley Scott gedacht haben, als er vom Originaldrehbuch erfuhr, das Cormac McCarthy verfasst hatte. Seit langem wollte Scott dessen renommierten Roman Blood Meridian auf die Leinwand bringen, nun bot sich in The Counselor die Chance, die Worte des speziell in den USA hochgeschätzten Pulitzerpreisträgers zu verfilmen. Gespickt mit Stars und bekannten Darstellern bis in die Nebenrollen, wurde The Counselor anschließend vom Feuilleton verrissen. Relativ unverständlich, eint den Film doch viel mit der 2007 weltweit gefeierten Adaption von McCarthys Roman No Country for Old Men der Coen-Brüder.

Hier wie da bringt sich der Hauptprotagonist um Kopf um Kragen, als er sich aus Raffgier mit einem mexikanischen Kartell einlässt. Ein – dem Film seinen Titel leihender – Rechtsberater (Michael Fassbender), der allem Anschein nach in finanziellen Schwierigkeiten steckt, teilt einem seiner Klienten, dem flamboyanten Geschäftsmann Reiner (Javier Bardem), mit, dass er bereit sei, in dessen illegale Geschäfte mit dem Drogenkartell mitinvolviert zu werden. Ein weiterer Partner dieses Geschäfts ist der Mittelmann Westray (Brad Pitt), der im Folgenden wie Reiner versucht, den Counselor vor den Risiken und möglichen Folgen der Zusammenarbeit mit dem Juárez-Kartell zu warnen. Doch der Anwalt will davon nichts hören.

Er will seiner Verlobten, Laura (Penélope Cruz), jenes Luxusleben bieten, dem auch Reiner und seine arglistig-kalkulierende Freundin Malkina (Cameron Diaz) frönen. “I always liked smart women”, erzählt ihm Reiner, “but it’s an expensive hobby”. Als jedoch einer der Kuriere des Kartells ermordet wird und sich herausstellt, dass der Counselor eine Verbindung zu ihm besaß, machen sich der Anwalt sowie Reiner und Westray selbst verdächtig. “They don’t really believe in coincidences”, sagt Westray über das Kartell. “They’ve heard of them. They’ve just never seen one.” Und während Westray kurzerhand beginnt, alle Zelte abzubrechen und das Weite sucht, strebt der Counselor nach einer Lösung dieses Konflikts.

Dies wiederum unterscheidet ihn zwar von Llewelyn Moss aus No Country for Old Men, dennoch hat seine Involvierung in Kartellvorgänge für sein Umfeld ähnliche Konsequenzen. The Counselor ist dabei von nicht minder illustren Figuren bevölkert, viele von ihnen in Handlungsstränge integriert, die für den Fortgang der eigentlichen Geschichte wenig erheblich sind. Beispielsweise Bruno Ganz als niederländischer Diamantenhändler, bei dem der Counselor den Verlobungsring für Laura ersteht oder Édgar Ramírez als Priester, dem Malkina versucht, durch sexuelle Anzüglichkeiten nahe zu treten. Insofern hat McCarthys Drehbuch fast schon etwas Episodenhaftes und lebt primär von den Interaktionen seiner Figuren.

Der tragische und gnadenlose Verlauf der Geschichte sowie kleinere narrative Rückrufe im Finale auf Expositionen im ersten Akt lassen The Counselor wie ein shakespearesches Drama wirken. Die Verwicklung mit dem Kartell gleicht einem Schneeball, der einmal ins Rollen geraten, nicht mehr aufzuhalten ist. Hierbei gefallen im Film besonders die Dialogreichen Szenen zwischen Fassbenders Figur und Bardem sowie Pitt und ein kurzer Ausflug nach Chicago mit einer humorvollen Interaktion zwischen John Leguizamo und Breaking Bad’s Dean Norris verkommt fast zum Highlight. Ebenso wie die Konklusion der Geschichte, die sich keinen Hollywood-Konventionen beugen will, sondern dem Œuvre McCarthys folgt.

Problematisch ist lediglich, dass Cameron Diaz – zu der die Jahre nicht nett waren – hier für die kleine, aber ausschlaggebende Figur von Malkina absolut fehlbesetzt ist. Ob die ursprünglich vorgesehene Angelina Jolie eine bessere Wahl gewesen wäre, sei dahingestellt. Hiervon sowie von ein paar Längen im dritten Akt und wenig gehaltvollen Auftritten von Ramírez oder Toby Kebbell abgesehen, bietet der Film jedoch eine vergnügliche Tour de Force. Zwar ist keine der Figuren derart einprägsam wie Anton Chirgurh in No Country for Old Men, dennoch ist The Counselor im direkten Vergleich sicherlich der zugänglichere Film. Selbst wenn eine Adaption von Blood Meridian angesichts der Kritiken für Scott in weite Ferne gerückt ist.

7/10

16. Februar 2008

Vantage Point

Stop! Rewind that.

Das der amerikanische Präsident nicht gerade zu den beliebtesten Menschen dieses Planeten gehört, das wissen wohl die meisten Menschen, und manchmal ist die Abneigung gegen diesen so groß, dass es Personen gibt, die einen Mordanschlag auf ihn verüben. Siebzehn Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika ist dies der Fall gewesen, in vier Fällen mit positivem bzw. negativem Ausgang. Was bezweckt man mit einem Attentat auf den mächtigsten Mann der Welt? Gegen die Politik eines Landes kann man dadurch nicht rebellieren, lediglich ein Lebenszeichen seines Widerstandes abgeben. Ein Attentat auf den amerikanischen Präsidenten nahmen sich auch die Kinoneulinge Barry Levy als Drehbuchautor und Pete Travis als Regisseur vor. In ihrem Action-Thriller Vantage Point besucht der US-Präsident Ashton (William Hurt) ein Gipfeltreffen bezüglich des Krieges gegen den Terrorismus in Salamanca, wo er sich mit dem Bürgermeister in der abgeschlossenen Plaza Mayor vor versammelter Zuschauermenge trifft. Währenddessen werden die Strassen vor der Plaza mit Protestgegner gegen Ashton gesäumt, von den Medien rund um Sendeleiterin Rex Brooks (Sigourney Weaver) jedoch ignoriert. Die Kritik am amerikanischen System ist für das Fernsehen nicht interessant, das macht sie auch gegenüber ihrer Reporterin Angie (Zoё Saldaña) klar, die sich einen Hinweis vor laufender Kamera über die Stimmung der Menge nicht verkneifen konnte. Man bekommt hier als Zuschauer eine entscheidende Szene zu sehen, die vielleicht die einzige Antwort auf all die Fragen bereitstellt, die Travis’ Film im Begriff ist loszutreten.

Bevor sich der Zuschauer versieht, wird das gesamte Geschehen nochmals auf Anfang zurückgespult, diesmal aus dem Blickwinkel eines anderen Beteiligten. Dies ist die Idee und das Konzept, für das Vantage Point steht, resultierend aus einem fünfzig Jahre alten japanischen Film. 1950 gewann Regisseur Akira Kurosawa für Rashōmon Goldenen Löwen bei den Filmfestspielen von Venedig und zog somit die Augen der westlichen Filmwelt zum ersten Mal gen Osten. Sein Film beschäftigte sich mit dem Mord an einem Ehemann und reflektierte die Handlung über vier Augenzeugenberichte, sowohl durch den vermeintlichen Täter als auch das Opfer. Die Academy honorierte dies mit einer Nominierung zum besten fremdsprachigen Film und etablierte Kurosawa als einen der Regisseure unserer Zeit. Dieselbe Idee liegt nunmehr „8 Blickwinkel“ zugrunde, nur mit der Ausnahme dass es das Publikum mit der doppelten Anzahl von Blickwinkeln und weitaus mehr Action zu tun bekommt. Angepriesen wird der Film dabei mit dem Untertitel „8 Fremde, 8 Blickwinkel, 1 Wahrheit“, was, wie man am Ende des Filmes feststellen wird, nicht ganz den Tatsachen entsprechen dürfte. Zumindest drei der beteiligten Personen kennen sich, denn man erlebt das Attentat aus der Sicht von Ashton selbst, wie auch seiner beiden Secret Service Agenten Barnes (Dennis Quaid) und Taylor (Matthew Fox). Außerdem spielt auch der amerikanische Tourist Howard Lewis (Forest Whitaker) eine wichtige Rolle, denn er hat – wie einst Abraham Zapruder beim Kennedy-Attentat – die Schüsse auf den Präsidenten mit einer Kamera gefilmt und wird daraufhin in das Geschehen hineinverwickelt. Zudem gibt es noch ein Pärchen und mögliche Verdächtige deren Sicht wichtig ist.

Die Produzenten und Beteiligten von Vantage Point loben die Rashōmon-Struktur ihres Filmes über alle Maßen, denn man könne den Film nur verstehen, wenn man alle acht Blickwinkel kennt, da jeder einzelne ein Puzzlestück des ganzen sei. Dumm nur, dass diese Rechnung nicht aufgeht, denn schon in der Mitte des Filmes beginnt man spätestens zu wissen wie der Hase läuft, wer mit wem und wieso ergibt sich daraus von selbst. Hier hätte man mehr Einfallsreichtum beweisen können und einfach einen anderen Weg wählen sollen, als man es getan hat. Denn das problematischste an Travis’ Film ist dass er durch seine Handlung und seine Auflösung unwahrscheinliche viele Fragen aufwirft, bedauerlicherweise jedoch keine einzige davon beantwortet, zumindest nicht zufrieden stellend. Die ausgesuchte Geschichte funktioniert aber lediglich dann glaubwürdig, wenn man sie absichert, verbindet, erklärt, nachvollziehbar gestaltet. Einfach drauflos schreiben, in der Hoffnung überraschende Wendungen zu erzielen reicht da leider nicht aus. Die Auflösung enttäuscht ohne dabei per se schlecht zu sein, wäre man intensiver auf die Thematik des Handelns eingegangen. Hierbei hätten Rückblenden geholfen und eine Dehnung der einzelnen Charaktergeschichten, denn der Film muss nicht zwingend eine Lauflänge von neunzig Minuten haben, 15 Minuten mehr hätten ihm sehr gut getan, wenn dafür die Figuren und ihre Motivationen mehr Tiefe verliehen worden wäre.

Dabei ist der Hintergrund des Filmes der, dass niemand der ist, der er vorgibt zu sein. So gibt es überhaupt kein Attentat auf den Präsidenten, da dieser zu dem öffentlichen Auftritt ein Double geschickt hat und es stellt sich mit fortlaufender Dauer heraus, dass nicht die Frage ist, wer etwas mit dem Attentat zu tun hat, sondern wer eigentlich nicht. Held der Geschichte ist dabei der emotional labile Geheimdienstagent Barnes, der zum ersten Mal wieder im Einsatz ist, nachdem er vor einem Jahr Ashton das Leben vor einem anderen Attentat gerettet hat. Seine Begleitung, wie sich herausstellen wird, ist nicht ohne Hintersinn, so wie das meiste was geschieht nicht ohne Hintersinn ist. Und hier steckt die Crux des ganzen, denn das Attentat und seine Details sind so ausgearbeitet und hintersinnig, dass alles ziemlich unglaubwürdig wirkt und die Logik gerne mal ad absurdum geführt wird. An Action mangelt es Vantage Point jedoch nicht, auch wenn die hauptsächliche Action – das Attentat und seine Nachwehen – sich wiederholen. Denn Travis spult nach jedem Blickwinkel die Szenerie zurück, zurück zu zwölf Uhr, die Ausgangsbasis für den Film. Während Figuren wie Rex Brooks, Frank Barnes, Präsident Ashton, Howard Lewis oder der spanische Polizist Enrique (Eduardo Noriega) ihre Blickwinkel ausgiebig wiedergeben dürfen, werden die von Veronica (Ayelet Zurer), Suarez (Saïd Taghmaoui) und Javier (Edgar Ramirez) in ein einzelnes Kapitel komprimiert. Wenn man berücksichtigt, dass Sigourney Weaver kaum zu sehen ist, hätte man sich durchaus mehr Fokus auf Charaktere wie Kent Taylor oder andere gewünscht.

Seine Arbeit an Vantage Point stellt das erste Kinodrehbuch von Barry Levy dar und auch für Fernsehregisseur Pete Travis ist es der erste Ausflug auf die große Leinwand. Vielleicht findet sich hier die mangelhafte Ausarbeitung der Figuren, denn wie nah sich Figuren wie Barnes und Taylor stehen, erfährt man lediglich aus dem Presseheft („wie Brüder“, findet man dort). Diese und ähnliche andere Eigenschaften sucht man im Film vergeblich, denn dieser konzentriert sich allein auf seine Handlung und vernachlässigt dabei seine Charaktere. Da er sich jedoch am Ende wiederum auf diese beruft, kann seine Geschichte nicht anders als einbrechen. So gelingt es dem Action-Thriller tatsächlich den überbewerteten Rashōmon noch zu unterbieten, obschon die Actionszenen, Kameraführung und Schnitt bestens bearbeitet sind. Letzterer im Übrigen vom Ex-Regisseur Stuart Baird, nach erfolglosen Ausflügen ins Kino wieder an das Schnittpult zurückgekehrt. Am besten gelungen und das Herzstück des Filmes ist die exzellente Musik vom Isländer Atli Örvarsson, die jede Szene passend und äußerst spannend untermalt. Auch das Darstellerensemble weiß zu überzeugen, selbst wenn manche der Darsteller (5 US-Stars, 4 international-etablierte) durch ihre komprimierten Rollen nicht ihr ganzes Talent abrufen können. Vantage Point will vieles sein, ohne dem gerecht zu werden – das traurige daran ist, dass der Ansatz dazu da war. So ist der Film jedoch nicht mehr als ein technisch sehr gut gemachter doch inhaltlich durchschnittlicher Thriller mit Starensemble und 24-Feeling.

4/10

8. September 2007

Domino

Nobody messes with the WB!

Wenn Tony Scott reklamiert, dass sein Film auf wahren Begebenheiten beruht und dann hinzufügt, dass es eigentlich eher fast wahre Begebenheiten sind, dann dürfte im Prinzip schon alles über den Film gesagt sein. Scott, der immer im Schatten seines erfolgreicheren und berühmteren Bruders Ridley steht und stand, entwickelte in Domino zusammen mit Richard Kelly (Donnie Darko) eine Geschichte, welche sich an Eckdaten des ehemaligen Models und Kopfgeldjägerin Domino Harvey, Tochter des Schauspielers Laurence Harvey (The Manchurian Candidate), orientiert. Mit extrem viel Action gewürzt wurde das ganze dann in Scotts typischen Schnitten in Videoclipästhetik (ähnlich wie in Man on Fire) verpackt, die ohne Zweifel Geschmackssache ist. Ebenso wie die Unterlegung durch Musik von Xzibit und der 2 Live Crew. Und ehrlich gesagt braucht man auch die Kinoatmosphäre, um diesen Film richtig „genießen“ zu können.

Erzählt wird also die fast wahre Geschichte der Domino Harvey, welche gegen Ende des Films dann auch erklärt (welcher narrativ aus ihrer Perspektive erzählt wird), dass sie es dem Publikum überlasst, zu entscheiden, was sie jetzt von der Geschichte glauben wollen und was nicht. Domino (Keira Knightley) war ein schwieriges Kind, gewaltverliebt folgt die den Modelfußstapfen ihrer Mutter, doch besucht schließlich ein Kopfgeldjägerseminar. Dort trifft sie auf Ed (Mickey Rourke) und Choco (Edgar Ramirez), welche bald nicht nur ihre Partner, sondern auch ihre Freunde sein werden. Domino’s Arbeit sorgt für so viel Aufsehen, dass sie nicht nur zum Kopfgeldjäger des Jahres gewählt wird, sondern auch von Warner Bros. und dessen Produzent Mark Heiss (Christopher Walken) eine eigene Fernsehshow bekommt. Als Domino und ihre Jungs vier Geldtransportdiebe einfangen sollen, verzwickt sich die Situation jedoch erheblich.

Von entscheidender Bedeutung wird auch noch Domino und Ed’s Chef Claremont (Delroy Lindo) und seine Geliebte Lateesha, bzw. deren Tochter und Enkelin sein, zusammen mit einem Fluchtwagenfahrer, einem afghanischen Sprengstoffspezialisten, dem FBI und einem Mafiapaten. Da muss man bei Scotts schnellen Schnitten schon aufpassen, um der Handlung auch folgen zu können. Wobei man sich nichts vormachen sollte, denn eine eigentliche Handlung wird in Domino nicht erzählt, dazu ist der Film viel zu sehr over the top. Aber wie erwähnt hangelt er sich an wahren Begebenheiten von Miss Harvey entlang. Diese ist natürlich die Tochter von Laurence Harvey und ihre Mutter heiratete nach dessen Tod tatsächlich Peter Morton, Mitbegründer der Hard Rock Café-Kette. Domino flog aufgrund von Schlägereien von vier Schulen Ob sie tatsächlich als Model gearbeitet hatte, konnte komischerweise nicht nachgewiesen werden, aber sie besuchte in der Tat ein Kopfgeldjägerseminar, bei welchem sie Ed kennen lernte. Am 27. Juni 2005 wurde Domino Harvey dann tot aufgefunden, Ursache war eine Überdosis Drogen.

Sehr verstörend können die schnellen Schnitte mit überlappenden Farben in der Tat wirken, dazu spult Scott die Handlung auch gerne mal zurück und lässt sie wieder und wieder laufen. Das gefällt natürlich nicht jedem und entspricht als Gesamtwerk sicherlich dem style over substance, besonders die Mescalin-Szene ist ziemlich verquer (aber es gibt mal wieder die Brüste von Miss Knightley zu sehen). Der Film hat nicht nur wegen seinem Finale eine Ähnlichkeit mit Scott’s früherem Werk True Romance und wer seine Werke kennt (bsp. Déjá Vu), der sollte von ihm auch nicht zuviel erwarten. Scott steht auf Action, Waffen und Schnitte, was ihn in eine Kategorie mit meinem Erzfeind Michael Bay bringt, obschon es ihm gelingt mich immer besser zu unterhalten als dieser. Ein besonderes Highlight sind hierbei die filmischen Verweise auf Laurence Harvey oder Frank Sinatra, bzw. ihre gemeinsame Verbindung The Manchurian Candidate, die hin und wieder im Film Einzug finden.

Genauso wie zahlreiche Verweise auf Beverly Hills 90210, was noch getopt wird von einem Nebenrollenauftritt durch Ian Ziering und Brian Austin Green. Immer wenn die beiden in Szenen auftauchen kann man sicher sein, dass etwas lustiges passiert und daher gebührt ganz großes Lob nicht nur Scott und Kelly, welche sie eingebunden haben, sondern vor allem den beiden selbst, dass sie mit so viel Selbstironie sich am Film beteiligt haben. Das einzige, was das ganze (abgesehen von seiner hahnebüchenen Story) trübt, ist die Besetzung von Keira Knightley als Domino. Knightley ist ohne Frage hübsch und oft auch ziemlich scharf, aber die toughe Kopfgeldjägerin und ihre Wutausbrüche kauft man ihr in keiner einzigen Sekunde hab. Dafür ist Miss Knightley zu sehr Püppchen und findet sich besser in Filmen wie Pride & Prejudice oder Atonement ein. Hier wären Juliette Lewis oder Lori Petty sicherlich eine sehr viel bessere Wahl gewesen, aber sei’s drum. Wer sich im Klaren ist, worauf er sich bei einem Tony Scott Film einlässt und wer auf (sinnlose) Action und markige Sprüche (Heut ist ein guter Tag zum Sterben!) steht, der ist bei Domino an der richtigen Adresse angelangt, alle anderen werden wohl eher gegen eine Wand laufen.

8.5/10