1. November 2013

Filmtagebuch: Oktober 2013

12 YEARS A SLAVE
(USA 2013, Steve McQueen)
5.5/10

ABBUZZE! DER BADESALZ-FILM
(D 1996, Roland Willaert)
8.5/10

CHRISTINE
(USA 1983, John Carpenter)
6.5/10

DON JON
(USA 2013, Joseph Gordon-Levitt)
5.5/10

DU ZHAN [DRUG WAR]
(CN/HK 2012, Johnnie To)

6/10

EUROPA REPORT (3D)
(USA 2013, Sebastián Cordero)

3.5/10

THE FOG
(USA 1980, John Carpenter)
6/10

THE FROZEN GROUND
(USA 2013, Scott Walker)
5/10

GIRLS GONE DEAD [BIKINI SPRING BREAK MASSAKER]
(USA 2012, Michael Hoffman Jr./Aaron T. Wells )

6.5/10

GLOBAL PLAYER - WO WIR SIND ISCH VORNE
(D 2013, Hannes Stöhr)
5.5/10

GRAVITY
(USA/UK 2013, Alfonso Cuarón)
7/10

HALLOWEEN [EXTENDED CUT]
(USA 1978, John Carpenter)

5.5/10

HOUSE OF CARDS - SEASON 1
(USA 2013, David Fincher/Joel Schumacher u.a.)
6.5/10

IN THE MOUTH OF MADNESS [DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS]
(USA 1994, John Carpenter)

5.5/10

IRON MAN 3
(USA 2013, Shane Black)
5.5/10

THE JACKAL [DER SCHACKAL]
(USA/UK/F/D/J 1997, Michael Caton-Jones)

6/10

KAPRINGEN [A HIJACKING]
(DK 2012, Tobias Lindholm)

6.5/10

A LATE QUARTET [SAITEN DES LEBENS]
(USA 2012, Yaron Zilberman)

3/10

MEA MAXIMA CULPA: SILENCE IN THE HOUSE OF GOD
(USA 2012, Alex Gibney)
7/10

MYSTERY SCIENCE THEATRE 3000: TIME CHASERS
(USA 1997, Michael J. Nelson)
4.5/10

PRINCE OF DARKNESS [DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT]
(USA 1987, John Carpenter)

7/10

SINSEGYE [NEW WORLD]
(ROK 2013, Park Hoon-Jung )

7/10

POSLEDNATA LINEIKA NA SOFIA [SOFIAS LETZTE AMBULANZ]
(HR/BG/D 2012, Ilian Metev)

8/10

TRICK ’R TREAT
(USA 2007, Michael Dougherty)
2/10

VAMPIRES [JOHN CARPENTER’S VAMPIRES]
(USA/J 1998, John Carpenter)
3.5/10

V/H/S/2
(USA/CDN/RI 2013, Simon Barrett u.a.)
4.5/10

THE WAITING ROOM
(USA 2012, Peter Nicks)
7/10

WELCOME TO PINE HILL
(USA 2012, Keith Miller)
7/10

WELCOME TO THE PUNCH [ENEMIES - WELCOME TO THE PUNCH]
(UK/USA 2013, Eran Creevy)

3/10

WEST OF MEMPHIS
(USA/NZ 2012, Amy Berg)
6.5/10

WE STEAL SECRETS: THE STORY OF WIKILEAKS
(USA 2013, Alex Gibney)
4.5/10

YOU’RE NEXT
(USA 2011, Adam Wingard)
4.5/10


Retrospektive: Batman


BATMAN [BATMAN HÄLT DIE WELT IN ATEM]
(USA 1966, Leslie H. Martinson)

8/10

BATMAN
(USA/UK 1989, Tim Burton)
6.5/10

BATMAN RETURNS
(USA/UK 1992, Tim Burton)
8/10

BATMAN: MASK OF THE PHANTASM [BATMAN UND DAS PHANTOM]
(USA 1993, Eric Radomski/Bruce W. Timm)

5/10

BATMAN FOREVER
(USA/UK 1995, Joel Schumacher)
4.5/10

BATMAN & ROBIN
(USA/UK 1997, Joel Schumacher)
3/10

BATMAN BEGINS
(USA/UK 2005, Christopher Nolan)
5.5/10

THE DARK KNIGHT
(USA/UK 2008, Christopher Nolan)
5.5/10

BATMAN: YEAR ONE
(USA 2011, Sam Liu/Lauren Montgomery)
3/10

THE DARK KNIGHT RISES
(USA/UK 2012 Christopher Nolan)
1/10

BATMAN: THE DARK KNIGHT RETURNS, PART 1
(USA 2012, Jay Oliva)
6/10

BATMAN: THE DARK KNIGHT RETURNS, PART 2
(USA 2012, Jay Oliva)
5.5/10

27. Oktober 2013

Die Top 5: Scrubs

That’s what I’m talking about!

Je besser eine Serie ist, desto konstanter ist ihr Fernsehrating. Oder sogar anwachsend. Wie im Falle von The Big Bang Theory, die inzwischen fast auf einem Level mit Friends angelangt ist und mit durchschnittlich 20 Millionen Zuschauern nur knapp hinter der meist gesehenen Episode von Scrubs liegt. 22,3 Millionen Menschen schalteten zu My Overkill, dem Auftakt zur zweiten Staffel, vor über einem Jahrzehnt ein. Mit 16 Millionen Zuschauern erhielt das zweite Jahr der Sitcom von Bill Lawrence ihre beste Rezeption, ab Staffel 4 gingen die Ratings jedoch zurück und betrugen am Ende nur noch ein Drittel der Glanzzeiten. Nach 169 Folgen und acht Jahren – die 9. Spin-off-Staffel außen vor gelassen – war dann Schluss.

Wie es die Ironie so will, erhielt Scrubs erst ab ihrer vierten Staffel ihre erste Nominierung als Outstanding Comedy Series bei den Emmy Awards. Bei insgesamt nur 12 Nominierungen konnte die Show zwei Preise mit nach Hause nehmen, wirklich gewürdigt wurde sie jedoch stets mehr von einem kleinen Kreis, der am Ende 5,5 Millionen Amerikaner ausmachte. Ein Thema für sich wäre der wahrscheinliche Einfluss von Lawrences Serie auf Genre-Kollegen wie Grey’s Anatomy und House, M.D. mit ihren selbstreflexiven Erzählstimmen und granteligen Star-Doktoren. Was Scrubs auszeichnete, war seine geschickte Kombination eines temporeichen Drehbuchs mit Slapstick und Vignetten sowie der Fokus auf die Hauptfigur.

Diese hörte auf den Namen John ‘J.D.’ Dorian (Zach Braff) und ihre Erlebnisse basierten teils auf denen von Lawrence College-Kumpel Jonathan Doris und dessen Assistenzjahr als Krankenhausarzt. “We’re going to do everything through J.D.’s eyes”, gab Lawrence das Motto der Show vor. So sind es bis auf Ausnahmen auch die Vignetten von Braffs Figur und seine Erzählstimme, die das Publikum begleiten. Als “newbie”, der für Oberarzt Bob Kelso (Ken Jenkins) nur ein Medizinkittel (engl. scrubs) ist, muss J.D. über die kommenden acht Jahre zuerst als Arzt und Internist, aber auch als Mensch reifen. Seine Freunde und Kollegen Chris Turk (Donald Faison) und Elliot Reid (Sarah Chalke) waren ihm da voraus.

Das siebenköpfige Ensemble wird noch komplettiert durch die fürsorgliche Krankenschwester Carla Espinosa (Judy Reyes), den schräg-maliziösen Hausmeister (Neil Flynn) und J.D.’s Mentor Dr. Cox (John C. McGinley), einen narzisstischen Misanthropen. Etwaige Gastdarsteller stießen über die Jahre hinzu, am prominentesten Lawrences Ehefrau Christa Miller als Jordan Sullivan, Aufsichtsratsmitglied des Sacred Heart Hospital und Ex-Frau von Dr. Cox. Jene Gast-Stars sorgten neben der Musik rund um Lazlo Banes Theme-Song “Superman” für den unvergleichlichen Charme von Scrubs. Aber auch die Streiche von J.D. und Turk aneinander sowie im Zusammenspiel mit dem Hausmeister wurden zu echten Klassikern.

Fortschreitende Themen waren neben dem Aspekt des Erwachsenwerdens sicherlich auch die Rolle, die der Zusammenhalt unter den Charakteren gespielt hat. Eine kleine Familie für sich waren diese quasi, sogar mit gelegentlichen Rivalitäten insbesondere in Bezug auf die “guy love” der besten Freunde J.D. und Turk. Aber gerade die Beziehungen von J.D. zu Elliot und Dr. Cox standen stets im Vordergrund. Erstere war eine lange Zeit unglückliche Liebe, die unter J.D.’s Neidsucht litt (von Tara Reids Figur Danni Ende der dritten Staffel in My Self-Examination angesprochen), Letztere ein ungewöhnliche Freundschaft, deren Animosität von Dr. Cox wohl schlechten Erfahrungen mit einem von J.D.’s Vorgängern entstammte.

Derartige ernste Momente, wie der Tod von Ben Sullivan (Brendan Fraser), Laverne Roberts (Aloma Wright) oder persönlicheren Patienten wurden von Lawrence jedoch nur gelegentlich genutzt, was ihre Bedeutung entsprechend verstärkte. Scrubs war eine überaus humorvolle und herzliche Serie, deren Figuren – darunter auch die zweite Garde um den Todd (Robert Maschio), Doug Murphy (Johnny Kastl) oder Snoop Dogg Resident/Attending (Manley Henry) – man schnell liebgewonnen hatte und deren Schrulligkeiten (“Frick!”, “Eeeaagle!”, “Here comes the inside scoop”) nie redundant wurden. Entsprechend konstant war das Niveau der Show, deren fünf gelungensten Folgen nun näher vorgestellt werden sollen:


5. My Fifteen Minutes (Season 1, Episode 8/Lawrence Trilling): Als J.D. und Turk zufällig außerhalb des Sacred Heart einem Kameramann das Leben retten, benutzt Kelso speziell Turk wegen seiner Hautfarbe als positive Werbemaßnahme. Derweil will J.D. mit neugewonnenem Selbstbewusstsein von Dr. Cox eine Bewertung seiner Qualitäten erhalten. In beiden Fällen wird die Rolle von Identitäten sowie auch Selbstreflexion thematisiert.

4. My Changing Ways (Season 4, Episode 25/Victor Nelli Jr.): Das Finale der vierten Staffel beschäftigt sich mit Veränderungen im Leben der Figuren. J.D. bezieht endlich eine eigene Wohnung und fürchtet, seine Freundschaft mit Turk könnte darunter leiden, während Elliot einen neuen Job in einem anderen Krankenhaus annimmt. Beide Figuren sind nunmehr zum ersten Mal auf sich allein gestellt und vollziehen einen großen Reifeprozess.

3. My Clean Break (Season 3, Episode 11/Chris Koch): Der nach Nähe strebende J.D. wird in dieser Folge damit konfrontiert, erstmals in seinem Leben eine Beziehung beenden zu müssen, während er realisiert, dass er immer noch Gefühle für Elliot zu haben scheint. Diese wiederum muss einen Mittelweg finden, sich in ihrem Job als Frau wohlzufühlen, während Dr. Cox damit hadert, dass ihn die Geburt seines Sohnes verweichlicht hat.

2. My Fallen Idol (Season 5, Episode 21/Joanna Kerns): Als Dr. Cox wegen eines Tollwut-Vorfalls drei Organspendepatienten verliert, gibt er sich dem Alkohol und Depressionen hin. Auch sein Schützling J.D. hadert mit dem erschütterten Bild seines Mentors, während er Turk dabei hilft, mit seinem neuen, extrovertierten Vorgesetzten warm zu werden. Eine der seltenen Folgen, die konkret hervorhebt, welche Bedeutung J.D. für Dr. Cox hat.

1. My Super Ego (Season 1, Episode 7/Peter Lauer): Die Vorreiterrolle von J.D. wird durch Jahrgangskollege Nick Murdoch (Sean Hayes) gefährdet, der sogar die Anerkennung von Dr. Cox erhält. Als einem jungen Patienten jedoch nicht zu helfen ist, zeigt sich wie sehr Murdoch die Geschehnisse im Krankenhaus an sich heran lässt. Dadurch realisiert J.D., dass es nicht wichtig ist, der Beste zu sein, sondern harte Umstände zu bestehen.

26. Oktober 2013

Jeune & jolie [Jung & schön]

It was like a game.

Eben noch brachte man die Tochter ins Bett, knuddelte und scherzte und sowieso gab es nichts, was man sich nicht erzählte. Im nächsten Moment sitzt einem dann plötzlich die Polizei gegenüber und klärt darüber auf, dass das nunmehr 17-jährige Kind sich seit Monaten für Geld prostituiert hat. Schockschwerenot! Im Alltag wahrscheinlich eher die Seltenheit, wird dieses Szenario im jüngsten Film Jeune & jolie von François Ozon für Géraldine Pailhas’ liberale Mutter Realität. Dabei hat es ihrer Tochter Isabelle, freizügig gespielt vom 23-jährigen Model Marine Vacth, nie an etwas gefehlt.

Vom MacBook bis zum iPhone hat das Mädchen alles, was Kids heute so wollen. Für die Pubertierende jedoch nicht genug. Mädchen und ihre Sexualität scheinen im französischen Kino ein ganz eigenes Thema zu sein. Im Vorjahr beeindruckte Céline Sciamma mit Tomboy, in François Ozons Jeune & jolie ist die Protagonistin jedoch mehrere Jahre reifer. Im Urlaub am Meer beschließt Isabelle ihre Jungfräulichkeit an Felix, einen deutschen Touristen, zu verlieren. Dem Akt als solchen kann sie aber wenig abgewinnen und gibt vielleicht deshalb später den Avancen älterer Männer nach.

Die sind bereit, für diesen Akt, der Isabelle selbst relativ banal erscheint, ordentlich Geld zu zahlen. Ein Kontaktbörsen-Konto und die ausgeliehene Bluse ihrer Mutter später trifft sich die Jugendliche fortan nach der Schule mit ihren Freiern. Ähnlich wie in Luis Buñuels Belle de jour ist die Zuwendung zur Prostitution ein freier Akt trotz eigentlicher finanzieller Absicherung. Wo Catherine Deneuve jedoch ihre Fantasie und Lust befriedigte, ist dies bei Vacths Isabelle eher nicht der Fall. Vielmehr ist deren Hurerei im neuesten Werk von Ozon als ein Akt der sexuellen Selbstfindung zu deuten.

Die – so lässt es Ozons Film glauben – begann während der Sommerferie. Wir sehen Isabelle bei der nachmittäglichen Masturbation durch die Augen ihres jungen Bruders Victor und später beim Strandsex dann quasi durch die ihres losgelösten Ichs. Eben jene „jungfräuliche“ Isabelle verabschiedet sich daraufhin in die Nacht. Zurück bleibt ein Mensch, der sicher kein Mädchen mehr ist, aber eben auch nicht wirklich eine Frau. Ozon selbst bedient sich mehrmals in Jeune & jolie der Musik von Françoise Hardy, um mit ihren Textzeilen das Innenleben seiner pubertierenden jungen Figur darzustellen.

So singt Hardy in „L’amour d’un garçon“ zum Beispiel la petite fille que tu as connue / non, je ne suis plus (zu Deutsch: „Das Mädchen, das du gekannt hast / nein, das bin ich nicht mehr“). Von allen ihren Freiern wird im Film speziell die Beziehung zu dem weitaus älteren Georges (Johan Leysen) hervorgehoben, der sich sehr vorsichtig und fürsorglich der Jugendlichen annimmt. Isabelles Verhältnis zu Georges wird später der Geschichte einen Wendepunkt verleihen und die Handlung in der zweiten Filmhälfte in eine neue Richtung lenken sowie auch dem Ende eine besondere Note verleihen.

Getragen wird der Film von Marine Vacth, die glaubhaft eine sechs Jahre jüngere Jugendliche porträtiert und ihre Handlungen trotz fehlender Erläuterungen nachvollziehbar macht. Aber auch das restliche Ensemble spielt glaubwürdig und gefällt durch die Darstellung von Isabelles offener Familie und ihrer ungewöhnlichen Beziehung zum jüngeren Bruder. Jeune & jolie ist dennoch kein bloßes Pubertäts-Drama, gekonnt erzählt Ozon mittels subtilem Humor und nicht zu knapper Erotik einen Coming-of-Age-Film, nach dem Eltern pubertierender Töchter diese als erstes richtig knuddeln werden.

8/10

23. Oktober 2013

Europa Report

Are you guys seeing this?

Seiner Zeit erklärte John F. Kennedy das All zum “new frontier”, in Star Trek verkam es gar zum “final frontier”. Die unbekannte Welt, deren mysteriös Gefährliches auch im Film schon länger thematisiert wird. Sei es in Ridley Scotts Alien, Stanley Kubricks 2001: A Space Odyssey oder zuletzt in Alfonso Cuaróns Gravity. Etwas untergegangen ist zumindest in Deutschland – abseits von Besuchern des diesjährigen Fantasy Filmfestes – Sebastián Corderos DTV-Weltraum-Thriller Europa Report, der eine privatfinanzierte bemannte Mission zum Jupitermond Europa zum Thema hat. Darin macht sich eine sechsköpfige Crew auf die Reise an den Rand unseres Sonnensystems auf der Suche nach extraterrestrischem Leben.

Immerhin soll der 1610 von Galileo Galilei entdeckte Trabant, der in etwa dieselbe Größe wie unser Mond besitzt, von einer flachen Wassereiskruste bedeckt sein, die einen unterirdischen Ozean und damit das Potential für Organismen beherbergen könnte. Zwar nicht die erhoffte Antwort auf die Frage, ob wir allein im Universum sind, aber besser als gar nichts. Wie das aber so ist bei Weltraumfilmen à la Event Horizon, Sunshine und Co. geht schon auf der Reise zum Ziel jede Menge in die Hose. Entsprechend läuft auch die über fast vier Jahre geplante Europa-Mission in Corderos Film alles andere als geschmeidig ab. Und dennoch gelingt es seiner Geschichte selten bis nie, ein wirklich fesselnd-spannendes Abenteuer zu sein.

Hierbei scheitert Europa Report bereits zu Beginn. In einer Mischung aus Found Footage-Aufnahmen von den Bordkameras der Europa One und gestellten Talking Heads mit daheimgebliebenen Missionsleitern wie Dr. Unger (Embeth Davidtz) und Dr. Solokov (Dan Fogler) steigt die Handlung mitten im Geschehen ein, um kurz darauf den Start der Mission zu zeigen und wieder in die vermeintliche Gegenwart zu springen. Die Tatsache, dass Sharlto Copleys Ingenieur James Corrigan mal zu sehen ist und mal nicht, lässt bereits erahnen, dass die Figur ein unheilvolles Schicksal ereilt, für dessen Rückblende man sich jedoch bis zur Hälfte des Films gedulden muss. Ebenso wie auf so etwas wie einen chronologischen Ablauf.

Der ewige Wechsel zwischen den Zeitebenen und den Kameraeinstellungen irritiert wie desorientiert und verhindert eine echte Immersion in das Geschehen. Die sechs Figuren frei von jeder Persönlichkeit tragen ihren Teil dazu bei. Von Corrigan erfahren wir immerhin, dass er Vater ist, von seinen Kollegen wie Andrei Blok (Michael Nyqvist), Daniel Luxembourg (Christian Camargo) oder Katya Petrovna (Karolina Wydra) sogar noch weniger. Wenn dann im späteren Verlauf das Abzählreimschema einsetzt, könnte einem das kaum egaler sein. Aber man ist durchaus dankbar, dass endlich mal etwas passiert, in einem ansonsten reichlich behäbigen Weltraumfilm, der nicht einmal mit guten Effekten aufwarten kann.

Das wäre nicht einmal sonderlich schlimm, wenn der Low-Budget-Film mit dem, was er hat, einfach besser umgehen würde. Dummerweise driftet Europa Report, wenn die Mission dann mal auf dem Jupitertrabanten gelandet ist, wider Willen in Trash-Gefilde ab. Im Finale überschlagen sich zusätzlich zu dem weiterhin ständigen Umschnitt zwischen allerlei Bord-Kameraeinstellungen – darunter eine im Helm, die „Sinnvollerweise“ die Astronauten-Gesichter festhält – die Ereignisse, was das Unverständnis beim Zuschauer noch verstärkt. Das Ende, das vermutlich bedeutungsvoll sein soll, angesichts der Umstände jedoch ebenso verpufft wie alles zuvor Gezeigte, setzt einem reichlich enttäuschenden Film dann die Krone auf.

Bedauernswert ist, dass die Geschichte durchaus Potential gehabt hätte, wenn man sie zum einen chronologischer erzählt und zumindest mit einer identifizierbaren Figur ausgestattet hätte. Ansatzweise wird das zwar mit Pilotin Rosa Dasque (Anamaria Marinca) versucht, aber nicht konsequent zu Ende gedacht. Auch die etwaigen Einblendungen, allen voran das hässliche Icon der Europa One, sind ebenso verzichtenswert wie den Zuschauer an der Hand haltende Betonungen, welche Bedeutung die Mission hat. Alles in allem ist Europa Report in seiner tatsächlichen Form ein Film, dessen Schicksal der Heimkinovermarktung sich spätestens nach Sichtung von selbst erklärt und den man getrost zum Mond schießen kann.

3.5/10

Blu-ray (3D)
Der 3D-Effekt soll dem zumeist im engen Raumschiff spielenden Film vermutlich Tiefe und Räumlichkeit verleihen, was zwar teilweise gelingt, durch den ständigen Schnitt und manche misslungene Kameraposition aber auch mitunter schief geht. Ansonsten ist der HD-Transfer (1080p/1.78:1) der Blu-ray überzeugend und klar ausgefallen, unabhängig vom Found-Footage-Aspekt durch die Bordkameras. Die DTS-5.1-Tonspur ist dabei ebenfalls zufriedenstellend und durchweg verständlich. Als Bonusmaterial warten zwei informative Featurettes zu den visuellen Effekten von John Bair und der Musik von Komponist Bear McCreary sowie eine Fotogalerie.

16. Oktober 2013

Gewinnspiel: 2 Blu-rays von "Europa Report"

Aktuell ist der Weltraum-Thriller Gravity von Alfonso Cuarón in aller Munde und führt in der zweiten Woche hintereinander die US-Kinocharts an. Welch passender Zeitpunkt also, um Sebastián Corderos nicht unähnliches, aber dennoch andersartiges Astronautenabenteuer Europa Report (dem keine Kinoauswertung hierzulande – Festivals wie das Fantasy Film Fest ausgenommen – vergönnt war) auf den Markt zu bringen. Erzählt wird darin von der ersten bemannten Mission zum kleinsten Jupitermond Europa, unter dessen Eisschicht Wasser und damit das Potential für bakterielles, ergo außerirdisches, Leben vermutet wird. Wie das aber mit Weltraummissionen (im Film) so ist, verläuft jedoch nicht alles nach Plan.

Zum Ensemble von Europa Report zählen unter anderem Michael Nyqvist (Verblendung) und Sharlto Copley (District 9), der Film selbst funktioniert quasi als Mix aus Faux Documentary sowie Found Footage und erscheint in Deutschland am kommenden Dienstag (22. Oktober 2013) auf DVD, Blu-ray und 3D-Blu-ray. Freundlicherweise haben Ascot Elite und Voll:Kontakt diesbezüglich Symparanekromenoi zwei Blu-ray-Exemplare des Films zur Verfügung gestellt, die ich nunmehr gerne unter meinen Leser_Innen (und solchen, die es noch werden wollen) verlosen möchte.

Das Gewinnspiel läuft bis Dienstag, 22. Oktober 2013, um 23:59 Uhr, die beiden Gewinner werden am Folgetag verkündet. Zur Teilnahme müsst ihr lediglich einen Kommentar – mit gültiger E-Mail-Adresse zwecks Benachrichtigung – unter diesem Beitrag oder einen Tweet an @Flo_Lieb auf Twitter hinterlassen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

UPDATE: Das Gewinnspiel ist abgelaufen und unter den Teilnehmern hat Random.org nun Christoph Gumpert und Daniel Licha ausgewählt – die Sieger wurden benachrichtigt. Meinen herzlichen Glückwunsch an diese beiden und meinen Dank an alle, die es ebenfalls versucht haben.

7. Oktober 2013

Prisoners

Pray for the best, but prepare for the worst.

Die Ohnmacht und Verzweiflung von Eltern, deren Kind verschwunden ist und womöglich entführt wurde, kann man sich vermutlich nicht mal vorstellen. Um das eigen Fleisch und Blut wieder in seinen Armen zu wissen, würden wahrscheinlich viele Menschen allerlei Dinge tun. Umso eher, je weniger erfolgversprechend die Ermittlungen der Polizei verlaufen. Diese Erfahrung muss auch Hugh Jackmans aufgerüttelter Familienvater Keller Dover in Denis Villeneuves Krimi-Thriller Prisoners machen, als seine junge Tochter sowie die seines Freundes und Nachbarn Franklin Birch (Terrence Howard) am Thanksgivingmittag verschwinden. Und obwohl sich auch schnell ein Hauptverdächtiger findet, gerät der Fall ins Stocken.

Zwar fährt Alex Jones (Paul Dano) ein Wohnmobil, das dem vermeintlichen Tatfahrzeug entspricht, dennoch lässt ihn der ermittelnde Kriminalbeamte Loki (Jake Gyllenhaal) wieder laufen. Jones habe den Verstand eines Zehnjährigen, so die Argumentation. Eine solche Person kann kein derartiges Verbrechen durchführen. Für Dover keine zufriedenstellende Antwort, speziell nicht, als Jones bei seiner Entlassung eine geflüsterte Andeutung an ihn macht. Während seine Frau (Mario Bello) ihren Kummer in Schlaf und Medikamenten ertränkt, nimmt Dover die Ermittlungen in seine eigenen Hände und entführt Jones zum Privatverhör. Unterdessen stößt Loki auf einen rätselhaften Todesfall und einen neuen Verdächtigen.

Relativ früh gibt Prisoners die Marschroute vor, möglichst viele Haken schlagen zu wollen, um das Publikum auf diese Weise bei der Stange zu halten. Dank Platzierung auf dem Poster darf sich dabei jeder gewiss sein, dass alles, was Villeneuve hier in zweieinhalb Stunden auf die Leinwand wirft, miteinander irgendwie zusammenhängt. Selbst wenn es zeitweilig von der Bildfläche verschwindet. In seinem Bestreben, mit etwaigen Twists für einen Wow-Faktor und abgebrochene Fingernägel in den Armlehnen zu sorgen, tut sich der Film jedoch gerade in seiner zweiten Hälfte keinen wirklichen Gefallen. Viel geschieht nur, um auf eine falsche Fährte zu locken und offenbart sich in der Nachbetrachtung als Ansatz zum Grübeln.

Da freut man sich dann schon, wenn Jackman ebenso erstaunt wie der Zuschauer nachfragt, wieso Danos geistig zurückgebliebener Charakter einen Wohnwagen fahren darf. “Well, he has a legal Pennsylvania license”, lautet Lokis lapidare Antwort. So viel dazu. Charakterdetails wie Dovers Tendenz zur Überpräparation – Vorräte und Gasmasken im Keller schützen vor allerlei Unheil außer Kindesentführung – werden für sekundenlange Spannungsmomente verwurstet und sorgen schließlich neben ellenlangen Folterszenen an Alex Jones dafür, dass sich der Film über zwei Stunden hinzieht. Vorteilhaft ist immerhin, dass man ihm diese Länge nur selten anmerkt, was sie im Umkehrschluss dennoch keineswegs rechtfertigt.

Die teilweise unnötigen Twists führen dann dazu, dass das Finale etwas konstruiert wirkt, wie es ohnehin nicht all das Bohai der zwei Stunden zuvor vollends rechtfertigen will. Immerhin ist das Schlussbild reichlich stimmig geraten und Prisoners lebt ohnehin weniger von seiner Handlung als vielmehr von seinen Darstellern. Die meisten von ihnen, allen voran Bello, aber auch Davis, Howard und Dano sind nicht sonderlich gefordert, sodass der Film ganz den auf dem Plakat namentlich geführten Herren Jackman und Gyllenhaal gehört. Letzterer irritiert allerdings bisweilen mit seinem Tick zum exorbitanten Blinzeln, was ein Drogenproblem der Figur vermuten lässt, welches diese dann aber doch nicht zu besitzen scheint.

Gerade Hugh Jackman spielt hier groß auf und liefert eine mitreißende Darbietung als seine Humanität verlierender Vater ab, die mit dafür verantwortlich ist, dass man als Zuschauer – mehr oder weniger – gebannt das Geschehen verfolgt. Dessen Mysterium um das Verschwinden der beiden Mädchen, ob Alex Jones in diesem unschuldig oder nicht ist und ob Keller Dover beziehungsweise Loki die Kinder retten können, ehe es zu spät ist – das alles macht Prisoners nicht zu einem der besten Filme oder Thriller dieses oder der letzten Jahre, sehenswert ist das Ergebnis aber durchaus. Und für Zuschauer, die den Film selbst als Elternteil schauen, ist das Spannungsmoment sicherlich nochmals eine ganze Spur intensiver.

6.5/10

1. Oktober 2013

Filmtagebuch: September 2013

BEHIND THE CANDELABRA [LIBERACE]
(USA 2013, Steven Soderbergh)

7/10

THE BLING RING
(USA/UK/F/D/J 2013, Sofia Coppola)
6.5/10

BREAKING BAD - SEASON 5: PART II
(USA 2013, Michelle MacLaren u.a.)
8/10

BULLET TO THE HEAD [SHOOTOUT - KEINE GNADE]
(USA 2012, Walter Hill)
4.5/10

CESAR’S GRILL
(EC/CH/D 2013, Dario Aguirre)
5/10

COMPLIANCE
(USA 2012, Craig Zobel)
3.5/10

COMPUTER CHESS
(USA 2013, Andrew Bujalski)
4/10

THE CONJURING [CONJURING - DIE HEIMSUCHUNG]
(USA 2013, James Wan)

3.5/10

DEADWOOD - SEASON 1
(USA 2004, Davis Guggenheim u.a.)
7.5/10

DEXTER - SEASON 8
(USA 2013, John Dahl/Ernest Dickerson u.a.)
6.5/10

ESCAPE FIRE: THE FIGHT TO RESCUE AMERICAN HEALTHCARE
(USA/CN/D 2012, Susan Frömke/Matthew Heineman)
6/10

FILTH [DRECKSAU]
(UK 2013, Jon S. Baird)

3/10

FREDDY VS. JASON
(CDN/USA/I 2003, Ronny Yu)
3/10

FRIDAY THE 13TH [FREITAG, DER 13.]
(USA 1980, Sean S. Cunningham)

5.5/10

THE GIRL
(UK/USA/ZA/D 2012, Julian Jarrold)
4.5/10

GRAVITY (3D)
(USA/UK 2013, Alfonso Cuarón)

8/10

LO IMPOSIBLE [THE IMPOSSIBLE]
(E 2012, Juan Antonio Bayona)

5.5/10

JEUNE & JOLIE [JUNG & SCHÖN]
(F 2013, François Ozon)

8/10

JURASSIC PARK (3D)
(USA 1993, Steven Spielberg)

8.5/10

LEVIATHAN
(USA/UK/F 2012, Lucien Castaing-Taylor/Verena Paravel)
5.5/10

THE LONELIEST PLANET
(USA/D 2011, Julia Loktev)
6.5/10

EINE MÖRDERISCHE ENTSCHEIDUNG
(D 2013, Raymond Ley)
4/10

MYSTERY SCIENCE THEATRE 3000: ‘MANOS’ THE HANDS OF FATE
(USA 1993, Joel Hodgson)
5/10

MYSTERY SCIENCE THEATRE 3000: MITCHELL
(USA 1993, Kevin Murphy)
3/10

MYSTERY SCIENCE THEATRE 3000: SOULTAKER
(USA 1999, Kevin Murphy)
7/10

THE NEWSROOM - SEASON 2
(USA 2013, Alan Poul u.a.)
7/10

NO
(RCH/USA/F/MEX 2012, Pablo Larraín)
7/10

OXYANA
(USA 2013, Sean Dunne)
1/10

PARKER
(USA 2013, Taylor Hackford)
5/10

THE PHILOSOPHERS
(UK/RI 2013, John Huddles)
5.5/10

PRISONERS
(USA 2013, Denis Villeneuve)
6.5/10

RIDDICK
(USA/UK 2013, David Twohy)
6/10

SHADOW DANCER
(UK 2012, James Marsh)
5.5/10

SINGAPORE SLING
(GR 1990, Nikos Nikolaidis)
5.5/10

SOUPÇONS [THE STAIRCASE]
(F 2004, Jean-Xavier de Lestrade)

8/10

STORIES WE TELL
(USA 2012, Sarah Polley)
7/10

WORLD WAR Z [UNRATED CUT]
(USA/M 2013, Marc Forster)

3/10

26. September 2013

Deadwood - Season One

I owe you a penny.

Gemeinhin gilt der Wilde Westen als Herberge für Cowboys, Prostituierte und Saloons, dazu noch des Goldrauschs und jede Menge Gesetzloser. Und an nur wenigen Orten war die gesetzlose Reputation seiner Zeit derart hoch wie in Deadwood, South Dakota. Angelockt vom Goldrausch wurde diese in heutigen Tagen rund 1.300 Einwohner umfassende Stadt 1876 im exterritorialen Siouxgebiet als Lager gegründet und war somit nicht Teil des Dakota-Territoriums. Ein Gesetz wie andernorts existierte somit in dieser Form nicht in Deadwood – was wiederum erklären mag, wieso die Geschichte der Stadt Serienschöpfer David Milch (NYPD Blue) dazu animierte, sie 2004 in einer HBO-Serie wieder auferstehen zu lassen.

Die Vorgaben könnten für eine HBO-Produktion besser nicht sein. Deadwood gibt ein abgeschlossenes Set für sich ab, das nur selten die Geschichte aus seinen zentralen Handlungsorten verlagert. Und da einer von diesen ein Bordell darstellt, ist für die obligatorische Fleischbeschau des Senders zugleich gesorgt. Mit einer Quote von 1.56 “fuck”-Äußerungen pro Minute und zahlreichen Morden ist auch dessen restliches Repertoire abgedeckt. Mit den Western von Bud Spencer und Terence Hill hat dies ebenso wenig gemein wie mit denen eines Sergio Leone. Deadwood, das zeigt sich früh, ist eine HBO-Serie durch und durch. Zwar mit keiner nennenswerten Handlung, aber rund einem Dutzend illustrer Charaktere.

In deren Mittelpunkt stehen der intrigante Al Swearengen (Ian McShane), Besitzer des Gem Saloons und Bordells sowie im Opiumhandel verstrickt, und Seth Bullock (Timothy Olyphant), ein ehemaliger U.S. Marshal, der mit seinem Geschäftspartner Sol Star (John Hawkes) eine Eisenwarenhandlung in Deadwood eröffnet. Der verdorbene Swearengen und der aufrechte Bullock geraten im Laufe der ersten Staffel mehrmals aneinander, nicht nur als es darum geht, dass Bullock und Star ihr Pachtgrundstück von Swearengen erstehen. Die übrigen Bewohner verteilen sich in etwa zwischen diese beiden Lager, vom umtriebigen Hotelbesitzer E.B. Farnum (William Sanderson) bis zum Zeitungsmann A.W. Merrick (Jeffrey Jones).

Allesamt historisch belegte Figuren, die noch durch die Gruppe von Wild Bill Hickok (Keith Carradine), Charlie Utter (Dayton Callie) und Calamity Jane (Robin Weigert) ergänzt werden. Das Ensemble komplettieren dann der Lagerarzt Doc Cochrane (Brad Dourif) und der lokale Reverend Smith (Ray McKinnon), die New Yorkerin Alma Garret (Molly Parker), deren Mann dem Goldrausch folgte und ein umkämpftes Grundstück erwarb, der zu Swearengen konkurrierende Bordellbesitzer Cy Tolliver (Powers Boothe) sowie die beiden in den jeweiligen Bordellen angestellten Huren Trixie (Paula Malcomson) und Joanie (Kim Dickens). Was Einfluss, Macht und Intrigenspiel angeht, reicht jedoch keine von ihnen an Swearengen heran.

Obschon Deadwood zwar um einen authentischen Anspruch bemüht ist – so erfährt selbst der Pockenausbruch von 1876 kurzzeitig einen Einzug in die Handlung –, ließ sich Milch viele Freiheiten bei den historischen Figuren. Charlie Utters Bruder Steve fehlt entsprechend ebenso wie die Familie von E.B. Farnum – der ohnehin weitaus tölpelhafter dargestellt wird als sein Alter Ego – und Seth Bullocks Frau wird kurzerhand zur angeheirateten Witwe seines Bruders (und seine Tochter zu deren von ihm adoptierten Sohn), damit Bullock romantisch mit Mrs. Garret gepaart werden kann. Eine Geschichtsstunde sollten Western-Interessierte folglich nicht erwarten, bei aller Anlehnung an den wirklichen Begebenheiten von 1876.

Und trotz einer Laufzeit von rund zwölf Stunden hat die Serie relativ wenig zu erzählen. So gibt es kleinere Themenpunkte wie die Ermordung von Wild Bill Hickok, der Pockenausbruch oder das Gold-Grundstück von Mrs. Garret, als roter Faden zieht sich der Willen der Einwohner um Swearengen, zum Dakota-Territorium annektiert zu werden, durch die erste Staffel. Die Klasse von Deadwood verdankt sich somit weniger dessen, was passiert, als vielmehr der darin verwickelten Protagonisten. Es handelt sich um eine Charakterserie, die ihren Figuren genug Raum zum Atmen lässt und somit selbst Rollen aus der dritten Reihe wie Swearengens verkrüppelter Putzfrau Jewel (Geri Jewell) Leben einhaucht.

Allen voran der hier grandiose Brad Dourif sowie die nicht minder beeindruckende Robin Weigert gewinnen in ihren Rollen als altruistischer Lagerarzt und versoffene Westernheldin die Sympathien des Zuschauers (und wurden verdientermaßen für einen Emmy Award nominiert), aber auch Figuren wie Dayton Callies loyaler Charlie Utter und John Hawkes’ Gutmensch Sol Star sind ein Genuss. Kaum ein Charakter erhält keine positiven Züge, selbst diejenigen, die sich am ehesten als Antagonisten qualifizieren. Und auch wenn das Bühnen- sowie das Masken- und Kostümbild den Stil von Deadwood nachzuempfinden versuchen, führt nichts daran vorbei, dass die Serie nur wegen ihrer Figuren funktioniert.

Dank seines schließenden Charakters unter manchen Subplot nimmt das Staffelfinale Sold Under Sin qualitativ eine herausragende Stellung ein, aber auch die Episoden Mister Wu und Deep Water stechen heraus. Für zwei von diesen war Davis Guggenheim (Waiting for ‘Superman’) als Regisseur verantwortlich, der neben Walter Hill – der den Piloten Deadwood inszenierte – und Alan Taylor (u.a. Game of Thrones) den prominentesten Namen hinter der Kamera darstellt. Deadwood macht so manches besser als der nicht unähnliche HBO-Kollege Rome, ist dabei oftmals ausgesprochen humorvoll geraten und durch die schillernden Figuren nur selten uninteressant. Oder anders gesagt: sehr salo(o)nfähig.

7.5/10

18. September 2013

Riddick

One down... Three down. You see where I’m going with this?

Im Falle des Sprichwortes „Schuster, bleib bei deinen Leisten“ kommt einem vermutlich nicht direkt Marc Sinclair aka Vin Diesel in den Kopf. Als einer der vielversprechendsten Action-Stars ins 21. Jahrhundert gestartet, landete Diesel bald wieder auf dem Boden der Tatsachen. Inzwischen verbrachte er die letzten vier Jahre damit, „Dominic Toretto“ und damit seine erfolgreichste Filmfigur zu sein. Die jüngste Fast & Furious-Trilogie spielte weltweit über 1,7 Milliarden Dollar ein und verhalf Diesel, zugleich Produzent der Reihe, zu einem stattlichen Vermögen. Neben Dominic Toretto besonn sich Diesel dieses Jahr auch auf seine Rolle als Richard B. Riddick – jene Figur, die ihm vor 13 Jahren zum Durchbruch verhalf.

David Twohys Pitch Black machte Diesel bekannt, als ein lässig-cooler vermeintlicher Soziopath mit einer Schwäche für Altruismus. Und obschon die Fortsetzung The Chronicles of Riddick 2004 nicht wie erwartet von Erfolg gekrönt war, führte die nicht abebbende Faszination für Diesels Antihelden dazu, dass dieser nun nach fast einem Jahrzehnt in Riddick, einem nach ihm selbst benannten Sequel, wieder auf der Bildfläche erscheint. Wie in den Vorgängern strandet Riddick (Vin Diesel) erneut auf einem tödlichen Planeten, wo seine Überlebensqualitäten gefragt sind. Von den Necromongern um Vaako (Karl Urban) verraten, alarmiert Riddick einige Kopfgeldjäger, um mit ihrem Schiff entkommen zu können.

Daraufhin entwickelt sich fortan ein Abzählreimschema, wenn sich erst Riddick und danach die indigenen Kreaturen der Kopfgeldjäger annehmen. Die wiederum teilen sich auf in die Gruppe um Santana (Jordi Mollà) und Diaz (Dave Bautista), die primär auf die Belohnung aus sind, und in die Gruppe um Boss Johns (Matt Nable) und Dahl (Katee Sackhoff), die sich von Riddick Antworten darauf versprechen, was vor zehn Jahren mit Boss Johns’ Sohn in den Ereignissen in Pitch Black passiert ist. Für Riddick selbst ist dies einerlei, bringt den Furyaner doch nicht einmal ein nahender Sturm und die damit verbundene buchstäbliche Überschwemmung mit tausenden unter der Erde lebender Monstrositäten wirklich außer Fassung.

Insofern folgt Riddick also über weite Strecken seinen beiden Vorgängern, insbesondere dem Original. Ähnlich wie in diesen wird die Handlung von einer Erzählstimme der Figur eingeleitet, was bereits im zweiten Teil eher deplatziert wirkte und hier noch verkrampfter daherkommt. Verbrachte Chronicles nur einen Teil seiner Laufzeit auf dem Planeten Crematoria und schickte sich ansonsten eher als Weltraumtravestie à la Dune an, verortet sich der dritte Film nun erneut fest auf einer unwirtlichen Oberfläche. Und wenn Riddick sich im ersten Akt nahezu allein erst einmal zurechtfinden muss, dann ist dies ebenso gelungen wie seine späteren Spielereien mit den etwaigen Kopfgeldjägern auf Leben und – allen voran – Tod.

Die Figur scheint stets unter Kontrolle, selbst in Szenen, in denen sie sie nicht besitzt. Das macht den Reiz von Riddick aus und ihn so sehenswert. Problematisch fallen dagegen die Dialoge des Drehbuchs aus. Oft abgedroschen und lächerlich – was aber auch an der Synchronisation liegen kann – schaden sie dem Film mehr als sie ihm helfen. Würde halb so viel gebabbelt, wäre das Ganze gleich viel ansprechender. Das Ende wirkt ebenfalls nicht sonderlich rund und eher antiklimatisch, da hat man sich als Zuschauer gerade nach dem zweiten Akt mehr versprochen. Auch Sackhoffs vermeintliche lesbische Figur und etwaige daraus folgernde Anspielungen von Riddick, Santana und Co. verursachen primär Scham.

David Twohys dritter Riddick-Streich macht sich also sein Leben sehr viel schwerer als nötig gewesen wäre, ist die Action ansonsten doch imposant, die Figuren interessant und die visuellen Effekte überzeugend. Gerade die ersten 20 Minuten zeigen dabei, dass es für einen guten Riddick-Film eigentlich nur des Charakters selbst bedarf. So erreicht Riddick zwar nicht wirklich die Klasse von Pitch Black oder The Chronicles of Riddick, speziell für Fans des Furyaners ist der dritte Ausflug von Diesels Durchbruchsrolle aber allemal eine Sichtung wert. Der Amerikaner wiederum hat weitere Filme mit Riddick nicht ausgeschlossen und somit verinnerlicht, dass es sich für Schuster durchaus lohnen kann, bei ihren Leisten zu bleiben.

6/10

12. September 2013

Singapore Sling

I’ll be in good company tonight.

Zu den Merkmalen des Film noir zählen Morde, Detektive und Femme fatales – insofern ist Nikos Nikolaidis’ 1990er Kunstfilm Singapore Sling fraglos zu jenem Genre dazuzuzählen. Und wen wundert es, versucht der Film doch eine Art inoffizielle Fortsetzung zu Otto Premingers Laura von 1944 zu sein. Ein angeschossener Detektiv (Panos Thanasoulis), später Singapore Sling getauft, ist auf der Suche nach seiner verschwundenen Geliebten Laura. Mit Mühe und Not rettet er sich zur Schwelle eines Anwesens, wo Lauras Fährte endet. Die zwei Hausherrinnen, eine Mutter (Michelle Valley) und ihre Tochter (Meredyth Herold), wissen um Laura Schicksal Bescheid, haben sie diese doch vor drei Jahren ermordet.

“In the state I was in things couldn’t get any worse”, sinniert der Detektiv zu Beginn noch in der klassischen Erzählstimme. Dass er sich in seiner Einschätzung geirrt hat, macht der Film in den folgenden anderthalb Stunden deutlich. Kurzerhand fällt dann nämlich die Tochter über den bewusstlosen Ermittler her, ehe sie von ihrer Mutter unterbrochen wird. An ein Bett gefesselt wird der arme Kerl in den folgenden Tagen mehrfach von den Frauen vergewaltigt, über ihn erbrochen, auf ihn uriniert und er generell sexuell erniedrigt. “This routine case wasn’t what I had reckoned after all”, wird er gegen Ende rekapitulieren. Und wie sein Fall kein gewöhnlicher ist, verhält es sich letztlich auch mit Nikolaidis’ Film selbst.

Trotz etwaiger provokativer Obszönitäten – oder wohl eher gerade wegen dieser – erachtete der griechische Regisseur seinen Film insgeheim eigentlich als eine Komödie. Die Fressgelage bis man sich erbricht, Selbstbefriedigung mit einer Kiwi und inzestuösen Sexspiele mit der Mutter oder dem mumifizierten Vater sorgten scheinbar für jede Menge Spaß am Set. Singapore Sling nimmt sich erkennbar zu keinem Punkt ernst, sodass Slapstick bereits in der Eröffnungsszene Einzug findet, wenn Mutter und Tochter bei strömendem Regen den ausgeweideten Chauffeur im Garten beerdigen. Für humoristische Auflockerungen sorgen zudem immer wieder die weiblichen Figuren, die ohnehin ganz klar im Zentrum stehen.

Zwar sind sie durchweg die Femme fatales, aber stehen nicht hinter dem Ermittler zurück. Seine Frauenfiguren, so der Regisseur im Bonusmaterial, dürfen männliche Charakterzüge tragen – also stehlen, vergewaltigen und töten. Sie sind es, die über die Kontrolle verfügen und dennoch die Opfer von Männern bleiben. So berichtet die Tochter, dass ihr Vater sie mit elf Jahren entjungfert hätte, wie er es auch war, der mit dem Morden der Bediensteten anfing. “Corpses were the best fertilizer”, rezitiert ihn die Tochter glucksend, die gemeinsam mit der Mutter den Patriarch schon lange selbst getötet hat. Freiheit hatte dies dennoch nicht zur Folge, wie das Hörigkeitsverhältnis zwischen den Frauen zum Ausdruck bringt.

“That woman out there won’t let me smoke”, lamentiert die Tochter ein ums andere Mal an den Zuschauer oder Singapore Sling gerichtet. Die Mutter referiert ihr Kind derweil gerne als “that bitch daughter of mine” und frönt zudem ihrem Tick, das meiste was sie sagt nochmals ins Französische zu übersetzen. Um die Tochter in Zaum zu halten, spielt die Mutter gerne einen Herzinfarkt vor, die Tochter selbst scheint durch den Inzest sichtlich gestört, sowohl psychisch als auch sexuell. Die reine Anwesenheit eines Mannes im Haus führt bei ihr zu merkbarer Erregung und es ist dann natürlich auch jener Mann, der schließlich einen Keil zwischen die beiden Frauen treibt und das dramatische Finale herbeiführt.

Auf fast zwei Stunden gedehnt geht einem die Naivität der Tochter und ihr manisches Gehabe trotz des bemerkenswerten Spiels von Meredyth Herold allerdings mit der Zeit verstärkt auf den Zeiger, während wiederum Panos Thanasoulis’ Detektiv nach dem ersten Akt eigentlich nur noch als Requisite für die beiden Frauenfiguren fungiert. Schick-schockierend ist es dann zwar schon, wenn Früchte zur Masturbation herhalten müssen, nur lässt es leider wie so vieles in Nikolaidis’ Film einen wirklichen Kontext vermissen. Weitaus weniger skandalös als sein Ruf erahnen lässt, ist Singapore Sling als Akkumulation von provokativem Avantgardefilm und Film noir dennoch ganz nett geraten. Mehr allerdings leider auch nicht.

5.5/10

Blu-ray
Der HD-Transfer der Blu-ray überzeugt durch einen gefälligen Schwarz-Weiß-Kontrast und Detailschärfe, ebenso zufriedenstellend ist die klar verständliche Mono-Tonspur ausgefallen. Neben einem Interview mit Nikolaidis über seine Filmografie – das jedoch auf keinen der Filme analytisch eingeht – ist mit Directing Hell eine über einstündige Dokumentation von Christos Houliaras über Nikolaidis und sein Schaffen enthalten. Das Bonusmaterial wird abgerundet durch das für das Bildstörung-Label obligatorische Booklet mit einem informativen Essay von Gerd Reda über die Beziehung des Films zu Premingers Laura sowie Nikolaidis’ Filmografie.

5. September 2013

Somm

It sounds so ridiculous because, you know, it’s ferment grape juice.

Es ist immer dasselbe, vor dem Weinregal stehend suche ich nach einem schicken Rebensaft, der Blick streift das Etikett mit der Aufschrift „Merlot“ und in meinem Kopf schreit Paul Giamatti “I’m not drinking any fucking Merlot!”. Sein Miles aus Alexander Paynes Meisterwerk Sideways ist zwar eigentlich Lehrer und kein Sommelier, dennoch ging mir sein Wutausbruch seither nie mehr aus dem Kopf. Wer die Frage, welcher Wein es denn sein darf, heutzutage richtig beantwortet, hinterlässt bei Umstehenden einen Eindruck als Fachmann. “Somms now have become the new rock stars of our industry”, sagt daher auch der Koch und Restaurantkettenbesitzer Michael Mina in Regisseur Jason Wises Sommelier-Dokumentation Somm.

Darin begleitete Wise drei Jahre lang vier Anwärter für die Auszeichnung zum Master Sommelier bei ihrer Prüfungsvorbereitung. Lediglich rund 170 Master wurden in den vergangenen 40 Jahren ausgezeichnet, ein höheres Qualitätssiegel kann es für einen Sommelier nicht geben. Zuerst begegnen wir Ian Cauble, einem der größten Talente der Szene, der bereits als Kind seine Nase für den Wein begeistern konnte. “Nothing else matters other than that liquid”, versichert er. Seine Kollegen nennen ihn “dad”, da Ian dazu neigt, sie zu belehren. Quasi der Gegenentwurf zu Ian ist Brian McClintic. “I wasn’t entrenched in this world like a lot of people are”, gesteht Brian, der aus Wettbewerbsgeist Master Sommelier werden will.

Denn für die Karriere als Profi-Baseball-Spieler hatte es nicht gereicht und die Schwierigkeit der Sommelier-Prüfung reizte McClintic, der erst ein Jahr zuvor zum Wein fand. Jene Prüfung besteht aus drei Tests in Form eines Theorie-, Service- und Blindverkostungsteils. Kein Zuckerschlecken, nennt der seit 2005 ausgezeichnete Reggie Narito, Jr. die Prüfung doch “the hardest thing I’ve ever done”. Man muss nicht nur wissen, aus welchem Land, welcher Region und welchem Gut der Wein komme, sondern auch unterscheiden können, ob ihm nun normale oder getrocknete Veilchen für sein Aroma zugeführt wurden. Komplettiert werden Brian und Ian in ihrer Vorbereitung dann zusätzlich durch Dustin Wilson und DLynn Proctor.

Sie fragen sich bis tief in die Nacht per Skype gegenseitig ab, treffen sich zu privaten Blindverkostungen und ziehen sich gegenseitig auf. “They’re like guys in the locker room…with wine bottles”, schmunzelt Brians Ehefrau Kristin. Während ihrer Prüfung haben sie rund vier Minuten und zehn Sekunden pro Wein Zeit, diesen zu beschreiben und einzuordnen. Gar nicht so leicht, angesichts von schwierigen langen Weinnamen deutscher Weingüter oder der allein in Italien existierenden 3.000 Traubensorten. Entsprechend beeindruckt ist Kristin McClintic dann, wenn sie Brian, Ian und Co. in ihrem Element erleben darf. “And at the same time they’re just egomaniacs who are so self-absorbed”, lacht sie zur selben Zeit.

Angesichts solcher Sommelier-Persönlichkeiten wie der Legende Fred Dames oder dem strebsamen Ian, der schnell pissig reagiert, wenn man ihn aufzieht, kein gewagtes Statement. “The hardest test you’ve never heard of”, propagiert Somm sicher nicht zu Unrecht hinsichtlich der Master Sommelier-Prüfung. Wie diese nun aber wirklich aussieht, abläuft und letztlich entschieden wird, zeigt Wise uns nur leider nicht im Finale. Aber auch die Prüflinge erfahren wohl nicht, welche Weine sie nun tatsächlich im Test blind verkostet haben. So gesehen bewegt sich die Dokumentation bedauerlicherweise nur an der Oberfläche der Szene, wie auch Ian und Brian etwas mehr im Fokus stehen als DLynn und allen voran Dustin.

Dafür schafft es Somm hinsichtlich der Auflösung, ob – und wenn ja: wer – es von den vier Protagonisten am Ende einer zum Master Sommelier geschafft hat, zu überraschen. Selbst wenn der Zuschauer nicht erfährt, wie dies letztlich abgelaufen ist. Interessant ist das Ganze jedoch allemal, auch da Ian, Brian, Dustin und DLynn durchaus sympathische Teilnehmer sind. “It sounds so ridiculous because, you know, it’s ferment grape juice. I mean, you know what I mean?”, kommentiert Brian an einer Stelle lachend das Szenario. Somm bietet somit speziell im Doppelpack mit Sideways einen unterhaltsamen thematischen Filmabend mit passendem Wein dazu. Natürlich nur solange kein “fucking Merlot” darunter ist.

6.5/10

1. September 2013

Filmtagebuch: August 2013

BLOOD
(UK 2012, Nick Murphy)
5.5/10

COCOON
(USA 1985, Ron Howard)
7/10

COCOON: THE RETURN [COCOON II - DIE RÜCKKEHR]
(USA 1988, Daniel Petrie)

6/10

CREATURE FROM THE BLACK LAGOON (3D)
[DER SCHRECKEN VOM AMAZONAS]
(USA 1954, Jack Arnold)

7/10

LA DOLCE VITA [DAS SÜSSE LEBEN]
(I/F 1960, Federico Fellini)

8.5/10

LA DOUBLE VIE DE VÉRONIQUE [DIE ZWEI LEBEN DER VERONIKA]
(F/PL/N 1991, Krzysztof Kieślowski)

5.5/10

DRACULA
(USA 1931, Tod Browning)
7/10

DRÁCULA
(USA 1931, George Melford)
6.5/10

FREE WILLY
(USA 1993, Simon Wincer)
6.5/10

GENERATION KILL
(USA 2008, Susanna White/Simon Cellan Jones)
7/10

GLENGARRY GLEN ROSS
(USA 1992, James Foley)
8/10

JAGTEN [DIE JAGD]
(DK 2012, Thomas Vinterberg)

5/10

KON-TIKI
(N/DK/S/UK/D 2012, Joachim Rønning/Espen Sandberg)
6.5/10

THE LONE RANGER
(USA 2013, Gore Verbinski)
7/10

MI MEFAHED MEZEEV HARA [BIG BAD WOLVES]
(IL 2013, Aharon Keshales/Navot Papushado)
7/10

MUD
(USA 2012, Jeff Nichols)
7.5/10

THE MUMMY [DIE MUMIE]
(USA 1932, Karl Freund)

6/10

THE MUMMY [DIE MUMIE]
(USA 1999, Stephen Sommers)

6/10

THE NEW WORLD (EXTENDED CUT]
(USA/UK 2005, Terrence Malick)

8/10

NOSFERATU, EINE SYMPHONIE DES GRAUENS
(D 1922, F.W. Murnau)
7/10

PAIN & GAIN
(USA 2013, Michael Bay)
5.5/10

THE PLACE BEYOND THE PINES
(USA 2012, Derek Cianfrance)
6.5/10

PIRANHA (3D)
(USA 2010, Alexandre Aja)

6.5/10

PRINCE AVALANCHE
(USA 2013, David Gordon Green)
7/10

SCRUBS - SEASON 5
(USA 2006, Bill Lawrence u.a.)
8/10

SCRUBS - SEASON 6
(USA 2006/07, John Putch u.a.)
7.5/10

SCRUBS - SEASON 7
(USA 2007/08, Bill Lawrence/Zach Braff u.a.)
8/10

SCRUBS - SEASON 8
(USA 2009, Bill Lawrence u.a.)
7.5/10

SIDE EFFECTS
(USA 2013, Steven Soderbergh)
4.5/10

SILVER LININGS PLAYBOOK [SILVER LININGS]
(USA 2012, David O. Russell)

1.5/10

SOMM
(USA 2012, Jason Wise)
6.5/10

THIS IS THE END [DAS IST DAS ENDE]
(USA 2013, Evan Goldberg/Seth Rogen)

5/10

TRANSFORMERS: DARK OF THE MOON [TRANSFORMERS 3]
(USA 2012, Michael Bay)

0.5/10

TROIS COULEURS: BLANC [DREI FARBEN - WEISS]
(F/PL/CH 1994, Krzysztof Kieślowski)

6.5/10

TROIS COULEURS: BLEU [DREI FARBEN - BLAU]
(F/PL/CH 1993, Krzysztof Kieślowski)

7/10

TROIS COULEURS: ROUGE [DREI FARBEN - ROT]
(F/PL/CH 1994, Krzysztof Kieślowski)

7/10

TRUE BLOOD - SEASON 6
(USA 2013, Howard Deutch/Scott Winant u.a.)
6/10

WELCOME TO THE JUNGLE
(USA/UK 2013, Rob Meltzer)
5.5/10

THE WOLF MAN [DER WOLFSMENSCH]
(USA 1941, George Waggner)

7/10

THE WOLFMAN [DIRECTOR’S CUT]
(USA 2010, Joe Johnston)

2.5/10