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5. April 2014

Filmtagebuch: März 2014

12TH & DELAWARE
(USA 2010, Heidi Ewing/Rachel Grady)
7.5/10

AFTER TILLER
(USA 2013, Martha Shane/Lana Wilson)
6.5/10

ASSAULT ON PRECINCT 13 [ASSAULT - ANSCHLAG BEI NACHT]
(USA 1976, John Carpenter)

8/10

THE AVENGERS [MARVEL’S THE AVENGERS]
(USA 2012, Joss Whedon)

4.5/10

BLOOD BROTHER
(USA 2013, Steve Hoover)
2/10

BROOKLYN NINE-NINE - SEASON 1
(USA 2013/14, Craig Zisk u.a.)
7/10

CAPTAIN AMERICA: THE FIRST AVENGER (3D)
(USA 2011, Joe Johnston)

5/10

CAPTAIN AMERICA: THE WINTER SOLDIER (3D)
[THE RETURN OF THE FIRST AVENGER]
(USA 2014, Anthony Russo/Joe Russo)

6.5/10

CELLULAR [FINAL CALL]
(USA/D 2004, David R. Ellis)

7/10

DALLAS BUYERS CLUB
(USA 2013, Jean-Marc Vallée)
6.5/10

DIRTY ROTTEN SCOUNDRELS
[ZWEI HINREISSEND VERDORBENE SCHURKEN]
(USA 1988, Frank Oz)

9/10

DROP ZONE
(USA 1994, John Badham)
6/10

ENEMY
(CDN/E 2013, Denis Villeneuve)
8.5/10

ETERNAL SUNSHINE OF THE SPOTLESS MIND [VERGISS MEIN NICHT!]
(USA 2004, Michel Gondry)

8/10

GIDEON’S ARMY
(USA 2013, Dawn Porter)
6.5/10

HIGHSCHOOL OF THE DEAD
(J 2010, Araki Tetsuro)
8/10

IN FEAR
(UK 2013, Jeremy Lovering)
7/10

THE INNKEEPERS
(USA 2011, Ti West)
7.5/10

NEBRASKA
(USA 2013, Alexander Payne)
5.5/10

NOAH (3D)
(USA 2014, Darren Aronofsky)

3/10

ONE FLEW OVER THE CUCKOO’S NEST
[EINER FLOG ÜBERS KUCKUCKSNEST]
(USA 1975, Milos Forman)

8/10

OUTLAND
(UK 1981, Peter Hyams)
6.5/10

SCHNEE VON GESTERN
(D/IL 2013, Yael Reuveny)
7.5/10

THE SPOILS OF BABYLON
(USA 2014, Matt Piedmont)
6.5/10

THE SUMMIT
(IRL/UK/CH/USA 2012, Nick Ryan)
6.5/10

SUNSHINE
(UK/USA 2007, Danny Boyle)
8/10

SYNECDOCHE, NEW YORK
(USA 2008, Charlie Kaufman)
10/10

TERMINAL VELOCITY [TÖDLICHE GESCHWINDIGKEIT]
(USA/CDN 1994, Deran Sarafian)

5.5/10

THE THING [DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT]
(USA 1982, John Carpenter)

8/10

TOP OF THE LAKE
(NZ/AUS/UK/USA 2013, Jane Campion/Garth Davis)
6/10

TRUE DETECTIVE - SEASON 1
(USA 2014, Cary Joji Fukunaga)
8/10

VERTICAL LIMIT
(USA/D 2000, Martin Campbell)
5.5/10

THE WALKING DEAD - SEASON 4
(USA 2013/14, Greg Nicotero u.a.)
6.5/10

WHITE MEN CAN’T JUMP [WEISSE JUNGS BRINGEN’S NICHT]
(USA 1992, Ron Shelton)

7/10

Werkschau: Bong Joon-ho


FLANDERSUI GAE [BARKING DOGS NEVER BITE]
(ROK 2000, Bong Joon-ho)

6.5/10

SARINUI CHUEOK [MEMORIES OF MURDER]
(ROK 2003, Bong Joon-ho)

7/10

GWOEMUL [THE HOST]
(ROK 2006, Bong Joon-ho)

5.5/10

MADEO [MOTHER]
(ROK 2009, Bong Joon-ho)

7/10

SNOWPIERCER
(USA/ROK/F 2013, Bong Joon-ho)
4.5/10

Werkschau: Spike Jonze


BEING JOHN MALKOVICH
(USA 1999, Spike Jonze)
10/10

ADAPTATION. [ADAPTION.]
(USA 2002, Spike Jonze)

9/10

I’M HERE [SHORT]
(USA 2010, Spike Jonze)

6/10

WHERE THE WILD THINGS ARE [WO DIE WILDEN KERLE WOHNEN]
(USA/AUS/D 2009, Spike Jonze)

6/10

HER
(USA 2013, Spike Jonze)
6.5/10

23. Dezember 2009

Synecdoche, New York

Knowing that you don’t know is the first and essential step of knowing, you know?

Das griechische Wort συνεκδοχή, zu Deutsch „Synekdoche“, bezeichnet ein rhetorisches Stilmittel, bei dem etwas Allgemeines durch etwas Besonderes ersetzt wird. Das Ganze durch ein Teil. Zum Beispiel „der Römer“ für „alle Römer“ oder der Shakespearsche Ausspruch, dass die ganze Welt eine Bühne sei, wobei die Bühne als Teil der Welt für ebendiese steht. Umso passender ist der Titel Synecdoche, New York von Charlie Kaufmans Debütfilm nach eigenem Drehbuch gewählt. Wieder einmal erzählt Kaufman von Künstlern, ihren Ambitionen und ihren Werken. Wo es einst Puppenspieler Craig Schwartz in den Kopf von John Malkovich trieb und Charlie Kaufmans Alter Ego bei der Adaption seiner Adaption sich selbst zu verlieren drohte, liegt es nun am Theaterregisseur Caden Cotard (Philip Seymour Hoffman), ein Meisterstück abzuliefern, ehe seine Zeit gekommen ist. Dabei wartet der Film mit mehreren Synekdochen auf.

Als Caden eines Morgens um 7:45 Uhr aufwacht, erklärt das Radio den Herbst als “beginning of the end”. Elke Putzkammer, eine von vielen Deutschen, die Caden im Laufe des Films heimsuchen, erklärt quasi den Ausnahmezustand auf das Leben. “Whoever is alone will stay alone”, behauptet sie. Kurz darauf fühlt sich Caden nicht besonders gut, während er aus seinem Briefkasten seine abonnierte Zeitschrift Attending to Your Illness holt. Caden ist eine tragische Figur. Ein Hypochonder könnte man meinen, würde man seine vielen Beschwerden nicht selbst sehen. Er liest beim Frühstück die Todesanzeigen und bejammert das Alter der Verstorbenen. Seine vierjährige Tochter Olive schaut sich Cartoons über Viren an, was Caden mit halbem Ohr mitbekommt. Als ihm dann beim Rasieren noch der Wasserhahn gegen die Stirn knallt und ihm der Arzt in der Notaufnahme erklärt, seine Pupillen würden nicht richtig funktionieren, ist für Caden klar: “This is just the start of something awful.”

Kaufman benannte seine Figur nach dem Cotard-Syndrom. Eine Krankheit, benannt nach Jules Cotard (1840-1889), in dem eine Person glaubt, tot oder nicht existent zu sein. Cotards Vorname Caden wiederum entstammt dem französischen Cathán, was „Kampf“ bedeutet. Insofern ist Caden Cotard eine Synekdoche von Synecdoche, New York. Der erzählt von Krankheiten und Tod, aber auch von Liebe und Beziehungen. Von Hoffnungslosigkeit und Hoffnung zugleich. Über die Handlung zu schreiben wäre müßig. Einer Matrjoschka-Figur gleich werden verschiedene Ebenen der Geschichte sehr komplex, jedoch nicht kompliziert aufgearbeitet. Kaufman erzählt von Cadens gescheiterter Ehe mit seiner Künstlerfrau Adele (Catherine Keener), die ihn schließlich mit der gemeinsamen Tochter und ihrer Freundin Maria (Jennifer Jason Leigh) Richtung Berlin verlässt. Hinzu kommen gescheiterte Beziehungen, darunter zu Hazel (Samantha Morton), der Kartenverkäuferin von Cadens Theater, sowie Claire (Michelle Williams), einer seiner Schauspielerinnen und zweiten Ehefrau.

Als Caden einen Theaterpreis erhält und ein neues Stück plant, verlagert Kaufman seinen Film auf die erste von vielen Stufen seines Synekdochen-Gebildes. In einer riesigen Halle in New York lässt Caden ein Replikat von New York bauen. Die falsche Welt wird mit falschen Ebenbildern der Realität bevölkert. Caden heuert Sammy (Tom Noonan) für die Rolle des Caden an, was zwar äußerlich wenig Sinn macht, aber immerhin hat Sammy den Regisseur die letzten zwei Jahrzehnte verfolgt. “Hire me and you’ll see who you truly are”, erklärt Sammy bei seiner Bewerbung. Der Logik entsprechend verfügt dann auch das falsche New York über eine Halle, in der wiederum ein Replikat von New York gebaut wird. Mit Schauspielern, die angeheuert werden, die Schauspieler zu spielen, die die realen Menschen verkörpern. Ein Szenario, wie man es zuvor schon in Michel Gondrys Musikvideo für Björks Bachelorette gesehen hat.

“It has to do with [Caden] understanding life”, erläutert Philip Seymour Hoffman im Bonusmaterial die Funktion des namenlosen Stückes für Caden. Bezeichnend ist hierbei, dass Caden das Stück nicht dazu nutzt, eine bessere Version seines Lebens zu erschaffen, sondern vielmehr ein Abziehbild seines Alltags. Alles was passiert, findet kurz darauf Referenz im Stück, so als wollte es Caden nochmals analysieren. Nur dass er dies nicht tut. Passenderweise wird das Stück im Filmverlauf nie aufgeführt. So ziehen sich die Jahrzehnte hin und die Schauspieler werden älter und älter, die Kulissen immer verschachtelter. In dieses Szenario verwebt Kaufman nun seine Todessymbole. Caden wird unentwegt mit dem/seinem Tod konfrontiert. Seien es Musikjingles, Werbespots oder Plakate. Dabei spielt Kaufman offen mit Cadens Nachnamen als subtiler Prämisse. Immer wieder hört Caden Anspielungen, die implizieren, er sei bereits tot. “Caden Cotard is a man already dead”, analysiert Millicent (Dianne Wiest), die Sammy zu einem späteren Zeitpunkt als Caden-Darsteller im Stück ablöst.

Dass Caden bereits tot ist, wird mehrmals angedeutet. Wenn er beispielsweise kein Gefühl mehr für Zeit hat. Das erste Jahr von Adeles Abwesenheit kommt ihm wie eine Woche vor und ehe er sich versieht, sind sechs Jahre rum. Dass seine zweite Tochter Ariel, die er mit Claire gezeugt hat, auch nach 17 Jahren Probe immer noch fünf Jahre alt ist, dürfte wohl kaum ein Detailfehler sein. Doch wirklich verifizieren lässt sich sein Tod für Caden nicht - nicht einmal im direkten Dialog mit seinem Arzt. “I’m aching for it being over”, presst ein gealteter Caden 20 Minuten vor Schluss des Films schließlich hervor. Zu diesem Zeitpunkt hat Kaufman längst seine obligatorischen Absurditäten eingestellt. Was Synecdoche, New York zum Meisterwerk macht, ist die Interpretationsebene, die Kaufman mit seinem ersten Regiebeitrag offeriert. Sein volles Ausmaß entwickelt der Film erst bei mehrmaligem Sehen und was bei der ersten Sichtung wie ein typisch skurriles Kaufman-Drehbuch wirkt, offenbart sich bei weiteren Sichtungen als vor Details überschwappende Synekdoche auf Leben und Tod.

“It’s a big decision how one prefers to die”, betont Hazels Maklerin, als sie dieser ein brennendes Haus verkauft und Hazel Befürchtungen äußert, im Feuer sterben zu können. Das brennende Haus ist nur eine von zahlreichen irrwitzigen Ideen, die Kaufman hier aufbietet. Speziell in der ersten Hälfte schenkt er dem Publikum Einfälle wie den vierjährigen Horace Aspiazu, der einen Roman (Little Winky) über einen Neonazi geschrieben hat, ehe er sich mit fünf Jahren umbringt. Oder Hazels Zwillinge, die auf die Namen Robert, Daniel und Alan hören. Synecdoche, New York ist ein Sammelsurium von Ideen, Anekdoten, Interpretationen, Metaphern und Synekdochen. Ein Film, der je nach Blickwinkel und Betrachtung sein Aussehen verändern kann. Eine Eigenschaft, die Kunstwerken innewohnt und als solches Kunstwerk ist auch Kaufmans Film zu sehen. “Everyone is disappointing the more you know someone”, meint Adele bevor sie Caden verlässt. Zehn Jahre nach Being John Malkovich hat Charlie Kaufman noch nicht enttäuscht.

10/10

20. Dezember 2009

The Soloist

It’s a gift.

Die schönsten Geschichten schreibt das Leben. Sagt man immer. Und man würde es nicht sagen, wenn dem nicht so wäre. Wenn eine Geschichte in der Zeitung landet und von der Zeitung in einen Roman und von einem Roman in einen Film mündet, dann wird sie wohl richtig schön sein. Ergreifend. Möglicherweise Material für die Oscars. Wenn der betreffende Film, dessen Start für den Herbst 2008 vorgesehen war, dann jedoch in den Frühsommer 2009 verschoben wird, wirft dies kein sonderlich gutes Licht auf das Projekt. In Deutschland startete The Soloist im Dezember und damit jenseits von Gut und Böse. Dabei schrieb doch alles bei diesem Projekt nach Oscar. Man konnte mit Jamie Foxx einen bereits ausgezeichneten Preisträger gewinnen, komplettiert mit zwei weiteren Nominierten in Form von Robert Downey Jr. und Joe Wright. Und dann basierte die Geschichte des Filmes auch noch auf wahren Begebenheiten. Aber manchmal ist nicht alles Gold was glänzt.

Mit The Soloist nahm sich Wright zum dritten Mal in Folge einer Literaturverfilmung an. Im Gegensatz zu Pride & Prejudice und Atonement jedoch kein period piece und auch keine Keira Knightley. Stattdessen die Adaption von Steve Lopez’ autobiographischem gleichnamigen Buch. Dieses erzählt von Lopez, seiner Zeit Kolumnist der Los Angeles Times, der zufällig auf den obdachlosen Cellisten Nathaniel Anthony Ayers Jr. trifft. Als er von dessen Ausbildung an der renommierten Musikschule Juilliard erfährt, erarbeitet er eine Kolumne, der daraufhin weitere folgen. Aus dem Arbeits- wird ein Freundschaftsverhältnis. Und der obdachlose und an Schizophrenie leidende Ayers fand wieder einen Weg zu einem „normalen“ Leben bzw. den Weg zurück zu seinem Leben als respektierter Musiker. Eine herrliche Geschichte. Geboren fürs Kino. Geboren für Auszeichnungen. Aber was über die Zeitungsschwärze ergreifend ist, muss auf Zelluloid noch lange nicht so sein.

Nun macht Wrights Film nicht alles falsch, aber doch genug, um das Gesamtergebnis zu trüben. Einerseits hat man die - durchaus gelungene - Besetzung der entscheidenden Rollen von Steve Lopez (Robert Downey Jr.) und Nathaniel Ayers (Jamie Foxx). In der deutschen Synchronfassung stellen sich dann bereits Probleme ein, wenn Dietmar Wunder hier zum ersten Mal seit Ally McBeal Downey Jr. wieder seine Stimme leiht. Nun versteht man, warum Charles Rettinghausen ihn nicht sprechen konnte - schließlich ist er auch die Synchronstimme von Jamie Foxx (und macht seinen Job hier wieder exzellent) -, aber scheinbar gab es entweder kein Geld für Tobias Meister oder dieser hatte einfach keine Zeit. Jedenfalls versagt Wunder auf ganzer Linie, was hinsichtlich der Tatsache, dass seine Figur die Hauptrolle und den Erzähler mimt, durchaus ein Ärgernis darstellt. Hinzu kommt, dass Downey Jr. wie immer in seinen Drama-Rollen sehr viel besser aufgeht als sonst, aber im Vergleich mit Foxx einfach den Kürzeren ziehen muss.

„You never go full retard“, hatte Downey Jr. noch in in seiner Oscar-nominierten Rolle als Afro-Amerikaner in Tropic Thunder erklärt. Und auch Foxx geht nicht „full retard“, sondern gibt seinen Nathaniel Anthony Ayers Jr. als Menschen, der auch im scheinbaren Wahnsinn seinen Verstand bewahrt hat. Die Geschichte von Lopez’ und Ayers’ Annäherung wird gut und einfühlsam von Wrigth präsentiert. Aus dem ersten Interesse für die Kolumne wird ein persönliches Interesse. Aus diesem letztlich ein Anflug von Freundschaft, vielmehr jedoch der Wunsch, jemandem etwas Gutes zu tun. Hier hat The Soloist seine starken Momente. Beispielsweise wenn Ayers in einer Straßenunterführung für die Tauben spielt, da diese ihm bei ihrem Aufstieg gen Himmel per Flügelaufschlag Applaus schenken. Konterkariert wird diese Szene nur dadurch, dass die Kameraeinstellung die Bewegtheit von Downey Jr. wie Müdigkeit erscheinen lässt.

Besonders bewegend ist eine Szene geraten, in der eine pensionierte Frau Lopez ihr altes Cello schickt, als sie in dessen Kolumne von Ayers gelesen hat und der Tatsache, dass er aus Mangel an Alternativen auf einer zweiseitigen Violine spielt, ihm ihr ehemaliges Instrument zukommen lassen möchte. Das Fettnäpfchen, in das Wright nun jedoch tritt, ist seine Ambition mehr zu erzählen als nötig gewesen wäre. Da wird einerseits die Geschichte über Ayers zu einer Geschichte über alle Obdachlosen in Los Angeles, andererseits ist dies jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein im Vergleich zu dem wirklichen Übel des Filmes. Wright versucht sich darin, Ayers auf noch mit einer Hintergrund-Handlung zu versehen, was einen leicht überalteten Foxx dazu zwingt, einen Mann um die Zwanzig zu mimen, der plötzlich - quasi von Null auf Hundert - der Schizophrenie anheim fällt. Die Ausflüge in die kritische Juilliard-Zeit sind hierbei nicht nur unnötig für das Verständnis des Filmes, sondern auch noch störend für den Erzählfluss der restlichen Geschichte.

Es hätte also vollkommen ausgereicht, sich auf einen 100-minütigen Film rund um Ayers und Lopez zu fokussieren, ohne dass man das Szenario noch mit Ayers’ Background und Lopez’ Privatleben - die noch leise köchelnde Liebe zur Ex-Frau (Catherine Keener) und ein Waschbär-Problem im Garten teilen sich die Zeit - hätte auswälzen müssen. Auch mit der Integration der klassischen Stücke, vormerklich Beethoven - hat man sich nicht immer einen Gefallen getan. Diese geraten oftmals zu lang bzw. rufen keinen besonderen Wiedererkennungswert hervor, da der Laie auf Anhieb nicht unbedingt identifizieren kann, ob Ayers die Stücke nun gut oder schlecht interpretiert. Manchmal sagt eine 117-zeilige Kolumne eben doch mehr als es ein 117-minütiger Film auszudrücken vermag. So ist The Soloist ein Werk, das sein Potential weitestgehend nicht auszuschöpfen kann. Weshalb im Nachhinein wohl auch die Entscheidung gerechtfertigt war bzw. ist, dass der Film bei den Oscars außen vor blieb. Es ist nicht alles Gold was glänzt.

7.5/10

13. Dezember 2009

Where the Wild Things Are

Will you keep out all the sadness?

Fast auf den Tag genau 13 Monate ist es her, seit das erste Bild von Where the Wild Things Are erschien. Meine Worte damals lauteten: „Weniger die Umsetzung (...) als vielmehr das Einfügen einer Handlung dürfte hier ein Problem darstellen.“ Und dies sollte sich bewahrheiten. Denn in gewisser Hinsicht war und ist Maurice Sendaks berühmtestes Kinderbuch perfekt. 18 Bilder, 10 Sätze und 338 Wörter brauchte Sendak, um seine Geschichte von Max und dem Land, wo die Wilden Kerle wohnen, zu erzählen. Max, ein Kind mit Anflügen von ADS, wird ohne Essen auf sein Zimmer geschickt und träumt sich dort in eine phantastische Welt. Mit fortschreitender Phantasie vergrößerte Sendak die jeweiligen Bildrahmen, bis schließlich das ganze Bild von seiner Zeichnung eingenommen wird und jeglicher Text fehlt. Über 19 Millionen Exemplare konnten seit 1963 von Where the Wild Things Are verkauft werden. Und dennoch war eine Verfilmung erst Anfang der achtziger Jahre im Gespräch.

Disney, rund um John Lasseter, hatte damals Versuche unternommen, Sendaks beliebte Kindergeschichte als Animationsfilm umzusetzen. Die Adaption der ersten beiden Szenen findet man auf YouTube. Doch das Projekt wurde ebenso wie eine Realverfilmung in den Neunzigern verworfen. Richtig Form nahm Where the Wild Things Are erst Anfang des aktuellen Jahrzehnts an, als Spike Jonze Interesse anmeldete. Vor vier Jahren begannen dann intensivere Planungen und sollten fast zum Scheitern verurteilt sein. Zuerst gab es Probleme mit den Kostümen der Wilden Kerle, dann war Warner Bros. verschreckt von der scheinbaren Familienuntauglichkeit des fertigen Produkts. Die Verantwortlichen wollten das 75-Millionen-Dollar-Projekt neu drehen lassen, entschieden sich dann aber dafür, Jonze es für weitere 25 Millionen Dollar stattdessen familienfreundlicher gestalten zu lassen. Nachdem der erste Trailer, auch dank „Wake Up“ von Arcade Fire, viel versprechend aussah, bewahrheitet sich mit Where the Wild Things Are meine Äußerung von vor 13 Monaten. Während der Look durchaus überzeugt, stellt die Integration einer Handlung ein leichtes Problem dar.

In der Adaption von Dave Eggers, bisher – oder chronologisch korrekt: seitdem – verantwortlich für das Drehbuch von Sam Mendes’ Away We Go, verkommt der achtjährige Max (Max Records) nun zum Scheidungskind. Sich seiner Phantasie hingebend, lebt seine ältere Schwester Claire inzwischen ihr eigenes Leben. Und auch seine Mutter (Catherine Keener) hat keine Zeit und Lust unentwegt mit ihrem Sohn zu spielen. Schließlich verlangt es den neuen Freund (Mark Ruffalo) auch ein wenig nach Aufmerksamkeit. Max wiederum fehlt jene Aufmerksamkeit, er überstrapaziert die Nerven seiner Mutter als er sie beißt („I’ll eat you up!“) und flieht letztlich in die nächtliche Nachbarschaft. Wo in der Vorlage eine mütterliche Strafe für ungebührliches Verhalten der Initiator für Max’ sprichwörtlich ausufernde Phantasie ist, verorten Eggers und Jonze ihre Geschichte als Flucht vor der Patchworkfamilie. Die im Folgenden zur Ankunft in einer weiteren Patchworkfamilie führt. Auf einer Insel strandend trifft Max schließlich die Wilden Kerle rund um ihren inoffiziellen Anführer Carol (James Gandolfini). Und wie sich herausstellt, ist auch da wo die Wilden Kerle wohnen, Einiges im Argen.

Mit dem Auftritt der Wilden Kerle löst sich Where the Wild Things Are dann von Sendaks Vorlage. Von seiner Mutter selbst als wild thing gebrandmarkt, trifft Max bei Sendak auf andere Wilde Kerle, die ihn schließlich anerkennend zu ihrem König wählen. Nach einer chaotischen Nacht („Let the wild rumpus start!“) ergreift Max jedoch das Heimweh. Der Film beschreitet andere Wege, will tiefschürfender sein und verliert sich etwas auf der Suche nach (s)einer Botschaft. Von Wilden Kerlen ist hier, Carol (meist) ausgenommen, keine Spur. Stattdessen erwarten Max teils apatische, teils depressive Spielgesellen, die sich vom neuen König erhoffen, von ihrer Melancholie befreit zu werden. Um sie auseinander zu halten, vergaben Jonze und Eggers ihnen nicht nur Namen, sondern auch Persönlichkeiten. Wobei es sich im Grunde nur um eine Persönlichkeit handelt, nämlich die von Max. Und mit einigen seiner Facetten sieht sich der Achtjährige lieber nicht konfrontiert.

Zur Identifikationsfigur wird der ungestüme Carol auserkoren, der über den Zustand seiner eigenen Familie so wütend ist, dass er wie ein Berserker durch ihr Zuhause stürmt. Seine Gefühlswelt beschreibt er später Max gegenüber als Gebiss, in dem im Alter die Zähne immer weiter auseinander stehen und letztlich ausfallen. Nichts ist mehr so wie früher, will doch keiner mehr wild herumtollen und auch KW (Lauren Ambrose) hat kaum noch Interesse an Carols Spieltrieb. Es sind diese Beiden, die an Max ihr Herz verlieren werden und vice versa. Mit dem meist abwesenden Daniel, der lieber für sich allein ist, und dem von der Gruppe vernachlässigten Alexander (Paul Dano) hat Max dagegen weniger zu tun. Als Spiegelbilder seiner selbst zählen sie, wie auch die mies gelaunte Judith (Catherine O’Hara), zu den Facetten, die er lieber verdrängen möchte. Aber der Zustand der Wilden Kerle offenbart, dass Max vor seinen Problemen mit seiner Familie nicht davon laufen kann. Insofern bemühen Eggers und Jonze hier sehr offensichtlich eine Katharsis ihres Helden.

Wo Sendak sich auf die Botschaft der mütterlichen Liebe beschränkt – Max kehrt nach Hause zurück und findet dort doch noch sein Abendessen vor -, versieht der Film Max mit einem Konflikt, den es zu lösen gilt. Wenn auch nur mit sich selbst. Erst die Position des quasi Außenstehenden bei den Wilden Kerlen sorgt dafür, dass er begreift wie unglücklich alle unter diesen Voraussetzungen sind. Insofern will er „no longer let his anger separate him from those whom he loves and who love him“, wie es Elizabeth Kennedy ausdrückte. Interpretiert man Sendaks Werk primär aus diesem Blickwinkel, wird der Film der Vorlage durchaus gerecht. Doch die Projizierung von Max auf alle sieben „Wild Things“ will nicht immer vollends überzeugen. Schon allein deshalb, da es wie erwähnt weniger Wilde Kerle als vielmehr manisch-depressive Kerle sind, die man aufgetischt bekommt. Auch die Katharsis von Max wirkt relativ halbgar, da er nicht ein Mal seine Phantasiewelt gebacken bekommt und diese immerhin eine vereinfachte Version seiner Realität darstellt. Ingesamt wirkt Jonzes Adaption vom sozialpsychologischen Standpunkt her somit leicht überfrachtet, weshalb auch die hinzugefügte Handlung nur bedingt überzeugen will.

Von der technischen Umsetzung her ist Where the Wild Things Are jedoch ausgesprochen gelungen. Die digitalisierten Gesichter auf den realen Kostümen synthetisieren gut und es schadet den Wilden Kerlen nur, wenn Jonze sie durch die Luft springen lässt. Hier wirken die Bewegungen nun wenig natürlich, was aber ob der geringen Präsenz an Sprüngen annehmbar ist. Ein besonderer Trumpf ist jedoch der Soundtrack von Karen O, der unentwegt jenes phantastische Gefühl zu transportieren weiß, das Sendaks Geschichte innewohnt. Und während sich Records erstaunlich gut schlägt, zwischen all den Riesenkostümen, sind es speziell Gandolfini und Dano, deren Stimmen besonders gut gewählt scheinen. Somit ist Where the Wild Things Are vielleicht kein Meisterwerk, aber trotzdem – und gerade in seinen letzten Minuten – ein teils wunderschöner und ergreifender Film geworden. „L.O.V.E., it’s a mystery“, singt Karen O schließlich im Abspann und es verabschiedet sich mit Spike Jonze nach vier Jahren Arbeit der wahre König der Wilden Kerle.

7/10

6. Februar 2008

Into the Wild

Wind in my hair, I feel part of everywhere.
(Eddie Vedder - “Guaranteed")

Wer kennt sie nicht, die 68er Generation, rund um Rockmusik und Rebellion, Aufstand gegen das Altbewährte und für das Neue. Eines dieser Gesichter in Deutschland war Rudi Duttschke, stehend für eine junge Generation mit Zug zur Freiheit. Ein Film begleitete jahrelang dieses Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit: Easy Rider, unter der Regie von Dennis Hopper 1969 in die amerikanischen Kinos gebracht. Zwei Männer, zwei Motorräder und die weite Leere der amerikanischen Straßen vor sich, dabei von einem Drogenrausch in den nächsten düsend. „Wir sehnen uns nach der absoluten Freiheit, und der Weg dorthin führt immer gen Westen“, schrieb einst Wallace Stegner und spricht damit dem Ur-Instinkt eines jeden Lebewesens aus der Seele.

Freiheit. Was Hopper seiner Zeit gemäß als Drogenrausch und Widersetzung gegen das Establishment inszenierte, ist heute nur noch im Kontext seiner Zeit begreifbar, identifizieren kann man sich damit nicht mehr. Das ändert jedoch nichts am menschlichen Wunsch nach Freiheit, ist in den meisten Ländern wie Deutschland doch eine Gefängnisstrafe die höchste Bestrafung die jemand drohen kann, der gegen die Gesetze seiner Gesellschaft verstößt. Wer sich nicht fügt, der büßt seine Freiheit ein und um diese zu wahren, muss man nach den Regeln spielen. Es ergibt sich von selbst, dass das, was dem Otto-Normalbürger als Freiheit vorkommt, nichts weiteres ist, als ein weiteres, selbstauferlegtes Gefängnis. Dahingestellt ob Gesetze gut oder schlecht sind, gibt jeder Bürger und jede Bürgerin einen Teil seiner beziehungsweise ihrer Freiheit auf innerhalb einer sozialen Gesellschaft.

Sommer 1990: der 22-jährige Christopher McCandless (Emile Hirsch) hat seinen Universitätsabschluss in Politik gemacht und spielt mit dem Gedanken an ein Jurastudium in Harvard. Doch dazu kommt es nicht, denn der junge Mann, der jahrelang mit seiner Schwester unter den elterlichen Streitereien und einem dunklen Familiengeheimnis litt, hat seinen eigenen Plan gefasst. Seine Ersparnisse von $24.000 spendet er wohltätigen Zwecken, alle seine Ausweise und Papiere vernichtet er. Gegenüber seinen Eltern verliert er kein Wort, wohlwissend, dass diese ihn niemals unterstützen würden – zu spießig sind sie. Auch sein Auto verliert Chris bald und an einer Raststätte lässt er sogar seine alte Identität zurück. Fortan nennt er sich Alexander Supertramp und lebt von dem Inhalt seines Rucksacks, schläft in einem Campingzelt.

Sein Ziel ist Alaska, wo er mehrere Monate frei in der Wildnis leben will, fernab von der verrotteten Gesellschaft, in der jeder Mensch sich nur Böse verhält. Auf seiner Reise begegnet Chris immer wieder verschiedenen Personen: wie Wayne (Vince Vaughn), einem vom FBI-gesuchten Farmer, zwei flippigen Dänen oder dem Alt-Hippie-Pärchen und vermutlichen 68ern Jan (Catherine Keener) und Rayne (Brian Dierker). Über Mexiko gelangt Chris nach Kalifornien und schließlich gen Norden, an die Grenze der USA. Zu allen seinen Bekanntschaften wie Wayne, Jan, dem Trailer-Park-Girl Tracy (Kristen Stewart) oder dem verwitweten Ex-Soldaten Ray (Hal Halbrook) entwickelt Chris enge zwischenmenschliche Beziehung, dennoch ist er bestrebt, seiner Reise nach Alaska keinen Einhalt zu gewähren.

Die Geschichte von Christopher McCandless erzählt wahre Begebenheiten. Am 18. August 1992 wurde er tot in einem alten Bus mitten in der Wildnis gefunden. Vollkommen abgemagert sowie einen leeren Fünf-Kilo-Reissack und ein Jagdgewehr neben sich. Die genaue Todesursache ist bis heute ungeklärt, der Journalist Jon Krakauer, der die Erlebnisse des Twen 1993 in einem Artikel im Outside Magazin und drei Jahre später in dem Roman Into the Wild verarbeitete, sieht eine Vergiftung von Pflanzensamen als Todesursache. Sean Penn sicherte sich die Rechte an Krakauers Roman und verarbeitet den Stoff in seiner vierten Regiearbeit. Bis in die Nebenrollen namhaft besetzt und mit einem Soundtrack von Pearl Jams-Frontmann Eddie Vedder ausgestattet, orientierte sich der Film an Krakauers Roman sowie an Interviews mit den Personen, denen Chris auf seiner Reise begegnete.

Wie alle von Penns Filmen zeichnet sich auch Into the Wild vor allem durch seine Bildstärke aus. Chris’ Reise wird von dem Regisseur mit vielen großartigen Landschaftsaufnahmen porträtiert, die allesamt an den Originalschauplätzen stattgefunden haben. Die ganze Schönheit Alaskas oder der Felder South Dakotas, die Chris selbst wahrgenommen haben dürfte, transferiert Penn nunmehr auf die Leinwand. Unterstützt wird dieses Gefühl bildhafter Freiheit von einem entsprechend gelungenen Soundtrack Vedders. Zudem haben sich Penn und Francine Maisler selbst übertroffen, denn es gelingt dem Schauspielensemble erschreckend authentisch, die Tiefe der zwischenmenschlichen Beziehungen darzustellen – besonders in den Szenen zwischen Hirsch und Halbrook, dessen Oscarnominierung konsequent war.

Bilder, Musik und Darstellung bilden hier eine fast perfekte Symbiose, die kaum Wünsche offen lässt. Ein schöner Moment zeigt wie Chris in Los Angeles eintrifft, sich in einem Obdachlosenheim einquartiert und dann durch die Strassen wandert. Als er jedoch die von der Gesellschaft eingepferchten Menschen sieht, in ihren Anzügen und gegelten Haaren, eilt er zurück und zieht schnell weiter. Denn in der Stadt scheint Freiheit nicht möglich. Um wahrhaft frei zu sein, muss er zu den Wurzeln des Menschen zurückkehren – zurück in die Wildnis. Chris hat afrikanische Gesellschaftspolitik studiert, sich also damit beschäftigt, wie Menschen mit anderen Menschen umgehen (können). Die Schuld schreibt er der Zivilisation zu und daher will er fern von dieser sein. Fern von Ausweisen, Anträgen oder einem Geldsystem.

Wirklich frei lebt Chris dabei jedoch nicht, stets muss er Gelegenheitsjobs übernehmen, um seine Reise zu finanzieren. Interessanterweise kann er sich auch bis zu seinem Tod nicht von seiner Uhr trennen, dem letzten Relikt seines Gefangenendaseins. Vielleicht ist dies auch der letzte Rettungsanker vor der Verwahrlosung, von Geld selbst und Einzäunung hält der junge Uniabsolvent jedoch rein gar nichts. Als er einen Fluss mit einem Kajak hinunterfahren will, reagiert er mit Unglauben als der Park-Ranger nicht nur $2.000 dafür verlangt, sondern ihn auch noch auf eine 12-jährige Warteliste setzt – all das, um einen Fluss hinunterzufahren, der an sich niemandem gehört und jedem frei zur Verfügung stehen müsste, sodass Chris dann auch auf eigene Faust ins Kajak steigt und ohne Lizenz gen Mexiko padelt.

Es spricht für sich, dass Chris während seiner zweijährigen Reise nur freundliche Menschen trifft. So gesehen hat Chris seinen Wunsch von Freiheit ausgelebt, wohl in der heutzutage reinstmöglichen Form – denn als er in Alaska auf sich selbst gestellt ist, versagt er an seinen Fehlern. Die schlimmste Tragödie seines Lebens wird das Schießen eines Elches sein, den er nicht vor den Fliegen retten kann und dessen Tod somit vergeudet wurde. Auch dies eine sehr starke Szene. Penn interpretiert Krakauers Gedanken zu Chris’ Tod nochmals eindringlicher und lässt diesen schließlich aus einem Leichtsinnsfehler des jungen Mannes resultieren. Gegen Ende ist der einst gesunde junge Mann nur noch ein Skelett und Schatten seiner selbst. In der Einsamkeit der Wälder Alaskas seine letzte Erkenntnis findend.

Penn gelingt es, diese Wanderung einer verstörten Seele mit brillanten Bildern einzufangen, verschiedene atemberaubende landschaftliche Großaufnahmen unterstützen dieses in gewissem Sinne spirituelle Road-Movie, ohne in Kitsch abzugleiten. Dabei werden die gut zweieinhalb Stunden spielend überbrückt und im Gegensatz zu Easy Rider wird kein Freiheitsbild einer Generation gezeigt, eher ein allgemein-verständlicher Ansatz eines durch und durch menschlichen Gefühles dargestellt. Als Pünktchen auf dem I gelingt es Sean Penn dann schließlich noch, seinem Film diesen gewissen Hauch von Magie beizusteuern. Into the Wild ist ein ganz besonderer Film über einen ganz besonderen Menschen und eine ganz besondere Tat.

9/10