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17. September 2016

Harry Potter and the Deathly Hallows: Part 2

If you have to ask, you’ll never know. If you know, you need only ask.

Mit diesem Film fing alles an: der Hang dazu, gerade YA-Romanabschlüsse für ein letztes finanzielles Hurra in zwei Teile aufzuteilen. Was Harry Potter and the Deathly Hallows: Part 1 vor sechs Jahren und Harry Potter and the Deathly Hallows: Part 2 im Jahr darauf lostraten, sollten auch das Finale von Twilight (Breaking Dawn) und The Hunger Games (Mockingjay) in den Folgejahren fortführen. Peter Jackson entschloss sich gar, seinen The Hobbit als Trilogie zu vermarkten – selbst wenn die Buchvorlage nur halb so dick ist wie The Deathly Hallows. Für Warner Bros. hatte sich der Entschluss zum Splitting ohne Zweifel gelohnt, holte man aus dem Zweiteiler – im Finale auch durch konvertiertes 3D – doch über zwei Milliarden Dollar raus.

Dabei war in Harry Potter and the Deathly Hallows: Part 1 schon ein Großteil, genauer: zwei Drittel, der Geschichte erzählt. Insofern ist der achte Film nahezu buchstäblich ein Schlusskapitel unter das Potter-Franchise. Nach der Flucht von dem Malfoy-Anwesen brechen Harry (Daniel Radcliffe), Hermione (Emma Watson) und Ron (Rupert Grint) in die Zaubererbank Gringotts ein, um aus dem Tresor von Bellatrix Lestrange (Helena Bonham Carter) eines von Voldemorts (Ralph Fiennes) Horkruxe zu stehlen. Mit diesem zerstört machen sie sich auf nach Hogwarts, um dort die letzten Exemplare zu finden, als Voldemort und seine Death Eater auftauchen. Eine Schlacht zwischen den Parteien entsteht und Harry muss sich seinem Schicksal stellen.

Für die Potter-Filme galt schon immer, viel Inhalt aus den Büchern bei den Adaptionen außen vor zu lassen. Problematisch wurde es erst hinten raus, als Autorin J.K. Rowling für ihr Finale mehrere narrative Rückgriffe auf die Vorgänger tätigte. Etwas, was die Filme von Regisseur David Yates ebenso versuchen, nur mit teils fehlender Exposition. Kurzum: Es wäre den Deathly Hallows-Filmen besser zu Gesicht gestanden, sich mehr von der Vorlage zu trennen. Etwaige Referenzen verwirren eher, da ihnen das Fundament fehlt, als dass ihr Ansprechen selbst für Kenner der Vorlage zu rechtfertigen wäre. Zum Beispiel die Erwähnung des Sohnes von Lupin (David Thewlis) und Tonks (Natalia Tena), der – wie auch schon ihre Ehe – nie eingeführt wurde.

Ein Aspekt, der in den Final-Filmen sporadisch auftaucht, ist das komplizierte Bild von Albus Dumbledore (Michael Gambon). Die Zweifel an der Figur, zu Beginn des Vorgängers angerissen und dann vernachlässigt, tauchen hier im zweiten Aktr wieder auf, wenn Dumbledores Bruder Aberforth (Ciarán Hinds) ihnen kurzzeitig sein Wort leiht. Was genau es damit auf sich hat, dürfte Nicht-Kennern der Bücher fremd bleiben. Der Sinn dieser Anspielungen wird in den Filmen nicht deutlich, denn die Zweifel, die sich in Harry ob Dumbledores Charakter und seiner ihm auferlegten Mission stellen sollen, bleiben in den Filmen aus. Ähnlich verhält es sich mit den Deathly Hallows selbst und Dumbledore-Freund Gellert Grindelwald (Jamie Campbell Bower).

Nun heißt die Serie “Harry Potter” und nicht “Albus Dumbledore” oder “Severus Snape” (Alan Rickman), insofern darf nicht erwartet werden, dass gerade der Schlussfilm sich die Mühe macht, das Innenleben und die Zwiespalte der prägendsten Figuren in Harrys Leben darzulegen. Nur: Dann soll man es, so möglich, bleiben lassen. Snapes Rückblenden zu seiner Liebe für Harrys Mutter sind unumgänglich, um der Figur im lange hingearbeiteten Twist Profil zu geben. Nur funktionieren sie im Kontext der Vorlage besser, wo die Animositäten zwischen Snape und Harrys Vater schon früher Thema waren. Besonders schade ist da, dass die Filme – sowie die Bücher – nie die Parallelen zwischen Harry, Snape und Tom Riddle bemerkten oder nutzten.

The Deathly Hallows: Part 2 will wenig mehr als Bühne für die Schlacht um Hogwarts sein. Und kann dies auch, da der Großteil der Geschichte bereits in Part 1 erzählt wurde. In kurzen Kamerafahrten präsentiert uns Yates da nahezu all die bekannten Gesichter aus acht Jahren Harry Potter, selbst der verloren gegangene Weasley-Sohn Percy aus den ersten Filmen darf da plötzlich irgendwo im Hintergrund rumstehen. Es wird gestorben (Lupin, Tonks, Fred Weasley, Bellatrix, Snape) und romantische Zuneigung bekundet (Ron, Hermione, Harry, Ginny, Snape), doch thematisch wirklich interessant wird der Film erst mit Offenbarung seines Twists, dass Harry selbst ein Horkrux ist. Und den Märtyrertod sterben muss – zumindest vermeintlich.

Dessen ungeachtet liefert der Film mit seinem Gringotts-Heist ebenso vergnügliche Momente wie auch die zweite Hälfte der Hogwarts-Schlacht nach Harry Wiederauferstehen durch das ihr innewohnende Tempo gefallen kann. Bemerkenswert ist dabei auch der Fokus, den Yates immer wieder auf Neville Longbottom (Matthew Lewis) legt, bedauerlich dagegen, wie der Film bis zum Twist-Moment Rickmans Snape außen vor lässt. Überzeugend geraten wieder mal die kurzen, ruhigen Szenen voller Emotion, so wenn Harry und Hermione quasi stillschweigend realisieren, was Harry erwartet und Abschied nehmen. Hier ergreift der Film einen, wo Kameraschwenks über die Leichen von Lupin, Tonks und Fred wenig Gefühle wecken wollen.

Nach zehn Jahren und acht Filmen – sowie einem Einspielergebnis von 7,7 Milliarden Dollar – fand Harry Potter vor fünf Jahren schließlich seine Ruhe. Letztlich war es eine durchwachsene Filmserie, die nur in Harry Potter and the Prisoner of Azkaban sowie Harry Potter and the Order of the Phoenix wirklich überzeugen wollte. Mag Chris Columbus mit den narrativ mageren Erstlingen gehadert haben, scheiterte David Yates zum Schluss an der Masse des einzupflegenden Hintergrunds, der berücksichtig werden musste. Zumindest, wenn man sich nicht zu sehr von der Vorlage entfernen wollte. Und hier liegt dann vielleicht die Chance für ein Reboot respektive Neuverfilmungen, sollte es in zehn oder mehr Jahren zu solchen kommen.

5/10

6. September 2015

This Is the End [Das ist das Ende]

Hermione just stole all of our shit. And Jay suggested that we rape her.

Unverhofft kommt oft, heißt es so schön. Das sollte vermutlich für nichts mehr gelten als für das Ende aller Tage, auch als Armageddon bekannt. Und wie sich zeigt, gibt es wider Erwarten scheinbar keinen schlechteren Ort, um auf die biblische Entrückung zu hoffen, als eine Hollywood-Party zu besuchen. So zumindest lassen es einen Evan Goldberg und Seth Rogen in ihrem Regiedebüt This Is the End glauben, in dem sie ihren eigenen Freundeskreis die Apokalypse erleben lassen. Viel dramatischer als der Weltuntergang vor der eigenen Haustür entwickelt sich die Offenbarung, die sich innen statt draußen abspielt. Es sind die emotionalen Fassaden, die bröckeln, wenn sich eine Handvoll Freunde offen die Meinung sagt.

Beste Freunde seit gemeinsamen Undeclared-Tagen fürchtet Jay Baruchel im Film um seine Freundschaft zu Kollege Seth Rogen, der inzwischen seine Bromance mit Freaks-and-Geeks-Kollege James Franco intensiviert. Seine Clique rund um Jonah Hill versucht zwar alles, um Baruchel in ihre Mitte aufzunehmen, doch so wirklich will der nicht in deren Kreis passen. Craig Robinson und Emma Watson halten ihn sogleich für einen Hipster, der sich zu schade ist, die Toilette zu besuchen, nur weil Michael Cera auf Kokain dort gerade einen flotten Dreier verlebt. Als dann auch noch die Welt untergeht, sieht sich Baruchel eingesperrt mit Rogens Clique in Francos Haus. Dort wartet die Gruppe auf ihre Rettung, immerhin sind sie Hollywood-Stars.

Der Humor von This Is the End, so die Idee, zeugt von übersteigerten Darstellungen der öffentlichen Meinung der Stars. Oder, wie im Falle von Michael Cera, von deren totaler Verkehrung. So gibt Jonah Hill (“from Moneyball”) einen Schleimscheißer, James Franco inszeniert sein Bild als prätentiöser Seth-Rogen-Fan und Danny McBride gibt ein Arschloch vom Dienst, wie er es schon in The Pineapple Express oder Eastbound & Down perfektioniert hat. Das ist zwar ein interessantes und vielversprechendes Konzept, wird allerdings im Film von Goldberg und Rogen nicht konsequent zu Ende gedacht. Auch, weil der Meta-Gedanke im Laufe des zweiten Akts dann letztlich einem konventionellen dramatischen Verlauf geopfert wird.

Mit Beginn der Apokalypse beginnt zugleich das schleichende Ende des sich gegenseitig Aufziehens, in dem allenfalls James Franco eine Ausnahme darstellt. Speziell Craig Robinson verkommt zu einer eindimensionalen Figur, die mehr den Status des Token Black Guy einnimmt, anstatt dass Robinsons Persona als Sprungbrett für Sarkasmus oder Zynismus dient. Der Humor des Films, so scheint es, generiert sich zuvorderst daraus, dass Stars als sie selbst angesprochen werden, statt mit einem Charakternamen. Da taumelt Paul Rudd mit Schampusflasche einer Besucherin in den Schädel und Emma Watson verschwindet zuerst von Francos Party, um dann später kurz zurückzukommen, ohne dass der Film etwas mit ihr anzufangen wüsste.

Wenn ein vollgedröhnter Michael Cera den Hintern vom Rihanna begrabscht und diese ihm eine scheuert, ist das durchaus amüsante physical comedy, verpufft aber im Grunde genauso wie die wenig gehaltvollen Momente mit Stars wie Jason Segel, Kevin Hart oder Aziz Ansari. Es wäre This Is the End vielleicht mehr geholfen gewesen, wenn man Cera mit in die Gruppe eingeschlossen hätte und McBride als Antagonisten ersetzen lassen, statt dass Letzterer einfach eine Widersacher-Rolle aus seinen Filmen in die Realität übernimmt. Auch eine vertiefte weibliche Figur hätte hier nicht geschadet, um den Humor zu (ver-)stärken, beispielsweise mit Aubrey Plaza oder Linda Cardellini, um die Freaks and Geeks-Referenz weiterzutreiben.

Der weitere Filmverlauf beschränkt sich dann auf Goldbergs und Rogens aus Superbad übernommene Faszination mit Penissen, die Dämonen und Satan geschenkt werden, ohne dass sie einen Sinn ergeben, und dem Gedanken, wenn man sich für jemand opfert, wird man entrückt – selbst wenn es eine kalkulierte Selbstopferung ist, im Wissen, aus ihr resultiert die gewünschte Entrückung (Hollywoods Idee von Altruismus). Womöglich wäre This Is the End eine rundere Sache als verlängerter SNL Digital Short beziehungsweise in den Händen vom The Lonely Island-Team geworden, zumindest ein kompetenter Regisseur wie Adam McKay hätte jedoch geholfen. Am Ende gilt für den Film daher dasselbe wie für Aziz Ansari in ihm: “It’s too late for you.”

5/10

31. März 2014

Noah

Alles, was auf Erden ist, soll untergehen.
(Genesis, 6,17)

Erfolgreiche Fantasy-Lektüre darf, so hat es den Anschein, nicht zu knapp sein. So hat J.R.R. Tolkiens The Lord of the Rings eine Seitenzahl von 1.342 und George R.R. Martins A Song of Ice and Fire-Serie läuft bisher über 4.700 Seiten. Zwar kann die Bibel mit ihren rund 1.400 Seiten (Lutherbibel) da nicht mithalten, dafür ist sie das wohl größte Fantasybuch der Welt. Von Engeln über Riesen bis zu messianisch verklärten Zombie-Zimmermännern finden sich darin vielerlei fantastische Geschichten. Darunter auch die von Noahs Arche und der Sintflut, über die Moses in vier Kapiteln seines ersten Buchs (Genesis, 6-10) erzählt. Ihre rund vier Seiten mit knapp 2.000 Wörtern bringt nun Darren Aronofsky mit Noah ins Kino.

Wer kennt sie nicht, die klassische Geschichte in der Gott 1.656 Jahre, nachdem er die Erde erschuf, beschloss, die Menschheit auszurotten. „Denn es reut mich, daß ich sie gemacht habe“, verrät Gott dem Leser (Gen, 6,7). Seinen geplanten Massen-Genozid korrigiert der Schöpfer lediglich dahingehend, dass er Noah – im Film gespielt von Russell Crowe – auf die drohende Sintflut hinweist. Und diesen beauftragt, in einer Arche von 138 Meter Länge, 23 Meter Breite und 14 Meter Höhe (Gen, 6,15) – halb so lang und ein Drittel so hoch wie die Titanic – von jeder tierischen Spezies jeweils ein Paar zu retten. Und weil es sich nicht ziemt, mit Gott über Sinn und Unsinn seiner Handlungen zu diskutieren, fügt sich Noah.

Ungeachtet der Tatsache, dass in Genesis die ganze Menschheit – mit acht Ausnahmen – ausgelöscht wird, gibt Moses’ Chronik der Ereignisse relativ wenig her. Sowohl generell als auch was eine dramatische Struktur in verschiedene Akte angeht. Insofern nahmen sich Darren Aronofsky und sein Co-Autor Ari Handel, mit dem er bereits The Fountain schrieb, bei ihrer Adaption reichlich Freiheiten. Angefangen mit dem vorgezogenen Tod von Noahs Vater Lamech, der nicht einfach dahin scheidet, sondern vor den Augen des Sohnes ermordet wird. Und während Kains verkommene Erben sich durch die Lande meucheln, gilt es für Noah mit seiner Gattin Naama (Jennifer Connelly) und ihren drei Söhnen nur zu überleben.

Mit Gottes Auftrag als Agenda zeichnen sich neben Sturmwolken am Horizont auch zwei Konflikte ab. Zum einen wollen angesichts der drohenden Ausrottung auch die anderen Menschen rund um deren Anführer Tubal-Kain (Ray Winstone) an Bord der Arche. Zum anderen will Noahs zweitältester Sohn Ham (Logan Lerman) für die Zeit nach der Sintflut ebenfalls eine Frau haben, mit der er „sich mehren“ kann. Sein großer Bruder Sem (Douglas Booth) wiederum hat zwar in Ila (Emma Watson) eine Freundin, die von Noah einst als Waisenkind aufgenommen wurde, doch Ila gibt sich sexuell reichlich prüde. Probleme, die dem sich noch im Kindesalter befindlichen Jüngsten, Jafet, derweil fremd sind.

Wie auch der Bibel, wo alle drei Brüder bereits wohlweislich mit Damengesellschaft versorgt wurden. In Noah sind die Burschen jedoch größtenteils noch im Knabenalter, aber generell wird von Aronofsky was den zeitlichen Ablauf angeht, an der Uhr gedreht. Statt der sieben Tage, die Gott Noah gab, um die Arche zu bauen (Gen, 7,4), vergehen im Film zehn Jahre. Und weil sich eine Arche ziemlich schwer alleine bauen lässt, erhält Noah Unterstützung von einer Gruppe Steinengel. Die, so berichtet der Film, halfen einst dem verstoßenen Kain eine proto-industrialistische Zivilisation aufzubauen, ehe sich dessen Nachfahren gegen sie wandten. Nur Metuschelach (Anthony Hopkins), Noahs Großvater, schützte sie.

Der wiederum nimmt später noch eine entscheidende Rolle ein, um einen der beiden Konflikte in der zweiten Filmhälfte einzuleiten. Auch hier konstruiert Aronofsky erneut künstlich Dramatik, um die Zeit nach der Sintflut spannend zu gestalten. Schließlich müssen die 53 Wochen, die zwischen der Flut und dem Trocknen der Erde vergehen (Gen, 8,14) auch mit Handlung gefüllt werden. Im Mittelpunkt steht dabei Noah selbst, dessen Handlungen verstärkt Konsequenzen für die übrigen Reisenden der Arche haben – und für die Psyche des Weltenretters selbst. In all jenen narrativen Verrenkungen, die nicht nur den Ablauf der Ereignisse, sondern auch die Charaktere betreffen, findet sich das Scheitern von Noah.

In gewisser Weise mag man die Intention der Änderungen nachvollziehen. Eine Arche, selbst wenn sie nicht besonders groß ist – zumindest nicht groß genug, um zwei Exemplare aller Tiere dieser Welt zu fassen –, allein in sieben Tagen zu bauen (die Hilfe dreier erwachsener Söhne ungeachtet), ist womöglich schwerer zu glauben, wie wenn sie in zehn Jahren mit Hilfe von Steinengeln zusammengezimmert wird. Indem Sem, Ham und Jafet sehr viel jünger sind, wird der Familiengedanke gestärkt. Der diabolische Antagonist Tubal-Kain als personifizierter Grund für die Sintflut gibt der Dramaturgie eine gewisse Würze, auch wenn dessen Verhältnis zum zwiegespaltenen Ham wie vieles wenig ergründet wird.

Ham erhält von allen Brüdern die meiste Aufmerksamkeit, womöglich, weil sein Geschlecht in der Bibel von Noah später verflucht wurde (Gen, 9,25). Seine ihn korrumpierende Geilheit kann natürlich als Saat der alten Welt gesehen werden, die in der neuen Welt gesät wird. Nur hat bereits der Noah von Darren Aronofsky wenig mit jenem Mann gemein, der von Gott als gerecht empfunden wurde (Gen, 7,1). Dieser versündigt sich schon im ersten Akt und mutiert zur Filmmitte hin zu einer Art Proto-Actionheld, wenn er sich mit den Steinengeln alle jener erwehrt, die ihm in die Arche wollen. Passend, dass sein wahnhafter Verlust im fundamentalistischen Glauben am Schluss im Alkoholismus enden muss (Gen, 9,21ff.).

Es mag einen Grund geben, warum die Geschichte von Noah, wie auch die des Paradiesvertriebs, weitaus weniger adaptiert wird wie die von Moses oder Jesus. Die ohnehin bereits wenig sinnige Erzählung durch versteinerte Engelriesen, Schuppenhunde und eine Veganismus praktizierende Heldenfamilie zu erweitern, hebt die Lächerlichkeit des Originals nur noch hervor. Irritierend wird es dann, wenn Aronofsky den bereits schon in der Bibel innewohnenden Inzest der menschlichen Abstammung sogar noch verstärkt, indem die Frauen von Ham und Jafet ausgespart werden. Am Ende darf Emma Watsons bereits zuvor schon sexuell missbrauchte Ila dann ganz allein (oder eben mit Naama) die Menschheit aufbauen.

Natürlich liegt diese Idiotie in der Bibel begründet. Immerhin teilt Eva als Teil Adams ja mit diesem ihre DNS (Gen, 2,23). Fraglich ist dennoch, mit welcher Frau Kain nach seiner Flucht eigentlich im Lande Nod Nachwuchs gezeugt haben soll (Gen 4,17), genauso wie sein Bruder Set (Gen 4,26), die nicht auch von Eva geboren wurde und somit deren Schwester sein müsste. Hier wäre Gelegenheit für Aronofsky gewesen, abseits der 2.000 Wörter umfassenden Bibelstelle etwas mehr Verstand in die Geschichte zu bringen, denn an fehlender Treue zur Vorlage mangelt es angesichts der Darstellungen in Noah keineswegs. Da passt es dann ins Bild, dass die Welt, vor der uns Noah retten sollte, anschließend wieder zurückkehrte.

Zwar versuchen die Schauspieler in Noah ihr Bestes, ihren auch hier nicht ausgearbeiteten Figuren Lebensodem einzuhauchen, doch an der kruden Ideologie der Geschichte müssen sie dennoch scheitern. Einer handvoll interessanter Bildmotive zum Trotz (blutgetränkte Erde, eine von Stürmen überzogene Erdkugel) bietet der Film auch visuell wenig. Die Tiermasse wird wohlweislich selten im Detail gezeigt und da, wo dies der Fall ist, sehen diese wenig realer aus wie die klobigen Steinengel. Gefällig kommen allenfalls Zeitrafferaufnahmen daher, in denen Aronofsky zu versuchen scheint, die kreationistische Idee der siebentägigen Entstehung des Universums und allen Seins mit der Evolutionstheorie zu vereinen.

Selbst als Fantasy-Pulp oder spiritueller Trash à la The Passion of the Christ vermag Noah nicht zu funktionieren. Zu ernst nimmt sich der Film – auch wenn Anthony Hopkins als greiser Mann auf der Suche nach Beeren teils für Lacher sorgt. Überraschenderweise stehen trotz der vielen inhaltlichen Abweichungen und Veränderungen christliche Vereinigungen wie auch Papst Franziskus hinter dem Film. Vielleicht ist Noah wirklich nur etwas für hartgesottene Anhänger der christlich-jüdischen Tradition. Dank eines soliden Startwochenendes hat Darren Aronofsky mit seinem 160 Millionen teuren Bibel-Blockbuster somit wohl nicht seine eigene Karriere abgesoffen. Scheinbar wurde auch er von Gott für gerecht empfunden.

3/10

1. Dezember 2013

Filmtagebuch: November 2013

THE ACT OF KILLING
(DK/N/UK 2012, Joshua Oppenheimer)
6.5/10

ALBERT NOBBS
(UK/IRL/F/USA 2011, Rodrigo García)
7/10

APRÈS MAI [DIE WILDE ZEIT]
(F 2012, Olivier Assayas)

4.5/10

A BAND CALLED DEATH
(USA 2012, Mark Christopher Covino/Jeff Howlett)
7/10

THE BATTERY
(USA 2012, Jeremy Gardner)
6/10

BEFORE MIDNIGHT
(USA 2013, Richard Linklater)
3/10

BEFORE SUNRISE
(USA/A/CH 1995, Richard Linklater)
7/10

BEFORE SUNSET
(USA 2004, Richard Linklater)
6/10

BLACKFISH
(USA 2013, Gabriela Cowperthwaite)
6/10

BLACK DYNAMITE
(USA 2009, Scott Sanders)
6.5/10

BLANCANIEVES
(E/F/B 2012, Pablo Berger)
5/10

BLUE JASMINE
(USA 2013, Woody Allen)
7/10

THE BRIDE OF FRANKENSTEIN [FRANKENSTEINS BRAUT]
(USA 1935, James Whale)

6/10

CAPTAIN PHILLIPS
(USA 2013, Paul Greengrass)
6.5/10

CHILLERAMA
(USA 2011, Adam Green u.a.)
6.5/10

CUTIE AND THE BOXER
(USA 2013, Zachary Heinzerling)
6/10

DJÚPIĐ [THE DEEP]
(IS 2012, Baltasar Kormákur)

5.5/10

ESCAPE PLAN
(USA 2013, Mikael Håfström)
7/10

FRANCES HA
(USA 2012, Noah Baumbach)
8/10

FRANKENSTEIN
(USA 1931, James Whale)
5.5/10

GIMME THE LOOT
(USA 2012, Adam Leon)
2.5/10

DER HIMMEL ÜBER BERLIN
(D/F 1987, Wim Wenders)
4/10

JFK [DIRECTOR’S CUT]
(USA/F 1991, Oliver Stone)

8/10

MACHETE KILLS
(USA/RUS 2013, Robert Rodriguez)
3/10

MANIAC
(USA/F 2012, Franck Khalfoun)
3.5/10

MONSTERS, INC. [DIE MONSTER AG]
(USA 2001, Peter Docter/David Silverman/Lee Unkrich)

8.5/10

MONSTERS UNIVERSITY [DIE MONSTER UNI] (3D)
(USA 2013, Dan Scanlon)

7/10

ONLY LOVERS LEFT ALIVE
(USA/UK/F/D/CY 2013, Jim Jarmusch)
7/10

OZ THE GREAT AND POWERFUL [DIE FANTASTISCHE WELT VON OZ] (3D)
(USA 2013, Sam Raimi)

5/10

PARADIES: GLAUBE
(D/A/F 2012, Ulrich Seidl)
4/10

PARADIES: HOFFNUNG
(D/A/F 2013, Ulrich Seidl)
7/10

PARADIES: LIEBE
(D/A/F 2012, Ulrich Seidl)
7/10

PARIS, TEXAS
(USA/UK/D/F 1984, Wim Wenders)
7.5/10

PIRANHA 3DD [PIRANHA 2] (3D)
(USA 2012, John Gulager)

7/10

THE SESSIONS
(USA 2012, Ben Lewin)
5.5/10

SIGHTSEERS
(UK 2012, Ben Wheatley)
1.5/10

SOUND CITY
(USA 2013, David Grohl)
5.5/10

THE STING [DER CLOU]
(USA 1973, George Roy Hill)

7/10

THE WORLD’S END
(UK 2013, Edgar Wright)
4/10

ZERO DARK THIRTY
(USA 2012, Kathryn Bigelow)
1.5/10

Retrospektive: Harry Potter


HARRY POTTER AND THE PHILOSOPHER’S STONE
[HARRY POTTER UND DER STEIN DER WEISEN]
(UK/USA 2001, Chris Columbus)

5.5/10

HARRY POTTER AND THE CHAMBER OF SECRETS
[HARRY POTTER UND DIE KAMMER DES SCHRECKENS]
(UK/USA/D 2002, Chris Columbus)

6/10

HARRY POTTER AND THE PRISONER OF AZKABAN
[HARRY POTTER UND DER GEFANGENE VON ASKABAN]
(UK/USA 2004, Alfonso Cuarón)

7/10

HARRY POTTER AND THE GOBLET OF FIRE
[HARRY POTTER UND DER FEUERKELCH]
(UK/USA 2005, Mike Newell)

6.5/10

HARRY POTTER AND THE ORDER OF THE PHOENIX
[HARRY POTTER UND DER ORDEN DES PHÖNIX]
(UK/USA 2007, David Yates)

7/10

HARRY POTTER AND THE HALF-BLOOD PRINCE
[HARRY POTTER UND DER HALBBLUTPRINZ]
(UK/USA 2009, David Yates)

6.5/10

HARRY POTTER AND THE DEATHLY HALLOWS: PART 1
[HARRY POTTER UND DIE HEILIGTÜMER DES TODES - TEIL 1]
(UK/USA 2010, David Yates)

4/10

HARRY POTTER AND THE DEATHLY HALLOWS: PART 2
[HARRY POTTER UND DIE HEILIGTÜMER DES TODES - TEIL 2]
(UK/USA 2011, David Yates)

2.5/10

14. November 2010

Harry Potter and the Deathly Hallows: Part I

I thought you knew what you had signed up for?

Es fing alles mit einem 216 Seiten starken Roman vor neun Jahren an. Harry Potter and the Philosopher’s Stone avancierte zum überraschenden Belletristikerfolg und sollte seine Autorin, Joanne K. Rowling, zur zweitreichsten Frau im Britischen Königreich nach Queen Elizabeth II. machen. Mit dem Erfolg stieg vermutlich auch Rowlings Selbstsicherheit, wurden ihre Nachfolgeromane im Folgenden nicht nur immer dicker, sondern beanspruchte das vierte Buch Harry Potter and the Goblet of Fire gar doppelt so viele Seiten wie sein Vorgänger Harry Potter and the Prisoner of Azkaban. Dass eine derartig erfolgreiche Romanreihe, speziell in der an Kinder orientierten Literatur, nicht umhin kommt, fürs Kino adaptiert zu werden, ist verständlich. Wo es Chris Columbus mit seinen ersten beiden Verfilmungen gelang, nahezu jede Seite getreu abzufilmen, war klar, dass dies spätestens ab dem vierten Band nicht mehr möglich sein würde. Was läge also näher, als das große Finale, Harry Potter and the Deathly Hallows, ob der Handlungsfülle auf zwei Filme aufzuteilen?

Denn es muss viel erzählt werden, nicht nur das, was Rowling in ihren siebten Roman niederschrieb, sondern auch all die Details, die in den Vorgängerfilmen ausgelassen wurden und die nun entweder doch wichtig oder zumindest nicht ohne weiteres auslassen werden können. So lernt das Publikum zu Beginn des Filmes einen zerknirscht dreinblickenden Rufus Scrimgeour (Bill Nighy) kennen, seines Zeichens Minister of Magic, doch erfährt man dies erst jetzt, obschon er den Posten bereits länger inne hat. Scrimgeour tauchte vermutlich deshalb nicht in Harry Potter and the Half-Blood Prince auf, weil er eine verzichtbare Figur ist. Was man nicht zuletzt durch ihre Anwesenheit im siebten Film merkt, die nicht der Rede wert ist, da sie nicht die Funktion ausfüllen kann, die ihr eigentlich gebührt. Nighys Figur kommt aus dem Nichts und verschwindet alsbald in dieses, ohne wirklich von Mehrwert gewesen zu sein. Der Grund warum Drehbuchautor Steve Kloves sie überhaupt einführt, findet sich in einem kleinen Detail, das zuvor unwichtig war, dessen es nun aber bedarf.

Ein Malus, der den gesamten Film durchzieht und diesen, obschon er sich bemüht, die Vorlage getreu abzufilmen, letztlich in seiner Essenz scheitern lässt. Denn Rowling ließ es sich nicht nehmen, zum Abschluss ihrer Geschichte eine Nummern-Revue zu installieren. Viel wird aus den vergangenen Abenteuern wieder aufgegriffen und avanciert zur Etappe auf dem Weg ins Ziel. Nur tauchte dies in den Filmen meist nicht auf. Als Harry Potter (Daniel Radcliffe) zu Beginn ein letztes Mal in ein Versteck transportiert werden muss, führt Regisseur David Yates mit Bill (Domhnall Gleeson) einen weiteren Weasley ein. Die linke Gesichtshälfte ist etwas vernarbt, mit Dank an den Werwolf Fenrir Greyback. Daneben steht Fleur Delaceur (Clémence Poésy), jene französische Schülerin, die im vierten Film beim Triwizard Tournament teilnahm und nun mit Bill verlobt ist. Ein Fakt, der wie das Selbstverständlichste auf der Welt in die Handlung integriert wird, da Kloves, Yates und Co. vermutlich voraussetzen, dass ohnehin jeder die Romane als Komplementärwerke gelesen hat.

Bill und Fleur, deren Beziehung wie Scrimgeour im sechsten Band eingeführt wurde und die - zugegeben - für dessen Handlung auch unerheblich waren, helfen nun, die finale Geschichte in Schwung zu bringen. Wie auch Scrimgeour, der Harry und seinen Freunden Ron Weasley (Rupert Grint) und Hermione Granger (Emma Watson) später die Nachlassenschaft des im Vorgänger ermordeten Professor Dumbledore (Michael Gambon) hinterlässt. Am Problematischsten ist wahrscheinlich noch eine Scherbe, in die Harry bisweilen blickt und die ihm später hilfreich sein soll, von der der Romanunkundige jedoch keine Ahnung hat, um was es sich handelt und woher es kommt. Es sind Dinge wie jener Spiegel, den Harrys Patenonkel Sirius (Gary Oldman) ihm in Harry Potter and the Order of the Phoenix gab, die bei der Adaption jenes Bandes verzichtenswert erschienen und sich nun rächen sollten. Denn wie keiner seiner Vorgänger zuvor macht Harry Potter and the Deathly Hallows: Part I deutlich: Wer die Bücher nicht kennt, der hat leider Pech gehabt.

Alle anderen dürften sich an den zahlreichen inhaltlichen Anschlussfehlern amüsieren, die Kloves bei seinem Versuch begeht, die Vorlage in ein möglichst actionreiches Road-Movie zu verwandeln. Denn was nicht in einem Satz mal eben abgehakt wird, quetscht Kloves in gehetzter Dramaturgie in andere Stellen hinein. So verkommt die Monatelange Suche von Harry, Hermione und Ron nach dem Vermächtnis von Dumbledore, der im Vorgänger eingeführten Horcruxe von Lord Voldemort (Ralph Fiennes), zum schnelllebigen Happening. Wer an der falschen Stelle aufsteht, um aufs Klo zu gehen und nochmals Popcorn zu holen, wird verwundert feststellen, dass das Trio bereits die eine oder andere Etappe abgearbeitet hat. Zwar bemüht sich der Film, die aufkommende Anspannung zwischen den Gruppenmitgliedern hier und da einzufangen, doch sind diese Momente so rar gesät, um die Dramaturgie nicht zu gefährden, dass sie eigentlich verpuffen. Dabei entsteht die wirkliche Dramaturgie gerade in den Momenten, denen sich der Film verweigert.

“These are dark times“, lauten die ersten Worte von Scrimgeour, die sich zum nicht eingehaltenen Versprechen entwickeln. Zwar versucht Yates gerade im Zaubereiministerium ein Flair vom Dritten Reich und der Judenverfolgung zu beschwören, wenn uniformierte Zauberer mit roter Armbinde Verdächtige abführen, deren Blutreinheitsstatus in Frage gestellt wird, doch reichen einige Nazi-Referenzen nicht aus, um eine Endzeitstimmung zu beschwören. Denn Harry Potter and the Deathly Hallows: Part I ist ein weitestgehend blutfreies Spektakel. In einer Szene wandern die drei Freunde durch trostlose und teils zerstörte Landschaften, mit Radiomeldungen von Gefallenen, doch revidiert dies nicht die unbeständige Atmosphäre von Unpersönlichkeit. Es sind irgendwelche Namen, die hier zum Opfer fallen, nicht jene, die den Figuren bekannt sind. Für emotionale Tiefe ist keine Zeit, nicht einmal in den Szenen der Hauptfiguren. Besonders zu leiden hat hier das nicht unkomplizierte (geschweige denn: unwichtige) Verhältnis von Harry zu Dumbledore.

Dessen Tod ist für die Figur ebenso eine Marginalie wie das Ableben von Sirius im Vorgänger. Auch Ginny (Bonnie Wright), Rons Schwester und Harrys Liebe, wird zu jener Randfigur, die sie bereits im sechsten Film gewesen ist. Dafür, dass die Serie „Harry Potter and…“ heißt, schafft es Yates wie in kaum einem der anderen Filme zuvor, das Innenleben seiner Hauptfigur auszuklammern. All das, was für diese wichtig ist, wird im siebten Film nahezu negiert. Dass die Gefühlswelt der Figuren hinten ansteht wäre dann akzeptabel, würde sich der Film in seiner Fortschreitung der wichtigen Etappen nicht unentwegt selbst in seiner Kontinuität und Authentizität ein Bein stellen. Zwar haben es die Verantwortlichen nicht leicht gehabt, lässt sich schwerlich etwas aus dem Roman streichen, ohne dass ein ganzes Kapitel umgeschrieben werden müsste, dennoch ist das fertige Ergebnis weitaus weniger gelungen und hinnehmbar, als zuvor in Harry Potter and the Half-Blood Prince, gegenüber welchem der jüngste Film dann auch in anderer Hinsicht einen Rückschritt darstellt.

Ohne Zweifel wird das Drama wohl nicht mehr das Genre eines Daniel Radcliffe, zeigt er sich doch wie bereits in den Vorgängern erneut mit den ernsten und emotionalen Szenen überfordert (was inzwischen auch sein Alter nicht mehr entschuldigt), während es die humorvollen Momente sind, in denen er aufblüht. Des Weiteren werden dann auch misslungene Ensembleentscheidungen fortgeführt, wenn Bill Nighy als Scrimgeour und Rhys Ifans als Xenophilius Lovegood sicher auch von Seiten der Regie wie bereits Gambon seinen Dumbledore oder Jim Broadbent den Potions-Professor Horace Slughorn mit Effizienz gegen die Wand spielen. Vom Besetzungsverbrechen der Helena Bonham Carter ganz zu schweigen. Es ist somit wie so oft Emma Watson, die mit couragiertem Spiel - und bisweilen unterstützt von Rupert Grint - für schauspielerische Glanzlichter sorgt, zu deren Aufleuchten auch Alan Rickmans Severus Snape und Imelda Stauntons Dolores Umbridge beitragen, obschon Letztere bedauerlicherweise nur wenige Minuten Spielzeit gewährt bekommen.

Dabei ist nicht alles schlecht an Harry Potter and the Deathly Hallows: Part I. Insbesondere die dem Road-Movie-Aspekt der Handlung innewohnenden Landschaftsaufnahmen begeistern, während auch Alexandre Desplats Musik gefällt. Und zumindest in Ansätzen sind die einzelnen Szenen überzeugend gestaltet, sei es der Beginn von Harrys Flucht inmitten des Ablenkungsmanövers des Phönix-Ordens oder das Aufeinandertreffen mit zwei Death Eater nach dem abrupten Ende von Bill und Fleurs Hochzeit. Ein kleines Highlight stellt dann die zwar extrem abgehastet eingeführte, aber dann speziell dank der verwandelten Alter Egos von Harry, Hermione und Ron (David O’Hara, Steffan Rhodri, Sophie Thompson) amüsante Zaubereiministeriumsszene dar. Wie gelungen die Szene geworden ist, sieht man in Anbetracht der gehetzten (und schlecht erzählten) Folgeszenen in Godric’s Hollow sowie auf dem Malfoy Grundstück. Dass der Film eher enttäuschend ausfällt, liegt somit weniger an der beeindruckenden Szenerie, sondern an Kloves’ mangelhafter Adaption.

Hinzu kommen Szenen, derer es nicht unbedingt bedurft hätte, von denen jedoch die graphische Illustration der Tale of the Three Brothers - und somit der Titelgebenden “Deathly Hallows“ - noch die Annehmbarste ist. Andere Einstellungen wie das Stoppen des Hogwarts Express zur Überprüfung, ob Harry anwesend ist (die Frage, warum Harry zurück nach Hogwarts sollte, das inzwischen unter der Kontrolle von Severus Snape ist, stellt sich den Death Eater scheinbar gar nicht), nur um in einer einzigen kurzen Totale bekannte Gesichter von Cormac McLaggen über Lavender Brown bis hin zu Cho Chang zu präsentieren, oder eine auflockernde Tanzszene zwischen Harry und Hermione sind zwar nett gemeint, allerdings vollkommen unerheblich für die Erzählung der ohnehin überlangen Geschichte. Andere Momente wie ein kurzer Kuss zwischen Ginny und Harry vor der Hochzeit von Bill und Fleur dagegen sind wohl nur da, um den Zuschauer daran zu erinnern, dass da noch was ist, auch wenn es - bis zum Epilog im achten Film - ab sofort nicht mehr thematisiert wird.

Dass Yates und Kloves trotz ihrer gehetzten Art dramaturgisch spannende Szenen, die meist Lord Voldemort betreffen, aussparen oder zumindest abschwächen, macht ihre Entscheidung nur umso unverständlicher. Es wäre Harry Potter and the Deathly Hallows: Part I sicher besser bekommen, wenn man sich zumindest in dessen Anfang mehr von der Vorlage entfernt hätte, anstatt sich um die Hochzeit zweier Figuren zu kümmern, die wenige Minuten zuvor erst auf der Bildfläche erschienen. Als („glaubwürdiges“) abenteuerreiches Road-Movie überzeugt der Film durch die fehlende Laufzeit nur bedingt (ein Makel, der durch eine Lord of the Rings-artige Extended Version auf DVD ausgeglichen werden könnte, jedoch war dies bereits bei den Vorgängern nicht der Fall). Letztlich ist Yates' dritter Potter-Film zu gehetzt, voller Anschlussfehler und am Ende Opfer seiner Vorgänger (hätte Rowling von vorneherein zumindest Kloves aber auch die Regisseure über den finalen Band informiert, wären eventuell viele Mängel vermeidbar und Manches einfacher gewesen).

Ein dankenswerter Umstand war im Nachhinein zumindest, dass es Warner Bros. nicht mehr gelang, den siebten Film rechtzeitig vor Filmstart in 3D zu konvertieren (was sich ohnehin nicht einmal bei einer Handvoll Einstellungen gelohnt hätte). Ob sich das Studio jenen finanziellen Push, der dafür verantwortlich ist, dass in Kürze eine Fortsetzung des grottigen Clash of the Titans bevorsteht, für Harry Potter and the Deathly Hallows: Part II nehmen lässt, ist fraglich. So oder so steht dem achten Film wahrscheinlich ein einfacheres Schicksal bevor, besteht er zur Hälfte doch aus einer einzigen Actionszene, die in der Tradition von Helm’s Deep aus The Two Towers stehen wird. Im Nachhinein hat sich die Entscheidung, den siebten Roman in zwei Filme aufzuteilen, wohl wieder mal nur für Produzent David Hayman und die Warner gelohnt, denn obschon für den 600 Seiten starken Roman rund fünf Stunden Laufzeit zur Verfügung standen, scheitert zumindest Harry Potter and the Deathly Hallows: Part I an denselben Dingen, die auch die meisten seiner Vorgänger ausmachten.

4.5/10

18. Juli 2009

Harry Potter and the Half-Blood Prince

Why is it when something happens it is always you three?

Nach dem umfangreichen Harry Potter and the Order of the Phoenix schraubte Joanne K. Rowling ihre Bemühungen etwas zurück und veröffentlichte einen etwas schlankeren sechsten Band. Dabei wurde Harry Potter and the Half-Blood Prince letztlich nicht mehr als eine sechshundert Seiten lange Einführung für den finalen Band. Bedenkt man, dass aufgrund der gewichtigen Handlung von Harry Potter and the Deathly Hallows beschlossen wurde, das siebte Buch in zwei Filmen zu adaptieren, müsste das Fanherz bei den Aussichten auf eine um die sieben Stunden lange Geschichte eigentlich schneller schlagen. Immerhin stellte Order of the Phoenix die wahrscheinlich gelungenste Adaption der Reihe dar und dies auch noch beim umfangreichsten Band. Dass Produzent David Heyman dennoch Drehbuchautor Michael Goldenberg anschließend wieder fallen ließ, um zu Steve Kloves zurück zu kehren (neither can live while the other survives?), sollte die Reihe jedoch wieder zurück auf das Niveau von Harry Potter and the Goblet of Fire heben.

Diesmal ist alles anders und doch irgendwie gleich. Voldemort ist zurück und dies ganz offiziell. Seine Anhänger, zuvorderst Bellatrix Lestrange (Helena Bonham Carter) und Fenrir Greyback (Dave Legeno) treiben ihr Unwesen auch jenseits der eigenen magischen Grenzen. Unsichere Zeiten also, wenn Zauberer und Hexen nicht mehr voreinander sicher sind. Das erklären auch Ron (Rupert Grint) und Hermione (Emma Watson), als Harry (Daniel Radcliffe) bei ihnen eintrifft. Über Schulabbruch wurde im Hause Weasley philosophiert, weil die Kinder gefährdet seien. Interessanterweise scheint dies jedoch sonst niemanden zu stören. Harry selbst treibt sich im Sommer ungestört in London herum, wo er in U-Bahn-Bistros Kellnerinnen anbaggert, während er später unbekümmert mit seinen Freunden durch Diagon Alley schreitet, die weniger Tage zuvor noch Opfer einer Attacke war. Dieses Bäumchen-wechsel-dich-Spiel wird anschließend fortgesetzt, wenn zwar einerseits Hogwarts von Ministeriumsbeamten beschützt wird, die Zugfahrt dorthin selbst allerdings nicht.

Die Bedrohung der Zauberer untereinander und die Gefahr, die dadurch auch für Harry und seine Freunde ausgeht, werden innerhalb des Filmes oft konterkariert. Dass Harry im Sommer auf eigene Faust durch London wandert muss etwas verwirren, wenn er anschließend im Winter im Beisein von erwachsenen Zauberern angegriffen wird. Im Falle vergangener Filme widersprechen also Kloves' eigene Ideen nicht nur der ursprünglichen Geschichte von Rowling, sondern sogar die meiste Zeit sich selbst. Schon in den ersten zehn Minuten wird die Anpassung der im Grunde doch sehr düsteren Geschichte an die hollywoodsche Norm überdeutlich: Heyman und Co. wollten keine Geschichte erzählen, die im Nachhinein nur der Aufhänger für das Finale ist. Die zahlreichen Rückblenden in Voldemorts Vergangenheit werden bis auf zwei Ausnahmen herausgestrichen. Eine verständliche Entscheidung, schweift insbesondere die Nebenhandlung um dessen Großvater zu sehr ab. Ob sich die Entfernung der Rückblenden eventuell rächen könnte, wird sich zeigen.

Eine Kürzung der Handlung ist folglich bei Harry Potter stets unumgänglich, will man die Laufzeit auf zweieinhalb Stunden begrenzen. Wo und wie man kürzt, hatte Goldenberg beim Vorgänger gezeigt. Kloves hat damit jedoch bekanntlich größere Probleme. Im weitesten Sinne beinhaltet Half-Blood Prince drei Handlungsstränge, welche die Geschichte ausmachen. Es ist bezeichnend, dass sich Kloves auf den unbedeutenderen der drei Erzählstränge fokussiert hat. Im Folgenden ist der Film durchzogen von romantischen Beziehungsentwicklungen, die zum einen als comic relief und zum anderen als zentrale Unterhaltungsform gedacht sind. Dabei schreiten Yates und Kloves ziemlich harsch voran, fehlt doch gerade der plötzlich hereinbrechenden Romanze zwischen Harry und Ginny (Bonnie Wright) jegliches Fundament. Etwas geschickter, da sorgsamer, wird das Ganze bei Hermione und Ron inszeniert, die neben ihrer Annäherung auch über die vergangenen vier Filme eine Basis hatten, auf der ihre Gefühle füreinander behutsam aufgebaut wurden.

Immerhin muss man gestehen, dass die Intention des comic relief aufgeht und die meisten Szenen funktionieren. Ohnehin ist es der Humor, der Half-Blood Prince am besten auszeichnet, allen voran die Einstellungen mit Radcliffe und Grint. Man merkt es dem Jungdarstellertrio an, dass nach fünf Filmen die Chemie in vollem Umfang stimmt. Ginny wirkt dagegen ob ihrer forcierten Integration eher wie ein Fremdkörper und Kloves macht sich nicht einmal die Mühe, zu erläutern, wieso sie plötzlich so viel mit dem Trio abhängt. Geschweige denn, wie sie im Quidditch-Team gelandet ist, wo sie auf einmal Mitglied ist, während andere sich erst in dieses Spielen müssen. Die Quidditch-Szenen selbst sind wie bereits früher relativ unerheblich und dienen ausschließlich der Auflockerung der restlichen Handlung. Da jedoch die düsteren Szenen um Voldemorts Vergangenheit, sowie die spannenden Szenen rund um Malfoy (Tom Felton) und seine Agenda im Film selbst keine bedeutsame Rolle spielen, geraten die Beziehungsdramen zum Mittelpunkt des Geschehens.

Hinsichtlich der anderen Erzählstränge tut sich Kloves ebenfalls  keinen Gefallen. Auf der einen Seite präsentiert er Dumbledore (Michael Gambon), der versucht Harry auf den neuen Zaubertrank-Dozenten Horace Slughorn (Jim Broadbent) anzusetzen. Es obliegt nun Harry, aus diesem ein zentrales Geheimnis bezüglich Voldemort zu entlocken, welches mit dem weiteren Verlauf der Handlung zusammenhängt. Wirkliche Vorwürfe kann man hierbei nun weder Kloves, noch Yates machen. Sie erzählen soviel, wie sie zu erzählen haben, damit man der Geschichte und speziell dem Finale des Filmes folgen kann. Anders verhält es sich jedoch mit der Nebenhandlung, die sie bezüglich Tom Feltons Figur übernehmen. Sieht man einmal davon ab, dass man glaubte, der Verständigkeit halber dessen Agenda bereits relativ früh zu offenbaren, führen Heyman und Co. durch ihre Abwandlung zum Roman den ganzen Handlungsstrang ad absurdum. Denn Sinn und Zweck hat das Geschehen nicht und dient wohl erneut nur der Anpassung an die Normen Hollywood.

Hinzu kommt, dass Kloves wie bereits im vierten Teil Erklärungen ausspart, sodass zahlreiche Handlungsbögen entweder aus dem Nichts entstehen, in dieses verlaufen oder im besten Falle beides auf einmal. Andere Kleinigkeiten, die bereits seit Cuarón der Reihe innewohnen, bilden dabei nur das Tüpfelchen auf dem I. Addierte der Mexikaner seiner Zeit zwei weitere Jungen in Harry Jahrgang und Gryffindor, so platzierte Newell schließlich die Patil-Zwillinge in ein und dasselbe Haus. Hatte Yates letztere Tradition übernommen, versucht er nunmehr es auch Cuarón nachzutun. Die Mädchen von Gryffindor werden nun um zwei Schülerinnen erweitert. Neben den Patil-Zwillingen, Hermione und Lavender (Jessie Cave) werden auch Katie Bell (Georgina Leonidas), ihre Freundin Leanne und Romilda Vane (Anna Shaffer) ins sechste Jahr von Gryffindor sortiert. Das führt zu dem sehr amüsanten Szenario, dass nicht nur alle zehn Gryffindors die NEWT-Zaubertrank-Klasse weiterführen, sondern auch die neuen Schülerinnen (im Endeffekt also mehr Gryffindors als Slytherins).

Da stört es im Grunde auch nicht, dass der Film, obschon er Harry mit dem Halbblut-Prinzen assoziiert, auf diesen eigentlich gar nicht eingeht. Dient er im ersten Akt als Basis für einen der drei Handlungsstränge, scheint die zweite Szene im dritten Akt lediglich ein Alibi zu sein, um den Filmtitel zu rechtfertigen. Im Endeffekt hat Harry Potter and the Half-Blood Prince aber nichts mit jenem Prinzen zu tun, sodass dessen finale Auflösung eigentlich das Unwichtigste in der gesamten Geschichte darstellt. Dabei hätte der sechste Film aufgrund seiner subtilen Düsternis sehr viel Potential gehabt, was aufgrund des starken Fokus’ auf die Beziehungsdramen im fertigen Ergebnis ziemlich verloren geht. Ausschlaggebend für das Versagen des Filmes ist die Tatsache, dass Kloves, Yates und Heyman sich durch ihre Abänderungen die meiste Zeit selbst widersprechen und/oder Handlungen konterkarieren, die sie zuvor entweder lang oder auch nur kurz eingeführt haben. Weitaus dramatischer dürften die Aussparungen ausfallen, die die Basis für die Deathly-Hallows-Filme darstellen.

Diesbezüglich deutet sich an, dass die bedeutsame Nebenhandlung um Severus Snape (Alan Rickman) wohl weitestgehend unter den Tisch fällt. Alles andere würde aufgrund der bisher mangelhaften Vorbereitung seit dem Vorgänger überraschen. Es ist durchaus schade, wie wenig aus jenem Subplot gemacht wird, der sich doch als Spiegelbild zu Harry und Voldemort selbst lesen lässt. Rickman selbst ist auch hier dank seiner gedehnten Artikulation wieder eines der Highlights des Filmes, leidet aber erneut unter seiner fehlenden Präsenz. Felton wiederum nutzt die zusätzlichen Minuten, die seine gesamte Anwesenheit in den vergangenen drei Filmen aufwiegen. Während Grint erneut sein komödiantisches Potential ausschöpfen kann, meistert Watson sowohl die charmanten als auch die melancholischen Szenen wie gewohnt sehr gekonnt. Radcliffe wiederum hat gerade im Finale wie immer seine Probleme mit emotional-dramatischen Szenen, was insofern entschuldbar ist, da er im sechsten Film weitestgehend sein komödiantisches Talent ausspielen kann.

Dagegen spielt Michael Gambon so schlecht wie eh und je. Dass er weiterhin vollends an der Figur des Dumbledore vorbeispielt, scheint daran zu liegen, dass sich der Ire nie die Mühe machte, eines der Bücher zu lesen (und Kloves es wiederum  nicht für nötig erachtete, die Figur im Drehbuch entsprechend zu charakterisieren). Auch die neuen Darsteller sind allesamt eine Enttäuschung. Jim Broadbent gibt Slughorn als verpeilten Naivling (wieso man nicht Bob Hoskins genommen hat, bleibt offen), während beide Jungdarsteller für Voldemort jegliches schauspielerische Talent vermissen lassen. Kauft man Ralph Fiennes’ Neffen sein unsympathisches Spiel noch ab (der Junge versagt dafür bei allem anderen), ist es Stephen Dillanes Sohn, der keine Unze Charisma (was hinsichtlich der Wandlung seiner Figur von Nöten ist) zu versprühen vermag. In die schlechten Darbietungen reiht sich nach dem Vorgänger erneut auch Helena Bonham Carter ein, deren overacting inzwischen zu ihrem Markenzeichen geworden zu sein scheint.

Auch die vielgelobte Kameraarbeit von Bruno Delbonnel kann sich nicht wirklich auszeichnen, wirken die Bilder doch oft dunkler, als der Inhalt letztlich selbst. An die schönen Bilder von Michael Seresin aus Harry Potter and the Prisoner of Azkaban vermag somit weder die Kameraarbeit, noch die Inszenierung selbst heranzureichen. Des Weiteren wollen eigentlich alle filmischen Referenzen von Yates nicht wirklich gefallen. Sei es die Höhle im Finale, die an Supermans Fortress of Solitude erinnert oder die relativ offensichtlichen Zitate zu The Two Towers oder The Godfather, Part II. Nichts davon will wirklich ins Potterverse passen und bedenkt man die Zielgruppe, dürften die wenigsten die Superman- oder Godfather-Filme überhaupt gesehen haben. Ingesamt ist die sechste Harry-Potter-Adaption zwar eine solide Vorstellung, verdankt dieses milde Urteil jedoch hauptsächlich dem pubertären Charme der Beziehungsszenen (primär von Hermione und Ron, denn Harry und Ginny) und dem merklichen Humor. Eine wirkliche Auszeichnung ist dies jedoch nur bedingt.

6/10


Szenenbilder Harry Potter and the Half-Blood Prince © Warner Bros. Pictures. All Rights Reserved.

10. Juli 2009

The Complete: Harry Potter

Amazing! This is just like magic!

Von der arbeitslosen Mutter zur zweitreichsten Frau Englands. Eigentlich ist es der american dream, der sich für die Britin Joanne K. Rowling um die Jahrtausendwende abgespielt hat. Mit ihrer siebenbändigen Harry-Potter-Reihe verkaufte sie mehr als 400 Millionen Exemplare, die insgesamt in 67 Sprachen übersetzt wurden. Und selbstverständlich ist Rowling auch an den Filmadaptionen von Warner Bros. beteiligt, die bisher beinahe 5,4 Milliarden US-Dollar einspielten. Sowohl die erste als auch die fünfte Verfilmung zählen zu den zehn erfolgreichsten Filmen aller Zeiten. Neben Rowling selbst haben natürlich auch die Produzenten rund um David Hayman profitiert, wie auch die Jungdarsteller selbst. Ein weiterer Verdienst, der Rowling von vielen Seiten zugeschrieben wurde, war die Tatsache, dass sie mit ihren Romanen die Jugend wieder zum Lesen brachte. Das verpönte Buch war wieder in und die Verkaufszahlen der Potter-Serie bestätigen dies. Denn selbst die aktuell speziell in den USA begeistert aufgenommene Twilight-Reihe von Stephenie Meyer verkauft nur ansatzweise so viele Kopien wie Rowlings Werk.

Nun muss man Rowlings literarische Ergüsse auch nüchtern betrachten können. Immerhin zählt sie nicht zu den begabtesten Autorinnen, weisen ihre Romane doch stets zahlreiche narrative Schwächen auf. Immerhin kann man der Britin zugute halten, dass sie sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt und verbessert hat. Letztlich kann man jedoch von der ehemaligen arbeitslosen Mutter auch keine Satzkonstruktionen eines Franz Kafka oder Thomas Mann erwarten, sodass man ihr ein eher schwächeres Buch wie Harry Potter and the Philosopher’s Stone gerne verzeiht. Denn in Rowlings Fantasiewelt geht es nicht so sehr um die Abenteuer, die die Figuren überwinden müssen, sondern um die Entwicklung der Figuren selbst. Jenes zentrale Thema, das in allen Bänden im Vordergrund steht, schreibt Rowling doch stets die Freundschaft und Loyalität dieser Freunde groß. Man mag es da einerseits dem Fantasy- und anderseits dem Kinderbuchgenre zuschreiben, dass die Reinheit ihrer Figuren über allem steht (nicht zuletzt begann die Serie auch als Geschichte für Rowlings eigene Kinder). Sex und Drogen spielen für das Zaubervolk überhaupt keine Rolle, selbst wenn die Autorin jeder Figur eine kurze (unschuldige) Romanze mit einer anderen Person gestattet. Letztlich finden sich jedoch – zumindest für die vier Hauptfiguren – schon in der Schulphase die finale letzte Bindung fürs Leben.


Handlungstechnisch dreht sich alles um den Teenager Harry Potter, der als der Junge, der lebte, in die Geschichte der Zauberer und Hexen einging, weil er die erste Person war, die einen Angriff des diabolischen Lord Voldemort überlebte. Als Waise von seinem Onkel und seiner Tante großgezogen, erhält Harry die Möglichkeit auf einen gewünschten Tapetenwechsel, als ihm an seinem 11. Geburtstag ein Platz im Zaubererinternat Hogwarts zugesprochen wird. Hier hat Harry alsbald jedoch damit zu kämpfen, dass er zwar in dieser anderen, phantastischen Welt eine Berühmtheit und Legende ist, jedoch über seine Heimat eigentlich nichts weiß. Auch mit seinen Neidern wie Draco Malfoy oder Professor Severus Snape hat der bebrillte Junge zu kämpfen. Umso bedeutender ist für ihn daher seine Freundschaft zu Ron Weasley und Hermione Granger, genauso sein großväterliches Verhältnis zum Internatsleiter Albus Dumbledore. Rowling bedient sich in ihren Romanen stets einem Schema F: Harry versucht den Sommer bei seinen Verwandten, den Dursleys, durchzustehen und wird zu Schuljahresbeginn mit einem Phänomen und Abenteuer konfrontiert, das sich bis zu den Klausuren zieht.

Am Ende jedes Romans müssen sich Harry, Ron und Hermione schließlich entweder Voldemort selbst oder einem seiner Handlanger stellen. Hierbei begann die Autorin mit Band 4, Harry Potter and the Goblet of Fire, stets etwas düstere Geschichten zu erzählen, die jedes Jahr auch ein Opfer aus Harrys Mitte forderten. Nach Harry Potter and the Prisoner of Azkaban nahm auch der Umfang der jeweiligen Bücher zu, was hinsichtlich der Erzählstruktur wohl mit Rowlings eigenem Fortschritt und einem entsprechenden Selbstbewusstsein zu tun hat. Grundsätzlich ist ihr mit ihrer beinahe Dreieinhalbtausend langen Geschichte ein oft amüsantes und mitunter ergreifendes Stück Fantasyliteratur gelungen. Stets begleiteten sie jedoch die im Genre verhaftetenungemein naiv ausgearbeiteten Spannungselemente wie Rätsel und andere Wendungen. Oftmals gelingt dem Trio etwas, was selbst großen Zauberern wie Voldemort nicht zu gelingen vermag. Ein fader Beigeschmack bleibt hier zwar, doch wie oben angesprochen ist die Freundschaft der Figuren die eigentliche Handlung und nicht so sehr, was sie im Laufe dieser Freundschaft unternehmen. Wie mit jeder größeren Serie (man denke an Lord of the Rings oder His Dark Materials) beschleicht einen dann etwas Wehmut, wenn man sich die letzten Seiten des letzten Bandes zu Gemüte führt. Für die Filmreihe ist das Ende jedoch noch lange nicht in Sicht, erwartet das Publikum hier immerhin drei weitere Filme der Reihe.


Harry Potter and the Philosopher’s Stone


Nach vier Jahren war es soweit. Das erste Abenteuer von Harry Potter konnte auf der großen Leinwand umgesetzt werden. Zuvor mussten jedoch einige Bedingungen von Seiten J.K. Rowlings erfüllt werden. Zwar erhielt Warner Bros. den Zuschlag, doch die Autorin bestand darauf, die Darsteller allesamt britisch zu halten. Also kein Haley Joel Osment als Harry Potter und keine Nebenrollen für Robin Williams und Co. Zumindest durfte sich mit Chris Columbus ein Amerikaner auf dem Regiestuhl niederlassen. Da einerseits der erste Band der Reihe mit 223 Seiten relativ knapp bemessen war und andererseits Columbus’ Film fast zweieinhalb Stunden läuft, präsentiert sich Harry Potter and the Philosopher’s Stone als äußerst getreue Adaption der Vorlage. Nur wenige Veränderungen fanden statt, meist wurde verständlich und nachvollziehbar gekürzt. Der Film selbst war ein weltweiter Erfolg, avancierte hinter Titanic nicht nur zum erfolgreichsten Film aller Zeiten (bis dato), sondern vermochte sogar den im selben Jahr gestarteten The Fellowship of the Ring knapp hinter sich zu lassen. Ein Siegeszug auf ganzer Linie somit, nicht nur für Rowling, sondern primär natürlich für Warner Bros. und David Hayman.

Doch ähnlich wie mit Rowlings Vorlage ist auch in Columbus’ Film vieles nicht Gold was glänzt. Einige Aussparungen hätten sich hier in der Tat angeboten, allen voran das Quidditch. Vieles zieht sich in Steve Kloves’ Adaption, paradoxerweise obschon man – wie im Finale – die Handlung extra zurecht gestutzt hat. Vielleicht ist Philosopher’s Stone somit ein gutes Beispiel dafür, dass eine direkte Adaption eines Stoffes nicht immer wirklich gelingen mag. Wobei der Film zu einem Großteil auch hauptsächlich mit denselben Problemen hadert, denen sich bereits die Vorlage ausgesetzt sah. Allen voran natürlich das Finale, welches gerade wegen seiner Naivität eher leidlich betrachten werden muss. Selbst wenn man berücksichtigt, dass man ein junges Publikum adressiert, so fragt man sich doch, wieso es drei Erstjahrgängern gelingt, Prüfungen bzw. Barrieren zu überwinden, die als Schutzmaßnahmen der Professoren ausgedacht wurden. Da hilft es leider nur halb, wenn man sich ins Gedächtnis ruft, dass jene Hindernisse nur dazu dienen, um zu veranschaulichen, dass Harry (Daniel Radcliffe) der Unterstützung von Ron (Rupert Grint) und Hermione (Emma Watson) bedarf, um zu seinem Ziel zu gelangen.

Ähnlich verhält es sich auch abseits der formalen Ebene. Williams Score wirkt oft übertrieben zelebrierend-optimistisch, etwas dezenter hätte es hier auch getan. Besonders auffällig sind die teilweise ungenügenden visuellen Effekte. Zwar wirken diese bei Fluffy und dem Troll nicht ganz so störend, doch wenn beispielsweise das Trio vor Hagrids (Robbie Coltrane) Hütte steht und man in ihrem Rücken praktisch den Green Screen sehen kann, schneidet man sich etwas ins eigene Fleisch. Wie man es besser hätte machen können, sieht man an den Kobolden, die allein durch Maske und Kostüme weitaus authentischer wirken als im Gegenzug der Troll (letzterer auch im Verhältnis zu seinem Pendant in Jacksons Fellowship of the Ring aus demselben Jahr). Bedenkt man, dass auch über die Jahre hinweg Harry Potter mit seinen Filmen was die digitalen Effekte angeht nie sonderlich Maßstäbe gesetzt hat, scheint dies einfach nur ein generelles Problem für diese Filmreihe darzustellen. Auch wenn anerkannt werden sollte, dass die Effekte, wie alles andere, im Laufe der Fortsetzungen an Qualität zugenommen haben. Immerhin in der finalen Konfrontation mit Voldemort kann sich die digitale Umsetzung schließlich sehen lassen.

Noch wichtiger als die Effekte und die Umsetzung war jedoch selbstverständlich die Besetzung der einzelnen Rollen. Hier weiß Harry Potter im Grunde zu überzeugen. Die meisten Besetzungen sind wahrlich gelungen, wobei sich Entscheidungen wie Maggie Smith als Prof. McGonagall oder Richard Harris als Dumbledore nicht so sehr auszahlen, da beide Figuren im ersten Band keine herausragende Rolle spielen. Rowling zeigte ein gutes Gespür als sie sich für Coltrane als Hagrid und Alan Rickman als Snape entschied. Bei den vier hauptsächlichen Jungdarstellern sind die Resultate gemischt. Zwar weiß Rupert Grint zu überzeugen, doch wirkt er hier noch äußerst unsicher. Eine Eigenschaft, die Grint mit den Jahren glücklicherweise abgelegt hat. Radcliffe hingegen hadert nicht nur hier mit seiner komplexen Rolle, sondern hat auch acht Jahre später noch Probleme, die emotionale Tiefe der Figur entsprechend zu spielen. Tom Felton meistert seine Sache dagegen mehr als gelungen und hat hier wie auch in allen anderen Filmen damit zu kämpfen, dass seine Leinwandpräsenz stets auf ein Minimum reduziert wird. Ein Coup dagegen ist die Wahl von Emma Watson. Hier wie in wohl keinem der anderen Filme spielt sie ihre Kollegen allesamt an die Wand. Speziell die schnippischen Szenen, in denen sich die Freundschaft der Drei noch nicht herauskristallisiert hat, zählen zu ihren Höhepunkten.

Ingesamt betrachtet ist Philosopher’s Stone ebenso wie das Buch eine Geschichte, die größtenteils nur für Kinder und Jugendliche funktioniert. Dies liegt gerade an dem mehr als einfach zu folgendem Erzählstrang, der jedweder potentiellen Komplexität bereits im Ansatz aus dem Weg geht. Das geht dahingehend in Ordnung, da die Harry-Potter-Bücher darauf ausgelegt sind, sich jeweils an die Altersgruppe des Trios zu wenden. Aus Sichtweise einer Person die jedoch älter als die Zielgruppe ist, wirkt die Geschichte des Steins der Weisen nur unzureichend spannend oder unterhaltsam. Die liebevolle und getreue Adaption von Columbus selbst hadert mit ihrer langen Laufzeit (bedenkt man, dass nicht sonderlich viel zu erzählen ist) und den bisweilen schlechten Effekten. Als Auftakt in die Welt von J.K. Rowling ist der Film jedoch gelungen, selbst wenn er einige Eigenheiten des Aufwands wegen unterschlägt.


Harry Potter and the Chamber of Secrets


Seit drei Jahren war Stillstand im rowling’schen Potterverse, ehe 2003 endlich der fünfte Band, Harry Potter and the Order of the Phoenix erschien. Zuvor mussten die Fans selten länger als ein Jahr warten, um die Abenteuer von Harry, Ron und Hermione miterleben zu dürfen. Da traf es sich selbstverständlich gut, dass die Jahre 2001 und 2002 zumindest die ersten beiden Verfilmungen bereit hielten, um die Wartezeit zu verkürzen. Und die Meßlatte für Regisseur Chris Columbus war hoch. Nicht nur generell eine ansprechende Umsetzung des Potterverse zu liefern, sondern auch an den Erfolg des Vorgängers anzuknüpfen. Schließlich war Harry Potter and the Philosopher’s Stone der erfolgreichste Film des Jahres 2001. Allerdings musste sich Chamber of Secrets diesmal der Konkurrenz aus Mittelerde geschlagen geben. The Two Towers spielte weltweit rund 80 Millionen Dollar mehr ein, weshalb Potter und Co. 2002 nur den zweiten Platz einnahmen. Nichtsdestotrotz kann auch Harry Potter and the Chamber of Secrets als Erfolg angesehen werden, der ganz in der Tradition des Vorgängers steht.

Erneut liefert Columbus eine äußerst getreue Adaption der Vorlage ab und spart nur geringfügig Handlungselemente aus. Im Grunde fällt nur die Nebenhandlung rund um die Razzien bei Zauberern und damit der Konflikt zwischen den Weasleys und Malfoys heraus, sowie kleinere Anekdoten wie Sir Nicholas’ Bemühungen im Jagdclub der Kopflosen aufgenommen zu werden. Änderungen, die nicht wirklich tragisch sind. An einigen anderen Stellen jedoch ergeben sich kleine Logiklöcher, die sich erst füllen lassen, wenn man die geschnittenen Szenen hinzufügt. Zum Beispiel weshalb Hagrid (Robbie Coltrane) für Harry (Daniel Radcliffe) einsteht und wieso Harry, Ron (Rupert Grint) und Hermione (Emma Watson) während der Polyjuice Potion plötzlich Slytherin Klamotten tragen. Während hier die geschnittenen Szenen die Erklärungen liefern, die dem Kenner der Vorlage ohnehin bekannt waren, gibt es hin und wieder auch Szenen, bei denen sich Kloves eine Erklärung gespart hat. Besonders prominent die Polyjuice Potion an sich. Zum einen steht Moste Potente Potions in der Bücherei nicht in der verschlossenen Abteilung, zum anderen scheinen Harry und Co. die notwendigen Zutaten problemlos ergattern zu können.

Hier scheint wohl wieder die Laufzeit ein Problem gewesen zu sein, läuft der Film doch ähnlich lange wie sein Vorgänger und dies bei einer Vorlage von größerer Seitenzahl. So leidet auch Chamber of Secrets mitunter an einigen Längen, speziell beim Quidditch als auch im Verbotenen Wald. Insgesamt ist die Treue gegenüber Rowlings Roman aber beeindruckend. Speziell Kenneth Branagh hält sich fast ausschließlich an Rowlings Worte. Seine Besetzung als narzisstischer Gilderoy Lockheart ist ein weiterer gelungener Schachzug von David Heyman (wobei der ursprünglich eingeplante Hugh Grant sicherlich eine ebenso gute Figur abgegeben hätte). Branagh spielt den Scheinheiligen mit viel Spaß an der Freude und ist somit ein Gewinn für das Ensemble. Lockheart ist es primär, der Chamber of Secrets zum unterhaltsamsten Buch der Reihe macht. Sein Ego und seine Arroganz sorgen besonders im Zusammenspiel mit Harry („Celebrity is as celebrity does”) für etliche Lacher. Die Einbindung der Eulen Errol und Hedwig in die Handlung tut hierbei nochmals ihr Übriges, den Rest besorgt schließlich Jungschauspieler Grint.

Sowohl die Szenen mit dem Ford Anglia als auch die betreffenden Szenen um Aragog bzw. die Spinnen allgemein lassen Grint sein volles Ron-Potential abrufen. Neben Branagh zählt seine Leistung zu den überzeugendsten im zweiten Film. Radcliffe schlägt sich weitestgehend tapfer, hat jedoch seine Probleme sowohl hinsichtlich der Szenen mit dem digitalen Dobby als auch mit den Sequenzen, in denen er Parseltongue sprechen muss. Emma Watson hingegen, der Lichtblick des ersten Teils, leidet hier zuvorderst unter ihrer geringen Präsenz. Schickt sie Rowling erst durch die missglückte Polyjuice Potion ins Lazarett, fehlt sie im letzten Drittel dann sogar ganz, nachdem sie ein Opfer des Basilisken wird. Die Schauspieler aus der zweiten Reihe wie Coltrane aber auch Tom Felton (Draco Malfoy) und Jason Isaacs (Lucius Malfoy) schlagen sich überzeugend. Die Effekte sind im Vergleich zum Vorjahr besser geworden. Neben Dobby kann sich auch der Basilisk sehen lassen, wobei die Spezialeffekte selbstverständlich nichts gegen die gleichjährige Konkurrenz von Weta waren. Ansonsten lässt sich von technischer Seite sehr wenig kritisieren, wobei es immer noch schade ist, dass in Deutschland die Originalfassung des Filmes bis heute nicht erhältlich ist. Besonders ironisch, bedenkt man, dass in der Schweiz hinsichtlich der FSK selten ein ähnlicher Terz wie hier veranstaltet wird und die Eidgenossen dennoch mit weit weniger Schulamokläufen auskommen, wie unsereiner.

Bereits in Chamber of Secrets erkennt man die Fortschritte, die Rowling beim Schreiben gemacht hat. Die Handlung ist flüssiger, wenn auch nicht unbedingt frei von konstruierten Handlungssträngen. Gerade das Finale ist dieses Mal jedoch von einigen Lapsus befreit und kommt runder und spannender daher. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Ereignisse im zweiten Band – in mehrerer Hinsicht – ihren Widerhall in Harry Potter and the Half-Blood Prince finden. Die Entscheidung Voldemorts Alter Ego, Tom Riddle (Christopher Coulsen), als Antagonisten einzuführen, macht sich bezahlt. Zum einen bildet er einen Kontrast zum „alten“ Voldemort des ersten Teils, zum anderen bildet er ein Spiegelbild zu Harry selbst. Und er wirft natürlich seine Schatten auf den sechsten und siebten Band voraus, was die Frage der Horcruxe und die Beziehung zwischen Harry und Ginny (Bonnie Wright) angeht. Des Weiteren behandelt Rowling in Nebensträngen Fragen der Gleichberechtigung, sei es in leichterer (Nearly Headless Nick) oder in verstärkter (Dobby) Form. Zudem markiert Chamber of Secrets das Ende der leichten Beschwingtheit, nehmen die Harry-Potter-Bände fortan doch einen immer dunkleren Ton an. Letztlich ist Columbus’ zweite und letzte Regiearbeit ein unterhaltsames Abenteuer, das seiner Vorlage gerecht wird, auch wenn es bisweilen zu lang und eintönig ausgefallen ist.


Harry Potter and the Prisoner of Azkaban


Während J.K. Rowlings Anforderungsprofil an die DarstellerInnen vorsah, dass diese Großbritannien entstammen mussten, war der Nationalität der Regisseure keine Grenzen gesetzt. Nach den ersten beiden Filmen trat Chris Columbus zurück und überließ die Inszenierung von Harry Pottter and the Prisoner of Azkaban einem seiner Kollegen. Eine der ersten Personen, an die man herantrat, war Guillermo del Toro. Doch dem Mexikaner war Rowlings Welt zu freundlich und hell, weshalb er sich stattdessen lieber Mike Mignolas Hellboy zu wand. Und auch bei Marc Forster, der nach Finding Neverland nicht erneut mit Kinderdarstellern arbeiten wollte, blitzte man ab. Schließlich fiel die Wahl auf einen anderen Mexikaner: Alfonso Cuarón. Dieser hatte bereits mit A Little Princess bewiesen, dass er im Stande war, ein Kinderbuch gerecht umzusetzen. Neben Cuarón ergänzten gleich vier neue Darsteller das Ensemble. Nachdem Richard Harris 2002 verstorben war, übernahm Michael Gambon den Part von Albus Dumbledore. Des Weiteren übernahmen die renommierten britischen Schauspieler David Thewlis, Gary Oldman und Emma Thompson entscheidende Rollen innerhalb der Serie.

Wie bereits der Vorgänger ist auch Prisoner of Azkaban noch einmal eine Ecke (fast hundert Seiten) länger als das ihm vorausgehende Buch. Erneut steigert sich Rowlings Schreibe, gerade in dramaturgischer Hinsicht. So kommt es, dass der dritte Band der Reihe zum einem wegen seiner ausgefeilten Handlung (das Finale nimmt beinahe ein Fünftel der gesamten Geschichte ein), zum anderen wegen seiner geringen Länge (im Vergleich zu den kommenden Bänden) der gelungenste Roman aus dem Potterverse ist. Zwar ist die schlussendliche Auflösung etwas weit hergeholt, im Vergleich zu den anderen Bänden aber schon allein wegen des Versuchs, einen ausgefeilten Twist einzubauen, beeindruckend. Leider bleibt davon in Cuaróns Film nicht sonderlich viel übrig. Besonders schade, bedenkt man, dass Prisoner of Azkaban ansonsten weitestgehend treu dem Buch folgt, sodass die Ausmerzung der Handlung an dieser entscheidenden Stelle doppelt schwer wiegt. Letztlich ist es das Finale, das den Film etwas herunterzieht, ist doch der Beginn bisweilen phantastisch gelungen. Neben den enttäuschenden darstellerischen Leistungen und einigen logischen Fehlern bzw. Löchern schöpft Cuarón somit trotz überzeugender und ansehnlicher Inszenierung das der Geschichte innewohnende Potential nicht wirklich aus.

War es zugegeben schon im Buch nicht sonderlich spannend, wird die von Sirius Black (Gary Oldman) ausgehende Gefahr für Harry Potter (Daniel Radcliffe) im Film nochmals unterminiert. Sehr gut erkennbar auch daran, dass Blacks nächtlicher Besuch im Gryffindor-Turm aus der finalen Fassung gestrichen wurde. Ansonsten weiß Cuaróns Regie durch ein auffallend düstereres Bild von Hogwarts zu gefallen, als im Vergleich zu Columbus’ buntem und kinderfreundlicherem Ambiente zuvor. Die etwas graueren Töne weiß der Mexikaner dafür mit jeder Menge comic relief auszugleichen. Speziell die peitschende Weide wird durch die Jahreszeiten hindurch als Spaßmacher eingebaut, wie zuvor schon die Szenen im Knight Bus der Erheiterung dienten. Da Cuarón es gegenüber Columbus besser versteht, in die magische Welt von Rowling einzutauchen – sehr gut zu sehen an ebenjener Knigh-Bus-Sequenz -, nimmt man den extra platzierten Humor nicht allzu übel. Es ist zudem Prisoner of Azkaban, der eine neue Peripherie für Hogwarts einführt. Nunmehr kann man Hogwart nicht mehr nur über den See erreichen, sondern auch über eine Brücke. Außerdem werden sowohl Hagrids Hütte als auch die peitschende Weide etwas außerhalb des Schlosses platziert. Welche Gründe exakt damit zu tun haben, ist ungewiss, auf Erklärungen für Abweichungen wartet man in den Film-Adaptionen aber generell umsonst.

Problematisch sind allerdings die offenbleibenden Fragen und eklatanten Fehler von Cuarón. Unsinnerweise erweitert er die Gryffindor-Schülerschaft um gleich zwei neue Schüler. Anstatt fünf Jungs sieht man im dritten Teil also sieben. Was sich der Mexikaner hier gedacht hat, bleibt sein Geheimnis. Ansonsten bleiben einige Fragen in Bezug auf Sirius und Remus Lupin (David Thewlis) offen. Zum einen wird nicht erklärt, woher Lupin weiß, dass es sich bei der Marauder’s Map um eine Karte handelt, noch erfährt der Zuschauer, woher Lupin weiß, wie die Karte funktioniert. Ohnehin wird die gesamte Verbindung zwischen Lupin, Sirius und Harrys Vater nicht einmal annähernd kommentiert. Dies untergräbt hauptsächlich jegliche Charaktertiefe, die Rowling für Snape (Alan Rickman) in den Romanen eingestreut hat. Es überrascht letztlich auch nicht, dass weder erläutert wird, wie genau die Potters verraten wurden, noch wie Sirius als erstem Zauberer die Flucht aus Azkaban gelang. Das Finale wird erschreckend schnell abgespult, besonders spürbar in der Befreiung von Sirius, die schließlich zur Frage von ein, zwei Sekunden wird.

Und damit sind nur die offensichtlichen Dinge angesprochen. Ein anderer Punkt wäre die Tatsache, dass sowohl Harry als auch der Seeker von Hufflepuff im ersten (und im Film einzigen) Quidditch-Spiel außer Gefecht gesetzt wurden. Dementsprechend kann das Spiel gar nicht beendet worden sein (geht man davon aus, dass niemand der anderen Mitspieler den Snitch gefangen hat), Unfall hin oder her. Auch der Einbau des Firebolt in der letzten Szene wirkt erstens unlogisch und zweitens deplatziert. Im Nachhinein weist Prisoner of Azkaban zahlreiche Lapsus auf, die das eigentlich positive Gesamtbild trüben. Besonders gefällig ist beispielsweise Cuaróns auflösende Schnitttechnik, aber auch John Williams musikalische Untermalung, die endlich nicht von einem durchgehend fröhlichen Gedudel erfüllt ist. Wie schon in den Vorgängern sind es zudem erneut Rickman, sowie Emma Watson und Rupert Grint, die schauspielerisch zu gefallen wissen. Besonders Grint hat sich wahrlich im Vergleich zu Philosopher’s Stone verbessert. Damit hat es sich aber bedauerlicherweise schon mit den Komplimenten erledigt. Thewlis bleibt erstaunlich blass, während sowohl Oldman als auch Gambon eine Enttäuschung sind. Gerade Gambon wirkt viel zu aufgedreht und vermag nicht an Harris’ ruhige und besonnene Spiel heranzureichen. Radcliffe hingegen spielt wie gewohnt schlecht und kaum überzeugend, mit seiner tränenreichen Morddrohung gegenüber Sirius als traurig-schaurigem Höhepunkt des Filmes.

Auch die Straffung der Trio-Szenen ist etwas schade, markiert der unentwegte „Streit“ zwischen Hermione (Emma Watson), Ron (Rupert Grint) und Harry doch den pubertären Prozess durch die ganzen Bände hindurch. Mit Abstrichen fließt diese fortwährende Konflikt zumindest in Mike Newells Goblet of Fire ein. Ebenso traurig ist die Ausgrenzung der anderen Hogwarts-Generation rund um Snape, den Potters, sowie Lupin, Black und Pettigrew (Timothy Spall). Deren Ereignisse ziehen sich schließlich nicht nur durch Prisoner of Azkaban, sondern werfen ihre Schatten auch noch auf Deathly Hallows voraus. Eventuell wäre also eine Verkürzung der Knight-Bus-Sequenz sowie eine Auslassung der Firebolt- und Monster Book of Monsters-Szenen vorzuziehen gewesen. Nichtsdestotrotz kann Cuarón mit seiner Adaption neue Akzente in der Filmreihe setzen und trotz der literarischen Vorgabe seinen eigenen Stempel aufdrücken. Gelungen sind im Übrigen auch die Anspielungen auf voraus greifende Ereignisse, wie Snapes schützende Haltung gegenüber dem Trio in der Werwolf-Szene oder insbesondere die romantischen Einstellungen bzgl. Ron und Hermione („Do you want to move a bit closer?”). Alles in allem ist der dritte Film somit nochmals eine Steigerung zu seinem Vorgänger, der ebenfalls bereits eine Steigerung zum ersten Teil darstellte. Selbst wenn, wie gesagt, Cuarón das vorhandene Potential nicht vollends auszuschöpfen vermag.


Harry Potter and the Goblet of Fire


Ein Jahr, bevor Philosopher’s Stone in die Kinos kam, war Rowlings vierter Band, Harry Potter and the Goblet of Fire, erschienen. Inzwischen schien das Selbstbewusstsein der Autorin gewachsen zu sein, schraubte sie die Seitenlänge des vierten Bandes im Vergleich zu Prisoner of Azkaban um fast einhundert Prozent hoch. So macht ihre Erzählung über Harry letzte Woche der Sommerferien rund um die Quidditch-Weltmeisterschaften beinahe ein Viertel des gesamten Romans aus. Bedenkt man, dass bereits unter Alfonso Cuarón das Finale im dritten Teil zu leiden hatte, ergibt es sich von selbst, dass Warner vorschlug, den vierten Band in zwei Filme aufzuspalten. Jedoch traute es sich Drama-Regisseur Mike Newell zu, den über 600 Seiten starken Roman über pubertierende Zauberer und ein Trimagisches Turnier in zweieinhalb Stunden zu erzählen. Im Nachhinein zeigt sich sein Goblet of Fire als wirres Kuddelmuddel aus unlogischen Szenen, die versuchen die Geschichte von Rowling nachzuerzählen, ohne sie nachzuerzählen zu müssen. Dass der Film dabei auch in allen anderen Belangen versagt, komplettiert hierbei nur das Bild.

Um die Buchhandlung zu komprimieren, springt Newell gleich zu Beginn von Seite zu Seite. Im alten Haus der Riddles taucht plötzlich Barty Crouch, Jr. (Danny Tennant) auf. Er soll etwas erledigen, was wird nicht gesagt. Schnitt zu Harry Potter (Daniel Radcliffe), der gemeinsam mit Ron (Rupert Grint) von Hermione (Emma Watson) geweckt wird, weil sie mit den Weasleys morgens spazieren gehen. Wohin erfährt man nach dem nächsten Schnitt zur Quidditch-Weltmeisterschaft. Deren Finale wird von einem unnützen Gastauftritt der Malfoys eingeleitet, ehe der nächste Schnitt jenes Finale ausspart und direkt zum Angriff der Todesesser führt. Tumultartige Szenen bilden den Übergang zum nächsten Schnitt, nachdem Harry bewusstlos zu Boden fällt (und unverletzt in einer durchweg verbrannten Umgebung aufwacht!). Einige Personen vom Ministerium tauchen auf als das Symbol der Todesesser in den Himmel projiziert wird. Der nächste Schnitt leitet direkt in den Hogwarts Express von dem aus Newell zur Ankunft der Schülerschaft von Beauxbatons und Durmstrang schneidet. Die Hogwarts-Schülerschaft beobachtet dies, reagiert aber dennoch erstaunt, als Professor Dumbledore (Michael Gambon) ihnen später erklärt, dass das Trimagische Turnier ausgerichtet wird. Bereits die erste Viertelstunde von Goblet of Fire ist ein derart inhaltsloses Tohuwabohu, dass man seinen Augen kaum traut, was der englische Regisseur, der sich u.a. für Donnie Brasco verantwortlich zeichnen kann, hier verbrochen hat.

Dies bildet jedoch nur den Auftakt für ein wirres Gehopse durch Rowlings Mammutwerk. Dabei hat der jahrelange Drehbuchautor der Reihe, Steve Kloves, zumindest teilweise ein Gespür für die richtigen Auslassungen gehabt. In der Tat kann man auf Ludo Bagman verzichten, genauso wie auf seine Wette mit den Weasley-Zwillingen. Eine vollkommen nachvollziehbare Entscheidung war die Kürzung um Hermiones S.P.E.W.-Engagement und die Involvierung von Dobby und Winky als Auslöser dessen. Andere Auslassungen fallen da schon stärker ins Gewicht, insbesondere, da Newell sie zumindest im Ansatz anspricht. Zwar wird in der Pensieve-Szene erwähnt, dass Severus Snape (Alan Rickman) seiner Zeit ein Todesesser war, doch spielt dies hinsichtlich von Potters Teilnahme als vierter Bewerber in einem Trimagischen Turnier speziell keine Rolle (wie auch generell nicht hinsichtlich der früheren Ereignisse.) Die gesamte wichtige Nebenhandlung um Snape fällt damit unter den Tisch. Und wieso man Rita Skeeter (Miranda Richardson) eingebaut hat, wo sie doch ohnehin nur in der ersten Hälfte auftaucht, bleibt auch fragwürdig. Ähnlich verhält es sich mit dem Cameo von Sirius (Gary Oldman), der zwar im ersten Drittel kurz erscheint, um hinterher allerdings keine Rolle mehr zu spielen. Bedenkt man, dass sein Patenkind aus diabolischen Gründen in einen Wettbewerb platziert wurde, der dieses das Leben kosten soll oder zumindest könnte, ist das erstaunlich.

Die Handlung kommt auf keinen grünen Zweig. Urplötzlich schneidet Newell zu den Turnieraufgaben Zwei und Drei, ohne sie vorher entsprechend gewürdigt zu haben. Dass dabei die Turnieraufgaben selbst im Film noch lächerlicher dargestellt werden als bei Rowling, tut sein übriges. Während sich Kloves in der ersten Prüfung erdreistet, einen angeketteten Drachen sich losreißen zu lassen (was hinsichtlich der Tatsache, dass das Tier angekettet war, zum Abbruch der Prüfung hätte führen müssen), wartet er mit einer Abschlussprüfung in einem Labyrinth auf, das außer bösartigen Wurzeln nichts zu bieten hat. Das toppt sogar noch Rowlings ohnehin extrem blasse Expositionen, die drei Prüfungen aufwarten lässt, die allesamt mit ein und demselben (leichten) Zauberspruch hätten bewältigt werden können. Lob gebührt der Autorin jedoch erneut für ihr komplexes Finale sowie allgemein und Bandübergreifend die Einbettung der Snape-Handlung in das Geschehen. Da verzeiht man es ihr auch, dass sie ungeachtet der Romanzahl weiterhin zu Beginn eine kurze Rekapitulation des Potterverse gibt.

So sehr die Aussparungen hier und die Komprimierungen da zumindest keine Migräne verursachen, setzt wie schon im Vorgänger das zusammen geschobene Finale dem Ganzen die Krone auf. Alle Hintergründe zu Barty Crouch, Jr. fallen unter den Tisch. Wie bereits im Vorgänger wird dem Publikum ein Flüchtling aus Azkaban präsentiert, ohne zu erklären, wie die Flucht gelungen ist. Dafür dass es ein Gefängnis ist, brechen für die Romanunkundigen dort sicherlich ständig Leute aus. Wie die Zukunft von Crouch aussieht, wird ebenfalls nicht klar, denn der Kuss des Dementors finden keinen Einzug in die Geschichte. Es wäre somit anzunehmen, dass man ihn zurück nach Azkaban bringt, nur befindet er sich dort nicht, als Bellatrix Lestrange (Helena Bonham Carter) und Co. in Harry Potter and the Order of the Phoenix ausbrechen. Auch der Hass auf die Todesesser und insbesondere der Mord an Barty Crouch, Sr. (Roger Lloyd-Pack) interessieren Newell nicht. Was durchaus interessant ist, dass der Organisator des Trimagischen Turniers ermordet wird und Kloves dies nicht mal erwähnenswert findet (für die anderen Figuren). Die unglaublich miserabel adaptierte Handlung wird dann auch noch von hirnrissigen Eigeninterpretationen überboten. Vergrößerte Cuarón zuvor die männliche Schülerschaft von Gryffindor auf sieben Jungs, präsentiert Newell hier nunmehr Padma Patil ebenfalls als Gryffindor-Schülerin an der Seite ihrer Zwillingsschwester Parvati.

Abgesehen vom desaströsen Drehbuch hat der Film jedoch auch sonst wenig zu bieten. Die Effekte sehen für eine 150-Millionen-Dollar-Produktion unwahrscheinlich mies aus. Selbst die einfachsten tricktechnischen Dinge (z.B. Mini-Drachen auf der Handfläche), wissen nicht zu gelingen und wirken im Vergleich zu den Transformers in … Transformers geradezu armselig. Dass es die Harry-Potter-Reihe auch nach vier Jahren nicht geschafft hat, mit der Konkurrenz (gerade der zeitgleich entstandene Lord of the Rings-Trilogie) mitzuhalten, ist genauso wenig nachvollziehbar, wie das Drehbuch dieses Filmes. Sehr bizarr auch Newells unentwegte Nahaufnahmen, bevorzugt auch von Charakteren, die als Außenstehende eigentlich gar nichts mit der aktuellen Handlung zu tun haben. Man wird das Gefühl nicht los, dass Newell mit Goblet of Fire und dessen Produktion einfach überfordert war, sowohl in finanzieller wie kreativer Hinsicht. Selbst den dramatischen Aspekten - der unsinnig adaptierte Streit zwischen Harry und Ron - wird der Engländer nicht gerecht. Daher verwundert es am Ende auch nicht, dass selbst die SchauspielerInnen untergehen. Während Gambon erneut total am Charakter vorbeispielt (ein ungemein ernster Dumbledore, der Harry sogar wütend attackiert!), zeigt sich mit jedem Film mehr, dass Radcliffe keinerlei Talent für seinen Berufszweig besitzt.

Das sonst überzeugende Quartett um Watson, Grint, Rickman und Tom Felton (Draco Malfoy) kann sich nicht wirklich empfehlen. Den letzteren Beiden mangelt es an Präsenz, die anderen beiden Jungdarsteller scheinen mit der pubertären Gefühlswelt ihrer Figuren überfordert. Watson enttäuscht im Vergleich zu den bisherigen Teilen und Grint liegen sichtbar eher die humoristischen Momente. Von den anderen Turnierteilnehmern (Ianevski, Poésy, Pattinson) kriegt man passenderweise gar nichts mit. Traurig ist des Weiteren, was man aus der Familie Crouch und Mad-Eye Moody (Brendan Gleeson) gemacht hat. Tennant, Lloyd-Pack und Gleeson versuchen sich im overacting zu überbieten und so trifft am Ende keiner von ihnen den richtigen Ton. Wobei Lloyd-Pack natürlich nicht besser spielen kann, da das stümperhafte Drehbuch ihm ein Bein stellt. Bei all den Ärgernissen geht der Auftritt von Lord Voldemort (Ralph Fiennes) fast unter. Fiennes spielt den Antagonisten zwar grundsätzlich solide, muss sich jedoch in eine mehr als peinliche letzte Einstellung retten. Insgesamt macht Goblet of Fire viel falsch, was er hätte vermeiden können. Weder die Handlung, noch die Effekte oder das Ensemble wissen zu überzeugen.


Harry Potter and the Philosopher’s Stone: 6.5/10
Harry Potter and the Chamber of Secrets: 7/10
Harry Potter and the Prisoner of Azkaban: 7.5/10
Harry Potter and the Goblet of Fire: 5.5/10
Harry Potter and the Order of the Phoenix: 7.5/10
Harry Potter and the Half-Blood Prince: 6/10

Harry Potter and the Deathly Hallows: Part 1: 4.5/10
Harry Potter and the Deathly Hallows: Part 2: 5/10